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Nach der neuen Canon EOS R kommt oft ein zweites Zoom ins Haus, das fast denselben Bereich abdeckt wie das Kit-Objektiv. Das bringt wenig. Meist ist eine lichtstarke Festbrennweite wie das Canon RF 50mm F1.8 STM der bessere zweite Schritt, ein Tele erst danach. Und wer noch EF-Objektive besitzt, denkt vor jedem Neukauf zuerst an einen Adapter.
Sortiert ist das RF-System hier nach Einsatz: Kit-Zoom, Festbrennweite, Tele, L-Serie, Fremdhersteller und Adapter. Keines der Objektive lag uns vor, alle Eckdaten stammen aus den Datenblättern der Hersteller. Schwanken Sie noch zwischen den Systemen, zeigt unser Beitrag zu Sony-E-Mount-Objektiven den Gegenentwurf; die Kamerafrage selbst behandelt der Überblick zur Systemkamera.
Ein Bajonett, zwei Sensorgrößen
Canon baut zwei Kameraklassen mit demselben Bajonett. Vollformatmodelle wie die EOS R6 oder R8 nutzen RF-Objektive, APS-C-Modelle wie R50, R10 oder R7 tragen zusätzlich die kleineren RF-S-Objektive. Ein RF-S-Objektiv ist für den kleineren Sensor gerechnet. Die Vollformatfläche leuchtet es nicht aus.
Genau hier landen viele Fremdhersteller-Angebote, denn Sigma und Samyang führen für RF derzeit nur APS-C-Objektive mit Autofokus in ihren Listen.
Licht, Stabilisator, Gewicht: was die Datenblätter verraten
Zuerst die Lichtstärke. F1.8 statt F4 bis 7.1 bedeutet deutlich mehr Licht und eine sichtbar weichere Unschärfe im Hintergrund. Beim Stabilisator kommt es auf die Kamera an: Hat sie keinen Sensor-Stabilisator, ist ein IS im Objektiv bei Tele-Brennweiten viel wert.
Beim Gewicht liegen zwischen 160 und knapp 700 Gramm Welten, vor allem auf Reisen. Dann das Filtergewinde: Wer ND- oder Polfilter nutzt, freut sich über gleiche Durchmesser; Kit-Zoom und 100-400 teilen sich 67 mm. Vorhandene EF-Objektive schließlich bleiben mit Adapter nutzbar und sparen oft einen Neukauf.
Sechs Objektive und ein Adapter für Canon RF
| Modell | Typ und Format | Eckdaten laut Hersteller | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Canon RF 24-105mm F4-7.1 IS STM | Standardzoom, Vollformat | 395 g, 67 mm Filter, Stabilisator bis 5 Stufen | Erstes Allzweck-Zoom, Reisen | ansehen |
| Canon RF 50mm F1.8 STM | Festbrennweite, Vollformat | 160 g, 43 mm Filter, Naheinstellgrenze 0,30 m | Porträt, Innenräume, wenig Licht | ansehen |
| Canon RF 100-400mm F5.6-8 IS USM | Telezoom, Vollformat | 635 g, 67 mm Filter, Nano-USM, Stabilisator | Tiere, Sport, Ausflüge | ansehen |
| Canon RF 70-200mm F4 L IS USM | Telezoom, L-Serie, Vollformat | 695 g, 77 mm Filter, Stabilisator 5 Stufen | Anspruchsvolle Fotografen | ansehen |
| Sigma 18-50mm F2.8 DC DN Contemporary (RF) | Standardzoom, APS-C | 300 g, 55 mm Filter, ab 12,1 cm | Besitzer von R50, R10, R7 | ansehen |
| Samyang AF 12mm F2 RF-S | Weitwinkel, APS-C | 213 g, 62 mm Filter, abgedichtet | Landschaft, Sterne, Architektur | ansehen |
| Canon Mount Adapter EF-EOS R | Adapter EF auf RF | 110 g, staub- und tropfwassergeschützt | Wer EF-Objektive weiter nutzt | ansehen |
Canon RF 24-105mm F4-7.1 IS STM
Das typische Kit-Objektiv reicht vom Weitwinkel bis zur leichten Porträtbrennweite und wiegt laut Canon rund 395 Gramm. Der Stabilisator schafft nach Herstellerangabe bis zu 5 Stufen. Eine Besonderheit ist der Nahbereich: Bei manuellem Fokus geht es bei 24 mm bis 13 cm heran, Canon nennt das „Center Focus Macro“. Schwach ist die Lichtstärke von F7.1 am langen Ende. In dunklen Hallen wird es zäh. Liegt das Objektiv der Kamera bei, sollte es nicht ersetzt, sondern ergänzt werden.
Canon RF 50mm F1.8 STM
160 Gramm. Damit ist es das leichteste Objektiv dieser Liste und der klassische zweite Kauf. F1.8 lässt rund fünfmal so viel Licht durch wie F4. Einen eigenen Stabilisator hat es nicht, an Kameras mit Sensor-Stabilisator nennt Canon für EOS R5 und R6 trotzdem bis zu 7 Stufen. An einer APS-C-Kamera wirkt es wie ein kurzes Tele um 80 mm, was für Porträts gut passt.
Für mehr Nähe hat Canon zusätzlich das RF 85mm F2 Macro IS STM mit 0,5-facher Vergrößerung im Programm, außerdem das RF 35mm F1.8 Macro IS STM, das laut Datenblatt bis 17 cm scharfstellt.
Canon RF 100-400mm F5.6-8 IS USM
Vögel im Garten, das Fußballspiel der Kinder: Dafür ist dieses Telezoom der vernünftige Einstieg. Es wiegt laut Canon 635 Gramm und stellt bei 200 mm ab 88 cm scharf. Der Nano-USM-Antrieb verbindet nach Herstellerangabe schnellen Fokus mit leisem Lauf für Video. F8 am langen Ende verlangt Licht. Bei trübem Wetter steigt die ISO entsprechend.
Canon RF 70-200mm F4 L IS USM
Das L im Namen steht für Canons hochwertige Objektivlinie. Über den ganzen Bereich bleibt die Blende bei F4. Canon gibt 5 Stufen Stabilisierung an, mit EOS R5 oder R6 zusammen bis 7,5 Stufen. Damit es kompakt bleibt, fährt der Tubus beim Zoomen aus.
Richtig ist es bei allen, die selten über 200 mm brauchen und bei Hallensport oder Abendlicht Reserven wollen. Für Gelegenheitsfotos bei Tageslicht bringt es gegenüber dem 100-400 wenig. Dort fehlt ihm sogar die Reichweite.
Sigma 18-50mm F2.8 DC DN Contemporary für RF
Seine RF-Objektive fertigt Sigma nach eigener Angabe unter Lizenz von Canon. Das 18-50 ist ein Standardzoom für APS-C mit durchgehend F2.8 und wiegt in der RF-Fassung 300 Gramm. Gegenüber einem typischen Kit-Zoom gewinnen Besitzer einer R50 oder R10 damit deutlich mehr Licht, ohne die Kamera schwer zu machen. An Vollformat ergibt es keinen Sinn.
Samyang AF 12mm F2 RF-S
Samyangs erstes RF-S-Objektiv bringt laut Hersteller einen Bildwinkel von 96,8 Grad, Autofokus und eine Abdichtung gegen Wetter. Mit F2 eignet es sich für Sternenhimmel und enge Innenräume. Gedacht ist es nur für APS-C-Kameras. Ältere Autofokus-Modelle von Samyang für Vollformat-RF, etwa das AF 85mm F1.4 RF, führt der Hersteller in seiner aktuellen Autofokus-Liste nicht mehr. Dort stehen aber das AF 14mm F2.8 und das AF 85mm F1.4 in EF-Fassung, die sich über den Adapter an Vollformat-RF-Kameras setzen lassen.
Canon Mount Adapter EF-EOS R
Der unscheinbarste Kauf ist oft der klügste. Canons Adapter setzt EF-Objektive an jede RF-Kamera; ausgenommen sind laut Canon nur EF-M- und Cine-Objektive. 110 Gramm, gegen Staub und Spritzwasser ausgelegt. Ein EF-L-Objektiv oder ein altes Sigma-Art für EF bleibt damit in Gebrauch.
Daneben bietet Viltrox mit dem EF-R2 einen Adapter an, der laut Händlerangabe Autofokus, Blendensteuerung und einen frei belegbaren Steuerring mitbringt. Ein Viltrox-Objektiv für Vollformat-RF haben wir nicht in die Tabelle aufgenommen, weil sich die Lieferbarkeit nicht verlässlich klären ließ.
Welches Objektiv als Nächstes?
Mit einer frisch gekauften Vollformatkamera samt Kit spricht alles für das RF 50mm F1.8 STM. Es ergänzt das Zoom, statt es zu wiederholen. Tiere und Sport ohne großes Budget sind ein Fall für das RF 100-400mm F5.6-8, solange genug Tageslicht da ist. Stehen Hallensport und Abendlicht regelmäßig an, kommt das RF 70-200mm F4 L infrage.
An einer APS-C-Kamera wie der R50 oder R10 ist das Sigma 18-50mm F2.8 das lichtstarke Immer-drauf, für Weitwinkel das Samyang AF 12mm F2. Liegen EF-Objektive im Schrank, zuerst den Adapter EF-EOS R. Danach zeigt sich, was wirklich fehlt.
Noch ein Hinweis zum Schluss. Bei Serienbildern mit dem Tele zählt auch die Schreibgeschwindigkeit der Karte; was dafür taugt, klärt unser Beitrag zur Kamera-Speicherkarte.
Quellen
- Canon: RF24-105mm F4-7.1 IS STM, Datenblatt
- Canon: RF50mm F1.8 STM, Datenblatt
- Canon: RF100-400mm F5.6-8 IS USM, Datenblatt
- Canon: RF70-200mm F4 L IS USM, Produktseite
- Canon: Mount Adapter EF-EOS R, Datenblatt
- Canon: RF85mm F2 Macro IS STM, Datenblatt
- Canon: RF35mm F1.8 Macro IS STM, Datenblatt
- Sigma: 18-50mm F2.8 DC DN Contemporary
- Sigma: Objektivübersicht
- Samyang: AF 12mm F2 RF-S
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