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Wer im Auto besseren Klang will, kauft oft zuerst den Subwoofer. Meist ist das die falsche Reihenfolge. Bei Serienausstattung sind die Türlautsprecher meist der schwächste Teil der Anlage. Ein ordentliches 16,5-cm-Koaxsystem wie das Focal ACX 165 bringt für die meisten Fahrzeuge den größten Schritt nach vorn. Erst danach stellt sich die Frage nach Kompo, Verstärker und Bass im Kofferraum.
Erst messen, dann bestellen
Bevor ein Lautsprecher ins Körbchen wandert, gehört die Türverkleidung ab. Drei Maße entscheiden über Passt oder Passt nicht. Der Durchmesser ist meist 16,5 cm, in älteren Kleinwagen auch 13 cm. Die Einbautiefe ist der heikle Wert: Fährt die Scheibe ganz herunter, bleibt hinter dem Korb oft nur wenig Platz. Focal nennt für das ACX 165 und das ASE 165 jeweils 62,5 mm. Liegt Ihre Tür knapp darunter, scheuert die Scheibe am Magneten. Drittens die Befestigung. Werkslautsprecher sitzen häufig in Kunststoffringen mit eigenem Lochbild, und dann braucht es einen fahrzeugspezifischen Adapterring samt Steckeradapter, damit kein Kabel aufgeschnitten werden muss.
Auch die Elektrik hat Folgen. Die meisten Nachrüstlautsprecher arbeiten mit 4 Ohm, die Club-Serie von JBL dagegen mit 3 Ohm. Das holt am Radio etwas mehr Leistung heraus, belastet die Endstufe aber auch stärker. Der Wirkungsgrad sagt, wie laut ein Lautsprecher bei gleicher Leistung spielt. Zwischen 91,5 und 93 dB liegen 1,5 dB, das ist am Autoradio ohne Verstärker spürbar.
Koax oder Kompo?
Ein Koaxsystem trägt den Hochtöner mittig im Tieftöner. Es kommt in die vorhandene Öffnung, zwei Kabel, fertig. Ein Kompo-System trennt beide: Der Tieftöner bleibt unten in der Tür, der Hochtöner wandert ins Spiegeldreieck oder an die A-Säule, dazu kommt eine eigene Frequenzweiche. Der Vorteil ist hörbar. Die Höhen kommen dann von oben statt aus Kniehöhe, die Bühne rückt nach vorn.
Das kostet Arbeit. Hochtöner müssen sauber sitzen, die Weichen brauchen einen trockenen Platz. Wo vorhanden, ist der Werksplatz im Spiegeldreieck die einfachere Lösung als eine neue Bohrung in der Verkleidung. Unsere Haltung: Für die hinteren Türen genügt immer Koax. Vorn lohnt Kompo dann, wenn Sie bereit sind, einen Nachmittag in die Montage zu stecken, oder eine Werkstatt beauftragen.
Sechs Modelle für Tür und Kofferraum
| Modell | Bauart | Belastbarkeit (RMS / max.) | Eckdaten laut Hersteller | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Focal ACX 165 | Koax 16,5 cm | 60 / 120 W | 4 Ohm, 91,5 dB, 60 Hz bis 21 kHz, 62,5 mm tief | Tausch am Werksplatz, auch am Radio | ansehen |
| Hertz DCX 165.3 | Koax 16,5 cm | 60 / 120 W | 4 Ohm, 93 dB, 60 Hz bis 21 kHz | Hintertüren, Betrieb ohne Verstärker | ansehen |
| Focal ASE 165 | Kompo 16,5 cm | 60 / 120 W | 4 Ohm, 91,5 dB, getrennte Weiche, 62,5 mm tief | Erster Schritt zu Kompo vorn | ansehen |
| JBL Club 64C | Kompo 16 cm | 70 / 210 W | 3 Ohm, 92 dB, 55 Hz bis 20 kHz, Hochtöner 0 oder +3 dB | Kompo mit Verstärker | ansehen |
| JBL BassPro SL2 | Aktiv-Subwoofer 20 cm, flach | 125 W RMS | 35 bis 120 Hz, 344 × 250 × 71 mm | Bass unter dem Sitz, Kofferraum bleibt frei | ansehen |
| Ground Zero GZIB 25BR-ACT | Aktiv-Bassreflexkiste 25 cm | 150 / 270 W | Tiefpass 30 bis 120 Hz, 33 l netto | Tiefer Bass im Kofferraum | ansehen |
Focal ACX 165
Ein 2-Wege-Koax mit Polypropylen-Tieftöner und invertiertem Mylar-Hochtöner, den Focal mit einem Waveguide für breitere Abstrahlung kombiniert. 60 W RMS und 4 Ohm passen zu jedem Nachrüstradio. Mit 62,5 mm Tiefe kommt es in die meisten Türen. Für die Frontlautsprecher ist das unsere Wahl, wenn kein Umbau gewünscht ist.
Hertz DCX 165.3
Die Einstiegslinie Dieci von Hertz. Pappmembran, wasserabweisend behandelt, Neodym-Hochtöner mit 15 mm Kalotte. Mit 93 dB spielt es bei gleicher Leistung etwas lauter als das Focal. Das macht es interessant für Hintertüren, die direkt am Radio hängen.
Focal ASE 165
Technisch der Zwilling des ACX 165, nur getrennt aufgebaut. Der Hochtöner kann laut Focal in die A-Säule oder an den Werksplatz, die Weiche liegt separat bei. Der Hersteller nennt Betrieb am Radio oder an einem externen Verstärker. Ein vernünftiger Weg, Kompo auszuprobieren, ohne gleich die ganze Anlage umzubauen.
JBL Club 64C
Die dritte Generation der Club-Serie. Laut Einbauanleitung 70 W RMS, 3 Ohm, 92 dB und Trennung bei 5,5 kHz. Praktisch ist der mitgelieferte Starfish-Halter, mit dem der Hochtöner hinter dem Werksgitter oder in der A-Säule sitzt. Den Pegel des Hochtöners stellen Sie an der Weiche auf 0 oder +3 dB, je nach Einbauort. Seine Reserven zeigt das Set erst an einem Verstärker.
JBL BassPro SL2
Ein flacher Aktiv-Subwoofer mit 20-cm-Treiber und 125 W RMS, gedacht für den Platz unter dem Vordersitz. Die Weiche lässt sich zwischen 50 und 120 Hz einstellen, Bass Boost bis +9 dB bei 70 Hz. Es gibt Cinch- und Hochpegeleingang, eine Pegel-Fernbedienung liegt laut Datenblatt bei. JBL nennt eine 15-A-Sicherung und höchstens 12 A Stromaufnahme. Wer den Kofferraum braucht, findet hier den sinnvolleren Kompromiss.
Ground Zero GZIB 25BR-ACT
Eine Bassreflexkiste aus MDF mit 25-cm-Treiber und eingebautem Class-A/B-Verstärker. Die Anleitung nennt 150 W RMS, Tiefpass 30 bis 120 Hz, Phasenschalter und einen Hochpegeleingang, der sich selbst einschaltet. Das Gehäuse misst 440 × 320 mm und ist bis zu 360 mm tief. Für den Strom verlangt Ground Zero mindestens 6 mm² Kabelquerschnitt. Mit 33 Litern Volumen hat sie deutlich mehr Luft als ein flacher Untersitz-Woofer. Dafür verschwindet ein Teil des Kofferraums.
Braucht es einen Verstärker?
Für ein Koaxsystem am Nachrüstradio nicht. Beachten Sie die Dauerleistung Ihres Radios im Datenblatt, nicht den Spitzenwert auf der Front. Ein Kompo-Set wie das JBL Club 64C wird am Verstärker deutlich kontrollierter, besonders bei höherer Lautstärke. Wer später ohnehin einen Subwoofer plant, nimmt gleich einen Vierkanal-Verstärker mit Brückenbetrieb oder einen Aktiv-Subwoofer, der sich über den Hochpegeleingang an die Lautsprecherkabel hängt. Welche Radios Vorverstärkerausgänge haben, steht in unserem Ratgeber zu Autoradios mit CarPlay und DAB+.
Aktiv-Subwoofer und Endstufen holen ihren Strom über eine eigene Leitung von der Batterie. Ground Zero schreibt in den Einbauhinweisen, nie in Tank, Bremsleitungen oder Kabel zu bohren, Leitungen nicht über scharfe Kanten zu führen und Stromkabel getrennt von Signalkabeln zu verlegen. Mehr zum Stromhaushalt im Ratgeber zur Autobatterie. Ground Zero empfiehlt für Zusammenstellung, Einbau und Abstimmung ausdrücklich den Fachhandel.
Lautstärke und Verkehr
Eine starke Anlage verführt. Nach § 23 der Straßenverkehrs-Ordnung ist der Fahrer dafür verantwortlich, dass sein Gehör nicht durch Geräte beeinträchtigt wird. Martinshorn und Hupe müssen also hörbar bleiben. Das Umweltbundesamt beschreibt, dass lärmbedingte Hörschäden nicht heilbar sind, weil zerstörte Haarzellen nicht nachwachsen; für Musik in Diskotheken und bei Konzerten nennt es gemessene Pegel zwischen 90 und 110 dB(A). Ground Zero weist in der Anleitung selbst darauf hin, dass Anlagen mit hoher Verstärkerleistung 130 dB und mehr erreichen können.
So würden wir entscheiden
- Nur bessere Türlautsprecher, Radio bleibt: vorn Focal ACX 165, hinten das Hertz DCX 165.3.
- Vorn mit Hochtöner in der A-Säule, ohne Verstärker: Focal ASE 165.
- Kompo mit eigener Endstufe: JBL Club 64C.
- Bass, aber Kofferraum frei: JBL BassPro SL2 unter dem Sitz.
- Tiefgang zählt mehr als Stauraum: Ground Zero GZIB 25BR-ACT.
Eine Reihenfolge, die sich bewährt: erst die Fronttüren, dann dämmen, dann Bass. Eine gedämmte Tür klappert weniger und schluckt den Schall, der sonst nach innen in die Verkleidung geht.
Quellen
- Focal: ACX 165
- Focal: ASE 165
- Hertz: DCX 165.3
- Hertz: Datenblatt DCX 165.3 (PDF)
- JBL: Einbauanleitung Club Gen 3 (PDF)
- JBL: Datenblatt BassPro SL2 (PDF)
- Ground Zero: GZIB 25BR-ACT
- Ground Zero: Anleitung GZIB BR-ACT (PDF)
- § 23 StVO
- Umweltbundesamt: Gehörschäden
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