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Beim Gaming-Beamer fällt der Blick zuerst auf 4K und die Lumenzahl. Für das Spielgefühl entscheidet aber ein dritter Wert, der oft klein im Datenblatt steht: die Eingabeverzögerung. Steht der Projektor im Wohnzimmer vorn auf dem Sideboard, raten wir zum BenQ TK710STi. Er wirft aus gut anderthalb Metern ein 100-Zoll-Bild und kommt laut BenQ in 4K bei 60 Hz auf 16,7 Millisekunden, in Full HD mit 240 Hz auf 4,2.
Klingt nach Kleinkram. Ist es nicht.
Millisekunden, Hertz und was davon am Controller ankommt
Die Eingabeverzögerung misst, wie lange der Beamer braucht, bis ein eingehendes Bild an der Wand erscheint. Bei 60 Hz dauert ein einzelnes Bild 16,7 ms. Ein Gerät mit diesem Wert hängt also rund ein Bild hinter dem Signal her. Im Rennspiel am Sonntagabend stört das wenig. Im schnellen Mehrspieler-Shooter am PC sieht das anders aus.
Bei 240 Hz schrumpft ein Bild auf gut 4 ms. Genau dort liegen BenQ und Optoma mit 4,2 bis 4,4 ms. Allerdings nur in 1080p. Wer „4K und 240 Hz“ in einer Produktzeile liest, sollte das als Entweder-oder verstehen: Beide Hersteller geben die 240 Hz ausdrücklich für Full HD an, in 4K bleibt es bei 60 Hz und rund 17 ms. BenQ skaliert 2K-Signale mit 120 Hz sogar auf 1080p herunter.
Was heißt das praktisch? Für Rollen- und Rennspiele mit großem Bild reicht 4K bei 60 Hz völlig. Wer kompetitiv spielt, stellt am PC auf 1080p und 240 Hz um. Das bringt Tempo und kostet sichtbar Schärfe auf 100 Zoll. Beides zugleich bekommen Sie bei keinem dieser Geräte.
Wie weit muss der Beamer von der Wand weg?
Ob ein Beamer in den Raum passt, entscheidet sich lange vor dem ersten Spiel. Das Projektionsverhältnis im Datenblatt verrät den Abstand: Verhältnis mal Bildbreite. Ein 100-Zoll-Bild im Format 16:9 ist etwa 2,21 m breit. Ein Gerät mit 1,4:1 braucht dafür also rund 3,1 m, eines mit 0,5:1 nur 1,1 m.
Im typischen Wohnzimmer mit 4 m Tiefe und Sofa an der Rückwand ist das der Unterschied zwischen „Beamer auf dem Couchtisch“ und „Beamer hinter dem Kopf“. Die Bauform, die direkt unter der Wand steht, nennt sich Ultrakurzdistanz und hat andere Stärken. Sie ist Thema in unserem Ratgeber zu Heimkino-Beamern mit Laser und Kurzdistanz.
Lumen ist nicht gleich Lumen
BenQ und Hisense geben ANSI-Lumen an, Epson misst nach ISO 21118 und nennt Farb- und Weißhelligkeit getrennt. Optoma schreibt schlicht Lumen. Vergleichbar sind die Zahlen deshalb nur grob. Ein Unterschied von 3.200 zu 3.500 sagt wenig, einer von 2.800 zu 3.600 schon mehr.
Wichtiger als die letzte Hundert ist das Zimmer. Helle Wände und Tageslicht kosten Kontrast, die Projektionsfläche spielt mit. Wie Sie die richtige finden, steht im Ratgeber zur Beamer-Leinwand. Und dann die Lichtquelle. Laser hält laut den Datenblättern 20.000 bis 30.000 Stunden. Lampen liegen bei Epson und Optoma bei 4.000 bis 4.500 Stunden im hellen Modus und müssen danach getauscht werden.
Sechs Gaming-Beamer nebeneinander
| Modell | Eingabeverzögerung laut Hersteller | Helligkeit, Lichtquelle | Abstand für 100 Zoll (gerechnet) | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| BenQ TK710STi | 4,2 ms (1080p/240 Hz), 16,7 ms (4K/60 Hz) | 3.200 ANSI-Lumen, Laser | ca. 1,5 bis 1,8 m | kleines Wohnzimmer, Beamer vorn | ansehen |
| BenQ TK710 | 4,2 ms (1080p/240 Hz), 16,7 ms (4K/60 Hz) | 3.200 ANSI-Lumen, Laser | ca. 2,5 bis 3,3 m | Deckenmontage über dem Sofa | ansehen |
| Optoma UHZ35 | 4,4 ms (1080p/240 Hz), 17 ms (4K/60 Hz) | 3.500 Lumen, Laser | ca. 3,1 bis 5,0 m | große Räume, Regal hinten | ansehen |
| Optoma UHD35STx | 4,2 ms (1080p/240 Hz), 16,9 ms (4K/60 Hz) | 3.600 Lumen, Lampe | ca. 1,1 m | sehr wenig Platz vor der Wand | ansehen |
| Epson EH-TW6250 | unter 20 ms | 2.800 Lumen (ISO 21118), Lampe | ca. 2,9 bis 4,8 m | Filmabend mit gelegentlicher Partie | ansehen |
| Hisense C2 Ultra | keine Angabe, bis 240 Hz | 3.000 ANSI-Lumen, RGB-Laser | ca. 2,0 bis 3,3 m | wechselnde Räume, Xbox | ansehen |
Die Abstände haben wir aus dem Projektionsverhältnis der Hersteller berechnet. Sie gelten für ein 100-Zoll-Bild ohne Trapezkorrektur.
BenQ TK710STi
Kurzdistanz, Laser, 3.200 ANSI-Lumen und die vollständige Staffel der Verzögerungswerte: 16,7 ms in 4K, 8,3 ms bei 1080p mit 120 Hz, 4,2 ms mit 240 Hz. Zwei HDMI-2.0b-Eingänge, einer davon mit eARC für die Soundanlage. Ein Android-TV-Stick liegt laut BenQ bei. Der Zoom ist mit 1,2-fach knapp bemessen, der Platz sollte also vor dem Bohren feststehen.
BenQ TK710
Technisch der Zwilling mit gleichen Verzögerungs- und Helligkeitswerten, aber normalem Objektiv. Das Projektionsverhältnis von 1,15 bis 1,5 und der 1,3-fache Zoom passen zur Deckenmontage über oder hinter dem Sofa. Ein kleiner vertikaler Lens Shift von 10 Prozent hilft beim Ausrichten. Für enge Räume ist er die falsche Wahl.
Optoma UHZ35
Viel Licht aus einem kleinen Gehäuse: 3.500 Lumen, laut Optoma 30.000 Stunden Lebensdauer, 4,4 ms bei 1080p und 240 Hz. Dafür will er Abstand, für 100 Zoll mindestens gut drei Meter. Im langen Wohnzimmer ist das ein Vorteil, denn der 1,6-fache Zoom lässt Spielraum zwischen 1,3 und 9,4 m. Der zweite HDMI-Eingang beherrscht eARC. Unter Volllast nennt Optoma 35 dB.
Optoma UHD35STx
Mit 0,5:1 braucht er für 100 Zoll nur etwa 1,1 m. Kein anderes Gerät im Vergleich kommt näher an die Wand. Helligkeit und Tempo stimmen mit 3.600 Lumen und 4,2 ms. Er arbeitet aber mit einer 240-Watt-Lampe, die Optoma im hellsten Modus mit 4.000 Stunden angibt. Wer täglich mehrere Stunden spielt, kauft nach einigen Jahren Ersatz.
Epson EH-TW6250
Epson setzt auf 3LCD. 4K entsteht hier durch Pixel-Shift, Epson nennt das 4K PRO-UHD. Bei der Verzögerung gibt Epson unter 20 ms an. Dafür ist die Aufstellung flexibel, mit 1,6-fach Zoom und vertikalem Lens Shift von plus minus 60 Prozent. Android TV ist eingebaut. Im Standardmodus nennt Epson 36 dB, die BenQ-Laser liegen bei 31 dB. Eher ein Heimkino-Gerät, mit dem man auch spielt.
Hisense C2 Ultra
Ein kompakter Würfel im schwenkbaren Gestell, mit RGB-Laser und 3.000 ANSI-Lumen. Hisense wirbt mit 240 Hz, automatischem Spielmodus und der Zertifizierung „Designed for Xbox“. Einen Millisekundenwert für den Spielmodus nennt der Hersteller online nicht. Wer Zahlen vergleichen will, ist bei BenQ und Optoma besser aufgehoben. Für alle, die den Beamer mal im Wohnzimmer, mal im Schlafzimmer an die Decke richten, ist das Gestell dagegen ein echter Grund. Der 1,67-fache Zoom und 65 bis 300 Zoll Bildgröße machen ihn zudem anpassungsfähig.
So würden wir entscheiden
- Raum bis etwa 4 m Tiefe, Beamer steht vorn auf einem Sideboard: BenQ TK710STi. Laser, schnelle Werte, wenig Abstand.
- Kaum Platz zwischen Wand und Sofa: Optoma UHD35STx, wenn Sie den Lampenwechsel in Kauf nehmen.
- Langer Raum, Gerät soll hinten ins Regal oder an die Decke: Optoma UHZ35 oder BenQ TK710.
- Vor allem Filme, ab und zu eine Partie auf der Konsole: Epson EH-TW6250. Wer erst die passende Konsole sucht, findet Hilfe im Ratgeber zu Spielekonsolen.
- Ein Gerät für mehrere Zimmer und eine Xbox: Hisense C2 Ultra, mit dem Wissen, dass Messwerte zur Verzögerung fehlen.
Unser Rat vor jedem Kauf: Zollstock nehmen, Abstand von der Linse zur Wand messen, Zahl durch 2,21 teilen. Das Ergebnis ist das Projektionsverhältnis, das Sie für 100 Zoll brauchen. Erst danach kommt der Blick auf Hertz und Lumen.
Quellen
- BenQ: Technische Daten TK710STi
- BenQ: Technische Daten TK710
- Optoma: Datenblatt UHZ35 (PDF)
- Optoma: Datenblatt UHD35STx (PDF)
- Epson: EH-TW6250
- ProjectorCentral: Hisense C2 Ultra, Datenblatt
- Notebookcheck: Marktstart Hisense C2 Ultra
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