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Viele kaufen PC-Lautsprecher nach der Wattzahl auf dem Karton und ärgern sich später über das Kabel. Für einen normalen Schreibtisch würden wir zur Creative Pebble X Plus greifen. Sie hängt mit einem USB-C-Kabel am Rechner, bringt einen kleinen Subwoofer mit und nimmt zusätzlich das Handy per Bluetooth an. Wer Musik ernster nimmt und Platz für zwei echte Regalboxen hat, schaut sich die Edifier R1280DBs an.
Erst klären, wie der Ton aus dem Rechner kommt
Drei Wege gibt es. Über USB holen sich die Lautsprecher das Signal digital und wandeln es selbst um; die Soundkarte im PC spielt dann keine Rolle mehr. Über die 3,5-mm-Klinke läuft es analog, das funktioniert an fast jedem Rechner. Bluetooth ist für Handy, Tablet und Konsole gedacht.
Bei kleinen USB-Lautsprechern entscheidet der Anschluss auch über die Lautstärke. Creative nennt für die Pebble V3 die vollen 8 Watt Dauerleistung nur an einem USB-C-Anschluss mit 10 Watt oder an einem Netzteil mit 5 V und 2 A. Die Pebble X Plus schafft am USB-C-Port des PCs laut Hersteller 15 Watt; die doppelte Leistung gibt es erst mit einem USB-PD-Netzteil ab 30 Watt. Das liegt nicht im Karton.
Ein anderer typischer Fehlgriff betrifft Kabel. Logitech schreibt in der Anleitung der Z407 ausdrücklich, dass das USB-Kabel nicht beiliegt. Der Subwoofer hat eine Micro-USB-Buchse. Wer nur USB-C-Kabel im Haus hat, steht am ersten Abend ohne digitalen Ton da.
Was die Wattzahl wirklich sagt
Zwei Werte stehen oft nebeneinander. RMS meint die Leistung, die der Verstärker dauerhaft liefert. Spitze oder Peak ist ein kurzer Höchstwert. Creative gibt für die Pebble V3 8 Watt RMS und bis zu 16 Watt Spitze an, Logitech für die G560 120 Watt RMS und 240 Watt Spitze, beide Male also das Doppelte. Vergleichen Sie deshalb nur RMS mit RMS.
Am Schreibtisch sitzen Sie meist keinen Meter vor den Boxen. Da braucht es keine Partyleistung. Wichtiger sind Bassumfang und Größe der Treiber. Die Edifier R1280DBs reicht laut Datenblatt bis 51 Hz hinunter, die Pebble V3 nur bis 100 Hz. Den Unterschied hört man vor allem bei Filmmusik.
2.0 oder 2.1?
Ein 2.1-System trennt den Bass ab und schickt ihn in eine eigene Box unter dem Tisch. Die beiden kleinen Satelliten bleiben dadurch handlich, und der Monitor rückt nicht zur Seite. Dafür liegt ein weiteres Gerät samt Kabel im Fußraum, wo Staubsauger und Füße es gern erwischen.
Ein gutes 2.0-Paar mit Vier-Zoll-Tieftönern kommt ohne Zusatzbox aus. Es braucht aber Platz: Eine Edifier R1280DBs ist laut Hersteller 23,4 cm hoch und fast 20 cm tief. Auf einem 60 cm tiefen Tisch mit Monitorfuß wird das eng. Eine Zwischenlösung ist ein Regalpaar mit Subwoofer-Ausgang, an das Sie später eine Bassbox hängen. Welche dafür taugt, steht in unserem Subwoofer-Ratgeber.
Sechs PC-Lautsprecher im Vergleich
| Modell | Aufbau | Anschlüsse | Leistung oder Pegel laut Hersteller | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Creative Pebble X Plus | 2.1, Subwoofer 3,5 Zoll | USB-C, Bluetooth 5.3, Klinke, Kopfhörer und Mikrofon | 15 W RMS am PC, 30 W RMS mit PD-Netzteil | Schreibtisch mit wenig Platz | ansehen |
| Creative Pebble V3 | 2.0, 2,25-Zoll-Treiber | USB-C, Bluetooth 5.0, Klinke | 8 W RMS, 16 W Spitze | Laptop, Büro, Zweitplatz | ansehen |
| Edifier R1280DBs | 2.0, Regalbox mit 4-Zoll-Tieftöner | Bluetooth, optisch, koaxial, 2 × Cinch, Sub-Ausgang | 2 × 21 W RMS | Musik am Schreibtisch, kein USB | ansehen |
| Logitech Z407 | 2.1, Satelliten liegend oder stehend | Bluetooth, Micro-USB, Klinke | 80 W gesamt, davon 20 W Bass | Filme und Serien, Funk-Drehregler | ansehen |
| Logitech G560 | 2.1, Subwoofer nach unten | USB, Bluetooth, Klinke, Kopfhörer | 120 W RMS, 240 W Spitze | Gaming mit Lichteffekten | ansehen |
| Razer Nommo V2 X | 2.0, 3-Zoll-Breitbänder | USB, Bluetooth | bis 96 dB Schalldruck | Gaming ohne Subwoofer | ansehen |
Creative Pebble X Plus
Zwei 2,75-Zoll-Treiber oben, ein Subwoofer mit 3,5-Zoll-Treiber und zwei Passivmembranen unten. Creative nennt 45 Hz als untere Grenze, für Satelliten dieser Größe ist das tief. Per Taste wechseln Sie zwischen USB, Bluetooth 5.3 und Klinke. Dazu kommen eigene Buchsen für Kopfhörer und Mikrofon. Die RGB-Ringe lassen sich dimmen. Für die volle Leistung brauchen Sie ein eigenes USB-PD-Netzteil mit mindestens 30 Watt.
Creative Pebble V3
Die kleinen Kugeln sind gut zwölf Zentimeter groß und kommen mit einem einzigen USB-C-Kabel für Strom und Ton aus. Ein Adapter auf USB-A liegt bei. Bluetooth funktioniert nur, solange die Boxen am USB-Strom hängen. Für Videocalls, Youtube und leise Hintergrundmusik reicht das. Wer Bass will, wird hier nicht glücklich.
Edifier R1280DBs
Das ist eher eine kleine Stereoanlage als ein PC-Zubehör. Je Seite arbeiten ein Vier-Zoll-Tieftöner und eine Seidenkalotte, dazu kommen optischer und koaxialer Digitaleingang, zwei Cinch-Eingänge, eine Fernbedienung und Drehregler an der Seite. USB fehlt. Am Rechner hängen Sie die Boxen deshalb an die Klinke oder an einen optischen Ausgang. Ein zweiter Cinch-Eingang bleibt frei, etwa für einen Plattenspieler mit Vorverstärker.
Logitech Z407
Der runde Funkregler ist die eigentliche Idee. Er liegt frei auf dem Tisch und steuert laut Logitech über rund 20 Meter Lautstärke, Bass und Wiedergabe. Bluetooth, Micro-USB und Klinke können gleichzeitig angeschlossen sein; umgeschaltet wird per Taste. Die Satelliten stehen hoch oder liegen quer unter dem Monitor. Denken Sie an das fehlende USB-Kabel.
Logitech G560
Das Spieler-Set von Logitech G kombiniert zwei Satelliten mit einem Subwoofer, der nach unten abstrahlt. Vorn und hinten an den Satelliten leuchten Lichtzonen, die über die Software G HUB auf Bildinhalte reagieren. Das klappt nur per USB. Über Klinke oder Bluetooth spielt das System Musik, die Lichtsteuerung entfällt dann. Bluetooth lässt sich laut Anleitung ganz abschalten, falls Mitbewohner sich versehentlich verbinden.
Razer Nommo V2 X
Zwei 3-Zoll-Breitbänder mit Bassreflexöffnungen auf der Rückseite, kein Subwoofer. Razer nennt einen maximalen Schalldruck von 96 dB. Per USB laufen die Boxen an PC, PS4 und PS5, per Bluetooth an Handy und Switch. Das virtuelle 7.1 von THX Spatial Audio gibt es nur unter Windows mit der Software Synapse. An der Konsole bleibt es Stereo.
Und was ist mit Gaming?
Virtuellen Raumklang aus zwei Boxen halten wir für einen Kompromiss. Er macht die Bühne breiter, mehr nicht. Für Shooter, in denen jede Richtung zählt, würden wir eher ein Gaming-Headset nehmen und die Lautsprecher für Rennspiele, Abenteuer und Filme behalten. Spielen Sie nachts, fällt die Entscheidung ohnehin für den Kopfhörer. Die Pebble X Plus hat dafür eine eigene Kopfhörerbuchse, das Headset hängt dann am Lautsprecher statt hinten am PC.
So würden wir entscheiden
- Normaler Schreibtisch, PC mit USB-C: Creative Pebble X Plus. Kompakt, Subwoofer, drei Eingänge. Ein Netzteil mit 30 Watt gleich mitbestellen, wenn es lauter sein soll.
- Laptop, Homeoffice, wenig Platz: Creative Pebble V3. Mehr als Sprache und leise Musik sollten Sie nicht erwarten.
- Musik zuerst: Edifier R1280DBs, falls der Tisch tief genug ist. Später lässt sich ein Subwoofer nachrüsten.
- Filme vom Sofa aus mitsteuern: Logitech Z407 mit dem Funkregler.
- Spieleabend mit Licht und Wumms: Logitech G560. Ohne Bassbox unter dem Tisch: Razer Nommo V2 X.
Soll das Paar eher den Fernseher oder den Plattenspieler im Wohnzimmer übernehmen, ist ein größeres Aktivpaar die bessere Wahl. Dazu passt unser Ratgeber zu aktiven HiFi-Lautsprechern.
Quellen
- Creative: Pebble X Plus, technische Daten
- Creative: Pebble V3, technische Daten
- Edifier: R1280DBs
- Logitech: Z407 Produktseite
- Logitech: Z407 Anleitung (PDF)
- Logitech G: G560 Produktseite
- Logitech G: G560 Anleitung (PDF)
- Razer: Nommo V2 X
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