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Ein Paar Aktivlautsprecher soll heute drei Dinge auf einmal: Musik aus dem Netz holen, den Fernseher übernehmen und den Plattenspieler aufnehmen. Für die meisten Wohnzimmer würden wir zur KEF LSX II greifen. Sie streamt per WLAN, nimmt den Fernseher über HDMI ARC auf und hat einen analogen Eingang, an den ein Plattenspieler mit Vorverstärker passt. Wer einen Plattenspieler ohne Vorstufe besitzt und zusätzlich eine Spielkonsole anschließen will, schaut sich die Klipsch The Fives II an. Standboxen ohne WLAN liefert Teufel mit der Ultima 40 Aktiv 3.
Was heißt hier eigentlich „aktiv“?
Bei passiven Boxen sitzt der Verstärker in einem eigenen Gerät. Aktive Paare tragen ihn im Gehäuse, meist mit getrennten Endstufen für Hoch- und Tieftöner. KEF gibt für die LSX II je Lautsprecher 70 Watt für den Tiefton und 30 Watt für den Hochton an. Der Vorteil liegt weniger in den Zahlen als in der Abstimmung: Elektronik und Chassis kommen vom selben Hersteller, die Klangregelung kennt die Box.
Der Nachteil ist ebenso klar. Sie können später keinen anderen Verstärker einsetzen, und veraltet die Streaming-Technik, altert der ganze Lautsprecher mit. Wer gern aufrüstet, fährt mit passiven Boxen und einem Streaming-Verstärker besser; die passenden Modelle stehen in unserem Ratgeber zu Regallautsprechern.
Reicht HDMI ARC oder brauche ich eARC?
Für Stereo reicht ARC. Der Fernseher schickt den Ton über das HDMI-Kabel zurück, und mit CEC regelt die TV-Fernbedienung die Lautstärke. Mehr steckt nicht dahinter. KEF nennt für den HDMI-Eingang der LSX II eine Datenrate bis 1,411 Mbit/s PCM, das entspricht Stereo in CD-Qualität.
eARC lohnt sich erst, wenn Mehrkanalton unkomprimiert ankommen soll, etwa Dolby Atmos von einer Streaming-App. Klipsch baut eARC in die Fives II ein und rechnet Atmos auf zwei Boxen mit virtuellen Höhenkanälen um. Zusätzlich hat sie einen HDMI-2.1-Eingang, der laut Datenblatt 8K, Dolby Vision und variable Bildfrequenz an den Fernseher durchreicht. Für eine Spielkonsole ist das praktisch. Ein Kinoerlebnis mit Deckenlautsprechern ersetzt es nicht. Wer das sucht, landet eher bei einer Soundbar oder einem AV-Receiver.
Ohne HDMI geht es auch, nur unbequemer. Die Audioengine HD6 nimmt den Fernseher optisch an. Gibt der Fernseher dort einen festen Pegel aus, regeln Sie die Lautstärke mit der Fernbedienung der Boxen, und die TV-Fernbedienung bleibt ohne Wirkung.
Kann ich meinen Plattenspieler direkt anschließen?
Hier passieren die meisten Fehlkäufe. Ein Tonabnehmer liefert nur einen Bruchteil der Spannung eines CD-Players, außerdem muss das Signal entzerrt werden. Das erledigt ein Phono-Vorverstärker. Steckt er weder im Plattenspieler noch in den Boxen, bleibt es fast still.
Drei Fälle sind zu unterscheiden. Die Klipsch The Fives II hat laut Datenblatt einen eigenen Phono-Eingang mit Vorverstärker, ein Plattenspieler ohne Vorstufe passt also direkt. KEF LSX II, Teufel Ultima 40 Aktiv 3 und Audioengine HD6 haben nur analoge Line-Eingänge; dort brauchen Sie einen Plattenspieler mit zuschaltbarem Vorverstärker oder ein kleines Phono-Gerät dazwischen. Bei der KEF ist das ein 3,5-mm-Klinkeneingang, ein Adapterkabel von Cinch auf Klinke gehört also mit in den Warenkorb.
Der dritte Fall ist die KEF LSX II LT. Sie hat laut Datenblatt gar keinen analogen Eingang, nur HDMI, optisch, USB-C und Netzwerk. Ein Plattenspieler lässt sich dann nur über eine Phono-Vorstufe mit Digitalausgang anschließen. Wer Vinyl hört, nimmt besser gleich die größere LSX II. Welche Plattenspieler einen Vorverstärker an Bord haben, zeigt unser Plattenspieler-Ratgeber.
Fünf aktive Lautsprecherpaare im Vergleich
| Modell | Fernseher | Streaming | Plattenspieler | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| KEF LSX II | HDMI ARC, optisch | WLAN, AirPlay 2, Chromecast, Roon Ready | 3,5-mm-Eingang, Vorverstärker nötig | Streaming, Fernseher, kleine Räume | ansehen |
| KEF LSX II LT | HDMI ARC, optisch | WLAN, AirPlay 2, Chromecast | Kein Analogeingang | Fernseher und Streaming ohne Vinyl | ansehen |
| Klipsch The Fives II | HDMI eARC mit CEC, HDMI-Eingang | WLAN, AirPlay 2, Google Cast, Bluetooth 5.4 | Phono-Eingang mit Vorverstärker | Vinyl ohne Vorstufe, Konsole am TV | ansehen |
| Teufel Ultima 40 Aktiv 3 | HDMI ARC mit CEC, optisch | Nur Bluetooth aptX | Cinch und AUX, Vorverstärker nötig | Standboxen fürs Wohnzimmer | ansehen |
| Audioengine HD6 | Optisch | Nur Bluetooth aptX | Cinch und 3,5 mm, Vorverstärker nötig | Schreibtisch und Stereo ohne HDMI | ansehen |
KEF LSX II
Mit 24 cm Höhe passt das Paar ins Regal oder neben den Monitor. Der koaxiale Uni-Q-Treiber vereint 19-mm-Hochtöner und 115-mm-Tieftöner, der Frequenzgang reicht laut KEF von 54 Hz bis 28 kHz (±3 dB). Die beiden Boxen verbinden sich per Funk oder Netzwerkkabel. Per Funk rechnet KEF alles auf 48 kHz/24 Bit um, per Kabel auf 96 kHz. Für tiefen Bass im Wohnzimmer gibt es einen Subwoofer-Ausgang, und der ist bei dieser Größe kein Luxus. Unter den fünf Paaren hier deckt sie Streaming, Fernseher und Platte mit den wenigsten Kompromissen ab, solange der Plattenspieler seinen Vorverstärker selbst mitbringt.
KEF LSX II LT
Gleiche Treiber, gleiche Verstärker, gleiche Maße. Gespart hat KEF am analogen Eingang und an der Funkverbindung zwischen den Boxen: Die Nebenbox hängt an einem USB-C-Kabel und wird darüber auch mit Strom versorgt. Eine Steckdose genügt. Für einen Fernseher an der Wand ist das ein Gewinn, für Vinyl eine Sackgasse.
Klipsch The Fives II
Die zweite Generation arbeitet mit Elektronik von Onkyo und ist im Grunde ein kleiner Receiver in zwei Holzgehäusen. Neben Phono, eARC und WLAN gibt es Cinch, optisch, USB-C für den Rechner und einen Subwoofer-Ausgang. Klipsch nennt 50 Hz bis 25 kHz (±3 dB) und 103 dB Maximalpegel, aber keine Verstärkerleistung. Mit 32,7 cm Höhe und gut 8 kg für die Hauptbox ist sie kein Schreibtischlautsprecher. Wer weder Plattenspieler noch Konsole anschließt, bezahlt hier Anschlüsse, die er nie benutzt.
Teufel Ultima 40 Aktiv 3
Ein echtes Standboxenpaar, 106,9 cm hoch und 22,2 kg schwer, je Seite mit drei Wegen und zwei 16,5-cm-Tieftönern. Teufel nennt 260 Watt Gesamtleistung und einen Frequenzbereich ab 39 Hz. HDMI ARC mit CEC, optisch, Cinch, AUX und eine USB-Soundkarte sind an Bord. WLAN fehlt allerdings, Teufel verkauft dafür einen eigenen Streamer. Kabellose Rücklautsprecher und ein Subwoofer lassen sich nachrüsten.
Audioengine HD6
Das klassische Konzept: Die linke Box trägt den Verstärker mit 50 Watt je Kanal, die rechte ist passiv angeschlossen. Eingänge gibt es für Cinch, Klinke, optisch und Bluetooth aptX, dazu einen regelbaren Line-Ausgang für einen Subwoofer. Kein HDMI, kein WLAN. Für den Schreibtisch oder als schlichte Stereoanlage mit Handy als Quelle reicht das.
So würden wir entscheiden
- Streaming, Fernseher und gelegentlich Vinyl auf kleinem Raum: KEF LSX II, für die Platte mit einem Phono-Vorverstärker davor.
- Plattenspieler ohne Vorverstärker, dazu Spielkonsole am HDMI-Eingang: Klipsch The Fives II.
- Nur Fernseher und Streaming, Platte spielt keine Rolle: KEF LSX II LT.
- Großes Wohnzimmer, Film und Musik, Bluetooth genügt: Teufel Ultima 40 Aktiv 3.
- Schreibtisch oder Zweitanlage ohne Fernseher: Audioengine HD6.
Vor dem Kauf lohnt ein Blick hinter den Fernseher. Hat er nur einen HDMI-Anschluss mit ARC, ist der oft schon von einer Soundbar oder einem Receiver belegt.
Quellen
- Klipsch: Datenblatt The Fives II (PDF)
- Klipsch: The Fives II
- Klipsch: Neue Aktivlautsprecher, Preisempfehlungen
- KEF: Technische Daten LSX II (PDF)
- KEF: LSX II LT
- Teufel: Ultima 40 Aktiv 3
- APH Networks: Audioengine HD6, Herstellerdaten
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