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Lumen, Laser, HDR? Später. Zuerst gehört ein Zollstock ins Wohnzimmer. Wie viel Platz zwischen Wand und möglichem Standort bleibt, entscheidet, welche Art Beamer überhaupt infrage kommt. Fürs klassische Heimkino mit fester Montage ist ein 4K-Beamer mit guter Farbtreue wie der BenQ W2720i eine solide Wahl. Fehlt die lange Projektionsstrecke, führt kein Weg an einem Ultrakurzdistanz-Gerät vorbei, etwa dem Epson EH-LS650 oder dem Hisense PL2, die direkt vor der Wand stehen.
Dazwischen liegen flexible Geräte mit Smart-TV und schwenkbarem Standfuß wie der XGIMI Horizon S Max und der Dangbei MP1 Max. Der Samsung The Freestyle 2nd Gen ist ein handlicher Zweitbeamer für dunkle Räume. Ein großes Heimkino ersetzt er nicht.
Was der Zollstock verrät
Das Projektionsverhältnis (Throw Ratio) gibt an, wie weit der Beamer für eine bestimmte Bildbreite entfernt stehen muss. Bei 1,2:1 braucht ein 100-Zoll-Bild rund 2,7 Meter. Ultrakurzdistanz-Beamer mit Werten um 0,25:1 kommen mit wenigen Zentimetern aus und stehen im Lowboard statt an der Decke.
Diese Geräte haben allerdings eine Bedingung. Ihre Stärke zeigen sie erst auf einer passenden Kontrastleinwand, die Licht von oben schluckt. Eine weiße Wand funktioniert auch, bei Tageslicht wirkt das Bild dann aber blasser. Planen Sie die Leinwand von Anfang an mit ein.
Drei Sorten Lumen
ANSI-Lumen, ISO-Lumen, LED-Lumen. Die Werte entstehen nach unterschiedlichen Verfahren und lassen sich nicht direkt vergleichen, LED-Lumen fallen meist deutlich höher aus. Grundsätzlich braucht ein heller Raum mehr Licht. Im abgedunkelten Zimmer reicht deutlich weniger.
4K, HDR, Smart-TV und Ton
Viele 4K-Beamer erzeugen die volle Auflösung per Pixel-Shift. Sie verschieben Bildpunkte sehr schnell, sodass auf der Leinwand ein 4K-Bild entsteht, obwohl der Chip selbst weniger Pixel hat. Etikettenschwindel ist das nicht, sondern gängige Technik. Bei der Lichtquelle hat sich das Thema Lampentausch erledigt: Laser und LED halten laut Herstellern 20.000 Stunden und länger.
Komplizierter wird es bei HDR. HDR10 und HLG beherrschen fast alle Geräte, Dolby Vision und HDR10+ sind Zusatzformate der Streamingdienste. Welche Ihre Dienste nutzen, sollten Sie vorher wissen. Mit Google TV oder Android TV laufen viele Apps direkt auf dem Beamer, und offizieller Netflix-Support ist dabei keine Selbstverständlichkeit. Bei manchen Geräten steckt das System auf einem beiliegenden HDMI-Stick.
Bleibt der Ton. Die eingebauten Lautsprecher genügen im Alltag, echtes Kinogefühl kommt eher mit Soundbar oder AV-Receiver, am besten über HDMI mit eARC.
Sechs Beamer von 550 bis 3.600 Lumen
| Modell | Helligkeit (Hersteller) | Bauart und Abstand | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| BenQ W2720i | 2.500 ANSI-Lumen, 4 LEDs | Klassisch, 1,0–1,3:1 mit Zoom | Feste Heimkino-Montage, Filmfans | ansehen |
| Epson EH-LS650 | 3.600 Lumen, Laser | Ultrakurzdistanz, 0,25–0,62:1 | Wohnzimmer ohne Deckenmontage | ansehen |
| Hisense PL2 | 2.700 ANSI-Lumen, Laser | Ultrakurzdistanz, 0,22:1 | Großbild bis 150 Zoll vor der Wand | ansehen |
| XGIMI Horizon S Max | 3.100 ISO-Lumen, Laser und LED | Klassisch, 1,2:1, Standfuß | Flexibler Aufbau, Dolby Vision | ansehen |
| Dangbei MP1 Max | 3.100 ISO-Lumen, Laser und LED | Klassisch, 1,2:1, Standfuß | Großes Bild bis 300 Zoll, Google TV | ansehen |
| Samsung The Freestyle 2nd Gen | 550 LED-Lumen, LED | Mobil, 30–100 Zoll, Full HD | Zweitgerät, Schlafzimmer, unterwegs | ansehen |
BenQ W2720i: für Filmfans mit fester Montage
Ein klassischer Heimkino-Beamer für Decke oder Regal. BenQ nennt 2.500 ANSI-Lumen aus vier LEDs, 90 Prozent Abdeckung des Kino-Farbraums DCI-P3 und eine Werkskalibrierung. Dank 1,3-fachem Zoom und kleinem vertikalem Lens-Shift kommt es beim Aufstellen nicht auf den Zentimeter an. Für 120 Zoll genügen nach BenQ-Angaben rund 2,7 Meter Abstand. Android TV kommt über einen beiliegenden Stick, den Ton gibt er per eARC an die Anlage weiter.
Epson EH-LS650: statt des Fernsehers
Er steht direkt vor der Wand, dort, wo sonst der Fernseher wäre. Epson gibt 3.600 Lumen für Weiß und Farbe an und setzt auf 3LCD-Technik mit Laser. Das Bild reicht von 60 bis 120 Zoll. Für 77 Zoll steht das Gerät nach Epson-Angaben nur rund 43 Zentimeter von der Wand entfernt. Android TV und ein Yamaha-Soundsystem mit Subwoofer sind eingebaut, an HDR-Formaten nennt Epson aber nur HDR10 und HLG.
Hisense PL2: bis 150 Zoll aus dem Lowboard
Ein Ultrakurzdistanz-Laser für sehr große Bilder von 80 bis 150 Zoll. Hisense nennt 2.700 ANSI-Lumen und ein Projektionsverhältnis von 0,22:1. Als Smart-System dient VIDAA mit Netflix, Prime Video und Disney+, ein 30-Watt-Soundsystem ist eingebaut.
Bei Tageslicht braucht ein kontrastreiches Bild eine spezielle Leinwand. In 150 Zoll ist die kein kleiner Posten.
XGIMI Horizon S Max: beweglich und mit Dolby Vision
Laser und LED bilden hier gemeinsam die Lichtquelle, die laut XGIMI 3.100 ISO-Lumen erreicht. Dolby Vision wird unterstützt, dazu kommt eine Zertifizierung für IMAX Enhanced. Mit dem integrierten Standfuß richten Sie das Bild an Wand oder Decke. Autofokus und automatische Trapezkorrektur beschleunigen den Aufbau. Als System läuft Android TV.
Dangbei MP1 Max: das größte Bild im Vergleich
Auch der MP1 Max kombiniert Dreifach-Laser und LED und kommt nach Herstellerangabe auf 3.100 ISO-Lumen. Das Bild lässt sich von 40 bis 300 Zoll aufziehen, für 100 Zoll braucht es rund 2,7 Meter Abstand. Weil sich der Standfuß rundum dreht und weit nach oben neigt, wird sogar die Zimmerdecke zur Leinwand. Google TV mit offizieller Netflix-App ist an Bord, bei HDR setzt Dangbei auf HDR10+ und HLG.
Samsung The Freestyle 2nd Gen: klein, leicht, lichtschwach
Rund 0,8 Kilogramm, Full HD, 30 bis 100 Zoll. Der Freestyle läuft mit Samsungs Smart-TV-System Tizen und lässt sich an einer USB-C-Powerbank mit mindestens 60 Watt betreiben. Samsung gibt die Helligkeit in LED-Lumen an, und selbst dieser Wert liegt weit unter dem der großen Modelle. Im dunklen Raum geht das. Im Wohnzimmer am Nachmittag nicht. Nach Käuferberichten stimmt die Bildqualität, bemängelt wird die geringe Helligkeit in hellen Räumen.
Welcher Beamer in welchen Raum
Ein festes Heimkino in einem Raum, den Sie abdunkeln können, spricht für den BenQ W2720i, denn Zoom, Lens-Shift und Werkskalibrierung zahlen sich bei der Deckenmontage aus. Soll der Beamer den Fernseher im Wohnzimmer ersetzen, ist der Epson EH-LS650 die naheliegende Lösung. Er steht im Lowboard, braucht kaum Abstand und bringt den Ton mit. Wer die maximale Bildgröße ohne Deckenmontage will, nimmt den Hisense PL2 mit bis zu 150 Zoll direkt vor der Wand.
Flexibel aufstellen und Dolby Vision nutzen? Dann der XGIMI Horizon S Max mit Standfuß, Autofokus und vielen HDR-Formaten. Für ein Riesenbild mit Google TV passt der Dangbei MP1 Max mit sehr großem Bildbereich und schwenkbarem Fuß. Und als Zweitgerät für unterwegs bleibt der Samsung The Freestyle 2nd Gen, leicht und mit Powerbank nutzbar, aber nur für dunkle Räume.
Quellen
- BenQ: W2720i Spezifikationen
- Epson: EH-LS650B Spezifikationen
- Hisense: Laser Cinema PL2
- Hisense: Vorstellung des PL2
- XGIMI: Horizon S Max
- Dangbei: MP1 Max
- Samsung: The Freestyle 2nd Gen
Wo Sie die Produkte bekommen
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