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L-Mount Festbrennweiten 2026: Ratgeber für Foto und Video

L-Mount Festbrennweiten von Sigma und Panasonic: Lichtstärke, leiser Autofokus, Focus Breathing, Gewicht und Filter – was für Foto und Video zählt.

Redaktion handgetestet · Zuletzt aktualisiert: 01.11.2026
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Redaktionelle Auswahl nach Recherche, nicht selbst getestet. Gründe und Einschränkungen stehen im Text.

Inhalt11 Abschnitte

F1,4 oder F1,8? An dieser Frage hängt im L-Mount-System fast alles, und für Filmer ist die Antwort oft die bescheidenere. Wer an einer Lumix S, einer Sigma fp oder einer Leica SL viel dreht, ist mit den F1,8-Festbrennweiten von Panasonic gut bedient. Sie sind leicht, teilen sich ein 67-mm-Filtergewinde, und Panasonic hat sie nach eigener Aussage gegen Focus Breathing ausgelegt.

Mehr Lichtstärke und Freistellung liefern die F1,4-Modelle aus Sigmas Art-Reihe. Beim 35 mm sollte es dann die neue Fassung DG II sein, die Sigma ausdrücklich auch für Video entwickelt hat.

Ein Bajonett, drei Marken, viele Kompromisse

Panasonic, Sigma und Leica nutzen gemeinsam das L-Mount. Ein Objektiv mit diesem Anschluss passt deshalb grundsätzlich an Kameras aller drei Hersteller. Das ist ein echter Vorteil des Systems, denn die Auswahl ist größer, als der Marktanteil vermuten lässt.

Zur Lichtstärke: F1,4 bringt gegenüber F1,8 rund zwei Drittel Blendenstufe mehr Licht und stellt Motive stärker frei. Dafür ist es größer, schwerer und teurer. Die Spanne bei den Modellen hier reicht von rund 300 bis rund 670 Gramm, und auf einem Gimbal oder nach einem langen Drehtag zählt jedes davon.

Was beim Filmen anders zählt als beim Fotografieren

  • Autofokus-Geräusch: Das Kameramikrofon nimmt jedes Motorgeräusch auf. Steht im Datenblatt ein leiser Antrieb wie ein Linear- oder Schrittmotor, ist das ein gutes Zeichen. Ältere Konstruktionen aus der Spiegelreflex-Zeit können deutlich lauter sein.
  • Focus Breathing: Viele Objektive verändern beim Scharfstellen leicht den Bildausschnitt, im Video wirkt das wie ein kleiner Zoom. Wer das unterdrückt, schreibt es meist ausdrücklich dazu.
  • Blendenring: Ist die Rastung abschaltbar, ändern Sie die Blende stufenlos und ohne Klickgeräusch.

Und dann die Filter. Wer mit ND- oder Polfiltern arbeitet, spart Geld, wenn mehrere Objektive dasselbe Gewinde haben. Bei Panasonic ist das konsequent gelöst, bei Sigma nicht.

Sechs Festbrennweiten für das L-Mount

ModellLichtstärkeGewicht (Hersteller)FiltergewindeFür wenAngebot (Partnerlink)
Sigma 35mm F1.4 DG II ArtF1,4ca. 530 g67 mmAllround, Foto und Videoansehen
Sigma 50mm F1.4 DG DN ArtF1,4ca. 670 g72 mmPorträt, Detail, Freistellungansehen
Sigma 24mm F1.4 DG DN ArtF1,4ca. 520 g72 mmLandschaft, Innenräume, Nachtansehen
Panasonic Lumix S 35mm F1.8F1,8ca. 295 g67 mmReportage, Vlog, Gimbalansehen
Panasonic Lumix S 50mm F1.8F1,8ca. 300 g67 mmEinstieg, leichtes Standardobjektivansehen
Panasonic Lumix S 85mm F1.8F1,8ca. 355 g67 mmPorträt, Interviewansehen

Sigma 35mm F1.4 DG II Art

Im Frühjahr 2026 kam die zweite Generation des 35-mm-Art auf den Markt. Die L-Mount-Fassung wiegt nach Herstellerangaben rund 530 Gramm und nutzt ein 67-mm-Filtergewinde. Zwei Linearmotoren (Dual HLA) sollen schnell und leise fokussieren, das Focus Breathing hat Sigma nach eigener Aussage bewusst gering gehalten. Hinzu kommen ein Blendenring mit abschaltbarer Rastung und ein Fokusring, der auf Wunsch linear reagiert.

Gerade beim Filmen ist der Generationssprung wichtig. Mit dem Vorgänger aus der Spiegelreflex-Zeit haben wir eigene Erfahrungen gesammelt, nachzulesen in unser Praxischeck des Sigma 35mm F1,4 DG HSM. An der Lumix S1 fokussierte es schnell, beim Filmen aber deutlich hörbar – der Motor „knattert“. Bei schnellen Schwenks saß die Schärfe nicht immer. Mit manuellem Fokus überzeugte es beim Filmen, das Bokeh war sehr schön. Wer stattdessen die noch erhältliche erste spiegellose Fassung (DG DN) wählt, bekommt nach Herstellerangaben einen Schrittmotor bei rund 645 Gramm.

Sigma 50mm F1.4 DG DN Art

Sigma 50mm F1.4 DG DN Art (Ausführung mit Sony-E-Anschluss)
Foto: Henry Söderlund, CC BY 2.0, Wikimedia Commons

Das schwerste Objektiv der Auswahl. Sigma nennt rund 670 Gramm und ein 72-mm-Filtergewinde, angetrieben wird es von einem HLA-Linearmotor, den der Hersteller als schnell und leise beschreibt. Der Blendenring lässt sich entrasten und sperren. Zum Focus Breathing schweigt Sigma, und für Filmer ist das eine Lücke, die man kennen sollte.

Sigma 24mm F1.4 DG DN Art

Sigma 24mm F1.4 DG DN Art (Ausführung mit Sony-E-Anschluss)
Foto: Henry Söderlund, CC BY 2.0, Wikimedia Commons

Gebaut für Landschaft, Architektur und Nacht. Nach Herstellerangaben wiegt das 24-mm-Art rund 520 Gramm, nutzt ein 72-mm-Gewinde und hat zusätzlich einen Filterhalter am Bajonett. Ein Schrittmotor soll schnell und leise fokussieren, die Naheinstellgrenze gibt Sigma mit 25 Zentimetern an.

Panasonic Lumix S 35mm F1.8

Panasonic Lumix S 35mm F1.8
Foto: Henry Söderlund from Helsinki, Finland, CC BY 2.0, Wikimedia Commons

Rund 295 Gramm, leichter wird es in diesem Vergleich nicht. Panasonic bewirbt für das S-S35 einen leisen Autofokus, eine Mechanik gegen Focus Breathing und eine fein abgestufte Blendensteuerung, damit Belichtungswechsel im Video gleichmäßig verlaufen. Scharf stellt es nach Panasonic-Angabe ab 24 Zentimetern. Das Objektiv ist gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Einen Blendenring hat es nicht.

Panasonic Lumix S 50mm F1.8

Panasonic Lumix S 50mm F1.8 an der Lumix S5II
Foto: Sudo Work, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Ein leichtes Standardobjektiv mit rund 300 Gramm. Es gehört zur F1,8-Familie, deren Mitglieder nach Panasonic-Angabe gleich groß sind und ihre Bedienelemente an derselben Stelle tragen. Im Alltag heißt das: Ein Satz 67-mm-Filter passt auf alle, die Handgriffe bleiben beim Objektivwechsel gleich. Auf dem Gimbal ändert sich die Baulänge nicht, was das Ausbalancieren erleichtern dürfte.

Panasonic Lumix S 85mm F1.8

Für Porträts und Interviews liegt das S-S85 nahe. Panasonic nennt rund 355 Gramm, ein 67-mm-Gewinde und eine Naheinstellgrenze von 80 Zentimetern. Auch hier soll eine eigene Mechanik das Focus Breathing unterdrücken. Panasonic empfiehlt es deshalb ausdrücklich für Videoaufnahmen.

Vorsicht, Video-Crop

Manche Kameras schneiden in bestimmten Videomodi den Bildausschnitt zu. In unserem Praxischeck an der Lumix S1 betrug dieser Crop im 4K-Modus mit 50p/60p rund 1,5. Ein 35 mm wirkt dann vom Bildwinkel her wie etwa 52 mm. Prüfen Sie deshalb vorab, welche Modi Ihre Kamera ohne Crop beherrscht. Brauchen Sie trotzdem einen weiten Blick, planen Sie eine kürzere Brennweite wie das 24 mm ein.

So würden wir das Objektivset zusammenstellen

Steht Video im Vordergrund, mit Gimbal und leichtem Gepäck, ist das Panasonic Lumix S 35mm F1.8 das naheliegende erste Objektiv, später ergänzt um das 85mm F1.8. Gleiche Größe, gleiche Filter. Wer ein einziges Objektiv für Foto und Video sucht, nimmt das Sigma 35mm F1.4 DG II Art.

Für Porträts mit starker Freistellung führt das Sigma 50mm F1.4 DG DN Art, leichter und günstiger ist das Panasonic 85mm F1.8. Landschaft, Innenräume und Sternenhimmel sind das Revier des Sigma 24mm F1.4 DG DN Art. Für den günstigen Einstieg bleibt das Panasonic Lumix S 50mm F1.8: leicht, lichtstark, untere Preisklasse.

Zur Einordnung der Preise: Die Panasonic-Modelle bewegen sich zwischen unterer und mittlerer Klasse, die Sigma-Art-Objektive in der gehobenen Mittelklasse. Leicas eigene SL-Festbrennweiten kosten spürbar mehr.

Quellen

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