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Zum Elektroauto gehören zwei Kabel, und sie werden ständig verwechselt. Das eine verbindet das Auto mit einer Wallbox oder einer öffentlichen Ladesäule, das andere bringt seine eigene Ladeelektronik mit und hängt an einer Steckdose. Für den Alltag unterwegs empfehlen wir ein dreiphasiges Typ-2-Kabel nach Mode 3 mit 7,5 Metern, etwa das Mennekes 36247. Eine mobile Wallbox kommt erst dazu, wenn Sie regelmäßig dort laden, wo keine Ladestation steht.
Mode 3 oder Mode 2: Wo stecken Sie ein?
Ein Mode-3-Kabel ist im Grunde eine dicke Verlängerung mit Typ-2-Steckern an beiden Enden. Die Steuerung übernimmt die Ladestation. Darum funktioniert es nur an einer Wallbox mit Typ-2-Dose oder an einer öffentlichen Wechselstromsäule. Der Typ-2-Stecker ist seit 2013 EU-Standard und schafft nach Angaben des ADAC bis zu 22 kW bei 400 Volt und 32 Ampere. Die Bordlader der Autos nehmen davon meist nur 11 kW.
Mode 2 heißt dagegen: Die Schutz- und Steuertechnik sitzt in einer Box im Kabel. Das klassische Notladekabel für die Haushaltssteckdose gehört dazu, ebenso die mobile Wallbox mit Adaptern für rote und blaue CEE-Dosen. go-e und NRGkick ordnen ihre Geräte der Norm IEC 62752 zu, die solche Kabelboxen regelt.
Eine Faustregel hilft. Steht am Ziel eine Ladesäule, brauchen Sie Mode 3. Steht dort nur eine Steckdose, brauchen Sie Mode 2.
Länge, Phasen, Gewicht: die drei typischen Fehlkäufe
Erstens das zu kurze Kabel. Ein Vier-Meter-Kabel reicht, wenn die Ladeklappe zur Säule zeigt. Steht die Säule auf der anderen Seite oder parkt ein Transporter im Weg, endet es in der Luft. Der ADAC rät zu sieben bis acht Metern.
Zweitens das einphasige Kabel für ein dreiphasig ladendes Auto. Ein einphasiges 32-A-Kabel wie das Mennekes 36246 schafft laut Datenblatt höchstens 7,4 kW. Ein Auto mit 11-kW-Bordlader bleibt dann unter seinen Möglichkeiten. Der ADAC empfiehlt deshalb dreiphasige Kabel, auch wenn ein einphasiges zunächst reichen mag.
Drittens das Gewicht. Mehr Strom braucht mehr Kupfer. Das dreiphasige 32-A-Kabel von Mennekes hat fünf Adern mit je 6 mm² und wiegt in 7,5 Metern 4,43 Kilogramm, in vier Metern 2,7 Kilogramm. Im Kofferraum ist das egal. An einer nassen Säule im Februar merken Sie jedes Kilo. Ein 32-A-Kabel lädt ein 11-kW-Auto übrigens nicht schneller als ein 16-A-Kabel; das Mehrgewicht bringt erst etwas, wenn Ihr Auto 22 kW annimmt oder der nächste es tun soll.
Spiralkabel sehen aufgeräumt aus. Im Test des Touring Club Schweiz, über den der ADAC berichtet, wurden die beiden Spiralkabel mit 34 und 37 Grad am wärmsten, die glatten Kabel kamen auf höchstens 28 Grad. Ein Sicherheitsrisiko sah der ADAC darin nicht. Sechs der acht geprüften Typ-2-Kabel erhielten dort das Urteil „sehr empfehlenswert“, die Unterschiede im Wirkungsgrad lagen unter einem Prozent.
Notladen an der Steckdose: was die Hersteller selbst verlangen
Die Haushaltssteckdose ist ein Notbehelf. Der ADAC nennt für Notladekabel 1,8 bis 3 kW und weist darauf hin, dass normale Schuko-Dosen nicht für stundenlange hohe Last gebaut sind. Ein Temperatursensor im Kabel, der bei Überhitzung abschaltet, sollte mindestens vorhanden sein. Besser sind laut ADAC Adapter auf die rote oder blaue CEE-Dose, weil diese dauerstromfest abgesichert sind.
Die Anleitungen werden deutlicher. go-e warnt vor Brandgefahr und hält an Schuko-Dosen höchstens 10 Ampere für empfehlenswert. Einphasige Adapter sind ab Werk auf 6 Ampere begrenzt. Rechnerisch sind das bei 230 Volt rund 1,4 kW, mit 10 Ampere etwa 2,3 kW. NRGkick verbietet zusätzliche Verlängerungsleitungen ausdrücklich, auch zwischen Ladeeinheit und Auto. Die Installation muss von einer Elektrofachkraft geprüft sein, der Stromkreis braucht einen eigenen Fehlerstrom- und Leitungsschutzschalter. Bei unbekannten Steckdosen soll der kleinste Ladestrom eingestellt werden. Kabeltrommel und Mehrfachsteckdose haben an einem Ladekabel also nichts verloren.
Was das im Alltag heißt: Für 23 kWh braucht ein Auto bei 2,3 kW rechnerisch zehn Stunden, bei 11 kW gut zwei, Ladeverluste noch nicht eingerechnet.
Und die Anmeldung? Nach § 19 der Niederspannungsanschlussverordnung sind Ladeeinrichtungen dem Netzbetreiber vor der Inbetriebnahme mitzuteilen. Liegt die Summenleistung über 12 kVA, braucht es zusätzlich seine Zustimmung. Der ADAC zählt mobile Wallboxen ausdrücklich dazu, eine 22-kW-Version an der eigenen Garagendose ist also zustimmungspflichtig. Wie Sie eine feste Ladestation planen, steht in unserem Ratgeber zum Wallbox-Kauf.
Sechs Kabel und Ladeboxen nach Herstellerangaben
| Modell | Bauart | Leistung und Länge | Gewicht | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Mennekes 36247 | Mode 3, Typ 2 auf Typ 2, dreiphasig, 32 A | bis 22 kW, 7,5 m | 4,43 kg | Laden an Säulen und fremden Wallboxen | |
| Mennekes 36213 | Mode 3, Typ 2 auf Typ 2, dreiphasig, 32 A | bis 22 kW, 4 m | 2,7 kg | Garage mit kurzer Wegstrecke | |
| Mennekes 36246 | Mode 3, Typ 2 auf Typ 2, einphasig, 32 A | bis 7,4 kW, 7,5 m | 3,1 kg | Autos, die nur einphasig laden | |
| NRGkick 16A | Mode 2, mobile Wallbox mit Steckeraufsätzen | bis 11 kW, 5 / 7,5 / 10 m | ca. 2,55 kg (5 m) | Ferienhaus, Familie, Camping | ansehen |
| NRGkick 32A | Mode 2, mobile Wallbox mit Steckeraufsätzen | bis 22 kW, 5 / 7,5 / 10 m | ca. 3,5 kg (5 m) | Autos mit 22-kW-Bordlader | ansehen |
| go-e Charger Gemini flex 2.0 11 kW | Mode 2, Wandhalter und Typ-2-Dose, CEE rot 16 A | bis 11 kW, Kabel separat | 1,63 kg | Zuhause an der CEE-Dose, gelegentlich mobil | ansehen |
Mennekes 36247: das Kabel für unterwegs
Typ 2 auf beiden Seiten, Mode 3, dreiphasig mit 32 Ampere und bis 22 kW, Stecker und Kupplung in IP44, zugelassen von minus 40 bis plus 50 Grad. Mit 7,5 Metern erreicht es die Säule auch beim Rückwärtsparken. Dafür wiegt es 4,43 Kilogramm, die bei jedem Ladestopp aus dem Kofferraum und wieder hinein müssen.
Mennekes 36213: kurz und leichter
Technisch gleich, aber vier Meter lang und 2,7 Kilogramm schwer. Das passt, wenn das Kabel an der eigenen Wallbox ohne festes Kabel hängt und das Auto immer gleich steht. Als einziges Reisekabel würden wir es nicht kaufen.
Mennekes 36246: einphasig mit Reserve
Drei Adern mit 6 mm², 230 Volt, 32 Ampere, höchstens 7,4 kW. Sinnvoll für Plug-in-Hybride und Autos, deren Bordlader ohnehin nur eine Phase nutzt. Prüfen Sie vorher im Datenblatt oder in der Betriebsanleitung Ihres Autos, mit wie vielen Phasen der Bordlader arbeitet. Steht dort dreiphasig, ist das 36247 die bessere Wahl.
NRGkick 16A: die mobile Box für wechselnde Steckdosen
Die Ladeeinheit aus Österreich lädt bis 11 kW und wird mit fünf, siebeneinhalb oder zehn Metern Kabel geliefert. Laut Datenblatt sind Fehlerstromschutz für Wechselstrom (30 mA) und Gleichstrom (6 mA) eingebaut, das Gehäuse erreicht IP67 und IP69K und gilt als überfahrsicher. Wechselbare Aufsätze passen auf CEE-Dosen, Schuko und über einen Typ-2-Aufsatz auch an die Ladesäule, dann im Mode-3-Betrieb. Der Schuko-Aufsatz ist auf 13 Ampere ausgelegt. Hängt die Box an einer Haushaltsdose, darf ihr Gewicht laut Anleitung nicht an der Steckdose ziehen. Die Light-Version kommt ohne App, lässt sich laut Hersteller aber nachträglich freischalten.
NRGkick 32A: nur mit passendem Auto
Gleiche Bauart, bis 22 kW, rund 3,5 Kilogramm in der Fünf-Meter-Version. Nur diese Variante nimmt die Aufsätze für die 32-A-CEE-Dose an. Lädt Ihr Auto mit 11 kW, bringt die größere Box keinen Zeitgewinn, dafür mehr Gewicht und die Zustimmungspflicht beim Netzbetreiber, sobald sie zuhause mit 22 kW laufen soll.
go-e Charger Gemini flex 2.0: Wallbox zum Abhängen
Ein Zwitter. Die 11-kW-Box hängt in einer Wandhalterung und wird mit einem 30 Zentimeter kurzen Kabel an eine rote 16-A-CEE-Dose gesteckt. Zum Mitnehmen hebt man sie ab. Ein Typ-2-Kabel ist nicht dabei, Sie brauchen also zusätzlich ein Mode-3-Kabel wie die oben genannten. Laut Datenblatt hat TÜV Rheinland die Übereinstimmung mit IEC 62752 bestätigt, Schutzart IP65, Gleichstrom-Fehlerschutz eingebaut. App, Zeitsteuerung und Zähler laufen über WLAN oder die eingebaute SIM-Karte, für die go-e mindestens fünf Jahre Mobilfunk ohne Zusatzkosten angibt. Gebäudeseitig verlangt go-e einen Fehlerstromschutzschalter Typ A und einen Leitungsschutzschalter.
So würden wir entscheiden
- Sie laden zuhause an einer Wallbox mit festem Kabel und unterwegs an Säulen: ein dreiphasiges Typ-2-Kabel mit 7,5 Metern, etwa Mennekes 36247.
- Ihr Auto lädt nur einphasig: Mennekes 36246, das spart ein gutes Kilo.
- Sie fahren regelmäßig ins Ferienhaus oder zur Familie, wo eine CEE-Dose in der Garage ist: NRGkick 16A mit passenden Aufsätzen.
- Sie haben noch keine Wallbox, aber eine rote CEE-Dose: go-e Gemini flex 2.0 plus Typ-2-Kabel. Vorher Netzbetreiber informieren und die Dose von einer Elektrofachkraft prüfen lassen.
- Das mitgelieferte Notladekabel genügt für Ausnahmen. Für den Dauerbetrieb an der Schuko-Dose ist es nicht gedacht.
Bei Ladeboxen unbekannter Marken von Plattformen wie eBay, AliExpress oder Temu rät der ADAC zur Vorsicht. Prüfen Sie, ob ein Hersteller mit Adresse auf dem Typenschild steht und eine Konformitätserklärung zu bekommen ist.
Quellen
- ADAC: Steckertypen und Ladekabel (07.08.2025)
- ADAC: Mobile Wallboxen im Test (04.07.2024)
- § 19 Niederspannungsanschlussverordnung (NAV)
- Mennekes: Datenblatt Ladekabel 36247
- Mennekes: Datenblatt Ladekabel 36213
- Mennekes: Datenblatt Ladekabel 36246
- NRGkick: Produktdatenblatt 16A und 32A
- NRGkick: Bedienungsanleitung
- go-e: Datenblatt Gemini flex 2.0
- go-e: Installations- und Bedienungsanleitung Gemini flex
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