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Im Herbst stehen in der Werkstatt zwei Fragen nebeneinander, die gern verwechselt werden. Braucht mein neuer Winterradsatz eigene Sensoren? Und lohnt sich ein Nachrüstsystem für Wagen, die ab Werk keins haben? Unsere klare Antwort für Autos mit direkt messendem RDKS: Lassen Sie programmierbare Universalsensoren wie den Schrader EZ-sensor GO einbauen und vom Monteur auf Ihr Fahrzeug einstellen. Für den Wohnwagen ist ein eigenständiges System mit Anzeige im Zugfahrzeug der sinnvollere Weg, etwa das TireMoni TM-210-2.
Erst klären, welches System im Auto steckt
Seit 2014 müssen Neuwagen in der EU ein Reifendruck-Kontrollsystem haben. Das schreibt der ADAC, und er unterscheidet zwei Bauarten. Direkt messende Systeme haben in jedem Rad einen Sensor für Druck und Temperatur, meist am Ventil. Sie zeigen den Druck pro Rad an und messen nach ADAC auf etwa 0,1 bar genau. Indirekte Systeme kommen ohne Sensor im Rad aus. Sie werten über die Drehzahlfühler aus, wie die Räder abrollen, reagieren langsamer und zeigen oft nicht, welcher Reifen betroffen ist.
Für den Kauf ist das der Dreh- und Angelpunkt. Wer ein indirektes System fährt, braucht für die Winterräder nichts. Nach dem Radwechsel und dem Einstellen des vorgeschriebenen Drucks genügt ein Tastendruck zum Neuinitialisieren. Steht in der Bedienungsanleitung sinngemäß, das System messe nicht den tatsächlichen Fülldruck, ist es ein indirektes. Im Zweifel fragen Sie den Händler.
Bei direkten Systemen gilt etwas anderes. Wegen der Ausrüstungspflicht müssen laut ADAC beide Rädersätze Sensoren tragen, Sommer- und Winterräder. Bestellen Sie Winterkompletträder im Netz, prüfen Sie deshalb vor dem Klick, ob Sensoren verbaut sind und zu Ihrem Fahrzeug passen. Wie Sie Reifen und Felgen für den Winter auswählen, steht in unserem Ratgeber zu Winterreifen.
Sensor tauschen und anlernen: was in der Werkstatt passiert
Programmierbare Universalsensoren kommen leer. Sie funktionieren erst, wenn ein RDKS-Programmiergerät das Protokoll Ihres Fahrzeugs aufspielt. Danach lernt das Auto die neuen Sensoren an, je nach Modell selbstständig während der Fahrt oder über ein Diagnosegerät. Moderne Sensoren müssen nach dem ersten Anlernen laut ADAC nicht nach jeder Druckkorrektur neu initialisiert werden.
Zwei Details entscheiden, ob das reibungslos klappt. Das erste ist die Funkfrequenz. In Europa senden die Sensoren auf 433 MHz. Der Hersteller Alligator weist in seinem Datenblatt darauf hin, dass 315 MHz im Europäischen Wirtschaftsraum nicht verwendet werden darf und das Programmiergerät deshalb auf die Region „EU“ stehen muss. Bei Importfahrzeugen aus den USA lohnt die Nachfrage.
Das zweite ist das Ventil. Schrader empfiehlt, bei jedem Reifenwechsel das Servicekit zu erneuern, also Ventileinsatz, Kappe, Schraube und bei Metallventilen Dichtung und Mutter. Die Teile sind für den einmaligen Gebrauch gedacht. Kurz: Wer Reifen wechselt, bezahlt das Kit mit.
Und die Batterie? Sie ist im Sensor eingegossen. Der ADAC nennt fünf bis acht Jahre, bis die meisten Sensoren getauscht werden müssen, an anderer Stelle sechs bis zehn. Ein Winterradsatz, der mit gebrauchten Sensoren gekauft wird, hat also womöglich schon einen guten Teil seiner Lebenszeit hinter sich.
Sechs Sensoren und Systeme im Vergleich
| Modell | Art | Eckdaten laut Hersteller | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Schrader EZ-sensor GO | Universalsensor, programmierbar | Gummi-Snap-in oder Alu-Clamp-in (0 bis 40 Grad), bis 300 km/h, 99 % Abdeckung des europäischen Fahrzeugbestands | Zweiter Radsatz bei Autos mit direktem RDKS | ansehen |
| Huf IntelliSens | Universalsensor, programmierbar | Protokolle auf dem Sensor, Update über das RDKS-Gerät, über 97 % Abdeckung | Werkstätten mit Huf-Ausstattung, Fahrzeuge mit Huf-Erstausrüstung | ansehen |
| TireMoni TM-150-NST | Nachrüstsystem, 4 Sensoren | 0 bis 5,5 bar, Genauigkeit 0,07 bar (0 bis 4 bar), ECE R-64 | Pkw ohne RDKS ab Werk | ansehen |
| Tymate M12-3 | Nachrüstsystem mit Ventilkappen-Sensoren | 0 bis 87 psi, etwa ±3 psi, Solar und USB-C, Sensoren IP67 | Ältere Autos, Zweitwagen | ansehen |
| TireMoni TM-210-2 | Nachrüstsystem, 2 Sensoren | bis 11 bar, Genauigkeit 0,14 bar, auf 4 Sensoren erweiterbar | Einachs-Wohnwagen | ansehen |
| TireMoni TM-210 | Nachrüstsystem, 4 Sensoren | bis 11 bar, Genauigkeit 0,14 bar, 10 g je Sensor | Wohnmobile und Transporter bis 4,5 t, Tandemachser | ansehen |
Schrader EZ-sensor GO
Schrader stellt nach eigenen Angaben in rund der Hälfte aller Neuwagen weltweit die Erstausrüstung. Der EZ-sensor GO ist die aktuelle Universalgeneration, wahlweise mit Gummiventil oder mit Aluventil in Silber, Schwarz oder Titangrau. Laut Hersteller lässt er sich mit allen gängigen freien RDKS-Geräten programmieren und deckt 99 Prozent des europäischen Fahrzeugbestands ab. Für einen neuen Winterradsatz ist er unser Favorit. Der Grund ist schlicht. Schrader führt eine lange Liste passender Programmiergeräte auf, von Bartec über ATEQ bis zum eigenen ST-1.
Huf IntelliSens
Huf aus Velbert liefert RDKS-Sensoren an Autohersteller und bietet für den freien Markt den Universalsensor IntelliSens an, inzwischen unter dem Namen BH SENS. Auf dem Sensor liegen bereits Protokolle; neue Fahrzeugmodelle kommen per Update über das Programmiergerät dazu. Die Abdeckung gibt der Hersteller mit über 97 Prozent der zugelassenen Fahrzeuge an. Eine echte Alternative, wenn Ihre Werkstatt mit Huf arbeitet.
TireMoni TM-150-NST
Die Pflicht betrifft laut ADAC Neuwagen ab 2014. Ältere Autos lassen sich trotzdem nachrüsten. Dieses System misst laut Hersteller zwischen 0 und 5,5 bar und bis 4 bar auf 0,07 bar genau, mit 10 Gramm je Sensor. Warnschwellen für zu niedrigen und zu hohen Druck sowie Temperatur lassen sich je Achse einstellen. Gedacht ist es für Pkw der Klassen M1 und M1G mit vier Rädern.
Tymate M12-3
Die Sensoren werden statt der Ventilkappe aufgeschraubt, eine Werkstatt braucht es dafür nicht. Das Anzeigegerät lädt über eine Solarfläche oder USB-C. Laut Hersteller misst das System 0 bis 87 psi, also bis etwa 6 bar, mit einer Abweichung von rund 3 psi. Das sind gut 0,2 bar und damit gröber als die TireMoni-Geräte. Als Frühwarnung für einen schleichenden Plattfuß reicht das. Den Luftdruck stellen Sie trotzdem mit einem genauen Prüfer ein.
TireMoni TM-210-2
Ein Wohnwagen steht oft monatelang. Der ADAC beobachtet, dass der Druck bei Wohnwagen meistens zu selten kontrolliert wird, und rät dringend zur Prüfung vor jeder längeren Fahrt. Genau hier setzt das TM-210-2 an. Zwei Sensoren für die Achse eines Einachsers, die Anzeige liegt im Zugfahrzeug. Messbereich bis 11 bar, Genauigkeit 0,14 bar, die Montage dauert nach Herstellerangabe rund fünf Minuten ohne Initialisierung. Ein Diebstahlschutz für die Sensoren liegt bei.
TireMoni TM-210
Die Variante mit vier Sensoren richtet sich laut Hersteller an Wohnmobile und Kleintransporter mit vier Rädern bis 4,5 Tonnen. Für Tandem-Wohnwagen kommt sie ebenso in Frage, alternativ das TM-210-2 mit zwei zusätzlichen Sensoren. Bei Wohnmobilen ist ein Detail aus dem ADAC-Rat wichtig: Die 4,5 bar, die Basisfahrzeug-Hersteller für die Hinterachse nennen, gelten für Volllast. Ein 3,5-Tonner kommt in der Regel mit 3,8 bis 3,9 bar aus.
So würden wir entscheiden
- Auto mit direktem RDKS, neuer Winterradsatz: Universalsensoren wie den Schrader EZ-sensor GO oder Huf IntelliSens von der Reifenwerkstatt programmieren lassen, Servicekit bei jedem Reifenwechsel.
- Auto mit indirektem RDKS: keine Sensoren kaufen, nach dem Radwechsel neu initialisieren.
- Älteres Auto ohne RDKS: TireMoni TM-150-NST, wenn Ihnen Genauigkeit wichtig ist. Das Tymate M12-3 genügt als einfacher Wächter.
- Einachs-Wohnwagen: TireMoni TM-210-2. Tandemachser und Wohnmobil: TM-210 mit vier Sensoren.
Ein System ersetzt den Blick aufs Manometer nicht. Der ADAC empfiehlt, den Druck mindestens alle 14 Tage zu prüfen, auch mit RDKS. Wer dafür zu Hause pumpen möchte, findet Geräte im Ratgeber zu Akku-Reifenfüllern. Und wer den Wohnwagen erst noch anhängen muss: Hinweise zur passenden Kupplung stehen im Ratgeber zur Anhängerkupplung.
Quellen
- ADAC: Reifendruck-Kontrollsystem
- ADAC: Reifendruck bei Wohnmobil und Wohnwagen
- Schrader: Produktbroschüre TPMS (PDF)
- Huf: neue Generation IntelliSens
- BH SENS: Universalsensoren
- Alligator: Datenblatt sens.it RS+ (PDF)
- TireMoni: TM-150-NST
- TireMoni: TM-210-2
- TireMoni: TM-210
- Tymate: M12-3
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