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Ein Subwoofer wird selten zu schwach gekauft. Viel öfter steht er falsch, ist schlecht eingestellt oder passt nicht zur Soundbar, für die er gedacht war. Für eine Anlage mit AV-Receiver oder Verstärker im normalen Wohnzimmer halten wir den geschlossenen SVS SB-1000 Pro für die vernünftigste Wahl: kompakt, bis 20 Hz angegeben und per App fein einstellbar. Wer es schlicht mag und Platz hat, schaut sich den Klipsch R-121SW an. Besitzer einer Sonos-Soundbar brauchen dagegen gar nicht lange zu suchen, denn dort passt nur ein Sonos Sub.
Geschlossen oder Bassreflex: Was ist der Unterschied?
Ein geschlossenes Gehäuse hat keine Öffnung. Die Luft darin wirkt wie eine Feder auf die Membran, der Bass fällt unterhalb seiner Grenze sanft ab und schwingt kaum nach. Ein Bassreflex-Gehäuse besitzt dagegen ein Rohr oder eine Öffnung, durch die zusätzlich Schall austritt. Das bringt bei gleicher Gehäusegröße mehr Pegel im tiefsten Keller, verlangt aber meist ein größeres Gehäuse und fällt unterhalb der Abstimmung steiler ab.
Am Beispiel SVS sieht man das gut. Der geschlossene SB-1000 Pro und der Bassreflex-Bruder PB-1000 Pro haben denselben 12-Zoll-Treiber und dieselbe Endstufe mit 325 Watt Dauerleistung. Der geschlossene Würfel misst rund 33 × 34 × 35 cm und wiegt knapp 12 kg. Der PB-1000 Pro ist mit 48 × 38 × 51 cm und gut 19 kg deutlich wuchtiger und reicht nach Herstellerangabe bis 17 Hz statt 20 Hz. Seine beiden Öffnungen lassen sich mit Schaumstopfen verschließen, dann arbeitet er per App-Einstellung wie ein geschlossener Sub.
Unsere Faustregel: In Räumen bis etwa 25 Quadratmeter reicht ein geschlossener Sub in aller Regel aus, weil kleine Räume den tiefen Bass ohnehin anheben. Bassreflex zahlt sich in großen, offenen Wohnbereichen aus und dort, wo viel Film mit Explosionen läuft.
Wie groß darf der Raum sein?
Konkrete Raumangaben machen die Hersteller selten. Teufel nennt für seinen T 10 Mk2 bis zu 40 Quadratmeter, das ist eine brauchbare Orientierung für einen 25-cm-Bassreflex-Sub mit 150 Watt. Mehr Membranfläche und mehr Gehäusevolumen bedeuten mehr Luft, die bewegt werden kann. Ein Wohn-Ess-Bereich mit 45 Quadratmetern und offener Küche verlangt deshalb eher nach 30 cm und Reflexöffnung als nach einem kompakten Würfel.
Klein ist nicht automatisch schlecht. Gerade in einer Mietwohnung mit Nachbarn darunter ist ein geschlossener Sub oft die klügere Wahl.
Funktioniert ein Subwoofer kabellos mit meiner Soundbar?
Meist nur mit dem passenden Partner derselben Marke. Der Sonos Sub Mini verbindet sich per WLAN mit Beam, Ray, Era 100, One und One SL; der größere Sub 4 außerdem mit Arc, Arc Ultra, Five und Era 300. An einer Arc Ultra lassen sich sogar zwei Sub 4 betreiben. Einen Cinch-Eingang für fremde Geräte hat keiner der beiden. Bei Teufel ist das Funkmodul im T 10 Mk2 eingebaut und arbeitet mit den hauseigenen Soundbars und Receivern zusammen; an Geräten von Denon, Marantz oder Yamaha braucht es einen separaten Funksender.
Ein klassischer Subwoofer mit Cinch-Eingang lässt sich an eine Soundbar nur anschließen, wenn sie einen Subwoofer-Ausgang hat. Das steht im Datenblatt unter den Anschlüssen. Fehlt der Ausgang, bleibt der Funk-Sub des Soundbar-Herstellers. Welche Soundbars sich überhaupt erweitern lassen, steht in unserem Ratgeber zu Soundbars.
Wo soll der Subwoofer stehen?
Klipsch empfiehlt in seiner Anleitung eine Ecke an derselben Wand, an der auch die Frontlautsprecher stehen. In der Ecke steigt der Pegel, in der Wandmitte oder frei im Raum wird es weniger. Mehr Bass heißt aber nicht besserer Bass. In vielen Räumen dröhnt es in der Ecke bei einer bestimmten Tonhöhe, während andere Töne fast verschwinden.
Ein alter Trick hilft: Stellen Sie den Sub probeweise auf den eigenen Hörplatz, spielen Sie eine Passage mit gleichmäßigem Bass und gehen Sie langsam an den Wänden entlang. Wo es am ausgewogensten klingt, gehört der Sub hin. Dauert zehn Minuten und spart oft mehr Ärger als jede Einstellung.
Was bringt die Einmessung?
Der Raum prägt den Bass stärker als der Subwoofer selbst. Darum gewinnt die Einmessung an Gewicht. Sonos misst mit Trueplay über ein iOS-Gerät, Nubert bietet beim nuSub XW-900 eine automatische Raumanpassung über die App X-Remote. SVS geht einen anderen Weg: Statt eines Mikrofons gibt es einen Tiefpass zwischen 30 und 200 Hz, einen parametrischen Equalizer mit drei Bändern und eine Raumkorrektur, die den Anstieg in kleinen Räumen ab 25, 31 oder 40 Hz abflacht. Das ist mächtig, aber Handarbeit. Der Tester von Secrets of Home Theater and High Fidelity glättete damit eine Senke bei 60 Hz; die Raumkorrektur kostete in seinem Raum ohne ausgeprägte Bassüberhöhung allerdings Tiefgang.
Am AV-Receiver übernimmt dessen Einmessung den größten Teil der Arbeit, also Pegel, Abstand und Übergangsfrequenz. Wie das bei Denon, Marantz und Yamaha funktioniert, erklärt unser Ratgeber zu AV-Receivern. Für die Übernahmefrequenz nennt Klipsch einen einfachen Anhalt: 50 bis 90 Hz zu Standlautsprechern, 90 bis 150 Hz zu kleinen Satelliten oder Regallautsprechern.
Sechs Subwoofer, sechs Einsatzorte
| Modell | Bauart | Treiber, Leistung | Anschluss | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| SVS SB-1000 Pro | geschlossen, 20–270 Hz (±3 dB) | 30 cm, 325 W Dauerleistung | Cinch/LFE, Lautsprecherpegel; App per Bluetooth | Receiver oder Verstärker, Räume bis etwa 25 m² | ansehen |
| SVS PB-1000 Pro | Bassreflex, zwei Öffnungen verschließbar | 30 cm, 325 W Dauerleistung | Kabel; App per Bluetooth | große Räume, viel Film | ansehen |
| Klipsch R-121SW | Bassreflex, Öffnung hinten, 28–120 Hz | 30 cm, 200 W Dauerleistung | Cinch/LFE | Receiver mit Einmessung, Platz vorhanden | ansehen |
| Nubert nuSub XW-900 | Bassreflex nach unten | 26,7 cm, 220 W Nennleistung | Cinch, Funk zu Nubert-X-Geräten | Nubert-Aktivboxen, Wohnraum | ansehen |
| Sonos Sub Mini | geschlossen, bis 25 Hz | 2 × 15 cm, gegenüberliegend | nur WLAN/LAN zu Sonos | Sonos Beam oder Ray, kleine Räume | ansehen |
| Sonos Sub 4 | Bassreflex, bis 25 Hz, 15,8 cm flach | 2 × 13 × 20 cm, gegenüberliegend | nur WLAN/LAN zu Sonos | Sonos Arc und Arc Ultra | ansehen |
SVS SB-1000 Pro
Zu Receiver oder Stereoverstärker passt dieser geschlossene Würfel aus unserer Sicht am besten. SVS gibt 20 bis 270 Hz bei ±3 dB an, und diesen Wert bestätigte die Nahfeldmessung bei Secrets of Home Theater and High Fidelity. Neben dem Cinch-Eingang gibt es Anschlüsse für Lautsprecherpegel, falls der Verstärker keinen Sub-Ausgang hat. Speicherplätze in der App erlauben getrennte Einstellungen für Film und Musik.
SVS PB-1000 Pro
Gleiche Technik, größeres Gehäuse mit zwei Reflexöffnungen vorn. Laut SVS reicht er bis 17 Hz. Wer unsicher ist, ob der Raum den Tiefgang verträgt, verschließt die Öffnungen und stellt in der App den geschlossenen Betrieb ein. Mit gut 19 kg und 51 cm Tiefe sollte der Platz vorher ausgemessen sein.
Klipsch R-121SW
Der Klipsch ist der schlichteste Kandidat: Drehregler für Lautstärke und Tiefpass, Phasenschalter 0 oder 180 Grad, automatisches Einschalten. Keine App, keine Einmessung. Dafür nennt Klipsch einen Maximalpegel von 118 dB und einen Frequenzbereich von 28 bis 120 Hz. Die Reflexöffnung sitzt hinten, also mit etwas Abstand zur Wand aufstellen. Am AV-Receiver mit eigener Einmessung fehlt ihm wenig.
Nubert nuSub XW-900
Beim XW-900 strahlen Treiber und Reflexrohre nach unten, das Gehäuse bleibt dadurch ein ruhiger Quader. Nubert hat ihn für den Betrieb mit seinen aktiven nuPro-X-Lautsprechern gebaut: Von dort empfängt er das Signal per Funk und zeitrichtig abgestimmt. An jedem anderen Verstärker hängt er klassisch am Cinch-Kabel. Mit 19,5 kg und 48 cm Höhe ist er kein Leichtgewicht.
Sonos Sub Mini
Zwei 6-Zoll-Treiber arbeiten sich in einem geschlossenen Zylinder gegenüber, damit sich ihre Kräfte aufheben und nichts vibriert. Sonos nennt 25 Hz als untere Grenze. Als Partner nennt Sonos Beam, Ray, Era 100, One und One SL. Mit 6,35 kg und 30,5 cm Höhe verschwindet er neben dem Sideboard.
Sonos Sub 4
Der Sub 4 ist nur 15,8 cm tief und darf laut Sonos auch flach unter dem Sofa liegen. Innen arbeiten zwei elliptische Treiber gegeneinander, die Bauart ist Bassreflex. Er koppelt sich mit Arc Ultra, Arc, Beam und Ray. Ohne Sonos-System ist er allerdings nutzlos, einen Eingang für andere Geräte gibt es nicht.
So würden wir entscheiden
- AV-Receiver oder Stereoverstärker, Raum bis etwa 25 m²: SVS SB-1000 Pro.
- Großer, offener Wohnraum mit Heimkino: SVS PB-1000 Pro, notfalls mit verschlossenen Öffnungen.
- Receiver mit Einmessung vorhanden, App nicht nötig: Klipsch R-121SW.
- Aktive Nubert-Lautsprecher der X-Serie: nuSub XW-900, dann ohne Kabel quer durchs Zimmer.
- Sonos Beam oder Ray: Sub Mini. Sonos Arc oder Arc Ultra: Sub 4.
Von einem zweiten Sub raten wir zunächst ab. Erst Standort und Einstellung klären, dann nachrüsten.
Quellen
- Secrets of Home Theater and High Fidelity: SVS SB-1000 Pro (April 2021)
- AV NIRVANA: SVS PB-1000 Pro (Juli 2021)
- Klipsch: Datenblatt R-121SW
- Klipsch: Anleitung Reference-Subwoofer
- Nubert: Presseinformation nuSub-Serie
- Sonos: Sub Mini
- Sonos: Sub 4
- Teufel: T 10 Mk2
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