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Viele kaufen ihre erste Oberfräse eine Nummer zu groß. Eine schwere 1.400-Watt-Maschine wirkt solide, doch wer hauptsächlich Tischkanten rundet und Scharniere einlässt, kämpft damit gegen das eigene Werkzeug. Den meisten Heimwerkern hilft eine kompakte Multifunktionsfräse wie die Makita RT0702C mit Tauchkorb mehr. Erst wer Nuten von 20 Millimetern Tiefe in Eiche zieht oder einen Frästisch plant, braucht mehr Motor.
Darum ist dieser Ratgeber nach Projekten sortiert. Suchen Sie sich den Typ, der zu Ihrer Werkstatt passt.
Vier Zahlen, die vor dem Kauf zählen
- Spannzange: 8 mm ist in Deutschland der verbreitete Schaft für Hobbyfräser. 6 mm schadet als zweite Zange nicht. 12 mm oder 1/2 Zoll lohnen nur bei großen Profilfräsern im Tisch.
- Hub: Wie tief kann der Fräser eintauchen? 35 bis 40 mm genügen für Kanten und Beschläge, für tiefe Nuten und Zapfenlöcher sind 55 bis 60 mm angenehmer.
- Drehzahl: Regelbar sollte sie sein. Große Fräser brauchen wenig Tempo, kleine Kantenfräser viel.
- Gewicht: Unter 2 kg führen Sie die Maschine mit einer Hand an der Kante entlang. Ab 3,5 kg wird sie zum Zweihandgerät.
Akku oder Kabel? Bei Kantenfräsen ist Akku angenehm, weil kein Kabel über die Platte schleift. Bei großen Maschinen bleibt das Netzkabel die ehrliche Wahl, denn lange Nuten in Hartholz leeren einen kleinen Akku zügig. Fräsen erzeugt feinen Staub. Ein Sauger am Absaugstutzen gehört dazu, zusätzlich eine passende Maske aus unserem Ratgeber zu Staubmasken. Gefräste Kanten glättet danach ein Exzenterschleifer.
Sechs Oberfräsen nebeneinander
| Modell | Antrieb | Spannzange und Hub | Drehzahl | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Makita RT0702C | Netz, 710 W | 6 und 8 mm, Hub 35 mm (Oberfräse) bzw. 40 mm (Kante) | 10.000–34.000 U/min | Einsteiger, Möbelbau in kleinem Maßstab | |
| Bosch GOF 1250 CE | Netz, 1.250 W | 8 mm (6 mm optional), Hub 60 mm | 10.000–24.000 U/min | Möbelbauer mit tiefen Nuten | ansehen |
| Festool OF 1010 REBQ | Netz, 1.010 W | 6 bis 8 mm, Hub 55 mm | 9.500–23.000 U/min | Präzise Arbeit mit Führungsschiene | ansehen |
| Triton MOF001 | Netz, 1.400 W | bis 1/2 Zoll, Hub 59 mm | 8.000–21.000 U/min | Frästisch und große Profile | ansehen |
| Metabo FMV 18 LTX BL 8 | Akku 18 V (CAS) | 6 und 8 mm, Hub 40 mm | 4.800–29.000 U/min | Kantenarbeit ohne Kabel | ansehen |
| Einhell TP-RO 18 Set Li BL | Akku 18 V (Power X-Change) | 6 und 8 mm, Hub 35/40 mm | 10.000–30.000 U/min | Gelegenheitsnutzer mit Einhell-Akkus | ansehen |
Alle Angaben laut Hersteller. Lieferumfang und Zubehör unterscheiden sich je nach Set deutlich, ein Blick auf die genaue Artikelnummer erspart Ärger.
Sie fangen gerade an und wollen alles ausprobieren
Makita RT0702C
Die kleine Makita ist seit Jahren der Klassiker unter den Einhandfräsen. Laut Hersteller leistet sie 710 Watt und dreht zwischen 10.000 und 34.000 Umdrehungen pro Minute, die Zangen für 6 und 8 mm liegen bei. Spannend wird sie in der Variante RT0702CX2J, denn dort kommen ein Tauchkorb und weitere Fräsmodule dazu. Mit 35 mm Hub als Oberfräse ist bei tiefen Nuten Schluss. Für Regale, Schubladenböden und gerundete Kanten reicht das.
Sie bauen Möbel und brauchen Tiefe
Bosch GOF 1250 CE Professional
Mit 1.250 Watt und 60 mm Fräskorbhub hat die Bosch genug Reserven für Rückwandnuten in Massivholz. Bosch nennt eine Konstantelektronik und eine Feineinstellung der Frästiefe. Mitgeliefert wird nur die 8-mm-Spannzange, eine 6-mm-Zange kaufen Sie bei Bedarf dazu. Bei 3,6 kg führt man sie mit beiden Händen. Wer zwei, drei Möbel im Jahr baut, liegt hier richtig.
Festool OF 1010 REBQ
Die Festool kostet deutlich mehr als die Bosch. Sie bietet 55 mm Hub, eine Feineinstellung auf den Zehntelmillimeter und eine Elektronik mit konstanter Drehzahl und Temperaturüberwachung. Dazu kommen nach Herstellerangabe ein LED-Licht im Fräskorb und das abnehmbare Kabel. Den Aufpreis rechtfertigt vor allem das System. Wer schon eine Festool-Führungsschiene besitzt, fräst damit gerade Nuten ohne eigenen Anschlag. Ohne diesen Zusammenhang würden wir eher zur Bosch greifen.
Sie planen einen Frästisch
Triton MOF001
Unter einer Tischplatte zeigt die Triton ihre Stärke. Laut Hersteller lässt sich die Frästiefe im Tischbetrieb per Kurbel von oben verstellen, ohne dass Sie unter den Tisch greifen. Sie hat 1.400 Watt, 59 mm Eintauchtiefe und nimmt Fräser bis zu einem halben Zoll Schaft auf. Rund 4,8 kg sind freihand allerdings eine Ansage. Als einzige Oberfräse im Haus ist sie für viele zu schwer, als Tischmaschine dagegen sehr durchdacht.
Sie bearbeiten vor allem Kanten
Metabo FMV 18 LTX BL 8
Ein Kilo ohne Akku. Die Metabo ist eine reine Kantenfräse mit bürstenlosem Motor, 40 mm Hub und einem weiten Drehzahlbereich von 4.800 bis 29.000 Umdrehungen. Laut Metabo gehören Parallelanschlag, Führungsrolle, Kopierflansch und beide Spannzangen zum Lieferumfang, Akku und Ladegerät nicht. Sie läuft mit allen 18-Volt-Akkus des CAS-Systems, also auch mit denen anderer CAS-Marken. Ein Tauchkorb fehlt, für Nuten mitten im Brett ist sie deshalb nicht gedacht.
Sie fräsen selten und haben schon Akkus
Einhell TP-RO 18 Set Li BL
Das Einhell-Set bringt Oberfräsen- und Kantenaufsatz mit, dazu Parallelanschlag, Zirkelspitze und Kopierhülse. Die Daten nach Herstellerangabe: 18 Volt, bürstenlos, 10.000 bis 30.000 Umdrehungen, 35 mm Hub als Oberfräse und 40 mm als Kantenfräse. Sinnvoll ist das Set vor allem für Leute, die bereits Power-X-Change-Akkus im Regal haben. Wer erst Akku und Ladegerät nachkaufen muss, landet preislich schnell bei einer Netzmaschine mit mehr Kraft. Mehr zu den Akkuplattformen steht in unserem Ratgeber zu Akku-Systemen.
Und das Fräser-Set?
Günstige 30-teilige Sets sehen nach viel aus. In der Praxis benutzen die meisten Heimwerker vier oder fünf Fräser: einen Nutfräser mit 8 und einen mit 12 mm, einen Abrundfräser mit Anlaufring, einen Bündigfräser und vielleicht einen Fasenfräser. Kaufen Sie diese lieber einzeln mit Hartmetallschneiden und achten Sie darauf, dass der Schaft zur Spannzange passt. Ein 8-mm-Fräser gehört in eine 8-mm-Zange, nicht in eine 1/4-Zoll-Zange mit 6,35 mm. Klingt banal, ist aber ein klassischer Fehlkauf.
So würden wir entscheiden
- Erste Oberfräse, gemischte Projekte: Makita RT0702C, am besten mit Tauchkorb (RT0702CX2J).
- Regelmäßiger Möbelbau mit tiefen Nuten: Bosch GOF 1250 CE.
- Vorhandenes Festool-System mit Führungsschiene: Festool OF 1010 REBQ.
- Frästisch als Ziel: Triton MOF001.
- Kanten ohne Kabel im 18-Volt-CAS-System: Metabo FMV 18 LTX BL 8.
- Gelegentliche Arbeiten mit vorhandenen Einhell-Akkus: Einhell TP-RO 18 Set.
Eine Oberfräse ersetzt übrigens keine Säge. Wer Platten zuschneiden will, findet Hilfe in unserem Ratgeber zu Tauch- und Handkreissägen.
Quellen
- Makita: RT0702CX2J Multifunktionsfräse
- Bosch Professional: GOF 1250 CE
- Festool: OF 1010 REBQ-Plus
- Triton: MOF001 Präzisionsoberfräse
- Metabo: FMV 18 LTX BL 8
- Einhell: TP-RO 18 Set Li BL
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