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Wer zum ersten Mal eine Japansäge kauft, greift oft zur feinsten Zahnung, die er finden kann. Für eine Fuge in Buche ist das richtig, für eine Dachlatte aus Fichte eine Geduldsprobe. Für den Einstieg empfehlen wir deshalb eine Ryoba mit zwei Zahnreihen, etwa die Kirschen Feinschnittsäge 4420240: eine Seite für Schnitte quer zur Faser, die andere für Schnitte längs. Rückensäge und Kataba kommen später, wenn klar ist, was in der Werkstatt wirklich anfällt.
Der Grund liegt in der Bauweise. Eine Japansäge schneidet auf Zug. Das Blatt wird dabei gespannt statt gestaucht und darf deshalb viel dünner sein als bei einer europäischen Stoßsäge. Dünnes Blatt heißt schmale Fuge, weniger Kraft, sauberere Kante. Es heißt aber auch: Wer mit Kraft schiebt, riskiert ein verbogenes Blatt.
Ryoba, Dozuki, Kataba: Welche Form für welchen Schnitt?
Die Ryoba hat auf beiden Kanten Zähne. Die gröbere Seite ist für Längsschnitte gedacht, die feinere für Querschnitte. Weil kein Rücken im Weg ist, sägt sie auch tiefer als die Blattbreite, zum Beispiel beim Auftrennen einer Leiste. Für Heimwerker, die mal einen Zapfen schneiden und mal ein Regalbrett kürzen, ist sie die vielseitigste Form.
Die Dozuki trägt einen Metallrücken, der das hauchdünne Blatt steif hält. Damit gelingen Schwalbenschwänze, Gehrungen und Zapfenschultern sehr genau. Der Rücken begrenzt allerdings die Schnitttiefe. Bei der Gyokucho-Dozuki nennt der Hersteller 35 Millimeter Materialstärke als Obergrenze.
Die Kataba liegt dazwischen. Sie hat nur eine Zahnreihe, aber keinen durchgehenden Rücken. Das macht sie zur Wahl für tiefe Querschnitte, etwa beim Ablängen von Kanthölzern, und für bündige Schnitte, bei denen eine zweite Zahnreihe die Fläche zerkratzen würde.
Zahnteilung verstehen: TPI, Millimeter und die japanische Zählweise
Europäische Hersteller geben die Zahnung meist in TPI an, also Zähne pro Zoll. Japanische nennen den Abstand von Zahnspitze zu Zahnspitze in Millimetern. Umrechnen ist einfach: 25,4 geteilt durch die Teilung in Millimetern ergibt die TPI. Eine Teilung von 1,7 mm entspricht also rund 15 TPI, eine von 1,0 mm rund 25 TPI. Silky zählt wiederum Zähne pro 30 Millimeter.
Unsere Faustregel: unter 10 TPI für Längsschnitte und weiches Bauholz, 15 bis 20 TPI für saubere Querschnitte in Möbelholz, über 20 TPI für feine Verbindungen und dünne Werkstücke. Je feiner die Zahnung, desto glatter die Kante und desto länger dauert der Schnitt. In 40 Millimeter Eiche merkt man das deutlich.
Mindestens so wichtig ist die Blattstärke. Sie bestimmt, wie breit die Fuge wird und wie empfindlich das Blatt ist. Die Spanne bei unserer Auswahl reicht von 0,3 mm bei der Gyokucho-Dozuki bis 0,6 mm bei Bosch. Und das Ersatzblatt? Alle sechs Sägen hier haben wechselbare Blätter, bei Kirschen, Silky und Bosch sind die Zähne laut Hersteller gehärtet. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob es das passende Blatt unter eigener Nummer gibt. Sonst wird aus einer stumpfen Säge ein Neukauf.
Sechs Japansägen und ihre Eckdaten
| Modell | Bauart, Blattlänge | Zahnung laut Hersteller | Blattstärke, Ersatzblatt | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Kirschen Feinschnittsäge 4420240 | Ryoba, 240 mm | 17 und 9 TPI | keine Angabe, Ersatzblatt 4321240 | Einstieg, Möbelbau und Ausbau | ansehen |
| Gyokucho Blue Hard 650 | Ryoba, 240 mm | Teilung 1,7 mm (rund 15 TPI) | 0,5 mm, Ersatzblatt S-650 | trockenes Möbelholz, Zapfen und Schlitze | ansehen |
| Silky Hibiki Ryoba 210 | Ryoba, 210 mm | 22 und 10 Zähne je 30 mm | Schnittfuge 0,95 mm, Ersatzblätter erhältlich | Hartholz, feine Schreinerarbeit | ansehen |
| Gyokucho Razorsaw Dozuki 370 | Dozuki, 240 mm | Teilung 1,0 mm (rund 25 TPI) | 0,3 mm, Ersatzblatt S-370 | Schwalbenschwänze, Gehrungen | ansehen |
| Bosch Japansäge Kataba 270 mm | Kataba, 270 mm | 17 TPI | 0,6 mm, Ersatzblatt 1600A02ZB8 | Ablängen, bündige Schnitte | ansehen |
| Kirschen Mini-Feinschnittsäge 4430185 | Feinschnittsäge, 185 mm | 20 TPI | keine Angabe, Blatt wechselbar | Dübel und Zapfen bündig absägen | ansehen |
Kirschen Feinschnittsäge 4420240
Kirschen fertigt seine Zugsägen nach japanischem Güteverfahren. Die 4420240 ist eine Ryoba mit 240 mm Blatt, 17 TPI auf der feinen und 9 TPI auf der groben Seite. Die Zahnspitzen sind laut Hersteller induktiv gehärtet, das Material hat 61 HRC. Das Blatt sitzt in einem Schnellwechselsystem, Ersatz gibt es als 4321240. Eine Angabe zur Blattstärke fehlt. Für den ersten Kauf ist sie unsere Wahl, weil beide Zahnungen alltagstauglich sind und Kirschen das Ersatzblatt als eigenen Artikel führt.
Gyokucho Blue Hard 650
Gyokucho sitzt in Miki in der Präfektur Hyogo und vertreibt die Sägen unter dem Namen Razorsaw. Für die Blue Hard 650 nennt der Hersteller 240 mm Blattlänge, 0,5 mm Blattstärke, 1,7 mm Teilung und 0,83 mm Schnittfuge. Gyokucho führt sie als Säge für den Innenausbau und trockenes Holz, der Winkel des Blatts lässt sich verstellen. Für feine Arbeiten gibt es die 651 mit 1,3 mm Teilung und 0,45 mm Blatt.
Silky Hibiki Ryoba 210
Silky führt neben Astsägen auch Werkstattsägen. Die Hibiki ist laut Hersteller für feine Schreinerarbeit entwickelt. Silky Europe nennt 210 mm Blattlänge, 22 und 10 Zähne je 30 mm, umgerechnet etwa 19 und 8,5 TPI, und eine Schnittfuge von 0,95 mm. Die Zähne sind nicht geschränkt und impulsgehärtet, ausgelegt ist sie für Hartholz. Mit 210 mm ist sie kürzer als die anderen Ryoba. Bei breiten Brettern bedeutet das mehr Züge.
Gyokucho Razorsaw Dozuki 370
Feiner als die 370 ist keine der sechs Sägen: 0,3 mm Blatt, 1,0 mm Teilung. Die Fuge misst laut Gyokucho nur 0,46 mm. Werkstücke bis 35 mm Stärke lassen sich damit sauber trennen, darüber stößt der Rücken auf. Für Längsschnitte in sehr hartem Holz bietet Gyokucho die 372 mit 1,3 mm Teilung an. Als einzige Säge zum Ablängen taugt die Dozuki nicht, als zweite Säge neben einer Ryoba schon.
Bosch Japansäge Kataba 270 mm
Bosch setzt auf SK5-Stahl, 17 TPI und dreifach geschliffene Zähne mit 61 bis 68 HRC. Das Blatt ist 0,6 mm stark und 270 mm lang, eine kurze Rückenstütze soll es bei Quer- und Diagonalschnitten führen. Gewechselt wird es mit einem Innensechskantschlüssel, Ersatz trägt die Nummer 1600A02ZB8. Wer Sockelleisten und Kanthölzer kürzt, findet hier das längste Blatt der sechs. Für feine Verbindungen ist das Blatt eher zu dick.
Kirschen Mini-Feinschnittsäge 4430185
Klein, aber nützlich. Kirschen nennt als Einsatz überstehende Dübel und Zapfen, die bündig abgesägt werden sollen. Das 185 mm lange Blatt hat 20 TPI, ist flexibel und wechselbar. Ein Sägezahnschutz liegt bei. Als Hauptsäge ist sie zu kurz. Als Ergänzung für den Möbelbau dagegen sehr praktisch.
Pflege und Aufbewahrung
Kirschen empfiehlt, die Klinge regelmäßig mit einem leichten Ölfilm gegen Rost zu schützen. Silky rät, das Blatt sauber zu halten, Harz lasse sich mit Olivenöl lösen. Hängen Sie die Säge auf oder stecken Sie den mitgelieferten Zahnschutz auf. Ein 0,3-mm-Blatt hat lose in der Werkzeugkiste nichts verloren. Spannen Sie das Werkstück fest ein, auf einer stabilen Werkbank und mit passenden Schraubzwingen.
So würden wir entscheiden
- Eine Säge für fast alles im Heimwerkeralltag: Kirschen Feinschnittsäge 4420240 als Ryoba.
- Möbelbau mit dünnem Blatt und schmaler Fuge: Gyokucho Blue Hard 650, bei viel Hartholz die feinere 651.
- Viel Eiche, Esche oder Nussbaum: Silky Hibiki, wenn 210 mm Blattlänge reichen.
- Schwalbenschwänze und Gehrungen: Gyokucho Dozuki 370 als zweite Säge.
- Leisten und Kanthölzer ablängen: Bosch Kataba 270 mm.
- Dübel bündig absägen: Kirschen Mini-Feinschnittsäge 4430185.
Geschwungene Konturen schafft keine dieser Sägen. Dafür ist eine Stichsäge das richtige Werkzeug.
Quellen
- Kirschen: Feinschnittsäge mit Korkgriff 240 mm
- Kirschen: Mini-Feinschnittsäge mit Korkgriff 185 mm
- Kirschen: Ersatzsägeblätter
- Gyokucho: Razorsaw Seiun Blue Hard (Datentabelle, japanisch)
- Gyokucho: Razorsaw Dozuki (Datentabelle, japanisch)
- Silky Europe: Hibiki Ryoba 210-22/10
- Bosch: Japansäge Kataba 270 mm
- Bosch: Ersatzblatt Kataba/Dozuki 270 mm
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