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Auf dem Etikett eines Nachbau-Akkus stehen 3.000 mAh, auf dem Original deutlich weniger. Die Rechnung scheint einfach. Sie geht selten auf. Als ersten Ersatzakku empfehlen wir das Original des Kameraherstellers, weil Sony, Canon und Fujifilm in ihren Anleitungen ausdrücklich nur eigene Akkus freigeben. Ein Nachbau mit USB-C-Buchse kann als dritter Akku sinnvoll sein, wenn Sie unterwegs ohne Ladegerät nachladen wollen. Welche Kamera überhaupt zu Ihnen passt, klärt unser Ratgeber zum Systemkamera-Kauf.
Original oder Nachbau: Was sagen die Kamerahersteller?
Die Anleitungen sind deutlich. Sony schreibt in der Hilfe zur Alpha 7 IV, man solle nur Akkus der Marke Sony verwenden, und warnt, dass das Laden nicht vorgesehener Akkus zu Auslaufen, Überhitzung oder Explosion führen kann. Fujifilm verlangt in der Anleitung der X-T5 echte Fujifilm-Akkus, sonst drohe eine Fehlfunktion.
Am weitesten geht Canon. In der Anleitung der EOS R6 Mark II steht, dass Canon nicht für Schäden haftet, die durch Zubehör von Drittanbietern entstehen, und nennt als Beispiel das Auslaufen oder die Explosion eines Akkus. Reparaturen nach einem solchen Defekt fallen laut Canon nicht unter die Gewährleistung für Reparaturen, auch nicht gegen Bezahlung. Das ist kein Beweis, dass Nachbauten schlecht sind. Es bedeutet aber: Geht etwas schief, tragen Sie das Risiko.
Bringen mehr mAh auf dem Etikett wirklich mehr Laufzeit?
Nicht zwingend. Das Technikportal techtest.org hat im März 2024 acht Akkus für den Canon-Schacht LP-E6NH entladen und nachgemessen. Der Original-Akku von Canon kam bei 0,2 A auf 2.051 mAh. Einige Nachbauten lagen darüber, ein Akku mit 2.600 mAh auf dem Etikett erreichte dagegen nur 1.659 mAh. Die Angabe von 3.000 mAh bei einem weiteren Nachbau nannte der Tester völlig überzogen.
Prüfen lässt sich jede Angabe mit einer kurzen Rechnung: Spannung mal Kapazität ergibt Wattstunden. Sonys NP-FZ100 kommt mit 7,2 V und 2.280 mAh auf 16,4 Wh, und genau diese Zahl nennt Sony. Fehlt die Wattstundenzahl auf einem Etikett oder passt sie nicht zur Rechnung, wäre uns das ein Grund, weiterzusuchen.
Laden per USB-C: in der Kamera, am Akku oder im Doppellader?
Alle drei Kameras aus unserer Auswahl laden den Akku über ihre USB-C-Buchse. Das klingt bequem, hat aber einen Nachteil. Solange der Akku in der Kamera lädt, fotografieren Sie nicht. Sony nennt für die Alpha 7 IV am mitgelieferten Netzteil rund 255 Minuten und empfiehlt für schnelleres Laden ein USB-PD-Netzteil mit 9 V und 2 A oder mehr. Fujifilm gibt für die X-T5 rund 180 Minuten an.
Zwei Akkus über Nacht? Dafür ist ein Doppellader gedacht. Er braucht allerdings ein kräftiges Netzteil: Fujifilm empfiehlt für sein Ladegerät BC-W235 ein USB-PD-Netzteil mit mindestens 27 W. Welche Netzteile das liefern, steht in unserem Ratgeber zu USB-C-Ladegeräten. Akkus mit eigener USB-C-Buchse laden direkt an einer Powerbank, ganz ohne Kamera und Ladeschale.
Darf der Ersatzakku mit ins Flugzeug?
Ja, aber nur ins Handgepäck. Das Luftfahrt-Bundesamt verbietet lose Lithium-Ersatzbatterien im aufgegebenen Koffer. Jeder Lithium-Ionen-Akku darf höchstens 100 Wh haben, und das LBA verlangt, dass jede Batterie die Prüfungen nach UN-Handbuch Teil III, Unterabschnitt 38.3 bestanden hat. Laut dem Gefahrgut-Faltblatt der Behörde müssen Ersatzakkus einzeln gegen Kurzschluss gesichert sein, etwa in der Schutzkappe. Kamera-Akkus mit rund 16 bis 19 Wh liegen weit unter der Grenze. Fluggesellschaften dürfen strengere Regeln haben, ein Blick in deren Bedingungen vor der Reise erspart Ärger am Schalter.
Sieben Akkus und Ladegeräte im Überblick
| Modell | Eckdaten | Laden | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Sony NP-FZ100 | 7,2 V, 2.280 mAh, 16,4 Wh, ca. 83 g (Sony) | in der Kamera per USB-C oder im Sony-Lader BC-QZ1 | Alpha-Besitzer, die einen sicheren Zweitakku wollen | ansehen |
| Canon LP-E6NH | gemessen 2.051 mAh bei 0,2 A (techtest.org) | Ladegerät LC-E6/LC-E6E oder in passenden EOS-Modellen per USB | EOS-R- und EOS-Spiegelreflex-Nutzer | ansehen |
| Fujifilm NP-W235 | 7,2 V, 2.200 mAh Bemessungskapazität, ca. 79 g (Fujifilm) | in der Kamera per USB-C oder im BC-W235 | X-T5, X-H2, X-S20 und GFX | ansehen |
| SmallRig NP-FZ100 USB-C (4265) | 7,2 V, 2.400 mAh, 17,28 Wh (SmallRig) | USB-C direkt am Akku, 5 V/2,2 A, ca. 2,5 h | Sony-Nutzer, die unterwegs an der Powerbank laden | ansehen |
| Patona Protect NP-FZ100 | 7,2 V, 2.600 mAh, 18,72 Wh (Patona) | Sony-Lader oder Patona-Lader | Videofilmer mit drittem und viertem Akku | ansehen |
| Fujifilm BC-W235 | zwei NP-W235 gleichzeitig, ca. 200 min, ab 30 W ca. 150 min | USB-C, PD-Netzteil ab 27 W empfohlen | Fujifilm-Nutzer mit zwei oder mehr Akkus | ansehen |
| Patona Premium Twin Performance PD | zwei NP-FZ100, LCD-Anzeige, 60 g (Patona) | USB-C, volle Geschwindigkeit ab 20 W PD | Sony-Nutzer auf Reisen | ansehen |
Sony NP-FZ100
Der Akku der Z-Serie steckt in der Alpha 7 III und IV, der Alpha 6700, der FX3 und weiteren Sony-Modellen. Sony gibt 7,2 V, 2.280 mAh und 16,4 Wh an. Die Kamera zeigt den Restladestand dank InfoLITHIUM in Prozent. In der Alpha 7 IV reicht eine Ladung laut Sony für rund 580 Fotos mit dem Bildschirm oder etwa 110 Minuten echte Videoaufnahme.
Canon LP-E6NH
Canon führt den LP-E6NH in der Anleitung der EOS R6 Mark II neben dem neueren LP-E6P. Beide lädt die Kamera per USB-Netzadapter PD-E1, den alten LP-E6 dagegen nicht. Mit vollem LP-E6NH nennt Canon für die R6 Mark II rund 580 Aufnahmen mit dem Bildschirm. Der Original-Akku war in der Messreihe von techtest.org nicht der stärkste. Freigegeben sind in der Anleitung aber nur Akkus von Canon.
Fujifilm NP-W235
Fujifilm nennt eine Nennkapazität von 2.350 mAh und eine Bemessungskapazität von 2.200 mAh bei 7,2 V. Der Akku ist für 0 bis 40 °C ausgelegt. Im Winter auf dem Berg zählt das. In der X-T5 reicht eine Ladung laut Fujifilm für etwa 580 Aufnahmen im Normalmodus mit dem Bildschirm.
SmallRig NP-FZ100 USB-C (4265)
Der Nachbau hat eine eigene USB-C-Buchse und eine Leuchte, die beim Laden rot und bei vollem Akku grün leuchtet. SmallRig gibt 2.400 mAh und 17,28 Wh an und nennt rund 2,5 Stunden Ladezeit mit 5 V und 2,2 A. Laut Hersteller passt er auch in den Original-Lader von Sony. Er ist ein guter dritter Akku. Als einziger Ersatz würden wir ihn wegen der Haltung der Kamerahersteller nicht kaufen.
Patona Protect NP-FZ100
Patona wirbt beim Protect-Akku mit einem Gehäuse aus schwer entflammbarem V1-Material, das laut Hersteller bis 90 °C formstabil bleibt. Die Angabe von 2.600 mAh und 18,72 Wh passt rechnerisch zusammen. Wer lange Videos dreht und mehrere Akkus wechselt, findet hier eine Ergänzung zum Original.
Fujifilm BC-W235
Der Doppellader lädt zwei NP-W235 gleichzeitig. Bei 25 °C dauert das laut Fujifilm etwa 200 Minuten, mit einem Netzteil ab 30 W sinkt die Zeit auf rund 150 Minuten. Das passende PD-Netzteil sollten Sie deshalb gleich mit einplanen.
Patona Premium Twin Performance PD
Der kleine Lader nimmt zwei NP-FZ100 auf, lädt sie unabhängig voneinander und zeigt den Stand auf einem LCD. Patona nennt 60 g Gewicht. Die volle Ladegeschwindigkeit erreicht er laut Hersteller nur an einem PD-Netzteil ab 20 W. Für Sonys FX2 ist er nicht vorgesehen.
Welcher Akku in welche Tasche?
- Sie haben eine Sony-Alpha und bisher nur einen Akku: zuerst ein zweiter Sony NP-FZ100.
- Sie fotografieren mit Canon EOS R oder einer EOS-Spiegelreflex: ein Original LP-E6NH, bei neueren Modellen vorher im Handbuch nachsehen, ob der LP-E6P vorgesehen ist.
- Sie nutzen eine Fujifilm X-T5, X-H2 oder X-S20: NP-W235 plus Doppellader BC-W235, sobald Sie zwei Akkus haben.
- Sie laden unterwegs an der Powerbank: SmallRig mit USB-C als dritter Akku, nicht als einziger.
- Sie drehen lange Videos mit Sony: Original als Basis, dazu Patona Protect und der Doppellader Twin PD.
Quellen
- Sony: NP-FZ100, technische Daten
- Sony: Ladegerät BC-QZ1
- Sony: Hilfe zur Alpha 7 IV (Akku, Laden, Laufzeit)
- Canon: Erweiterte Bedienungsanleitung EOS R6 Mark II
- Fujifilm: X-T5, technische Daten mit NP-W235
- Fujifilm: Zubehör X-T5 (BC-W235)
- Fujifilm: Laden des Akkus X-T5
- SmallRig: NP-FZ100 USB-C Akku 4265
- Patona: Protect NP-FZ100
- Patona: Premium Twin Performance PD
- techtest.org: acht LP-E6NH-Akkus nachgemessen (März 2024)
- Luftfahrt-Bundesamt: Elektronische Geräte mit Lithium-Batterien
- Luftfahrt-Bundesamt: Gefahrgut-Tipps für Passagiere
Wo Sie die Produkte bekommen
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