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Wer den ersten Metalldetektor kauft, fragt meist zuerst nach der Suchtiefe. Wichtiger ist eine andere Frage: Dürfen Sie dort, wo Sie suchen möchten, überhaupt mit einer Sonde unterwegs sein? Ist das geklärt, raten wir den meisten zum Minelab Equinox 900, weil er mehrere Frequenzen gleichzeitig nutzt, laut Hersteller bis 5 m Tiefe dicht ist und mit zwei Spulen und Funkkopfhörer kommt.
Ein reines Tauchgerät braucht kaum jemand. Ein Detektor für Acker, Bachufer und Badestrand dagegen schon.
Vor dem Kauf: Wo ist Sondeln erlaubt?
Denkmalschutz ist Ländersache, und die Regeln liegen weit auseinander. Drei Beispiele zeigen, wie verschieden die Länder vorgehen.
In Nordrhein-Westfalen braucht schon das Verwenden von Such- und Messgeräten, die Bodendenkmäler aufspüren können, eine Erlaubnis der Oberen Denkmalbehörde (§ 15 Denkmalschutzgesetz NRW). Sie wird nur zuverlässigen Antragstellern erteilt und muss bei der Suche dabei sein. Wer ein Bodendenkmal entdeckt, zeigt es unverzüglich an und lässt die Fundstelle eine Woche lang unverändert. Bewegliche Funde gehören nach dem Schatzregal in § 18 mit der Entdeckung dem Land. Für die Abgabe soll es eine Belohnung geben, nach unerlaubter Suche dagegen in der Regel nicht. Verstöße kann die Behörde mit Bußgeldern im sechsstelligen Bereich ahnden.
Bayern geht einen eigenen Weg. Eine Nachforschungsgenehmigung gibt es dort nicht, schreibt das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege. Frei ist das Sondeln trotzdem nicht. Auf Bodendenkmälern ist die Sonde verboten, und für Bodeneingriffe in ihrer Nähe braucht es eine Erlaubnis, die für die reine Fundsuche nicht erteilt wird. Das Amt empfiehlt mehrere hundert Meter Abstand und vor jeder Suche einen Blick in den öffentlichen Bayerischen Denkmal-Atlas. Seit Juli 2023 gilt auch hier ein Schatzregal: Archäologische Funde gehören mit der Entdeckung dem Freistaat und sind abzugeben. Wer sie behält oder verkauft, macht sich strafbar. Vom Suchen in Wald und Grünland rät das Landesamt ausdrücklich ab, weil dort schon wenige Zentimeter unter der Oberfläche ungestörte Fundschichten liegen können.
In Niedersachsen erteilt die Untere Denkmalschutzbehörde die Genehmigung, in der Regel nach einem Schulungskurs. Darin stehen Suchgebiet, Karte und Frist. Die Erlaubnis des Grundeigentümers brauchen Sie zusätzlich, sie ersetzt die Genehmigung aber nicht. Nach Angaben des dortigen Kampfmittelbeseitigungsdienstes ist die Suche ohne Genehmigung auch dann verboten, wenn Sie gar nicht nach Altertümern suchen.
Leben Sie in einem anderen Bundesland, fragen Sie vor dem ersten Ausflug beim Landesamt für Denkmalpflege nach. Ein Anruf kostet weniger Nerven als ein Bußgeldbescheid.
Und wenn das Signal Munition ist?
Im Boden liegt bis heute Munition aus den Weltkriegen. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg nennt drei Regeln: nicht berühren, nicht bewegen, Abstand halten. Dann die Polizei rufen. Verdächtige Teile bringen Sie nie selbst zur Wache. Wer Kriegsmunition mitnimmt, riskiert nach Angaben des niedersächsischen Kampfmittelbeseitigungsdienstes ein Verfahren nach dem Sprengstoff-, Waffen- oder Kriegswaffenkontrollgesetz.
Frequenz, Wasser, Gewicht: was die Daten bedeuten
Die Spule sendet ein Wechselfeld aus. Metall im Boden verändert es, und das Gerät meldet sich. Mit welcher Frequenz das geschieht, entscheidet darüber, worauf es besonders gut anspricht. Quest erklärt es in seiner Anleitung so: 5 kHz eignen sich für große Gegenstände in wenig mineralisiertem Boden, 21 kHz für kleine Münzen, dünnes Blech und Goldnuggets.
Multifrequenz-Geräte senden mehrere Frequenzen zugleich. Ihren Vorteil spielen sie nach Herstellerangaben besonders am Salzwasserstrand aus. Minelab hat dafür eigene Strandprogramme, Garrett beim Ace Apex einen Modus namens Multi-Salt. Wer ausschließlich auf trockenem Acker sucht, kommt auch mit einer einzelnen, gut gewählten Frequenz weit.
Bei „wasserdicht“ hilft das Kleingedruckte. Fünf der sieben Geräte in unserer Tabelle sind laut Hersteller bis 5 m tauchfähig. Beim Garrett Ace Apex gilt das nur für Spule und unteren Schaft; das Bediengerät ist gegen Regen geschützt, darf laut Garrett aber nie untergetaucht werden. XP gibt für die Spulen des Deus II sogar 20 m an, unter Wasser braucht es dann eine zusätzliche Antenne.
Und das Gewicht? Die meisten Geräte hier liegen um 1,2 bis 1,3 kg. Nach drei Stunden Pendeln am Feldrand spüren Sie jedes Gramm.
Sieben Detektoren nebeneinander
| Modell | Frequenzen | Wasserdicht | Gewicht | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Garrett Ace Apex | Multi, Multi-Salt, 5, 10, 15, 20 kHz | nur Spule und unterer Schaft | keine Herstellerangabe | Einstieg an Land | ansehen |
| Nokta Simplex Ultra | 15 kHz | bis 5 m (IP68) | 1,2 kg | Einstieg, auch am Wasser | ansehen |
| Quest Q35 | 5, 13, 21 kHz umschaltbar | bis 5 m | keine Herstellerangabe | Einstieg mit Funkkopfhörer | ansehen |
| Minelab X-Terra Elite | Multi-IQ, 15 kHz (Park, Feld), Multi-IQ (Strand) | bis 5 m (IP68) | 1,3 kg | Strand und Acker im Wechsel | ansehen |
| Minelab Equinox 900 | Multi-IQ, 4, 5, 10, 15, 20, 40 kHz | bis 5 m (IP68) | 1,27 kg | Fortgeschrittene, alle Böden | ansehen |
| Minelab Manticore | Multi-IQ+, 5, 10, 15, 20, 40 kHz | bis 5 m (IP68) | 1,3 kg | Erfahrene | ansehen |
| XP Deus II | Multifrequenz FMF, 49 Einzelfrequenzen von 4 bis 45 kHz | Spule bis 20 m (IP68) | ab 750 g | Erfahrene, die leicht und kabellos suchen | ansehen |
Garrett Ace Apex
Multifrequenz plus vier Einzelfrequenzen, ein eingebauter Akku mit laut Garrett rund 15 Stunden Laufzeit und Funk über Z-Lynk: Für den Einstieg an Land ist das viel Technik. Ins Wasser gehört nur die Spule, das Bediengerät bleibt trocken. Garrett gibt drei Jahre Garantie.
Nokta Simplex Ultra
Nur eine Frequenz, dafür komplett bis 5 m dicht und mit Carbonschaft. Der fest eingebaute Akku lädt laut Nokta per USB-Kabel, auch an einer Powerbank für unterwegs. Unter den sechs Suchprogrammen ist ein eigenes für den Strand. Bluetooth-Kopfhörer lassen sich koppeln, die Garantie beträgt drei Jahre.
Quest Q35
Drei umschaltbare Frequenzen zeigen schön, was der Frequenzwechsel bewirkt. Funkkopfhörer liegen bei, wasserdicht ist der Q35 laut Quest bis 5 m. Der Hersteller gewährt fünf Jahre Garantie, nennt aber online weder Gewicht noch Akkulaufzeit.
Minelab X-Terra Elite
Minelab nennt für die Park- und Feldprogramme Multi-IQ und 15 kHz, für den Strand Multi-IQ. Einzelfrequenzen zum Umschalten hat er weniger als der Equinox, für den Wechsel zwischen Meer im Sommer und Feld im Herbst reicht das. Kopfhörer gehören nicht zum Lieferumfang, die elliptische 12-×-9-Zoll-Spule schon.
Minelab Equinox 900
Ihn empfehlen wir allen, die das Hobby länger betreiben wollen. Neben Multi-IQ stehen sechs Einzelfrequenzen von 4 bis 40 kHz bereit. Im Karton liegen eine 11- und eine 6-Zoll-Spule sowie Funkkopfhörer. Minelab nennt einen Einsatzbereich von −10 bis +40 °C und drei Jahre Garantie auf Bedienteil und Spule.
Minelab Manticore
Der Manticore setzt auf Multi-IQ+, einen größeren Akku mit 6.800 mAh und ein eigenes Programm für Brandung und Salzwasser. Für den Anfang ist das zu viel Gerät. Er lohnt eher für Leute, die seit Jahren suchen und den Equinox schon ausreizen.
XP Deus II
Beim Deus II funken Spule, Fernbedienung und Kopfhörer miteinander, am Schaft hängt kein Kabel. XP nennt bis zu 20 Stunden Akkulaufzeit für die Spule und 25 für die Fernbedienung, je nach Programm. Die Garantie läuft fünf Jahre, für die Akkus zwei. Achten Sie auf das Paket: In den Paketen WS6 Master dient der Kopfhörer mit eigenem Display als Steuerung.
Ohne Pinpointer wird jedes Loch zu groß
Der Detektor sagt, dass da etwas ist. Wo genau, verrät ein Pinpointer, ein handlicher Stab, den Sie ins Loch halten. So bleibt der Eingriff klein. Der Garrett Pro-Pointer AT Z-Lynk ist laut Hersteller nach IP68 bis 6 m dicht, läuft mit einem 9-Volt-Block und hat drei Empfindlichkeitsstufen. Er vibriert auf Wunsch lautlos, piept, wenn er fünf Minuten nicht bedient wurde, und koppelt sich per Funk mit Z-Lynk-Detektoren wie dem Ace Apex.
Den Fundort sollten Sie genau festhalten. Bayern verlangt bei der Meldung die genaue Fundstelle, Niedersachsen bittet um GPS-Daten. Ein GPS-Handgerät oder das Telefon reicht dafür.
Welcher Detektor zu wem passt
- Sie wollen nur an Land suchen und erst einmal hineinschnuppern: Garrett Ace Apex.
- Bach, Badesee oder Strand gehören dazu: Nokta Simplex Ultra oder Quest Q35, beide bis 5 m dicht.
- Sie wechseln zwischen Meer und Feld: Minelab X-Terra Elite.
- Sie bleiben dabei und wollen nicht in zwei Jahren neu kaufen: Minelab Equinox 900.
- Sie suchen seit Jahren: Minelab Manticore, oder der XP Deus II, wenn leichtes Gewicht und kabelloses Arbeiten zählen.
Gleich welches Gerät: Die Genehmigung kommt vor dem ersten Schwenk.
Quellen
- Denkmalschutzgesetz Nordrhein-Westfalen, §§ 15 bis 18 und 41
- Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: Zum Einsatz von Metallsonden in Bayern (Stand Dezember 2024)
- Archäologische Kommission für Niedersachsen: Mit der Metallsonde unterwegs in Niedersachsen
- Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen: Munitionsfunde durch unerlaubte Schatzsuche
- Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg: Häufige Fragen
- Minelab Equinox 900: technische Daten
- Minelab Manticore: technische Daten
- Minelab X-Terra Elite: technische Daten
- XP Deus II
- Garrett Ace Apex und Garrett FAQ
- Garrett Pro-Pointer AT Z-Lynk
- Nokta Simplex Ultra
- Quest Q35 und Anleitung
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