Inhalt13 Abschnitte
Ein NAS allein ist noch kein vollständiges Backup. Der Satz steht absichtlich am Anfang. Beim Kauf geht er am häufigsten unter.
Bei einer großen Foto- und Videosammlung im Haushalt ist ein NAS mit zwei oder vier Schächten, zwei gespiegelten NAS-Festplatten und einer Foto-App fürs Handy die richtige Grundlage, und dazu gehört immer eine zweite Kopie an einem anderen Ort. Einsteiger sind mit der Synology DS225+ oder der UGREEN NASync DXP2800 gut bedient. Wer viel Video schneidet oder mehr Platz braucht, sollte Synology DS925+, UGREEN DXP4800 Plus oder QNAP TS-464 vergleichen.
Warum zwei gespiegelte Platten nicht reichen
RAID schützt vor dem Ausfall einer Festplatte. Mehr nicht. Gegen versehentliches Löschen, Erpressungssoftware, Überspannung, Diebstahl oder Brand hilft es nicht, denn ein gelöschtes Foto ist auf beiden gespiegelten Platten sofort weg.
Darum empfiehlt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die 3-2-1-Regel: drei Kopien wichtiger Daten, auf zwei verschiedenen Medien, davon mindestens eine an einem anderen Ort. Bei einem Fotoarchiv könnte das so aussehen. Die Originale liegen auf Rechner oder Handy, eine Kopie auf dem NAS und die dritte auf einer externen Festplatte bei Verwandten oder verschlüsselt in einem Cloud-Speicher. Außerdem verlangt das BSI, regelmäßig zu prüfen, ob sich gesicherte Daten wirklich wiederherstellen lassen. Genau diesen Schritt lassen viele aus.
Schächte und RAID-Stufen
Zwei Schächte reichen für eine Spiegelung (RAID 1). Mit vier Schächten können Sie später nachrüsten und RAID 5 oder 6 nutzen. Videoarchive wachsen schneller, als man denkt. Filmern raten wir deshalb meist zum größeren Rahmen.
Was das Netzwerk leisten muss
2,5-Gigabit-LAN ist bei vielen Geräten inzwischen Standard und spürbar schneller als 1 Gigabit. Große Videodateien direkt vom NAS zu bearbeiten, verlangt dagegen 10-Gigabit-LAN, und dann müssen auch Rechner und Switch mitspielen. Sonst bleibt der schnelle Anschluss ein teures Etikett.
Rechenleistung und RAM brauchen vor allem die Gesichts- und Objekterkennung in Foto-Apps. Bei Synology setzt die Objekterkennung in Synology Photos nach Herstellerangabe mindestens 4 GB RAM voraus. Zusätzliche M.2-SSDs dienen als Cache oder schneller Speicher. Für ein reines Backup sind sie verzichtbar.
Wie Handy und Mac aufs NAS sichern
Alle vier Hersteller bieten eine App, die Fotos und Videos vom Smartphone automatisch aufs NAS lädt: Synology Photos, QNAP QuMagie, die UGREEN-NAS-App und ASUSTOR AiFoto. Vorsicht bei iPhones mit „iPhone-Speicher optimieren“. Dann liegen die Originale oft nur in iCloud, und laut UGREEN kann die Sicherung kleinere Kopien erfassen. Kontrollieren Sie das, bevor Sie auf dem Handy etwas löschen.
Als Netzwerkziel für Time Machine empfiehlt Apple SMB, AFP wird laut Apple ab macOS 27 nicht mehr unterstützt. Alle vier Hersteller nennen Time Machine als unterstützte Mac-Sicherung. Legen Sie dafür einen eigenen Ordner mit Kontingent an. Sonst füllt die Sicherung irgendwann das ganze NAS.
Festplatten: Dauerbetrieb, CMR und Freigabelisten
Gefragt sind Platten für den Dauerbetrieb mit CMR-Technik. Die WD Red Plus ist laut Western Digital für bis zu 8 Schächte und eine Arbeitslast von bis zu 180 TB pro Jahr ausgelegt, mit 3 Jahren Garantie. Die WD Red Pro zielt auf größere Systeme, nennt bis zu 550 TB pro Jahr und 5 Jahre Garantie. Bei Seagate ist die IronWolf mit bis zu 180 TB pro Jahr angegeben, die IronWolf Pro mit 5 Jahren Garantie. Zu beiden IronWolf-Reihen gehört laut Seagate ein dreijähriger Datenrettungsdienst, den es aber nicht in allen Ländern gibt.
Unsere Einschätzung: Für ein Heim-NAS mit zwei bis vier Schächten reichen Red Plus oder IronWolf meist. Die Pro-Reihen sind hier eher Beruhigung als Notwendigkeit.
Bei Synology kommt die Frage der Freigabe dazu. Die volle Funktion sagt der Hersteller nur für Laufwerke aus der eigenen Kompatibilitätsliste zu. Seit DSM 7.3 lassen sich in den Plus-Modellen von 2025 laut Synology aber auch fremde Festplatten einbauen und Speicherpools anlegen. Für M.2-Speicherpools und Cache gilt weiter die Liste.
Sechs NAS für Foto- und Videoarchive
| Modell | Schächte | Prozessor / RAM | Netzwerk | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Synology DS225+ | 2 | Intel Celeron J4125 / 2 GB (bis 6 GB) | 1 × 1 GbE, 1 × 2,5 GbE | Einsteiger mit Mac und iPhone | ansehen |
| Synology DS925+ | 4 + 2 × M.2 | AMD Ryzen V1500B / 4 GB ECC (bis 32 GB) | 2 × 2,5 GbE | große Familienarchive | ansehen |
| UGREEN NASync DXP2800 | 2 + 2 × M.2 | Intel N100 / 8 GB DDR5 (bis 16 GB) | 1 × 2,5 GbE | günstiger Einstieg mit viel RAM | ansehen |
| UGREEN NASync DXP4800 Plus | 4 + 2 × M.2 | Intel Pentium Gold 8505 / 8 GB DDR5 (bis 64 GB) | 1 × 10 GbE, 1 × 2,5 GbE | Videoschnitt im Netzwerk | ansehen |
| QNAP TS-464 | 4 + 2 × M.2 | Intel Celeron N5095 / 4 oder 8 GB (bis 16 GB) | 2 × 2,5 GbE | Bastler mit Ausbauwunsch | ansehen |
| ASUSTOR Drivestor 4 Pro Gen2 (AS3304T v2) | 4 | Realtek RTD1619B / 2 GB (fest) | 1 × 2,5 GbE | reines Datengrab mit kleinem Budget | ansehen |
Synology DS225+: solider Einstieg, aber mit zu wenig RAM
Das Zwei-Schacht-Modell läuft mit dem ausgereiften Betriebssystem DSM und der App Synology Photos, angebunden über einen 2,5-Gigabit-Anschluss. Die 2 GB Arbeitsspeicher reichen für Backups. Wer die Objekterkennung in Synology Photos nutzen will, sollte auf mindestens 4 GB aufrüsten. Laut Synology gibt es 3 Jahre Garantie, in Europa mit „Extended Warranty Plus“ verlängerbar auf 5 Jahre.
Synology DS925+: Platz für ein Familienarchiv
Vier Schächte, zwei M.2-Steckplätze, zwei 2,5-Gigabit-Anschlüsse. Mit der Erweiterung DX525 wächst die DS925+ laut Hersteller auf neun Schächte, der ECC-Arbeitsspeicher lässt sich bis 32 GB ausbauen. Die Redaktion nutzt selbst ein Synology-NAS (DS925+) für die Datensicherung, unter anderem als Time-Machine-Ziel.
UGREEN NASync DXP2800: viel Hardware fürs Geld
Schon ab Werk stecken hier 8 GB DDR5-Speicher, zwei M.2-Steckplätze und ein 2,5-Gigabit-Anschluss. Das System UGOS bringt eine eigene Foto-App mit und unterstützt laut UGREEN Time Machine über SMB. Bei zwei Schächten stehen RAID 0 und RAID 1 zur Wahl. Sinnvoll ist für Fotos nur RAID 1.
UGREEN NASync DXP4800 Plus: gebaut für Videomaterial
Der Grund für dieses Gerät ist der 10-Gigabit-Anschluss neben dem 2,5-Gigabit-Port. Damit kann Videomaterial direkt vom NAS geöffnet werden. Das System liegt auf einer eingebauten 128-GB-SSD, die vier Schächte bleiben frei für Daten. Den Speicher erweitern Sie laut UGREEN bis 64 GB.
QNAP TS-464: viele Möglichkeiten, mehr Einarbeitung
Vier Schächte, zwei M.2-Steckplätze und zwei 2,5-Gigabit-Anschlüsse. Über einen PCIe-Steckplatz lässt sich die TS-464 laut QNAP mit einer 5- oder 10-Gigabit-Karte nachrüsten. QNAP beschreibt Time Machine über SMB 3 und die Handy-Sicherung mit QuMagie. Das System QTS kann sehr viel. Es verlangt aber auch mehr Einarbeitung als DSM.
ASUSTOR Drivestor 4 Pro Gen2 (AS3304T v2): nur als Sicherungsziel
Unter den Vier-Schacht-Geräten hier ist es das einfachste, mit ARM-Prozessor und 2 GB fest verbautem Speicher. Laut ASUSTOR unterstützt es RAID 0, 1, 5, 6 und 10 sowie Btrfs. Fotos vom Handy sichert die App AiFoto, Macs sichern über Time Machine. Für aufwendige Fotoerkennung oder Videobearbeitung ist es zu schwach. Als reines Sicherungsziel genügt es.
Welches NAS für welchen Haushalt
Zum Einstieg mit Mac und iPhone passt die Synology DS225+ mit zwei WD Red Plus oder IronWolf, den Arbeitsspeicher auf mindestens 4 GB aufgerüstet. Günstig und trotzdem leistungsstark ist die UGREEN NASync DXP2800. Platz für ein großes Familienarchiv, das noch wachsen soll, bieten Synology DS925+ oder QNAP TS-464.
Wer im Netzwerk Videos schneidet, nimmt die UGREEN NASync DXP4800 Plus mit 10-Gigabit-LAN; den Bildschirm dazu behandelt unser Beitrag zum Monitor für Foto- und Videobearbeitung. Als reines Sicherungsziel bei knappem Geld bleibt der ASUSTOR Drivestor 4 Pro Gen2.
Und egal, welches Gerät es wird: Planen Sie eine dritte Kopie außer Haus ein und testen Sie die Wiederherstellung regelmäßig.
Quellen
- Synology: DS225+
- Synology: DS925+
- Synology: DSM 7.3 und Laufwerke von Drittanbietern
- Synology: Synology Photos für iPhone
- UGREEN: NASync DXP2800
- UGREEN: NASync DXP4800 Plus
- UGREEN: Time Machine mit UGREEN NAS
- QNAP: TS-464 Hardware
- QNAP: Time Machine über SMB 3
- ASUSTOR: Drivestor 4 Pro Gen2
- Apple: Backup-Volumes für Time Machine
- Western Digital: NAS-Festplatten
- Seagate: IronWolf
- BSI: Vorschläge zu BC-Strategien (3-2-1-Regel)
Wo Sie die Produkte bekommen
- Synology DS225+Bei Amazon ansehen
- Synology DS925+Bei Amazon ansehen
- UGREEN NASync DXP2800Bei Amazon ansehen
- UGREEN NASync DXP4800 PlusBei Amazon ansehen
- QNAP TS-464Bei Amazon ansehen
- ASUSTOR Drivestor 4 Pro Gen2 AS3304T v2Bei Amazon ansehen
- WD Red PlusBei Amazon ansehen
- WD Red ProBei Amazon ansehen
- Seagate IronWolfBei Amazon ansehen
- Seagate IronWolf ProBei Amazon ansehen
Unabhängige Tests brauchen Ihre Unterstützung
Ein gründlicher Test kostet Zeit, Technik und oft das Produkt selbst. Hersteller bezahlen uns nicht für gute Urteile – darum kann die Qualität unserer Tests nur durch Ihre Unterstützung über unsere Partnerlinks gesichert werden. Kaufen Sie über einen dieser Links ein, erhalten wir eine kleine Provision. Für Sie ändert sich am Preis nichts, unser Urteil bleibt unabhängig. Danke, dass Sie so auch in Zukunft hochwertige, unabhängige Tests möglich machen.
Noch nicht entschieden?
Vergleichen Sie in Ruhe weiter – alle Beiträge dieser Rubrik werden monatlich auf neue und ausgelaufene Modelle geprüft.
