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Ein Navigationsgerät ersetzt das Handy nicht. Bei allen sechs Geräten in unserer Tabelle kommen die Live-Verkehrsdaten über eine App auf dem Telefon, nur eine Garmin-Variante empfängt sie zusätzlich per DAB. Wer nur im Pkw unterwegs ist, braucht daher meist kein eigenes Navi. Anders sieht es aus, sobald das Fahrzeug höher, schwerer oder länger ist als ein Kombi: Dann rechnet ein Camper- oder Lkw-Navi mit den echten Maßen, und genau dafür würden wir das Geld ausgeben. Fürs Wohnmobil empfehlen wir den Garmin Camper 795, für den Lkw den Garmin dēzl LGV720.
Lohnt ein Navi neben dem Smartphone überhaupt?
Im Pkw nur unter Bedingungen. Ein eigenes Gerät hält das Telefon frei für Anrufe und Musik, die Karten liegen fest im Speicher, und unterwegs fällt kein Datenvolumen für das Kartenmaterial an. Das hilft im Ausland und in Funklöchern. Für Stauumfahrungen in Echtzeit bleibt das Handy trotzdem im Spiel, denn TomTom schreibt bei allen GO-Modellen „Traffic über Smartphone“, und Garmin liefert Live-Verkehr über die Garmin Drive App. Nur Garmin-Varianten mit dem Kürzel MT-D empfangen laut Hersteller Verkehrsmeldungen über DAB, mit einem mitgelieferten Kabel.
Hat Ihr Auto bereits ein Display mit CarPlay oder Android Auto, ist ein Navi auf der Scheibe oft doppelt. Dann reicht ein kleiner CarPlay-Adapter für kabellosen Betrieb, oder Sie rüsten ein Autoradio mit CarPlay nach. Und wer das Handy weiter nutzt, setzt es in eine feste Handyhalterung fürs Auto.
Bei Wohnmobil und Lkw dreht sich die Rechnung. Ein 3,20 Meter hoher Alkoven passt nicht unter jede Bahnunterführung, ein 7,5-Tonner darf nicht über jede Brücke. Gibt man im Camper 795 Höhe, Breite, Gewicht und Anhänger ein, meidet das Gerät laut Handbuch Straßen, die dafür nicht geeignet sind. Es warnt vor Seitenwind, starkem Gefälle, engen Straßen und überhängenden Bäumen. Garmin schreibt allerdings selbst, dass die Profildaten nicht in allen Routenvorschlägen berücksichtigt sein müssen. Schilder gelten also weiter.
Was die Straßenverkehrsordnung dazu sagt
Drei Punkte aus § 23 StVO. Navi und Handy dürfen während der Fahrt nicht in der Hand gehalten werden, erlaubt sind Sprachsteuerung oder ein kurzer Blick (Absatz 1a). Halterung und Gerät dürfen die Sicht nicht beeinträchtigen (Absatz 1). Also lieber unten links an die Scheibe oder aufs Armaturenbrett, nicht mitten ins Blickfeld. Und Warnungen vor Blitzern sind verboten (Absatz 1c): Bei Mehrzweckgeräten wie Navis darf die Funktion, die Verkehrskontrollen anzeigt, nicht genutzt werden. Die Blitzerwarnungen, die TomTom und Garmin als Probezeit oder Abo anbieten, schalten Sie in Deutschland also ab.
Sechs Navis für Auto, Wohnmobil und Lkw
| Modell | Display | Karten und Updates | Verkehrsinfo | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Garmin DriveSmart 76 | 6,95 Zoll, 1024 × 600 | 46 Länder Europas, Updates per WLAN | Garmin Drive App, Variante MT-D zusätzlich DAB | Pkw, wer unabhängig vom Handy Staumeldungen will | ansehen |
| TomTom GO Superior (7 Zoll) | 7 Zoll, 1280 × 800 | Weltkarten, Updates monatlich per WLAN | über Smartphone | Pkw, Fahrten auch außerhalb Europas | ansehen |
| Garmin Camper 795 | 6,95 Zoll, 1024 × 600 | Europa, Updates per WLAN | Garmin Drive App | Wohnmobil und Gespann | ansehen |
| TomTom GO Camper Max (2. Generation) | 7 Zoll, 1024 × 600 | Weltkarten, Updates monatlich per WLAN | über Smartphone | Wohnmobil, mehrere Fahrzeugprofile | ansehen |
| Garmin dēzl LGV720 | 6,95 Zoll, 1024 × 600 | Europa, Updates per WLAN | dēzl App | Lkw mit Gefahrgut, Lenkzeiten im Blick | ansehen |
| TomTom GO Expert Plus (7 Zoll) | 7 Zoll, 1280 × 800 | Weltkarten, Updates per WLAN | über Smartphone | Lkw und andere große Fahrzeuge | ansehen |
Alle Angaben laut Hersteller. Die Akkus sind klein, Garmin nennt beim DriveSmart 76 und beim Camper 795 bis zu eine Stunde Laufzeit. Im Alltag hängt das Navi also am Bordnetz.
Wenn Sie nur Pkw fahren
Garmin DriveSmart 76
Das Gerät mit 6,95 Zoll und Karten für 46 Länder Europas aktualisiert sich über WLAN, ein Computer ist nicht nötig. Spannend ist die Variante MT-D. Sie holt Verkehrsinfos laut Garmin über DAB, mit dem beiliegenden Kabel, und braucht dafür kein Telefon. Für Pkw-Fahrer ist das unser Vorschlag, gerade weil es das Handy-Argument ernst nimmt.
TomTom GO Superior
Weltkarten und eine Auflösung von 1280 × 800 Pixeln beim 7-Zoll-Modell. TomTom spielt Kartenupdates monatlich über WLAN ein, mit 2,4 und 5 GHz. Verkehrsdaten, Spritpreise und Parkplatzinfos laufen über das gekoppelte Smartphone; einige Dienste sind laut Hersteller zwei Jahre im Probezeitraum enthalten. Wer regelmäßig in Nordamerika oder Australien Mietwagen fährt, profitiert von den Weltkarten. Für Pendler zwischen Köln und Bonn ist das kein Argument.
Wenn Sie mit Wohnmobil oder Wohnwagen reisen
Garmin Camper 795
Unser Favorit für das Reisemobil. Im Profil lassen sich Wohnmobil, Wohnmobil mit Anhänger oder Wohnwagen anlegen, dazu Höhe, Breite, Gewicht und sogar das Gewicht der Propanflasche. Das Handbuch listet Warnungen vor fehlender Bodenfreiheit, Seitenwind und Gefälle. Campingplätze sucht das Gerät über Anbieter wie ACSI und Campercontact. Die Garmin-Rückfahrkameras BC 40 und BC 50 lassen sich koppeln, was beim Rangieren auf dem Stellplatz hilft.
TomTom GO Camper Max
Sieben Zoll, Weltkarten, Updates monatlich über das eingebaute WLAN. TomTom verspricht Routen speziell für Wohnmobile, vorinstallierte Camper-Ziele und speicherbare Fahrzeugprofile. Praktisch für Paare mit Wohnmobil und Pkw. Die genauen Grenzwerte für Höhe und Gewicht nennt TomTom auf der Produktseite nicht. Wer seine Route sicher planen will, prüft das vor dem Kauf in der Anleitung.
Wenn Sie beruflich Lkw fahren
Garmin dēzl LGV720
Das Lkw-Profil nimmt Höhe, Gewicht, Länge, Breite und Gefahrgut auf. Dazu kommen ein Timer für Lenk- und Ruhezeiten, der vor Ablauf eine passende Ausfahrt vorschlägt, Lkw-Parkplätze aus den Daten von Truck Parking Europe und Satellitenansichten von Laderampen. Live-Verkehr und Wetter liefert die dēzl App. Im Fernverkehr würden wir zu diesem Gerät greifen.
TomTom GO Expert Plus
Ausgelegt für Lkw und andere große Fahrzeuge, mit Weltkarten und schnellen Updates über WLAN. Mehrere Fahrzeugprofile lassen sich speichern. Das hilft Fahrern, die zwischen Sattelzug und Sprinter wechseln. Die Verkehrsdaten kommen auch hier über das Smartphone.
So würden wir entscheiden
- Nur Pkw, CarPlay im Auto: kein Navi kaufen, Adapter oder Halterung genügt.
- Nur Pkw, Staumeldungen ohne Handy gewünscht: Garmin DriveSmart 76 in der Variante MT-D.
- Pkw mit Reisen außerhalb Europas: TomTom GO Superior.
- Wohnmobil oder Gespann: Garmin Camper 795, bei wechselnden Fahrzeugen der TomTom GO Camper Max.
- Lkw im Fernverkehr: Garmin dēzl LGV720; wer viele Profile braucht, schaut sich den TomTom GO Expert Plus an.
Ein letzter Rat vor der ersten Tour. Das Gerät zu Hause ins WLAN hängen und die Karten aktualisieren. Garmin warnt, dass Kartenupdates mehrere Stunden dauern können. Auf dem Rastplatz mit schwachem Netz wird das zur Geduldsprobe.
Quellen
- § 23 StVO (Sonstige Pflichten von Fahrzeugführenden)
- Garmin DriveSmart 76
- Garmin Camper 795
- Garmin Camper 795, Benutzerhandbuch
- Garmin dēzl LGV720
- TomTom GO Superior
- TomTom GO Camper Max
- TomTom GO Expert Plus
Wo Sie die Produkte bekommen
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