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Ein Sonnensegel kauft man nicht nach Farbe. Man kauft es nach den drei Punkten, an denen es hängen soll. Für eine gewöhnliche Terrasse würden wir zu einem luftdurchlässigen Rechteck- oder Vierecksegel aus HDPE greifen, etwa dem Windhager Capri, und das Geld lieber in ordentliche Befestigung stecken als in ein dichteres Tuch. Warum, zeigt der Weg in drei Schritten.
Schritt eins: Dreieck oder Rechteck?
Die Form entscheidet über die Schattenfläche, und hier verschätzen sich viele. Ein Dreieck mit 3 Metern Seitenlänge sieht im Katalog großzügig aus. Es deckt aber nur rund 3,9 Quadratmeter ab, abzüglich des nach innen geschwungenen Saums sogar etwas weniger. Ein Rechteck mit 3 x 4 Metern schafft gut das Dreifache. Selbst das große Dreieck mit 5 Metern Seite kommt auf knapp 10,8 Quadratmeter und damit nicht ganz an das 3-x-4-Rechteck heran.
Trotzdem hat das Dreieck seinen Platz. Es braucht nur drei Befestigungspunkte, oft reichen zwei Haken an der Hauswand und ein einziger Mast. Zwei oder drei Dreiecke versetzt übereinander gespannt sehen außerdem lebendiger aus als eine flache Platte. Wer einen Sitzplatz für vier Personen beschatten will, landet trotzdem fast immer beim Viereck.
Ein Beispiel: Esstisch für sechs, Stühle zurückgeschoben, das sind etwa 3,5 x 2,5 Meter. Darüber gehört ein Segel, das an jeder Seite etwas übersteht, weil die Sonne am Nachmittag schräg einfällt. Also eher 4 x 5 Meter als 3 x 4.
Schritt zwei: Regen durchlassen oder abhalten?
Bei den Geweben gibt es im Kern zwei Lager. HDPE ist ein grobmaschiges Kunststoffgewirk, durch das Luft und Wasser hindurchgehen. Darunter staut sich weniger Wärme, und bei einem Gewitterschauer bildet sich kein Wassersack. Beschichtetes Polyester dagegen hält leichten Regen ab. Dafür muss es mit deutlichem Gefälle gespannt werden, sonst sammelt sich Wasser im Tuch und zieht mit großem Gewicht an Ösen und Haken.
Für seine wasserabweisenden Segel verlangt Windhager ein Gefälle von mindestens 15 Grad, gemessen vom niedrigsten Befestigungspunkt aus. Das klingt wenig. Auf vier Metern Länge bedeutet es aber über einen Meter Höhenunterschied, und das geht nur, wenn ein Mast deutlich höher steht als der andere oder die Wandhaken weit oben sitzen.
Unsere Haltung: Ein Sonnensegel ist ein Sonnenschutz. Wer ein Regendach will, braucht einen festen Pavillon. Und wer nur einen Liegestuhl beschatten möchte, braucht oft gar kein Segel, sondern einen guten Sonnenschirm.
Noch ein Wort zu den UV-Angaben. Sie stammen durchweg von den Herstellern, und sie sind nicht einheitlich. Windhager gibt beim Polyestersegel Cannes einen Schutzfaktor von 50+ an, beim HDPE-Segel Capri dagegen „etwa 90 Prozent“ abgehaltene UV-Strahlung. Direkt vergleichen lassen sich die beiden Zahlen nicht, und eine unabhängige Prüfung nennt keiner der Anbieter.
Schritt drei: Woran wird gespannt?
Hier entscheidet sich, ob das Segel nach zwei Sommern noch hängt. Ein Sonnensegel wirkt bei Wind wie das Segel eines Bootes, und die Kräfte landen vollständig in den Ecken. Zur Statik verraten die Hersteller wenig, also zählt, was sie selbst schreiben.
Pina, ein Spezialist für Segelanlagen, veröffentlicht eine Tabelle für seine Masten mit 70 Millimetern Durchmesser. Danach trägt ein solcher Mast bei einem Gewebe bis 200 Gramm pro Quadratmeter ein Viereck bis 30 Quadratmeter, ein Dreieck dagegen nur bis 20. Bei schwererem Tuch sinkt die zulässige Fläche. Windhager gibt für seinen Premium-Mast Segel bis 25 Quadratmeter an, für das einfachere Basic-Set laut Angebot bis 20. Für die Wand empfiehlt Pina je nach Mauerwerk Injektionsmörtel, Siebhülsen oder eigene Anker für gedämmte Fassaden. Von einfachen Kunststoffdübeln steht dort nichts.
Drei Dinge fallen beim Planen gern unter den Tisch. Zwischen Segelecke und Befestigungspunkt braucht es Platz zum Nachspannen, laut Windhager 35 bis 60 Zentimeter, bei Pina häufig 50 bis 90. Für den Mast selbst empfiehlt Windhager eine Neigung von 10 bis 15 Grad. Und bei starkem Wind raten beide Hersteller, das Segel abzunehmen. Eine Sicherheitsklemme macht es laut Pina nicht sturmfest.
Mieter klären das Bohren in die Fassade vorher mit dem Vermieter. Bei gedämmten Wänden ohnehin.
Sieben Segel und Masten nebeneinander
| Modell | Form und Gewebe | Angaben laut Hersteller oder Angebot | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Windhager Capri | Viereck, Rechteck, Dreieck; HDPE 225 g/m² | luft- und wasserdurchlässig, etwa 90 % UV-Schutz, Metallösen | Terrasse im Sommer, wenig Pflege | ansehen |
| Windhager Cannes Dreieck | Dreieck 3, 4 oder 5 m; Polyester beschichtet 180 g/m² | wasserabweisend, UV 50+, mind. 15 Grad Gefälle | wer leichten Regen abhalten will | ansehen |
| Sol Royal SolVision HS9 | Dreieck und Rechteck; HDPE | wind- und wasserdurchlässig, bis 90 % UV, Seile dabei | kleines Budget, Balkon und Garten | ansehen |
| Sol Royal SolVision PS9 | Dreieck und Rechteck; Polyester 160 g/m² | wasserabweisend, bis 85 % UV | günstiger Einstieg mit Regenschutz | ansehen |
| Floracord Vierecksonnensegel HDPE | Viereck, z. B. 2,5 x 3 m; HDPE 180 g/m² | wind- und wasserdurchlässig, etwa 85 % UV, elastische Spanngurte | kleine Fläche ohne Spannwerkzeug | ansehen |
| Windhager Sonnensegelmast Premium | Aluminium, bis 242,5 cm hoch | Segel bis 25 m², Schlitten höhenverstellbar, Bodenhülse extra | freistehende Ecke im Garten | ansehen |
| Pina Design Sonnensegelpfosten V2A | Edelstahl, 3-Punkt-Höhenverstellung | 4-fach-Flaschenzug, Bodenhülse 0,75 m | größere Segel, die straff stehen sollen | ansehen |
Windhager Capri
So würden wir die normale Terrasse ausstatten. Das HDPE-Gewebe wiegt laut Windhager 225 Gramm pro Quadratmeter, lässt Luft und Wasser durch. Durch den konkaven Schnitt spannt es sich faltenarm. Das Viereck wird in 4 x 4 und 5 x 5 Metern angeboten. Waschbar bei 30 Grad.
Windhager Cannes Dreieck
Das Gegenstück aus beschichtetem Polyester. Es hält nach Herstellerangabe Wind und Wasser ab und kommt in drei gleichseitigen Größen. Wer es kauft, muss das geforderte Gefälle auch wirklich bauen können. Sonst wird aus dem Regenschutz eine Wanne.
Sol Royal SolVision HS9
Ein schlichtes HDPE-Segel in vielen Formaten, von 2 x 3 Metern bis zum großen Dreieck. Spannseile liegen laut Angebot bei. Zum Anfangen reicht das, wobei die Seile bei größeren Flächen bald gegen Spanner aus Edelstahl getauscht werden sollten.
Sol Royal SolVision PS9
Die wasserabweisende Variante aus Polyester mit 160 Gramm pro Quadratmeter. Leichter als das Windhager Cannes. Bei Starkregen können sich laut Händlerangaben trotzdem Wassersäcke bilden, wenn das Gefälle fehlt.
Floracord Vierecksonnensegel HDPE
Floracord legt dauerelastische Spannbänder bei. Sie fangen Böen etwas ab und machen die Montage an vorhandenen Haken einfach. Für kleine Balkone und Sitzecken ist das bequem, für große Flächen würden wir eine Seilspannung mit Spannschloss vorziehen.
Windhager Sonnensegelmast Premium
Ein Aluminiummast mit Schiene, auf der die Segelecke per Schlitten in kleinen Schritten höher oder tiefer rückt. So lässt sich das Gefälle nachträglich ändern. Bodenhülse zum Einbetonieren oder Terrassenhalterung kosten extra.
Pina Design Sonnensegelpfosten V2A
Pina liefert den Edelstahlpfosten mit Höhenverstellung, 4-fach-Flaschenzug und Bodenhülse. Laut Angebot werden aus 15 Kilogramm Handkraft rund 60 Kilogramm Zug am Segel. Die teurere Lösung, aber die, mit der ein großes Segel tatsächlich straff steht.
Polyestersegel der Marke hanSe gibt es ebenfalls bei Amazon. Belastbare Herstellerdaten fehlen, darum fehlen sie in der Tabelle.
So würden wir entscheiden
- Terrasse mit Hauswand und einem freien Eck: Windhager Capri als Viereck, zwei solide verankerte Wandhaken, im Garten ein Windhager Premium-Mast mit einbetonierter Hülse.
- Sitzplatz, der auch bei Nieselregen trocken bleiben soll: Windhager Cannes oder Sol Royal PS9, sofern das Gefälle stimmt.
- Balkon oder kleine Ecke mit wenig Budget: Sol Royal HS9 oder Floracord mit Spanngurten.
- Großes Segel über 20 Quadratmeter: erst die Masten planen, etwa mit dem Pina-Pfosten, dann das Tuch kaufen.
Eine Reihenfolge, die sich bewährt: zuerst die Ankerpunkte messen, dann Form und Größe festlegen, ganz zum Schluss die Farbe. Wer gern darunter auf der Sonnenliege liest, merkt den Unterschied sofort.
Quellen
- Windhager: Sun Sail Cannes Dreieck
- Windhager: Sun Sail Capri Quadrat
- Windhager: Sonnensegelmast Premium
- Pina: Planungshilfe Befestigung
Wo Sie die Produkte bekommen
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