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Bei Bluetooth-Adaptern geht der erste Kauf oft in die falsche Richtung. Für die alte Stereoanlage braucht es einen Empfänger mit Cinch-Ausgang, etwa den FiiO BR13; für den Fernseher einen Sender mit optischem Eingang, für das Flugzeug einen Akku-Sender mit Zweipol-Stecker. Erst danach kommen die Codecs ins Spiel, und der Kopfhörer am anderen Ende entscheidet dabei mehr als der Adapter selbst.
Senden oder empfangen? Erst die Richtung klären
Ein Empfänger (RX) nimmt Musik vom Smartphone an und gibt sie per Kabel an Verstärker, Aktivboxen oder Kompaktanlage weiter. Ein Sender (TX) macht das Gegenteil. Er hängt am Fernseher, am CD-Spieler oder an der Bordbuchse im Flugzeug und funkt den Ton zum Kopfhörer. Einige Geräte können beides und haben dafür einen Schalter.
Jedes Bluetooth-Gerät beherrscht den Grundcodec SBC. Alles darüber, also aptX in seinen Spielarten oder LDAC, greift nur, wenn beide Seiten es unterstützen. Twelve South schreibt das zum AirFly Pro 2 ausdrücklich: Klang und Verzögerung hängen davon ab, was der verbundene Kopfhörer kann. Ein Sender mit aptX Adaptive bringt also wenig, wenn Ihr Kopfhörer kein aptX kennt.
Beim Fernsehen zählt vor allem die Verzögerung. Qualcomm nennt für aptX Low Latency rund 40 Millisekunden, gemessen an einem Audioadapter mit diesem Encoder. Das funktioniert aber nur, wenn Sender und Kopfhörer aptX Low Latency beide unterstützen. Sonst bleibt es bei SBC.
Auracast: neu, aber noch nicht überall angekommen
Auracast ist ein Rundfunkprinzip für Bluetooth. Ein Sender strahlt den Ton aus, und laut Bluetooth SIG kann eine unbegrenzte Zahl von Geräten ohne Kopplung zuhören. Gedacht ist das für Hörgeräte, für stumm geschaltete Fernseher in Wartebereichen und für gemeinsames Hören zu Hause. Die Gegenseite fehlt aber oft noch. Avantree räumt in der Anleitung zum Audikast 4 selbst ein, dass bisher wenige kompatible Empfänger im Umlauf sind. Wer heute einen Auracast-Sender kauft, sollte daher prüfen, ob Hörgerät oder Kopfhörer Auracast tatsächlich unterstützen, oder ein Gerät nehmen, das zusätzlich klassisch koppelt.
Vier Fragen vor dem Kauf
- Welche Buchsen sind frei? Am Verstärker genügt ein Cinch-Eingang wie AUX, CD oder Tape. Am Fernseher ist der optische Ausgang die sauberste Quelle für einen Sender.
- Hat der Fernseher nur HDMI? Dann braucht etwa der Audikast 4 laut Avantree einen Wandler von HDMI auf optisch.
- Welchen Codec können Smartphone und Kopfhörer? Steht dort nur SBC, reicht ein schlichter Adapter.
- Woher kommt der Strom? Tischgeräte hängen an USB; FiiO nennt für den BR13 5 V und 1 A, für den BTA30 Pro empfiehlt der Hersteller ein Netzteil mit 2 A.
Darf man im Flugzeug Bluetooth nutzen?
Eine einheitliche Regel gibt es nicht. Die europäische Flugsicherheitsagentur EASA hat 2014 erlaubt, dass Passagiere elektronische Geräte während des ganzen Fluges nutzen dürfen, überlässt die Entscheidung aber jeder Fluggesellschaft; die Anweisungen der Crew gehen immer vor. Nach einer Übersicht von heise (Stand Mai 2024) erlaubt Lufthansa Bluetooth-Kopfhörer auch bei Start und Landung, sofern die Crew nichts anderes sagt. British Airways und American Airlines verlangen dagegen, dass Geräte in diesen Phasen aus bleiben. Schauen Sie vor dem Flug in die Bestimmungen Ihrer Airline.
Fünf Adapter für fünf Aufgaben
| Modell | Richtung | Codecs laut Hersteller | Anschlüsse | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| FiiO BR13 | Empfänger | SBC, aptX, aptX LL, aptX HD, aptX Adaptive, LDAC | Cinch-Ausgang, optisch und koaxial ein und aus, USB-C | Stereoanlage mit Verstärker | ansehen |
| FiiO BTA30 Pro | Empfänger und Sender | Empfang: SBC, AAC, aptX, aptX HD, LDAC; Senden: SBC, aptX, aptX HD, aptX LL, LDAC | Cinch-Ausgang, optisch und koaxial ein und aus, USB-C | HiFi-Anlage und Fernseher mit einem Gerät | ansehen |
| 1Mii B06S+ | Empfänger | LDAC, aptX HD, aptX LL | Cinch, 3,5-mm-Klinke | Kompaktanlage, Aktivboxen | ansehen |
| Twelve South AirFly Pro 2 | Sender und Empfänger, mit Akku | Senden: aptX Adaptive, aptX LL, aptX HD, aptX, SBC; Empfang: aptX HD, aptX, AAC, SBC | 3,5-mm-Klinke | Flugzeug, Fitnessgerät, unterwegs | ansehen |
| Avantree Audikast 4 | Sender, klassisch oder Auracast | keine Angabe in der Anleitung | optisch, 3,5-mm-Klinke, USB-C für Strom | Fernseher, Hörgeräte mit Auracast | ansehen |
FiiO BR13: der Empfänger für die Anlage im Wohnzimmer
Der BR13 ist ein Tischgerät von 98 mal 96 Millimetern mit kleinem Display, Tasten und App-Steuerung. FiiO verbaut den Bluetooth-Chip QCC5125 (Bluetooth 5.2) und einen ESS-Wandler; der Cinch-Ausgang liefert laut Datenblatt 2 Volt. Dazu kommen optische und koaxiale Eingänge, sodass ein CD-Spieler über den Wandler des BR13 laufen kann. Für einen Verstärker, der seit Jahren seinen Dienst tut und nur kein Bluetooth hat, ist das die naheliegende Ergänzung.
FiiO BTA30 Pro: einer für beide Richtungen
Der BTA30 Pro empfängt, sendet und arbeitet als USB-Wandler am Rechner. Über optisch nimmt er den Fernsehton an und schickt ihn an Kopfhörer. Mit LDAC oder aptX LL bedient er beim Senden laut FiiO allerdings nur ein Gerät. Die Bluetooth-Generation ist mit 5.0 älter, aptX Adaptive fehlt. Wer HiFi-Anlage und Fernseher im selben Regal hat, spart sich trotzdem ein zweites Kästchen.
1Mii B06S+: klein, mit Lautstärkeknopf
Ein reiner Empfänger mit Cinch- und Klinkenausgang. Nach Herstellerangaben, die das Fachportal Stereoindex wiedergibt, arbeitet er mit Bluetooth 5.2, LDAC bis 990 kbit/s und aptX HD; ein Leuchtring zeigt den aktiven Codec. Digitale Eingänge gibt es nicht. Für Aktivboxen am Schreibtisch oder eine Kompaktanlage im Kinderzimmer genügt das.
Twelve South AirFly Pro 2: für die Bordbuchse
Der AirFly steckt in der Kopfhörerbuchse des Sitzbildschirms und funkt zu zwei Kopfhörern gleichzeitig. Twelve South nennt mehr als 25 Stunden Laufzeit und unter zwei Stunden Ladezeit. Ein seitlicher Schalter macht ihn zum Empfänger, etwa für eine Anlage mit AUX-Buchse. Für Sitze mit Zweipol-Buchse gibt es einen Adapter, in den der AirFly laut Hersteller fest hineingedrückt werden muss, sonst sitzt die Verbindung locker.
Avantree Audikast 4: Fernseher, Hörgeräte, Auracast
Der Audikast 4 arbeitet in zwei Betriebsarten. Klassisch gekoppelt bedient er genau einen Kopfhörer. Im Auracast-Modus sendet er an mehrere kompatible Hörgeräte oder Lautsprecher, auf Wunsch verschlüsselt, das lässt sich laut Avantree per Firmware nachrüsten. Angeschlossen wird optisch oder über die 3,5-mm-Buchse des Fernsehers. Für zwei klassische Kopfhörer gleichzeitig ist er nicht gemacht.
So würden wir entscheiden
- Alte Stereoanlage mit Cinch-Eingang: FiiO BR13. Wer ohnehin über einen neuen Verstärker nachdenkt, findet im Ratgeber zu Stereo-Verstärkern und Streamern Geräte mit eingebautem Bluetooth.
- Anlage und Fernseher, ein Gerät: FiiO BTA30 Pro, mit Abstrichen beim Codec.
- Aktivboxen oder Kompaktanlage: 1Mii B06S+.
- Flugzeug und unterwegs: Twelve South AirFly Pro 2; bei Sitzen mit Zweipol-Buchse den passenden Adapter einpacken.
- Fernseher mit Hörgerät: Avantree Audikast 4, wenn das Hörgerät Auracast kann. Wer einfach leise fernsehen will, ist mit fertigen Funkkopfhörern für den Fernseher oft schneller am Ziel.
Quellen
- FiiO: BR13, technische Daten
- FiiO: BTA30 Pro, Produktseite
- FiiO: BTA30 Pro, technische Daten
- Stereoindex: 1Mii B06S+ mit LDAC und aptX HD
- Twelve South: Codecs von AirFly Pro und Pro 2
- Twelve South: AirFly Pro 2 und Pro 2 Deluxe, Hilfe
- Avantree: Audikast 4, Anleitung (PDF)
- Qualcomm: aptX Low Latency
- Bluetooth SIG: Auracast
- EASA: Elektronische Geräte während des ganzen Fluges (2014)
- heise: Bluetooth im Flugzeug, was ist erlaubt?
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