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Wer einen Dachträger kauft, sucht meist zuerst nach Marke und Profil. Die richtige Reihenfolge ist umgekehrt: erst das Dach bestimmen, dann den Fuß, dann die Traverse. Bei Reling oder Fixpunkten raten wir zum Thule WingBar Evo mit dem passenden Fußsatz, für Fahrräder auf dem Dach zum Thule ProRide. Ob das Ganze dann auch tragen darf, entscheidet allerdings nicht der Träger. Das entscheidet Ihr Auto.
Offene oder geschlossene Reling: Was hat mein Auto eigentlich?
Schauen Sie seitlich auf das Dach. Passt zwischen Reling und Blech eine Hand oder zumindest ein paar Finger, ist es eine offene, erhöhte Reling. Liegt die Leiste ohne Spalt auf, spricht man von geschlossener, integrierter oder bündiger Reling. Thule führt dafür getrennte Füße: den Evo Raised Rail für die erhöhte und den Evo Flush Rail für die bündige Variante. Bei der offenen Reling umgreift der Fuß das Rohr. Bei der geschlossenen klemmt er sich an die Leiste und braucht dazu ein fahrzeugspezifisches Montagekit.
Ohne Reling gibt es zwei Fälle. Manche Hersteller setzen unter kleinen Abdeckungen im Dach Fixpunkte, also vorbereitete Gewinde oder Profile. Dort schraubt ein Fixpoint-Fuß den Träger direkt fest. Fehlt auch das, bleibt ein Klemmfuß, der sich in den Türrahmen hakt. Das funktioniert, setzt aber ein genau passendes Kit voraus und ist die Bauart, bei der eine falsche Bestellnummer am schnellsten auffällt.
Die verlässlichste Antwort liefern die Fahrzeugsuchen der Trägerhersteller. Geben Sie dort Modell, Baujahr und Karosserieform ein. Ein Kombi und eine Limousine derselben Baureihe können ganz unterschiedliche Teile brauchen.
Wie viel darf aufs Dach? Die Zahl steht nicht im Fahrzeugschein
Ein verbreiteter Irrtum. In der Zulassungsbescheinigung Teil I stehen zulässiges Gesamtgewicht und Achslasten, die Dachlast fehlt. Laut ADAC finden Sie sie nur in der Betriebsanleitung. Die Spanne ist groß: Der ADAC nennt für den Ford Puma 1.0 EcoBoost Hybrid ST PowerShift 25 kg, für die Audi-A3-Limousine 75 kg und für den Audi A6 Avant 100 kg. Bei manchen Modellen ist gar keine Dachlast freigegeben.
Gerechnet wird so: Dachlast minus Gewicht des Trägers minus Gewicht des Aufbaus ergibt, was Sie noch laden dürfen. Ein Rechenbeispiel mit 75 kg Dachlast: Angenommen, Traversen und Füße wiegen zusammen 6 kg, dazu kommen zwei Fahrradhalter mit je 4,2 kg. Dann bleiben für die Räder gut 60 kg. Zusätzlich gilt die Traglast des Trägers selbst. Erlaubt das Dach 100 kg, der Träger aber 75 kg, sind 75 kg die Grenze, rechnet der ADAC vor. Und nasse Handtücher in der Dachbox wiegen mehr als trockene.
Was sagt das Gesetz, und wie schnell darf ich fahren?
Paragraf 22 der Straßenverkehrs-Ordnung verlangt, dass Ladung samt Sicherungsmitteln so verstaut ist, dass sie auch bei einer Vollbremsung oder einem plötzlichen Ausweichen nicht verrutscht, umfällt oder herabfällt. Auch vermeidbaren Lärm darf sie nicht erzeugen. Flatternde Planen und lose Gurtenden sind typische Ursachen. Auto und Ladung dürfen zusammen höchstens 4 m hoch sein. Bis 2,50 m Höhe darf nichts nach vorn über das Fahrzeug hinausragen.
Ein gesetzliches Tempolimit für Dachlasten gibt es in Deutschland nicht. Die Geschwindigkeit muss aber der Ladung angemessen sein, und eine Höchstgeschwindigkeit in der Anleitung des Trägers sollten Sie schon aus Haftungsgründen ernst nehmen. Der ADAC rät mit Dachbox zu höchstens 130 km/h. Für Fahrradträger nennt er je nach Veröffentlichung 120 oder 130 km/h, sofern die Anleitung nichts anderes vorgibt. Wir halten die niedrigere Zahl für die vernünftigere.
Beim Verbrauch sind die Unterschiede deutlich. Im ADAC-Vergleich von 2022 stieg er mit zwei Rädern auf dem Dach eines VW Tiguan bei 130 km/h um 34,2 Prozent, mit einem Träger auf der Anhängerkupplung nur um 6,3 Prozent. Eine Dachbox kostet laut ADAC bei Tempo 130 im Schnitt etwa 18 Prozent oder rund einen Liter je 100 km mehr. Wer eine Kupplung hat und regelmäßig Räder fährt, ist mit einem Fahrradträger für die Anhängerkupplung besser bedient.
Sieben Träger und Fahrradhalter für das Dach
| Modell | Dach oder Einsatz | Traglast laut Hersteller | Eigengewicht | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Thule WingBar Evo mit Evo Raised Rail | offene, erhöhte Reling | 100 kg | Fußsatz 1,91 kg plus Traversen | Kombis und SUVs mit freistehender Reling | ansehen |
| Thule Evo Flush Rail | geschlossene, bündige Reling | 75 kg | 1,13 kg (Fußsatz) | Autos mit anliegender Reling, Kit nötig | ansehen |
| Thule Evo Fixpoint | Fixpunkte im Dach | 100 kg | 1,9 kg (Fußsatz) | Autos mit Befestigungspunkten ohne Reling | ansehen |
| Mont Blanc Xplore ReadyFit 204 | integrierte Reling, vormontiert | 100 kg | keine Angabe | wer ohne Werkzeug montieren will | ansehen |
| Thule ProRide 598 | Fahrrad, Rahmenhalter | 20 kg je Rad | 4,2 kg | Räder bis 20 kg, auch dicke Rahmenrohre | ansehen |
| Thule FreeRide 532 | Fahrrad, Rahmenhalter | 17 kg je Rad | 3,5 kg | leichtere Räder bis 29 Zoll | ansehen |
| Mont Blanc Roof Sprinter | Fahrrad, Rahmenhalter | 15 kg je Rad | 3,44 kg | Rennräder und leichte Tourenräder | ansehen |
Thule WingBar Evo mit Evo Raised Rail
Das Flügelprofil aus Aluminium trägt laut Thule bis zu 100 kg und hat oben eine T-Nut für Dachbox, Skihalter oder Fahrradträger. Der Raised-Rail-Fuß umschließt die offene Reling, ist gummiert und wird mit One-Key-Schlössern gesichert, die im Lieferumfang sind. Laut Angebot bei Amazon gibt es das System auch als fahrzeugspezifisches Komplettset, was die Teilesuche abkürzt.
Thule Evo Flush Rail
Der Fuß für die bündige Reling passt auf WingBar Evo, SquareBar Evo, ProBar Evo und SlideBar. Thule begrenzt ihn auf 75 kg, also weniger als die Varianten für offene Reling und Fixpunkte. Ohne das passende Kit für Ihr Modell lässt er sich nicht montieren. Prüfen Sie die Kitnummer, bevor Sie bestellen.
Thule Evo Fixpoint
Für Autos mit Fixpunkten, T-Profil oder eigenen Trägeraufnahmen. Laut Thule trägt der Fußsatz 100 kg und kommt mit einem Schlüssel, der das richtige Drehmoment anzeigt. Ein Kit ist nach Herstellerangabe nicht nötig, eine Abdeckung zur schnelleren Montage gibt es als Zubehör. Wir mögen diese Lösung, weil nichts klemmt, sondern alles verschraubt ist.
Mont Blanc Xplore ReadyFit 204
Mont Blanc liefert die Xplore-Träger vormontiert und befestigt sie mit einem Hebelklemmsystem ohne Werkzeug. Die Traversen sind 112 und 106 cm lang, die Traglast liegt bei 100 kg, Mont Blanc nennt ISO 11154 und einen bestandenen City-Crash-Test. Gedacht ist der 204 für integrierte Reling. In der Fahrzeugliste stehen auch einzelne Modelle mit offener Reling, darum dort das eigene Auto nachsehen.
Thule ProRide 598
Der Fahrradhalter nimmt Rundrohre von 22 bis 80 mm und ovale Rohre bis 80 x 100 mm auf, Reifen bis 3 Zoll und Radstände bis 1.235 mm. Ein Drehmomentbegrenzer am Rahmenhalter meldet, wann genug angezogen ist. Für Carbonrahmen verlangt Thule einen eigenen Schutzadapter. Bis 20 kg je Rad ist er freigegeben, und das ist die Zahl, an der viele E-Bikes scheitern.
Thule FreeRide 532
Der einfachere Bruder. Er trägt 17 kg, wiegt 3,5 kg und hält Rundrohre bis 70 mm sowie ovale bis 65 x 80 mm. Für Laufräder von 16 bis 29 Zoll reicht er aus. Wer ein Trekkingrad mit dickem Unterrohr fährt, sollte die Maße vorher mit dem Zollstock nachmessen.
Mont Blanc Roof Sprinter
Mit 15 kg je Rad die kleinste Freigabe hier. Dafür passt er laut Mont Blanc auf Stahl- und Aluminiumtraversen mit 50 bis 100 cm Abstand und schließt Rad und Halter mit zwei Schlössern ab. Für ein Rennrad reicht das meist. Ein Mountainbike sollten Sie vorher auf die Waage stellen.
Gehört das E-Bike aufs Dach?
In den meisten Fällen nein. Im ADAC-Crashtest bei 30 km/h stand ein 22,4 kg schweres E-Bike auf einem Dachsystem für 20 kg, also rund zehn Prozent über der Grenze. Die Halterung riss aus der T-Nut, das Aluprofil knickte, das Rad fiel vom Dach. Bremsen und Ausweichen hatte das System vorher ohne Probleme überstanden. Der ADAC rät deshalb, das Gewicht des Rades zu kennen und bei schweren Rädern Halter mit U-Bügel zu wählen, die das Trägerprofil ganz umschließen. Zum Aufladen braucht es fast immer zwei Personen, bei einem SUV erst recht.
So würden wir entscheiden
- Offene Reling: Thule WingBar Evo mit Evo Raised Rail, am einfachsten als Komplettset für Ihr Modell.
- Geschlossene Reling: Thule Evo Flush Rail mit passendem Kit, die 75 kg Traglast einrechnen. Mont Blanc Xplore ReadyFit, wenn Ihr Auto in der Fahrzeugliste steht und Sie ohne Werkzeug montieren wollen.
- Fixpunkte im Dach: Thule Evo Fixpoint.
- Fahrrad bis 20 kg: Thule ProRide 598. Leichte Räder bis 17 oder 15 kg: Thule FreeRide oder Mont Blanc Roof Sprinter.
- E-Bike oder mehr als zwei Räder: lieber auf die Anhängerkupplung.
Zwei Gewohnheiten danach. Kontrollieren Sie Schrauben und Gurte nach etwa 50 km, wie es der ADAC empfiehlt. Und nehmen Sie den Träger ab, wenn er wochenlang nichts trägt. Auch leer bietet er dem Fahrtwind Fläche. Wer im Winter Ski mitnimmt, findet passende Aufsätze im Ratgeber zum Skiträger, für Gepäck gibt es unseren Ratgeber zur Dachbox.
Quellen
- ADAC: Dachlast
- ADAC: Fahrradträger für Anhängerkupplung, Dach oder Heck
- ADAC: Vergleich der Fahrradträger (2022)
- ADAC: Fahren mit Dachbox
- ADAC: Fahrrad sicher transportieren
- § 22 StVO: Ladung
- Thule WingBar Evo
- Thule Evo Raised Rail
- Thule Evo Flush Rail
- Thule Evo Fixpoint
- Thule ProRide
- Thule FreeRide
- Mont Blanc Xplore ReadyFit 204
- Mont Blanc Roof Sprinter
Wo Sie die Produkte bekommen
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