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Ein Wohnzimmer, ein Fernseher, ein Plattenspieler im Regal und ein Telefon voller Playlists. Wer dafür einen Stereo-Verstärker sucht, schaut meist zuerst auf die Watt und damit an der falschen Stelle. Entscheidend ist, welche Quellen ans Gerät sollen. Für Fernseher, Platte und Streaming zugleich bringt der Marantz Stereo 70s laut Hersteller alle drei Wege in einem Gehäuse mit. Weniger Geld kostet der WiiM Amp Pro, nur müssen Sie dort auf Plattenspieler und AirPlay verzichten.
Eine Liste auf dem Zettel, bevor es losgeht
Was soll Musik liefern, und wo stehen die Lautsprecher? Schreiben Sie das auf. Daraus ergibt sich fast von selbst, welche Geräteklasse passt.
Die erste Weiche heißt Vollverstärker oder reiner Streamer. Ein Vollverstärker treibt passive Lautsprecher direkt an. Ein Streamer wie der Bluesound Node oder der WiiM Ultra liefert nur das Signal und braucht einen vorhandenen Verstärker oder aktive Lautsprecher. Steht schon ein guter Verstärker im Rack, ist der Streamer der günstigere Weg.
Dann der Fernseher. Über HDMI ARC oder eARC kommt sein Ton in die Anlage, und die TV-Fernbedienung regelt meist die Lautstärke mit. Für Stereo reicht ARC, eARC hat mehr Bandbreite und ist vor allem bei Mehrkanalton gefragt. Ohne HDMI bleibt nur der optische Eingang. Die Lautstärke über den Fernseher klappt dann oft nicht.
- Phono-Eingang: Ein Plattenspieler ohne eingebauten Vorverstärker braucht ihn. Verbreitet ist MM, MC deutlich seltener. Ausführlicher geht es im Text über Plattenspieler.
- AirPlay 2: Streamen Sie vom iPhone, gehört dieser Punkt auf die Liste. Bei WiiM Amp Pro und WiiM Ultra steht laut Hersteller ausdrücklich, dass sie kein AirPlay empfangen.
- Subwoofer-Ausgang: Kleine Regallautsprecher spielen mit Subwoofer erwachsener. Nicht jedes Gerät hat dafür einen Ausgang.
Was die Wattzahl verschweigt
Leistungsangaben lassen sich schwer vergleichen, weil jeder Hersteller unter anderen Bedingungen misst. Beim PMA-900HNE etwa gibt Denon 50 Watt pro Kanal an 8 Ohm über den ganzen Hörbereich, aber 85 Watt an 4 Ohm bei 1 kHz und mehr Verzerrung an. Beides stimmt. Vergleichen lässt sich nur die erste Zahl.
Die Impedanz Ihrer Lautsprecher steht auf dem Typenschild oder im Datenblatt. 8 Ohm sind leicht zu treiben, 4 Ohm verlangen dem Verstärker mehr Strom ab, also nachsehen, ob der Hersteller Ihre Impedanz ausdrücklich freigibt. In einem Wohnzimmer mit normal empfindlichen Regal- oder Standlautsprechern reichen 50 bis 80 Watt an 8 Ohm in aller Regel. Mehr Leistung bedeutet vor allem Reserve. Lauter wird der Alltag dadurch nicht.
Sieben Geräte für unterschiedliche Wohnzimmer
| Modell | Typ und Leistung (Herstellerangabe) | TV und Phono | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Marantz Stereo 70s | Vollverstärker, 75 W an 8 Ohm | 6 HDMI-Eingänge, eARC; Phono MM | TV, Platte und Streaming in einem Gerät | ansehen |
| WiiM Amp Pro | Vollverstärker, 60 W an 8 Ohm, 120 W an 4 Ohm | HDMI ARC; kein Phono | Kleines Budget, kompakte Anlage | ansehen |
| Denon PMA-900HNE | Vollverstärker, 50 W an 8 Ohm | kein HDMI; Phono MM und MC | Plattensammler mit klassischem Aufbau | ansehen |
| Yamaha R-N600A | Netzwerk-Receiver, 80 W an 8 Ohm | kein HDMI; Phono MM | Musik zuerst, mit Radioteil und MusicCast | ansehen |
| Cambridge Audio Evo 150 SE | Vollverstärker, 150 W an 8 Ohm | HDMI ARC; Phono MM | Anspruchsvolle Lautsprecher, viele Eingänge | ansehen |
| Bluesound Node (N132) | Streamer ohne Endstufe | HDMI eARC; kein Phono | Vorhandene Anlage nachrüsten, mit AirPlay | ansehen |
| WiiM Ultra | Streamer und Vorstufe ohne Endstufe | HDMI ARC; Phono MM und MC | Streamer mit Plattenspieler-Anschluss | ansehen |
Marantz Stereo 70s
Sechs HDMI-Eingänge, eARC, ein MM-Phono-Eingang und zwei Subwoofer-Ausgänge: So ist der Stereo-Receiver Stereo 70s bestückt. Laut Marantz liefert er 75 Watt pro Kanal an 8 Ohm. Gestreamt wird über HEOS und AirPlay 2, Bluetooth ist an Bord. Hängen Spielkonsole, Fernseher und Plattenspieler an einem Gerät, gibt es hier die wenigsten Kompromisse. Er ist allerdings größer und teurer als die Kompaktgeräte.
WiiM Amp Pro
Klein, günstig, mit HDMI ARC. Laut Hersteller leistet der WiiM Amp Pro 60 Watt an 8 Ohm und 120 Watt an 4 Ohm, ein Subwoofer-Ausgang mit einstellbarer Trennfrequenz und die Raumanpassung RoomFit sind dabei. Einen Phono-Eingang gibt es nicht, und WiiM schreibt selbst, dass das Gerät kein AirPlay empfängt. Android-Nutzern mit Spotify oder TIDAL kann das gleich sein. Im iPhone-Haushalt wiegt es schwer.
Denon PMA-900HNE
Ein klassischer Vollverstärker mit Phono-Eingang für MM- und MC-Tonabnehmer, dazu HEOS, AirPlay 2 und Bluetooth. Digital kommen drei optische und ein koaxialer Eingang hinzu. HDMI fehlt, laut Datenblatt auch der Subwoofer-Ausgang. Soll der Fernseher mit an die Anlage, sehen Sie sich besser ein anderes Gerät an.
Yamaha R-N600A
Yamahas Anleitung führt für den Netzwerk-Receiver 80 Watt pro Kanal an 8 Ohm, dazu einen MM-Phono-Eingang, je zwei optische und koaxiale Eingänge sowie einen Subwoofer-Ausgang. Streaming läuft über MusicCast und AirPlay 2. HDMI hat er nicht. Hier steht die Musik im Vordergrund, der Fernseher hängt höchstens gelegentlich am optischen Eingang.
Cambridge Audio Evo 150 SE
Die SE-Fassung löst den Evo 150 ab und bekommt laut Cambridge Audio überarbeitete Hypex-Endstufen, angegeben sind 150 Watt an 8 Ohm. Eingänge gibt es reichlich: HDMI ARC, MM-Phono, optisch, koaxial, Cinch, symmetrisch XLR und USB. Gestreamt wird über Chromecast, AirPlay 2, Spotify Connect und Roon Ready. Das ist die teuerste Lösung hier. An normalen Regallautsprechern bleibt ein guter Teil davon ungenutzt.
Bluesound Node (N132)
Keine Endstufe. Der Node bringt Streaming und HDMI eARC an einen Verstärker, der beides nicht kann. Laut Bluesound beherrscht er AirPlay 2, Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect und Roon Ready, dazu kommen Kopfhörer- und Subwoofer-Ausgang. Sollen mehrere Räume Musik bekommen, finden Sie bei den Multiroom-Lautsprechern passende Ergänzungen.
WiiM Ultra
Streamer mit Vorstufe und Touchscreen, dazu ein Phono-Eingang für MM und MC, der sich per App umschalten lässt. Über HDMI ARC kommen laut Hersteller Stereo-PCM und Dolby Digital an. AirPlay fehlt auch hier. An einem alten Verstärker ohne Phono-Teil ist der Ultra eine kompakte Lösung.
Zurück ins Wohnzimmer: welches Gerät wohin?
Sollen Fernseher, Plattenspieler und Streaming an ein einziges Gerät, landen wir beim Marantz Stereo 70s. Bei wenig Platz, kleinem Budget und ohne Plattenspieler genügt der WiiM Amp Pro, sofern Sie ohne AirPlay leben können. Für den Plattenspieler mit MC-Tonabnehmer ohne Fernseher daneben ist der Denon PMA-900HNE gebaut, für Musik zuerst bei solider Ausstattung der Yamaha R-N600A.
Leistungshungrige Lautsprecher und viele Quellen sprechen für den Cambridge Audio Evo 150 SE. Ist ein guter Verstärker schon da und fehlt nur das Streaming, reicht der Bluesound Node, mit Phono-Bedarf der WiiM Ultra.
Geht es nur um besseren Fernsehton und wollen Sie keine Lautsprecherpaare aufstellen, ist eine Soundbar oft die passendere Lösung. Den Überblick gibt unser Soundbar-Ratgeber.
Quellen
- Marantz: Stereo 70s
- WiiM: Amp Pro
- WiiM: Ultra
- WiiM Hilfe: Eingänge des WiiM Ultra
- Denon: PMA-900HNE
- Yamaha: R-N600A, technische Daten
- Cambridge Audio: Evo 150 SE
- Cambridge Audio: Unterschied Evo 150 und Evo 150 SE
- Bluesound: Node
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