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Den einen Hammer für alles gibt es nicht, auch wenn der Werkzeugkasten oft genau so bestückt wird. Für Bilderhaken, Dübel und kleine Reparaturen genügt ein Schlosserhammer mit 300 g Kopf nach DIN 1041. Unsere Empfehlung dafür ist der Picard SecuTec Nr. 12 in 300 g, weil eine gehärtete Hülse den Stiel bei Fehlschlägen schützt. Wer Latten nagelt, Pflaster setzt oder mit dem Meißel arbeitet, braucht einen zweiten Hammer. Welchen? Das klären die Fragen unten.
Woran erkenne ich einen ordentlichen Hammer?
Zuerst am Kopf. Picard verweist darauf, dass die Norm ein dauerhaft eingeschlagenes oder gelasertes Herstellerzeichen im Hammerkopf verlangt. Eine DIN-Nummer ohne dieses Zeichen ist nach Darstellung des Herstellers nicht zulässig, ein Aufdruck auf dem Stiel reicht nicht. Bahn und Finne sollen eine saubere Fase von etwa 45 Grad tragen. Die Härte liegt an den Schlagflächen zwischen 50 und 58 HRC, am Stielauge bei höchstens 30 HRC, damit die Bahn nicht ausbricht und das Auge nicht reißt.
Dann am Stiel. Geeignet sind laut Picard Esche, Hickory und Akazie, langfaserig, ohne Risse und Astansätze. Glasfaser-, Kunststoff- und Stahlrohrstiele sollten Sie besonders genau auf festen Sitz prüfen. Drehen Sie nach dem Auspacken den Gummigriff gegen den Stiel. Gibt er nach, geht der Hammer zurück.
Welche Hammerart brauche ich wofür?
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung ordnet in ihrer Information 209-001 (Ausgabe September 2024) jeder Bauform eine Norm zu. Schlosserhämmer folgen DIN 1041, Latthämmer DIN 7239, Fäustel DIN 6475, Gummihämmer DIN 5128 und Schonhämmer DIN 5136. Die Kurzform „Hammer DIN 1041-500 S“ steht dort für einen Schlosserhammer mit 500 g Nenngewicht, Stiel und Keil. Gibt es für einen Hammertyp keine Norm, nennt die DGUV das GS-Zeichen als Anhaltspunkt.
- Schlosserhammer mit 300 g zum Richten, Nieten, Ankörnen und für Treibarbeiten.
- Latthammer mit 600 g für Latten und Bretter, mit gerauter Bahn gegen das Abgleiten vom Nagelkopf.
- Fäustel ab 1.000 g für Schläge auf Meißel, Spitzeisen und Durchschlag.
- Gummihammer für Pflaster, Randsteine, Zaunbau und empfindliche Oberflächen.
- Rückschlagfreier Schonhammer für Montage mit kräftigen Schlägen auf empfindliche Teile.
Ein Fehlgriff, den die DGUV ausdrücklich beschreibt: der Latthammer auf dem Meißel oder dem Schlagschlüssel. Die Rillen in der Bahn können bei hohen Impulsen wie eine Sollbruchstelle wirken und Splitter lösen. Außerdem fehlt Masse, also braucht es mehr Schläge. Für diese Arbeit nennt die DGUV ein Fäustel mit 1.500 g.
Sieben Hämmer, sieben Aufgaben
| Modell | Bauart und Norm | Kopf, Länge, Gesamtgewicht | Stiel | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Picard SecuTec Nr. 12, 300 g | Schlosserhammer, DIN 1041 | 300 g, 300 mm, 480 g | Hickory, gehärtete Stielschutzhülse, Keilschraube | Haushalt und Werkstatt | ansehen |
| Stanley Schlosserhammer Fiberglas 300 g (STHT0-51907) | Schlosserhammer | 300 g Kopf | Fiberglaskern, Zweikomponentengriff, Kopf mit Epoxidharz verklebt | Wer einen Kunststoffgriff bevorzugt | ansehen |
| Picard Latthammer Nr. 298 | Latthammer, DIN 7239, GS | 600 g, 320 mm, 810 g | Chrom-Molybdän-Stahlrohr, Magnet-Nagelhalter | Zaun, Dachlatten, Schalung | ansehen |
| Estwing Latthammer Leder E239MM | Latthammer, deutsche Form | 600 g, 330 mm | Kopf und Stiel aus einem Stück Stahl, Ledergriff, Magnet | Häufiges Nageln | ansehen |
| Peddinghaus Fäustel Ultratec 1.250 g | Fäustel, DIN 6475 | 1.250 g Kopf | Ultratec-Dreikomponentenstiel aus Kunststoff | Meißel und Spitzeisen | |
| Halder Supercraft 3366.040 | Rückschlagfreier Schonhammer | 40 mm Ø, 355 mm, 687 g | Hickory, Nylon-Einsätze, Stahlschrotfüllung | Montage mit vielen Schlägen | ansehen |
| Halder Simplex 3002.040 | Gummi-Schonhammer | 40 mm Ø, 325 mm, 660 g | Holz, Tempergussgehäuse mit Stielschutzhülse | Pflaster, Garten, Zaunbau | ansehen |
Picard SecuTec Nr. 12, 300 g
Der Kopf ist schwarz pulverbeschichtet, Bahn und Finne sind geschliffen und gefast. Statt eines Ringkeils hält eine patentierte Keilschraube den Kopf, darunter schützt eine gehärtete Hülse den doppelt geschweiften Hickorystiel. Genau solchen Stielschutz nennt die DGUV als Plus an Sicherheit, falls der Stiel beim Fehlschlag auf das Werkstück trifft. Mit 300 mm Länge und 480 g bleibt er ein Hammer für eine Hand. Und Holz hat einen Vorteil, den Kunststoff nicht bietet: Einen Holzstiel fachgerecht zu ersetzen, ist laut DGUV einfach.
Stanley Schlosserhammer Fiberglas, 300 g
Stanley setzt den geschmiedeten Kopf auf einen Stiel mit Fiberglaskern und verklebt die Verbindung mit Epoxidharz. Den Zweikomponentengriff beschreibt der Hersteller als rutschfest. Wer auf das DIN-Zeichen Wert legt, schaut nach dem Auspacken auf den Kopf. Bei verklebten Stielen ist die Befestigung von außen nicht zu sehen, deshalb rät die DGUV hier vor jeder Arbeit zu Handprüfung und Probeschlag. Die Garantie gibt Stanley mit einem Jahr an, eingeschränkt.
Picard Latthammer Nr. 298
Ein 600-g-Kopf mit hohem Auge sitzt auf einem Rohr aus Chrom-Molybdän-Stahl ohne Schweißnaht, eine Kopfsicherung kommt hinzu. Der magnetische Nagelhalter hält den ersten Nagel, die zweite Hand bleibt an der Latte. Picard liefert ihn mit glatter oder gerauter Bahn, GS-geprüft und nach DIN 7239. Gebaut zum Nageln. Nicht für den Meißel.
Estwing Latthammer mit Ledergriff
Bei Estwing sind Kopf und Stiel in einem Stück geschmiedet. Eine Verbindung, die sich lockern könnte, gibt es damit nicht. Der Griff besteht aus echtem Leder; die Ausführung E3-239 trägt stattdessen den blauen Shock Reduction Grip, der laut Estwing Vibrationen mindert. Kopf 600 g, Länge 330 mm. Die Endung MM steht für geraute Bahn mit Magnet, MS für glatte Bahn mit Magnet. Probieren Sie den Griff einmal mit bloßer Hand und einmal mit Arbeitshandschuh, so empfiehlt es die DGUV für jeden Hammer.
Peddinghaus Fäustel Ultratec, 1.250 g
Peddinghaus schmiedet den Kopf aus Stahl der Güte C45 nach DIN 17200, gehärtet und angelassen, die Form folgt DIN 6475. Der Ultratec-Stiel aus drei Komponenten ist laut Hersteller unzerbrechlich. Eine Einschränkung kennt die DGUV trotzdem. Bei öliger Arbeit sind Holzstiele die bessere Wahl, weil Ölbestandteile Kunststoff angreifen können. Für hohe Schlagimpulse nennt die DGUV 1.500 g. Auch diese Größe gibt es in derselben Reihe.
Halder Supercraft 3366.040
Im Kopfrohr steckt Stahlschrot. Trifft die Schlagfläche auf, folgt die Füllung verzögert nach, und der Rückprall ist nach Halder vermindert. Die DGUV beschreibt dieselbe Wirkung: weniger federnde Rückschläge für Hand, Ellenbogen und Schulter bei gleicher Schlagenergie, dazu weniger Lärm. Die weißen Nylon-Einsätze sind hart und splittern laut Hersteller auch bei Minusgraden nicht. Stiel und Einsätze lassen sich tauschen. Im Hobbykeller braucht es ihn selten. Wer dagegen den ganzen Tag Lager, Wellen oder Bleche montiert, schont mit jedem Schlag ohne Rückprall Hand, Ellenbogen und Schulter.
Halder Simplex 3002.040
Ein Gummihammer im Baukastenprinzip. Beide Seiten tragen mittelharte, dämpfende Gummi-Einsätze, das Gehäuse aus Temperguss hat eine Stielschutzhülse eingebaut. Halder nennt Pflasterarbeiten, Randsteine, Treppen und Zaunbau als Einsatz. Ist ein Einsatz abgenutzt, wird nur er ersetzt.
Was gehört zur Sicherheit, bevor der erste Schlag fällt?
Eine Schutzbrille. Die DGUV verlangt sie, sobald Splitter entstehen können, und begründet das deutlich: Selbst bei normgerechtem Härteverlauf können von Bahn oder Finne scharfe Splitter abspringen, wenn der Hammer auf härteres Material trifft oder nur mit dem Rand. Estwing rät zur Brille auch für alle, die danebenstehen. Passende Modelle stehen im Ratgeber zu Schutzbrillen.
Prüfen Sie vor der Arbeit den Kopf. Stiel festhalten, Kopf bewegen, oder einmal leicht auf Holz schlagen. Wackelt etwas, ist Schluss.
Ausbrüche an der Bahn sind kein Schönheitsfehler. Nachschleifen bringt die verlorene Härte nicht zurück, der Kopf muss ersetzt werden. Estwing nennt als Gründe zum Aussortieren Abplatzer oder Dellen in der Bahn, einen pilzförmig aufgestauchten Kopf, Risse in der Klaue und Dellen im Stiel. Schlagen Sie außerdem nie Hammer auf Hammer. Wer auf einen Meißel schlägt, wählt nach Estwing eine Bahn, die rund 9,5 mm größer ist als die geschlagene Fläche.
Gegriffen wird am Stielende, dort ist der Querschnitt für die Hand gemacht. Die DGUV rät außerdem, das Werkstück festzuspannen und auf Hüfthöhe zu arbeiten. Eine stabile Werkbank schont den Arm mehr als jeder Spezialgriff.
So würden wir den Werkzeugkasten bestücken
- Für Wohnung und Haus reicht ein Schlosserhammer mit 300 g. Mit Stielschutz und nachstielbarem Holz ist das der Picard SecuTec Nr. 12; wer lieber Kunststoff in der Hand hat, nimmt den Stanley.
- Kommen Zaun, Gartenhaus oder Dachlatten dazu, gehört ein Latthammer daneben. Der Picard 298 hat den Stahlrohrstiel mit Kopfsicherung, der Estwing verzichtet ganz auf eine Verbindung zwischen Kopf und Stiel.
- Für Meißel und Spitzeisen das Fäustel von Peddinghaus. Auf Stechbeitel schlägt man dagegen mit dem Holzhammer, mehr dazu im Ratgeber zu Stechbeiteln.
- Pflaster, Steine, empfindliche Oberflächen: der Halder Simplex. Den Supercraft erst, wenn Sie regelmäßig kräftig auf Maschinenteile schlagen.
Quellen
- DGUV Information 209-001 „Arbeiten mit Handwerkzeugen“, Ausgabe September 2024
- Picard: Qualitätshinweise zu Hämmern
- Picard: Gesamtkatalog (SecuTec Nr. 12, Latthammer Nr. 298)
- Stanley: Schlosserhammer Fiberglas 300 g
- Estwing: Latthammer (German Pattern, Leather)
- Estwing: Latthammer (German Pattern)
- Estwing: Safety and Product Care
- Peddinghaus/Novalia: Katalog Offensive 2026 (Fäustel Ultratec)
- Peddinghaus: Fäustel
- Halder: SUPERCRAFT rückschlagfreier Schonhammer 3366.040
- Halder: SIMPLEX Schonhammer Gummi 3002.040
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