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Marderabwehr fürs Auto 2026: Hochspannung oder Ultraschall

Marderabwehr fürs Auto 2026: was laut ADAC hilft, warum Kombigeräte mit Hochspannung vorn liegen, was die Kasko zahlt und was bei E-Autos gilt.

Redaktion handgetestet · Zuletzt aktualisiert: 02.11.2026
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Auch im VergleichKemo M176 MarderabwehrSelbstschrauber mit Verbrenner und viel Metall im MotorraumBei Amazon ansehenPartnerlink

Redaktionelle Auswahl nach Recherche, nicht selbst getestet. Gründe und Einschränkungen stehen im Text.

Inhalt14 Abschnitte

Ein reines Ultraschallgerät im Motorraum deckt nur die Hälfte dessen ab, was der ADAC als Marderschutz beschreibt. Als bewährt nennt der Club Elektroschockgeräte nach dem Prinzip eines Weidezauns, den Ultraschall beschreibt er nur. Für die meisten Autos raten wir deshalb zu einem Kombigerät aus Hochspannung und Ultraschall mit eigener Batterie, der STOP&GO 8 PLUS-MINUS. Er hängt nicht am Bordnetz, und der Hersteller nennt ihn ausdrücklich für Elektro-, Hybrid- und Gasantriebe geeignet.

Bevor es um Geräte geht, lohnt ein Blick auf das Tier. Wer versteht, warum der Marder zubeißt, kauft anders.

Warum der Marder zubeißt

Es geht ums Revier. Marder markieren ihr Revier mit Duftspuren, und auf die Spuren eines Artgenossen reagieren sie laut ADAC besonders aggressiv. Wer abwechselnd in zwei Revieren parkt, etwa zu Hause und am Arbeitsplatz, bringt den fremden Geruch mit. Dann trifft es Schläuche, Zündkabel, Dämmmatten und Achsmanschetten. Die Folgen reichen nach Angaben des ADAC vom unrunden Motorlauf bis zum Motorschaden; heikel wird es bei angebissenen Bremsschläuchen.

Die Zahlen des Gesamtverbands der Versicherer (GDV) für 2024: rund 252.000 Marderschäden an kaskoversicherten Autos, ein Aufwand von etwa 157 Millionen Euro, 6,1 Schäden je 1.000 versicherte Pkw. Gemeldet werden laut ADAC die meisten zwischen April und Juli. Daraus folgt der erste Schritt, der vor jedem Gerät kommt. Nach einem Marderbesuch gehört der Motorraum fachgerecht gewaschen, sonst lockt die alte Duftmarke den nächsten Rivalen an. STOP&GO verlangt in seiner Einbauanleitung vor der Montage eine gründliche Reinigung von Motorraum, Unterboden und Radkästen.

Strom, Schall oder beides?

Hochspannungsgeräte verteilen kleine Kontaktplatten an den Stellen, an denen der Marder klettert und beißt. Berührt er eine Platte, bekommt er einen kurzen Schlag. Die Spannung liegt bei den Geräten unten zwischen etwa 200 und 400 Volt, der Strom ist laut ADAC ungefährlich. Entscheidend ist die Bauart der Platten. Kemo erklärt es am eigenen Sortiment: Bei Doppelplatten mit Plus- und Minuspol berührt der Marder beide Pole derselben Platte und muss dafür nicht auf Metall stehen. Einpolige Platten wie beim Kemo M176 arbeiten dagegen gegen die Fahrzeugmasse. In Motorräumen mit viel Kunststoff ist die Doppelplatte deshalb die sicherere Wahl.

Ultraschall ist einfacher. Ein Lautsprecher sendet wechselnde Frequenzen; bei fünf der sechs Geräte unten liegen sie zwischen 20 und 25 Kilohertz. Zwei Grenzen nennt Kemo selbst. Ultraschall breitet sich laut Anleitung wie Licht aus, hinter Bauteilen entstehen Schatten, in denen nichts ankommt. Und eine Garantie, dass der Marder in jedem Fall verschwindet, übernimmt der Hersteller ausdrücklich nicht. Der Ton allein ist also ein Versuch, die Platte eine Barriere.

Bei Haustieren lohnt Vorsicht. Gardigo verkauft für den Garten einen Tiervertreiber, dessen Einstellung 19,5 bis 23,5 Kilohertz ausdrücklich gegen Hunde, Katzen und Marder gerichtet ist. Das ist genau der Bereich, in dem die Autogeräte arbeiten. Schläft in Ihrer Garage eine Katze oder ein Hund, sollten Sie das vor dem Kauf bedenken und im Zweifel beim Hersteller nachfragen. Auch Menschen hören je nach Gerät und Gehör die Signale, schreibt der ADAC.

Bordnetz oder eigene Batterie

Geräte am 12-Volt-Netz laufen ohne Batteriewechsel, ziehen aber ständig Strom. Wie viel, unterscheidet sich enorm. STOP&GO gibt für den 7 PLUS-MINUS CLIP etwa 0,2 Milliampere an, Gardigo für den Marder-Schock Profi im Mittel 30 Milliampere. Bei drei Wochen Urlaub sind das rund 15 Amperestunden aus der Starterbatterie. Gardigo und Kemo schalten ihre Geräte bei 11 beziehungsweise 11,5 Volt ab. Wer sein Auto oft lange stehen lässt, findet im Ratgeber zur Autobatterie mehr zum Ruhestrom und im Ratgeber zum Batterieladegerät Geräte zur Erhaltungsladung.

Der ADAC Südbayern rät bei Ultraschallgeräten zu Modellen mit eigener Batterie, weil bei neueren Autos sonst Störungen der Bordelektronik auftreten können. Batteriegeräte verlangen dafür Pflege: Knopfzellen oder Mignonzellen müssen je nach Modell nach etwa 12 bis 18 Monaten erneuert werden.

Elektroauto und Hybrid: ein Fall für die Werkstatt

Bisse in Hochvoltleitungen sind laut ADAC selten. Elektroautos fehlen Bauteile wie Zündkabel, und die orangefarbenen Leitungen sind dick isoliert. Trifft es doch eine, wird es aufwendig: Hochvoltkabel dürfen nach Angaben des ADAC aus Sicherheitsgründen nicht repariert werden, getauscht wird der ganze Kabelsatz. Die Reparatur kann nach ADAC-Angaben schnell vierstellig werden.

Unsere klare Meinung dazu: An einem Auto mit Hochvoltsystem gehört eine Marderabwehr nicht in die Hände von Laien. Der ADAC verlangt für Hochspannungsgeräte generell einen sach- und fachgerechten Einbau, STOP&GO empfiehlt für den 8 PLUS-MINUS die Fachwerkstatt, und Hyundai rät bei seinen Hochspannungssets zum Vertragshändler. Fragen Sie dort nach einer Werkstatt mit Hochvolt-Qualifikation. Ein zweiter Grund: STOP&GO bearbeitet Gewährleistungsansprüche für dieses Gerät laut Anleitung nur mit Werkstattrechnung.

Was die Kasko zahlt und was nicht

Die Kfz-Haftpflicht zahlt am eigenen Auto nichts. Teil- und Vollkasko übernehmen Marderschäden in der Regel, aber nicht immer vollständig. Manche Tarife ersetzen laut GDV nur die angebissenen Teile. Andere zahlen nach Angaben von GDV und ADAC auch Folgeschäden, etwa einen überhitzten Motor nach einem durchgebissenen Kühlwasserschlauch oder ein defektes Achsgelenk nach einer zerstörten Manschette. Suchen Sie in Ihren Bedingungen nach dem Wort „Folgeschäden“. Eine Marderabwehr ersetzt diesen Blick in den Vertrag nicht.

Vertreiben ja, verletzen nein

Der Steinmarder ist nach Paragraf 2 des Bundesjagdgesetzes Wild. Ihm nachzustellen, ihn zu fangen oder zu töten, ist Jagdausübung und damit Sache der Jagdberechtigten. Fallen und Gift scheiden für Autobesitzer also aus. Die hier vorgestellten Geräte vergrämen nur. Kemo beschreibt seine Stromstöße als schwach, sie sollen verjagen und nicht töten; STOP&GO baut eine Schaltung ein, die nach jedem Schlag Zeit zur Flucht lässt. Hundehaare, WC-Steine oder Duftsäckchen hält der ADAC Südbayern für unzuverlässig; meist genügt eine Fahrt im Regen, und der Duft ist weg.

Sechs Geräte, nach Bauart sortiert

ModellPrinzipStromEckdaten laut HerstellerFür wenAngebot (Partnerlink)
STOP&GO 8 PLUS-MINUS (07544)Hochspannung und Ultraschall2 Knopfzellen CR2477, bis 18 Monate6 Doppelplatten, ca. 300 V, 20–25 kHz, IP65Elektro, Hybrid, Gas und alle ohne Bordnetzanschluss
STOP&GO 7 PLUS-MINUS CLIP (07553)Hochspannung und Ultraschall12 V Bordnetz, ca. 0,2 mA6 Clip-Doppelplatten, ca. 300 V, 20–25 kHzVerbrenner mit Einbau in der Werkstatt
Kemo M176Hochspannung und Ultraschall12 V Bordnetz, unter 5 mA, Abschaltung unter 11,5 V6 einpolige Platten, 200–300 V, ca. 22 kHz, Gerät IP65Selbstschrauber mit Verbrenner und viel Metall im Motorraumansehen
Kemo M229Hochspannung und Ultraschall4 Mignonzellen, etwa 1 Jahr6 Doppelplatten, 220–260 V, 21–24,5 kHzBatteriegerät mit Kemo-Plattenansehen
Gardigo Marder-Schock Profi (78520)Hochspannung, Ton und Lichtblitze12 V Bordnetz, im Mittel 30 mA, Abschaltung unter 11 V4 Module, 400 V, 12–24 kHz, IP65Verbrenner, der täglich gefahren wirdansehen
STOP&GO Batterie-Ultraschallgerät (07580)nur Ultraschall2 Mignonzellen, bis 12 Monate21–25 kHz, ca. 85 dBÜbergangslösung oder Zweitwagenansehen

STOP&GO 8 PLUS-MINUS

Unser Favorit, weil er drei Probleme auf einmal löst. Sechs Doppelplatten wirken auch auf Kunststoff, zwei Knopfzellen ersetzen den Anschluss ans Bordnetz, und ein Sensor schaltet das Gerät bei laufendem Motor ab. Nach Herstellerangaben liegen etwa 300 Volt an den Platten, der Ultraschall arbeitet mit 20 bis 25 Kilohertz und wechselnder Frequenz. STOP&GO gibt 48 Monate Gewährleistung auf die Funktion. Der Nachteil: Die Zellen müssen spätestens nach rund anderthalb Jahren getauscht werden, eine rote LED meldet das.

STOP&GO 7 PLUS-MINUS CLIP

Technisch der Bruder am Bordnetz. Die Clip-Platten lassen sich an beliebiger Stelle des Hochspannungskabels anklemmen, ein Anschluss an Klemme 15 ist laut Hersteller nicht nötig. Mit rund 0,2 Milliampere belastet er die Starterbatterie kaum. Für Verbrenner, die regelmäßig gefahren werden, ist das eine solide Wahl ohne Batteriewechsel.

Kemo M176

Ein Gerät für Leute, die selbst Kabel verlegen. Kemo liefert sechs verschiebbare Edelstahlplatten, ein spritzwassergeschütztes Grundgerät nach IP65 und einen Ultraschall um 22 Kilohertz. Die Anleitung ist ehrlich und genau: mindestens 5 Millimeter Abstand der Platten zu spannungsführenden Teilen, nach dem Abschalten bis zu drei Minuten Restspannung, keine Platte in Nässe. Die Platten arbeiten gegen Masse. Das macht den M176 eher zu einem Kandidaten für ältere Autos mit viel Blech.

Kemo M229

Kemos Antwort auf das Bordnetzproblem. Vier Mignonzellen halten laut Hersteller etwa ein Jahr, die sechs Doppelplatten liefern 220 bis 260 Volt. Ein Vibrationssensor schaltet das Gerät beim Fahren ab, der Ultraschall pulst in zufälligen Abständen zwischen 21 und 24,5 Kilohertz. Wer die Wahl hat, vergleicht ihn direkt mit dem STOP&GO 8.

Gardigo Marder-Schock Profi

Drei Reize statt zwei: Hochspannung mit 400 Volt an vier Modulen, ein wechselnder Ton zwischen 12 und 24 Kilohertz und Lichtblitze. Mit 12 Kilohertz beginnt der Ton deutlich unterhalb der übrigen Geräte, und Menschen hören solche Signale je nach Gerät mit, schreibt der ADAC. Gravierender sind die 30 Milliampere Ruhestrom. Für ein Auto, das wochenlang steht, passt das nicht. Gardigo selbst empfiehlt den Einbau durch Fachpersonal.

STOP&GO Batterie-Ultraschallgerät

Klein, ohne Kabel, in Minuten montiert. Zwei Mignonzellen reichen laut Hersteller bis zu zwölf Monate, der Lautsprecher arbeitet zwischen 21 und 25 Kilohertz. Es bleibt ein reines Ultraschallgerät. Als Übergang bis zum Werkstatttermin oder für einen Zweitwagen in der Garage taugt es, als einziger Schutz nach einem echten Marderschaden nicht.

So würden wir entscheiden

  • Elektroauto, Plug-in-Hybrid oder Gasantrieb: STOP&GO 8 PLUS-MINUS, eingebaut in einer Werkstatt mit Hochvolt-Qualifikation.
  • Verbrenner, täglich unterwegs: STOP&GO 7 PLUS-MINUS CLIP am Bordnetz.
  • Sie schrauben selbst und der Motorraum hat viel Metall: Kemo M176, mit der Anleitung in der Hand.
  • Batteriegerät gesucht, aber nicht von STOP&GO: Kemo M229.
  • Nur für die Zeit bis zum Einbau: STOP&GO Batterie-Ultraschallgerät, vorher den Motorraum waschen lassen.

Quellen

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