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Beim Sony E-Mount liegt der Fehler beim Kauf selten in der Qualität des Objektivs. Es passt nur nicht zum Sensorformat. Wer eine Vollformatkamera der Alpha-7-Reihe besitzt, ist mit einem lichtstarken Standardzoom wie dem Tamron 28-75mm F/2.8 G2 in den meisten Fällen besser bedient als mit einem doppelt so teuren G Master. An einer APS-C-Kamera wie der Alpha 6400 oder 6700 ist das Sigma 18-50mm F2.8 der vernünftigere erste Schritt.
Ein Bajonett, zwei Sensorgrößen
Sony verwendet für beide Sensorgrößen dasselbe Bajonett. Bequem und tückisch zugleich. Ein Vollformatobjektiv (bei Sony mit „FE“ gekennzeichnet) passt an jede APS-C-Kamera, dort wirkt die Brennweite etwa 1,5-mal länger. Umgekehrt schaltet eine Vollformatkamera bei einem reinen APS-C-Objektiv in den Crop-Modus, und von der hohen Auflösung bleibt ein Teil auf der Strecke.
Daraus folgt die erste Regel. An Vollformat gehören nur FE-Objektive. An APS-C sind eigene APS-C-Modelle einen Blick wert, weil sie deutlich kleiner und leichter sind.
Lichtstärke, Gewicht, Nahgrenze: was die Zahlen bedeuten
F2.8 beim Zoom und F1.4 bis F1.8 bei der Festbrennweite erlauben kürzere Belichtungszeiten in Innenräumen und eine stärkere Freistellung. Beim Gewicht ist die Spanne groß: Ein Standardzoom wiegt zwischen knapp 300 und rund 700 Gramm, und über einen Reisetag gerechnet ist das ein spürbarer Unterschied. Weniger beachtet wird die Naheinstellgrenze. Wer Essen, Pflanzen oder Details fotografiert, achtet auf den Abbildungsmaßstab; ein Wert um 1:3 reicht für viele Nahaufnahmen. Und dann ist da noch das Filtergewinde. Unterschiedliche Durchmesser bedeuten getrennte Filtersätze. Das kostet Geld, das in der Rechnung gern fehlt.
Fremdhersteller und die Frage der Kompatibilität
Groß ist die Auswahl an Fremdobjektiven, Sigma, Tamron, Samyang und Viltrox bieten Autofokusmodelle für beide Formate an. Ob Augenerkennung, Nachführung und hohe Serienbildraten mit einem bestimmten Objektiv an Ihrer Kamera voll funktionieren, steht in den Kompatibilitätslisten der Hersteller. Diese Minuten sind gut investiert, gerade bei älteren Kameragehäusen.
Sechs Objektive für den Sony E-Mount im Vergleich
| Modell | Format und Typ | Gewicht laut Hersteller | Nahgrenze / Maßstab | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Tamron 28-75mm F/2.8 Di III VXD G2 | Vollformat, Standardzoom | 540 g | 0,18 m / 1:2,7 | Die meisten Alpha-7-Besitzer | ansehen |
| Sony FE 24-70mm F2.8 GM II | Vollformat, Standardzoom | 695 g | 0,21 m / 0,32-fach | Berufliche Nutzung, Hochzeiten, Reportage | ansehen |
| Sigma 18-50mm F2.8 DC DN Contemporary | APS-C, Standardzoom | 290 g | 0,121 m / 1:2,8 | Alpha 6000er-Reihe, ZV-E10 | ansehen |
| Samyang AF 35mm F1.8 FE | Vollformat, Festbrennweite | 210 g | 0,29 m | Leichte Alltags- und Reportageausrüstung | ansehen |
| Viltrox AF 56mm F1.4 E | APS-C, Festbrennweite | 290 g | 0,60 m | Porträts an APS-C mit kleinem Budget | ansehen |
| Sony FE 70-200mm F4 Macro G OSS II | Vollformat, Telezoom | 794 g | 0,26–0,42 m / 0,5-fach | Natur, Sport, Reise mit Teleanteil | ansehen |
Tamron 28-75mm F/2.8 Di III VXD G2
Wie viel Standardzoom braucht man wirklich? Das Tamron ist die nüchterne Antwort darauf. Laut Hersteller wiegt es 540 Gramm, stellt am kurzen Ende bis 0,18 Meter scharf und erreicht dort einen Maßstab von 1:2,7, am langen Ende sind es 1:4,1. Mit 67 Millimetern Filtergewinde werden Filter günstiger als beim Sony. Abstriche gibt es am Weitwinkel. Es beginnt bei 28 statt 24 Millimetern, und bei engen Innenräumen oder Landschaften fehlt dieses Stück spürbar.
Sony FE 24-70mm F2.8 GM II
Sonys eigenes Spitzenzoom bringt laut Herstellerangabe 695 Gramm auf die Waage, hat eine Blende mit elf Lamellen und stellt bei 24 Millimetern bis 0,21 Meter scharf. Der Filterdurchmesser liegt bei 82 Millimetern. Wer damit Geld verdient, bekommt die volle Unterstützung aller Kamerafunktionen und den Weitwinkelbereich. Im Hobby zahlt man hier viel für Unterschiede, die selten auf dem fertigen Bild landen.
Sigma 18-50mm F2.8 DC DN Contemporary
Etwa einem 27-75-Millimeter-Zoom an Vollformat entspricht das Sigma an APS-C, bei durchgehend F2.8. Sigma nennt 290 Gramm und eine Naheinstellgrenze von 12,1 Zentimetern am Weitwinkelende, was einen Maßstab von 1:2,8 ergibt. Klein ist das Filtergewinde mit 55 Millimetern. Einen Bildstabilisator im Objektiv nennt Sigma nicht, und an Kameras ohne Sensorstabilisierung sollten Sie das bei Videos aus der Hand einplanen.
Samyang AF 35mm F1.8 FE
210 Gramm. Leichter ist keine Linse im Vergleich. Der Hersteller gibt eine Nahgrenze von 0,29 Metern, ein 58-Millimeter-Filtergewinde und einen Schutz gegen Witterung an. Die 35 Millimeter sind eine klassische Reportagebrennweite, weit genug für Straßenszenen und eng genug für ein Porträt mit Umgebung. Wer nur ein Zoom kennt, lernt damit wieder, mit den Füßen zu zoomen. Kein Nachteil, aber eine Umstellung.
Viltrox AF 56mm F1.4 E
Bekannt geworden ist Viltrox mit günstigen Autofokus-Festbrennweiten. Das 56mm F1.4 ist für APS-C gerechnet und entspricht dort etwa 85 Millimetern Kleinbild, der typischen Porträtbrennweite. Laut Händlerangabe wiegt es 290 Gramm, fokussiert ab 60 Zentimetern und nutzt einen Schrittmotor. Für Detailaufnahmen ist die Nahgrenze recht weit. An einer Vollformatkamera läuft es nur im Crop-Modus.
Sony FE 70-200mm F4 Macro G OSS II
Ungewöhnlich an diesem Telezoom ist der Abbildungsmaßstab von bis zu 0,5-fach laut Sony, also 1:2. Ein Makroobjektiv ersetzt es nicht ganz, für Blüten und Insekten reicht es oft. Sony nennt 794 Gramm, einen optischen Stabilisator und die Kompatibilität mit den Telekonvertern SEL14TC und SEL20TC. In der Sporthalle wird F4 zur Grenze. Draußen bei Tageslicht spielt das kaum eine Rolle.
Welches Objektiv an welche Kamera
Ein Objektiv für fast alles an Vollformat: Da steht das Tamron 28-75mm F/2.8 G2 vorn, und wer häufig in engen Räumen arbeitet, legt beim Sony 24-70mm GM II nach. Leicht und günstig an Vollformat bleibt das Samyang AF 35mm F1.8 FE, als Zweitobjektiv oder als bewusste Beschränkung auf eine Brennweite. An APS-C folgt auf das Kit-Zoom das Sigma 18-50mm F2.8, für Porträts ergänzt um das Viltrox 56mm F1.4. Tiere, Sport bei Tageslicht und Reisen deckt das Sony 70-200mm F4 Macro G OSS II ab, gern auch an APS-C, wo es wie ein 105-300-Millimeter-Zoom wirkt.
Unser Rat für die Reihenfolge: zuerst ein Standardzoom, nach einigen Monaten ein Blick in die Bilddaten, welche Brennweiten Sie wirklich nutzen. Erst dann die Festbrennweite.
Wer hauptsächlich Festbrennweiten an einer Panasonic- oder Leica-Kamera sucht, findet die Auswahl bei den L-Mount-Festbrennweiten. Steht die Wahl der Kamera noch aus, beginnen Sie besser bei der Systemkamera, und für den Transport mehrerer Objektive hilft der Überblick über Kamerarucksäcke.
Quellen
- Tamron: 28-75mm F/2.8 Di III VXD G2 (A063), technische Daten
- Sony Japan: FE 24-70mm F2.8 GM II (SEL2470GM2), Spezifikationen
- Sony Japan: FE 70-200mm F4 Macro G OSS II (SEL70200G2), Spezifikationen
- Sigma: 18-50mm F2.8 DC DN Contemporary
- Samyang: AF 35mm F1.8 FE
- Calumet: Viltrox 56mm F1.4 AF Sony E-Mount APS-C, technische Daten
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