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Bevor Sie eine einzige Leuchte bestellen, sollten Sie eine Frage klären: Wo kommt der Strom her? Für fast jeden Privatgarten ist ein Niedervolt-System mit 12 oder 24 Volt die vernünftige Wahl, etwa das Plug & Shine von Paulmann in der warmen 2200-Kelvin-Ausführung. Es wird gesteckt statt geklemmt, und das Kabel darf oberirdisch liegen. 230 Volt gehören in den Garten, wenn Wegeleuchten fest stehen sollen. Dann aber vom Elektrobetrieb.
Was zwischen Steckdose und Leuchte passiert
Ein Niedervolt-System besteht aus drei Teilen. Ein Trafo hängt an der Außensteckdose und macht aus 230 Volt eine Kleinspannung. Paulmann arbeitet mit 24 Volt Gleichspannung, Philips Hue ebenfalls mit 24 Volt, Garden Lights mit 12 Volt. Vom Trafo läuft ein Hauptkabel durch die Beete, an das die Leuchten gesteckt werden. Paulmann wirbt ausdrücklich damit, dass keine Gräben wie bei einer 230-Volt-Installation nötig sind. Garden Lights schreibt, dass Niederspannungskabel nicht eingegraben werden müssen und jeder die Anlage ohne Installateur anschließen kann.
Bei 230 Volt sieht die Lage anders aus. Eine Leuchte mit Schukostecker an einer vorhandenen Außensteckdose braucht keinen Fachbetrieb. Sobald aber eine neue Leitung durch den Rasen zur Wegeleuchte führen soll, wird daraus eine Arbeit an der elektrischen Anlage des Hauses. Die Niederspannungsanschlussverordnung erlaubt solche Arbeiten in § 13 nur dem Netzbetreiber oder einem Installationsunternehmen, das in das Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. Kabeltyp, Tiefe im Erdreich und Absicherung legt dieser Betrieb nach den anerkannten Regeln der Technik fest. Selbst anklemmen sieht die Verordnung nicht vor.
Watt zählen, Meter messen
Rechnen müssen Sie trotzdem. Der Trafo begrenzt das System. Garden Lights rät, die Wattzahl aller Leuchten und Zubehörteile zu addieren und dann einen Trafo mit 24, 60 oder 150 Watt zu wählen, mit etwas Reserve für spätere Leuchten. Paulmann bietet Trafos mit 30, 75 und 150 VA an und setzt eine zweite Grenze: Keine Leuchte darf weiter als 50 Meter vom Trafo entfernt sitzen. Wer ein langes Grundstück hat, plant zwei Einspeisungen statt eines immer längeren Kabels.
Ein Beispiel. Drei Paulmann-Spots aus dem Basisset ziehen zusammen rund 18 Watt, der mitgelieferte Trafo hat 75 VA. Da passen später noch mehrere Strahler oder eine Pollerleuchte dazu. Beim Neso-Set von Garden Lights hängen drei 2-Watt-Strahler an einem 12-Watt-Trafo. Rechnerisch bleibt Platz für drei weitere kleine Spots, mehr nicht.
Und noch etwas sollten Sie wissen, bevor das Kabel im Beet liegt: Die Systeme sind herstellereigen. Jeder Anbieter beschreibt Erweiterungen nur mit eigenen Steckern, bei Paulmann sind Stecker und Buchsen fest am Kabel vergossen. Wer heute mit Garden Lights anfängt, kauft in drei Jahren wieder Garden Lights.
Schutzart und Lichtfarbe richtig lesen
IP44 heißt Schutz gegen Spritzwasser. Das genügt für einen Strahler im Beet, solange er nicht in einer Senke steht. Brilliant weist beim Janko ausdrücklich darauf hin, die Leuchte nicht in Mulden zu setzen, in denen sich Wasser sammeln kann. IP65 hält Strahlwasser aus, IP67 zeitweiliges Untertauchen. Für Spots, die im Winter halb im Schneematsch stecken, ist IP67 die ruhigere Wahl.
Die Lichtfarbe hat mit mehr als nur Stimmung zu tun. Das Umweltbundesamt rät in seinen Alltagstipps grundsätzlich, auf künstliche Lichtquellen im Garten zu verzichten, weil manche Insekten Lampen bis zur Erschöpfung umkreisen und Lichtverschmutzung die Lebensrhythmen von Igeln, Vögeln und Fledermäusen stört. Das Bundesamt für Naturschutz nennt als Stellschrauben Wellenlänge, Farbtemperatur, Lichtstärke und Abstrahlrichtung, dazu eine begrenzte Leuchtdauer. Praktisch heißt das: wenige Leuchten, nach unten oder gezielt auf eine Pflanze gerichtet, warmes Licht und eine Zeitschaltuhr, die um Mitternacht abschaltet. Paulmann bietet sein Sting-Set deshalb auch mit 2200 Kelvin an und begründet das damit, dass warmes, langwelliges Licht nach Studien in der Regel weniger nachtaktive Insekten anzieht als kaltweißes.
Sechs Sets und Leuchten im Vergleich
| Modell | Strom | Licht laut Hersteller | Schutzart | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Paulmann Plug & Shine Sting Basisset 2200 K | 24 V, Trafo 75 VA | 3 × 6,3 W, je 280 lm, 2200 K | IP67 | Beete und Bäume, insektenbewusst | ansehen |
| Paulmann Plug & Shine Sting Basisset 3000 K | 24 V, Trafo 75 VA | 3 × 6,4 W, je 270 lm, 3000 K | IP67 | Wer etwas weißeres Licht möchte | ansehen |
| Philips Hue Lily 3er-Pack | 24 V, Basiseinheit mit Netzteil | 3 × 8 W, 2000–6500 K und Farben | IP65 | Smart Home mit Hue Bridge | ansehen |
| Garden Lights Neso Set | 12 V, Trafo 12 W | 3 × 2 W, je 172 lm, 3000 K, 18° | IP44 | Einzelne Sträucher, kleiner Garten | ansehen |
| Garden Lights Lunia Set | 12 V, Trafo 12 W | 3 Sockelleuchten, 44 cm hoch | IP44 | Wege und Einfahrt markieren | ansehen |
| Brilliant Janko | 230 V, Schukostecker | GU10-LED 3 W, 250 lm, 3000 K | IP44 | Ein Strahler nahe der Steckdose | ansehen |
Paulmann Plug & Shine Sting Basisset 2200 K
Drei Erdspieße mit je 6,3 Watt und 280 Lumen Nennlichtstrom, dazu ein 75-VA-Trafo und das Verbindungskabel. Die Strahler sind nach IP67 geschützt und mit einem Dimmer dimmbar. Das Goldlicht mit 2200 Kelvin wirkt deutlich gelber als übliches Warmweiß. Liegt der Garten am Feldrand oder an einem Teich, ist diese Ausführung naheliegend. Unsere erste Wahl im Beet.
Paulmann Plug & Shine Sting Basisset 3000 K
Dasselbe System mit 3000 Kelvin, 6,4 Watt und 270 Lumen je Spot, 100 Grad Abstrahlwinkel. Im Karton liegen drei Leuchten, ein 75-VA-Trafo und 5 Meter Kabel mit vier Ausgängen, ein Ausgang bleibt also frei. Paulmann nennt 30.000 Stunden Lebensdauer. Wer neben Pflanzen auch eine helle Hauswand anstrahlt, kommt mit dem etwas weißeren Licht besser zurecht.
Philips Hue Lily 3er-Pack
Lily ist das Niedervolt-System von Philips Hue: drei Aluminium-Spots mit 8 Watt, IP65, weißes Licht von 2000 bis 6500 Kelvin und Farben. An eine Basiseinheit passen laut Hersteller bis zu fünf Hue-Niedervoltleuchten. Philips setzt für die Außenleuchten eine Hue Bridge voraus, die separat dazukommt. Wer bereits Hue im Haus hat, bekommt dafür Zeitpläne und Szenen in derselben App. Für alle anderen ist das System für drei Spots im Beet überdimensioniert. Mehr zu vernetzten Außenleuchten steht im Ratgeber zur smarten Außenbeleuchtung.
Garden Lights Neso Set
Der Einstieg ins 12-Volt-System von Garden Lights, einer Marke von Techmar. Drei kleine schwarze Kunststoffstrahler mit je 2 Watt und 172 Lumen, eng gebündelt auf 18 Grad. Dazu 8 Meter Hauptkabel mit vier Anschlüssen und ein 12-Watt-Trafo. IP44, nicht dimmbar, fünf Jahre Garantie. Für eine Hecke oder einen Strauch reicht das. Einen großen Baum leuchten diese Spots nicht aus.
Garden Lights Lunia Set
Drei schlanke Sockelleuchten aus Edelstahl, 44 Zentimeter hoch, mit 12-Watt-Trafo und Kabel. Befestigt werden sie mit Erdspieß oder angeschraubt. Die Lichtfarbe lässt sich laut Hersteller zwischen Weiß und Warmweiß umstellen. Einen Lumenwert nennt Garden Lights nicht. Die Lunia markiert einen Weg, eine Stolperstufe oder die Kante der Einfahrt. Zum Ausleuchten einer Fläche taugt sie nicht.
Brilliant Janko
Ein einzelner 230-Volt-Erdspieß mit schwenkbarem Kopf aus Aluminium und Glas. Brilliant liefert eine 3-Watt-LED mit GU10-Sockel, 250 Lumen und 3000 Kelvin mit, die sich später tauschen lässt. Das Kabel misst 1,4 Meter und endet im Schukostecker. Mehr als ein Kübel neben der Terrassensteckdose ist damit nicht drin. Wer mehrere Punkte im Garten will, ist mit einem Niedervolt-Set besser bedient.
So würden wir entscheiden
- Drei bis sechs Spots in Beeten und unter Bäumen: Paulmann Plug & Shine Sting in 2200 Kelvin, bei hellen Fassaden in 3000 Kelvin.
- Hue ist schon im Haus: Philips Hue Lily, sonst nicht.
- Kleiner Reihenhausgarten, ein Strauch und ein Weg: Garden Lights Neso und Lunia am selben 12-Volt-System, wenn der Trafo groß genug gewählt ist.
- Ein Strahler am Kübel direkt an der Außensteckdose: Brilliant Janko.
- Feste Wegeleuchten mit 230 Volt, neue Außensteckdose oder Erdkabel: Elektrofachbetrieb beauftragen.
- Garten ohne Strom in Reichweite: unser Ratgeber zu Solar-Gartenleuchten.
Quellen
- Paulmann: Plug & Shine Sting Basisset 2200 K (94729)
- Paulmann: Sting Einzelspot insektenfreundlich (94728)
- Paulmann: Plug & Shine Sting Basisset 3000 K (93696)
- Paulmann: Plug & Shine Trafos und Systemgrenze 50 m
- Paulmann: Montagetipp Plug & Shine
- Philips Hue: Lily Outdoor 3er-Pack
- Garden Lights: Gartenbeleuchtung anschließen
- Garden Lights: Neso Set
- Garden Lights: Lunia Set
- Brilliant: Janko LED-Außenerdspieß
- Niederspannungsanschlussverordnung, § 13
- Umweltbundesamt: Mit Nützlingen gärtnern
- Bundesamt für Naturschutz: Gefährdungsursachen und Handlungsbedarf
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