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Wer eine Festplatte für sein NAS kauft, sollte zuerst auf zwei Angaben im Datenblatt schauen und erst dann auf die Kapazität: das Aufzeichnungsverfahren und die Workload-Rate. Für ein typisches Heim-NAS mit zwei bis vier Schächten reicht eine CMR-Platte der 180-TB-Klasse wie die WD Red Plus oder die Toshiba N300. Mehr Geld lohnt erst bei vielen Schächten, Dauerlast oder sehr großen Kapazitäten.
Die Auswahl ist trotzdem verwirrend. Hersteller sortieren ihre Platten nach Einsatzzweck, nicht nach Qualität. Eine Überwachungsplatte ist keine schlechtere NAS-Platte, sondern eine andere.
CMR oder SMR: die Frage, die zuerst geklärt sein muss
Bei der klassischen Aufzeichnung (CMR) liegen die Spuren nebeneinander. Bei SMR überlappen sie wie Dachziegel, was mehr Daten auf eine Scheibe bringt, das Neuschreiben aber verlangsamt. Seagate selbst beschreibt SMR als Verfahren für überwiegend fortlaufende Schreiblast wie Archive und Backup-Ebenen, das eine passende Software-Steuerung voraussetzt. Toshiba nennt CMR für Systeme mit mehreren Schächten und für RAID-Wiederherstellungen die verlässlichere Wahl, weil das Schreibverhalten unter Last berechenbar bleibt.
Für ein NAS heißt das: nur CMR. Alle sieben Modelle unten nutzen laut Hersteller dieses Verfahren. Bei preiswerten Desktop-Platten lohnt der Blick ins Datenblatt, denn dort steht es nicht immer auf der Verpackung.
Was die Zahlen im Datenblatt wirklich bedeuten
- Die Workload-Rate gibt an, wie viele Terabyte pro Jahr gelesen und geschrieben werden dürfen. 180 TB im Jahr entsprechen rund einem halben Terabyte am Tag, 550 TB etwa anderthalb. Ein Familien-NAS mit Fotos und nächtlicher Sicherung liegt meist weit darunter.
- Die Zahl der Schächte, für die eine Platte freigegeben ist, hängt mit Vibrationen zusammen. Viele Platten in einem Gehäuse schütteln sich gegenseitig; Pro-Modelle haben dafür Drehschwingungssensoren.
- Die Garantie liegt bei drei oder fünf Jahren. Zwei Jahre Unterschied sind bei einer Platte, die rund um die Uhr läuft, ein echtes Argument.
- Die Drehzahl entscheidet über Tempo, Wärme und Geräusch. 5.400 Umdrehungen sind im Wohnzimmer angenehmer als 7.200.
Bei der Kapazität hilft eine einfache Rechnung. Vier Platten mit je 8 TB ergeben im RAID 5 rund 24 TB nutzbaren Platz, im RAID 1 aus zwei Platten bleiben von 16 TB nur 8. Und je größer die einzelne Platte, desto länger dauert der Neuaufbau nach einem Ausfall. Bei 20 TB und 250 MB/s sind das rein rechnerisch schon gut 22 Stunden, in denen das Array verwundbar ist. Wer mehr über die Gehäuse wissen will, findet im NAS-Vergleich für Zuhause und Büro die passenden Geräte.
Sieben interne Festplatten und ihre Eckdaten
| Modell | Kapazitäten laut Hersteller | Workload / Garantie | Schächte | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| WD Red Plus | 1 bis 12 TB, CMR | 180 TB/Jahr, 3 Jahre | bis 8 | Heim-NAS mit 2 bis 4 Schächten | |
| Toshiba N300 | 4 bis 22 TB, CMR | 180 TB/Jahr, 3 Jahre | bis 8, große Modelle bis 12 | Heim-NAS, große Einzelplatten | ansehen |
| WD Red Pro | 2 bis 26 TB, CMR | 550 TB/Jahr, 5 Jahre | unbegrenzt | Büro-NAS, viele Nutzer | ansehen |
| Seagate IronWolf Pro | bis 32 TB, CMR | 550 TB/Jahr, 5 Jahre | unbegrenzt | große Arrays, Datenrettung inklusive | ansehen |
| WD Gold | bis 26 TB, CMR | Enterprise, 5 Jahre | Server und Racks | Server mit Dauerlast | ansehen |
| Seagate Exos | 2 bis 32 TB, CMR | Enterprise, 5 Jahre | Server und Racks | Rechenzentrum, Selbstbau-Server | ansehen |
| Seagate SkyHawk | 1 bis 8 TB, CMR | 180 TB/Jahr, 3 Jahre | bis 16 | Videorekorder für Kameras | ansehen |
WD Red Plus
Western Digital gibt die Red Plus für NAS-Systeme mit bis zu acht Schächten frei, mit 180 TB Workload im Jahr und drei Jahren Garantie. Die kleinen Größen drehen mit 5.400 Umdrehungen, die Modelle mit 10 und 12 TB mit 7.200. Für ein Zwei- oder Vier-Schacht-NAS im Arbeitszimmer ist sie unsere erste Wahl. Weit verbreitet, in den kleinen Größen eher gemächlich und ohne Funktionen, die zu Hause niemand braucht.
Toshiba N300
Die N300 dreht in allen Größen mit 7.200 Umdrehungen und reicht bis 22 TB. Ab 12 TB ist sie mit Helium gefüllt, die größten Modelle sind laut Toshiba für bis zu zwölf Schächte freigegeben, im Leerlauf nennt der Hersteller typisch 20 dB. Wer im Heim-NAS lieber wenige große Platten statt vieler kleiner einsetzt, findet hier mehr Spielraum als bei der Red Plus.
WD Red Pro
Die Pro-Variante verkraftet laut WD 550 TB im Jahr, hat Drehschwingungssensoren und fünf Jahre Garantie. Sie ist für NAS mit beliebig vielen Schächten freigegeben. Im Büro mit zehn Leuten, die gleichzeitig auf Projektordner zugreifen, ist das sinnvoll. Im Zwei-Schacht-NAS zu Hause bezahlen Sie vor allem die längere Garantie.
Seagate IronWolf Pro
Seagates Gegenstück reicht bis 32 TB und nennt ebenfalls 550 TB Workload, 2,5 Millionen Stunden MTBF und fünf Jahre Garantie. Dazu kommen laut Seagate drei Jahre Datenrettung im eigenen Labor. Bei den großen Heliummodellen stehen im Datenblatt 28 dB im Leerlauf und 32 dB bei Zugriffen. Das hört man im Schlafzimmer. Die einfache IronWolf ohne Pro gibt es bis 12 TB für bis zu acht Schächte, mit 180 TB Workload und drei Jahren Garantie.
WD Gold
Die Gold-Serie zielt auf Server und gemischte Lese- und Schreiblast rund um die Uhr. WD nennt bis zu 26 TB, 2,5 Millionen Stunden MTBF und fünf Jahre Garantie. In einem Heim-NAS bringt sie gegenüber der Red Pro kaum etwas. Für einen Server im Keller, der Datenbanken oder virtuelle Maschinen trägt, passt sie dagegen genau.
Seagate Exos
Exos ist Seagates Linie fürs Rechenzentrum, mit 7.200 Umdrehungen, CMR und fünf Jahren Garantie. Die aktuelle Generation reicht bis 32 TB. Ein Fallstrick beim Kauf: Viele Exos-Modelle gibt es mit SAS-Anschluss, und der passt weder an ein normales Mainboard noch in ein Heim-NAS. Achten Sie in der Modellbezeichnung auf SATA. Im Leerlauf nennt Seagate für die großen Modelle 6,9 Watt, die großen N300 kommen laut Toshiba mit gut 4 Watt aus.
Seagate SkyHawk
Für einen Netzwerk-Videorekorder ist die SkyHawk gebaut. Ihre Firmware ist auf gleichmäßiges Dauerschreiben vieler Videoströme ausgelegt, Seagate nennt bis zu 64 HD-Kameras, 180 TB Workload und drei Jahre Garantie. Größer als 8 TB wird sie nicht. Als NAS-Platte für Dateien ist sie die falsche Wahl. Welche Kameras dazu passen, steht im Ratgeber zu Überwachungskameras für außen.
So würden wir entscheiden
- Heim-NAS mit zwei bis vier Schächten: WD Red Plus, bei Bedarf an mehr als 12 TB pro Platte die Toshiba N300.
- NAS im Büro oder mit mehr als acht Schächten: WD Red Pro oder Seagate IronWolf Pro. Die IronWolf Pro, wenn Ihnen die Datenrettung etwas wert ist.
- Server mit Dauerlast: WD Gold oder Seagate Exos, dann aber das SATA-Modell.
- Kamerarekorder: Seagate SkyHawk, nicht die NAS-Platte.
- Datengrab im Desktop-PC: Jede der NAS-Platten funktioniert. Für System und Programme gehört eine SSD in den Rechner, mehr dazu im Ratgeber zu internen SSDs.
Noch ein praktischer Rat. Kaufen Sie für ein RAID nicht alle Platten am selben Tag aus derselben Charge, wenn es sich vermeiden lässt. Und ersetzen Sie das Backup nicht durch RAID. Ein gelöschter Ordner ist auf allen Platten gleichzeitig weg.
Quellen
- Western Digital: WD Red Plus
- Western Digital: WD Red Pro
- Western Digital: WD Gold
- Seagate: Datenblatt IronWolf Pro
- Seagate: Datenblatt IronWolf
- Seagate: Datenblatt Exos
- Seagate: Datenblatt SkyHawk
- Seagate: Festplatten mit CMR und SMR
- Toshiba: N300 NAS Hard Drive
- Toshiba: Datenblatt N300
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