Inhalt12 Abschnitte
Am Helm selbst liegt es selten. Die falsche Größe schon. Tourenfahrern passt meist ein Integralhelm mit eingebauter Sonnenblende und Zulassung nach ECE 22.06; wer eine Brille trägt oder oft an der Tankstelle anhält, greift zum Klapphelm mit P/J-Zulassung. Die Marke kommt erst danach, denn ein Shoei, der drückt, hilft weniger als ein HJC, der sitzt.
Integral, Klapp oder Jet: Welche Bauform passt zu mir?
Das hängt an der Fahrweise. Der Integralhelm umschließt den Kopf vollständig und hat laut ADAC den größten Marktanteil. Wie ein Integralhelm schützt der Klapphelm nur mit geschlossenem Kinnteil. Der Jethelm lässt das Gesicht frei und wird hauptsächlich auf Rollern und Classic-Bikes getragen.
Wie finde ich die richtige Größe?
Messen Sie den Kopfumfang über Stirn, Ohren und Hinterkopf. Die Zentimeterzahl ist ein Startwert, mehr nicht, denn jeder Hersteller schneidet anders. Ein Detail hilft beim Vergleichen: Ein Helm mit drei Außenschalen baut bei kleinen Köpfen kompakter als einer, der alle Größen nur über dickere Polster abdeckt.
Zur Anprobe empfiehlt der ADAC, den Helm im Laden mindestens zehn Minuten zu tragen. Er soll überall fest anliegen, oben im Scheitel aufsitzen und bei Drehbewegungen die Stirnhaut mitnehmen. Mit geschlossenem Kinnriemen darf er sich auch mit Kraft nicht nach vorn abziehen lassen. Im Zweifel die kleinere Größe probieren, weil das Futter mit der Zeit nachgibt.
Blende, Visier, Gewicht: Was zählt im Alltag?
Eine innenliegende Blende ist im Alltag bequemer als eine Sonnenbrille unter dem Helm, das rät auch der ADAC. Getönte Visiere sind nur bei Tageslicht erlaubt. Gegen Beschlag hilft ein Pinlock-Innenvisier oder eine Doppelscheibe im Herbst mehr als jedes Spray. Und das Gewicht? 100 Gramm merkt man auf einer kurzen Runde kaum. Nach sechs Stunden Autobahn im Nacken sehr wohl. Herstellerangaben gelten meist für eine bestimmte Größe und sind deshalb nur grob vergleichbar.
ECE 22.06, Etikett und Austausch: was gesichert ist
Nach Angaben des ADAC werden Helme seit Juni 2022 nach der UN-Regelung ECE 22.06 geprüft, seit Juni 2023 dürfen keine Helme nach der älteren Fassung 22.05 mehr produziert werden. Neu geprüft werden unter anderem die Kratzfestigkeit, die optische Qualität und das Gesichtsfeld des Visiers. Ein vorhandener 22.05-Helm darf weiter getragen werden; beim Neukauf sollte es die aktuelle Norm sein.
Erkennbar ist die Zulassung am Etikett am Kinnriemen oder im Futter: ein E im Kreis und eine Genehmigungsnummer, die mit 06 beginnt. Bei Klapphelmen zeigt der Zusatz P/J, dass der Helm auch mit offenem Kinnteil als Jethelm zugelassen ist. In Deutschland verlangt § 21a StVO einen „geeigneten Schutzhelm“; ein ECE-Etikett ist hier laut ADAC nicht ausdrücklich vorgeschrieben, im europäischen Ausland wird es aber kontrolliert.
Nach einem Sturz oder Unfall gehört der Helm ausgetauscht, auch wenn außen nichts zu sehen ist. ADAC und Deutscher Verkehrssicherheitsrat begründen das mit der Dämpfung aus Schaum, die sich beim Aufprall bleibend verformt. Ohne Sturz nennt der DVR fünf bis sieben Jahre als Austauschzeitraum, der ADAC hält bei regelmäßiger Nutzung etwa fünf Jahre für angemessen. Ein gebrauchter Helm unbekannter Herkunft ist deshalb keine Sparidee.
Welche Helme kommen in Frage?
| Modell | Bauform | Eckdaten laut Hersteller | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Shark Spartan GT Pro Carbon | Integral | ECE 22.06, Sonnenblende innen, Pinlock-vorbereitet, rund 1.465 g (kleinste Schale) | Tour und Landstraße, wer auf Gewicht achtet | ansehen |
| Arai Quantic | Integral | ECE R22-06, keine innenliegende Sonnenblende, Pinlock beiliegend, Größen XS bis XL | Sportliche Fahrer, die ohne Blende auskommen | ansehen |
| HJC i71 | Integral | ECE 22.06, Polycarbonat, drei Schalen für sechs Größen, vorbereitet für Smart HJC | Einsteiger und Pendler mit kleinerem Budget | ansehen |
| Schuberth C5 | Klapphelm | ECE 22.06 mit P/J, Sonnenblende, vorbereitet für SC2, Größen 51 bis 65 | Vielfahrer, Brillenträger, lange Touren | ansehen |
| Nolan N120-1 | Klapphelm | ECE 22.06 mit P/J, Kinnteil 180 Grad nach hinten, Sonnenblende, Pinlock beiliegend, rund 1.670 g | Wer oft offen fährt, Stadt und Tour | ansehen |
Shark Spartan GT Pro Carbon
Eine Schale mit Carbonanteil, eine innenliegende Sonnenblende und ein Pinlock-vorbereitetes Visier der optischen Klasse 1. Das angegebene Gewicht von rund 1.465 Gramm gilt für die kleinste Schale. Preislich gehört der Shark zur gehobenen Mittelklasse, deutlich unter Arai und Schuberth. Wer als Tourenfahrer einen Integralhelm mit Blende sucht, bekommt hier einen vernünftigen Kompromiss.
Arai Quantic
Auf eine eingebaute Sonnenblende verzichtet Arai beim Quantic bewusst. Als Zubehör gibt es ein dunkles Visier und das Pro-Shade-System. Dafür nennt das Datenblatt 13 Belüftungsöffnungen, ein beiliegendes Pinlock-Innenvisier und eine Notentnahme der Wangenpolster, ein Gewicht dagegen nicht. Bei wechselndem Licht vermisst man die Blende schnell.
Sportliche Fahrer, die die Arai-Passform kennen, bekommen einen sehr durchdachten Helm in der Premiumklasse.
HJC i71
Polycarbonat-Schale, sechs Größen auf drei Schalen verteilt. Für die Preisklasse nicht selbstverständlich. Für die HJC-eigenen Sprechanlagen ist der Helm vorbereitet. Bei der Passform gehen die Erfahrungen von Käufern auseinander. Die Anprobe zählt hier also doppelt. Ob alle Ausführungen eine innenliegende Sonnenblende haben, klären Sie am besten direkt beim Händler.
Schuberth C5
Den C5 nennt Schuberth seinen ersten Helm mit Doppelzulassung nach ECE 22.06 und P/J. Vorbereitet ist er für das Kommunikationssystem SC2, erhältlich in acht Größen von 51 bis 65. Als Geräuschwert gibt Schuberth 85 dB(A) bei 100 km/h auf einem unverkleideten Motorrad an, ein Herstellerwert, gemessen unter eigenen Bedingungen.
Teuer bleibt er. Wer nur am Wochenende fährt, zahlt hier viel für Komfort, den er selten ausnutzt.
Nolan N120-1
Das Kinnteil klappt beim N120-1 nicht bloß hoch, sondern um 180 Grad nach hinten auf die Schale. So wird daraus ein Jethelm ohne hochstehenden Bügel, zugelassen nach P/J. Sonnenblende und Pinlock gehören dazu, vorbereitet ist er für N-Com. Rund 1.670 Gramm gibt Nolan an. Ein Leichtgewicht ist er damit nicht, preislich liegt er aber deutlich unter dem Schuberth.
Reicht nicht ein Jethelm?
Auf dem Roller und bei Stadttempo ist ein Jethelm wie der Shoei J-Cruise 3 (laut Hersteller 1.400 Gramm, ECE 22/06, Sonnenblende) angenehm. Kinn und Gesicht schützt er nicht. Wer auch Landstraße fährt, nimmt besser einen P/J-Klapphelm, weil er beides kann. Ähnliches gilt für Shoeis Integralhelm GT-Air 3, für den Shoei rund 1.700 Gramm, drei Schalengrößen und Sonnenblende angibt; beide Shoei-Modelle sollten Sie wegen der eigenen Passform im Fachhandel anprobieren.
Und welcher Helm ist es nun?
Für Tour und Landstraße mit Integralhelm und Blende nennen wir den Shark Spartan GT Pro Carbon. Beim ersten Helm und knappem Geld kommt der HJC i71 in Frage, aber nur nach ausgiebiger Anprobe. Brillenträger und Vielfahrer greifen zum Schuberth C5, sofern das Geld reicht, sonst zum Nolan N120-1. Den würden wir mit seiner P/J-Zulassung auch allen nennen, die oft offen in der Stadt fahren, statt eines reinen Jethelms. Wer sportlich fährt und keine Sonnenblende braucht, landet beim Arai Quantic.
Den alten Helm über den Winter einlagern? Passende Hinweise stehen bei der Motorrad-Überwinterung. Und wer Touren filmen will, liest vor dem Kauf einer Kinnhalterung den Text zur Action-Cam für Motorrad und Reise.
Quellen
- ADAC: Motorradhelme, Kauf, Pflege und Visiere
- DVR: Motorrad-Ausstattung
- Shark: Spartan GT Pro Carbon
- Arai: Datenblatt Quantic
- HJC: i71
- Schuberth: C5
- Nolan: N120-1
- Shoei: GT-Air 3
- Shoei: J-Cruise 3
Wo Sie die Produkte bekommen
- Shark Spartan GT Pro CarbonBei Amazon ansehen
- HJC i71Bei Amazon ansehen
- Schuberth C5Bei Amazon ansehen
- Nolan N120-1Bei Amazon ansehen
- Arai QuanticBei Amazon ansehen
Unabhängige Tests brauchen Ihre Unterstützung
Ein gründlicher Test kostet Zeit, Technik und oft das Produkt selbst. Hersteller bezahlen uns nicht für gute Urteile – darum kann die Qualität unserer Tests nur durch Ihre Unterstützung über unsere Partnerlinks gesichert werden. Kaufen Sie über einen dieser Links ein, erhalten wir eine kleine Provision. Für Sie ändert sich am Preis nichts, unser Urteil bleibt unabhängig. Danke, dass Sie so auch in Zukunft hochwertige, unabhängige Tests möglich machen.
Noch nicht entschieden?
Vergleichen Sie in Ruhe weiter – alle Beiträge dieser Rubrik werden monatlich auf neue und ausgelaufene Modelle geprüft.
