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Bevor Sie über Display, App oder Marke nachdenken, stellen Sie eine einzige Frage: Wo soll das warme Wasser herkommen? Für Dusche oder Badewanne gehört ein elektronisch geregelter Durchlauferhitzer mit 18 bis 27 kW an den Drehstrom, eingebaut vom Elektrofachbetrieb. Für ein einzelnes Handwaschbecken reicht ein kleines Gerät mit Stecker. Dazwischen liegt die Küchenspüle. Dort passen beide Wege, je nachdem, ob Drehstrom in der Wand liegt.
Dieser Ratgeber sortiert nach Einsatzort. So erkennen Sie schnell, welche Geräteklasse überhaupt in Frage kommt.
Drei Geräteklassen, drei Anschlüsse
Ein Durchlauferhitzer erwärmt das Wasser erst, wenn es fließt. Er speichert nichts. Die Verbraucherzentrale nennt das einen Vorteil, weil keine Bereitschaftsverluste entstehen. Bei den großen Geräten unterscheidet sie drei Bauarten. Hydraulische Modelle schalten erst ab mehreren Litern pro Minute ein und kennen meist nur zwei Stufen; mit Sparduschköpfen kommen sie oft schlecht zurecht. Elektronische Geräte regeln ihre Leistung nach Durchfluss und Temperatur. Vollelektronische halten die Wunschtemperatur auch an der Leistungsgrenze, indem sie den Durchfluss notfalls drosseln. Nach Angaben der Verbraucherzentrale spart ein elektronisches Gerät im Alltag bis zu 30 Prozent Strom gegenüber einem hydraulischen.
Darunter gibt es zwei kleine Lösungen für 230 Volt. Ein Klein-Durchlauferhitzer wie das 3,5-kW-Set von Clage liefert am Handwaschbecken rund zwei Liter pro Minute. Ein Untertischspeicher hält dagegen Wasser vorrätig; Stiebel Eltron baut ihn zum Beispiel mit fünf oder zehn Litern und 1 oder 2 kW. Beide Geräte in diesem Ratgeber kommen mit Schutzkontaktstecker.
Wie viele kW braucht die Dusche?
Die Leistung bestimmt, wie viel warmes Wasser gleichzeitig herauskommt. Clage gibt für den DEX Next S bei einer Erwärmung um 28 Grad, also etwa von 12 auf 40 °C, diese Mengen an: 9,2 Liter pro Minute mit 18 kW, 10,7 Liter mit 21 kW, 12,3 Liter mit 24 kW und 13,8 Liter mit 27 kW. Die Verbraucherzentrale hält für komfortables Duschen Geräte um 21 kW für angemessen. Kleinere Geräte begrenzen oft den Durchfluss.
Clage weist darauf hin, dass der Durchfluss auch von der Zulauftemperatur abhängt. Kälteres Leitungswasser im Winter heißt weniger Liter. Wer Badewanne und Waschbecken gleichzeitig laufen lassen will, plant deshalb eher 24 als 18 kW. Ob die Hausleitung das hergibt, entscheidet allerdings nicht der Wunsch, sondern der Elektriker: Der Installationsbetrieb muss laut Verbraucherzentrale vor dem Einbau den Querschnitt der vorhandenen Stromleitung prüfen. Clage nennt als erforderlichen Querschnitt 4 mm² für 18 und 21 kW, 6 mm² für 24 und 27 kW.
Starkstrom ist Sache des eingetragenen Fachbetriebs
Die großen Geräte hängen fest verdrahtet an 400 Volt. Nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) dürfen Arbeiten an der elektrischen Anlage hinter der Hausanschlusssicherung nur der Netzbetreiber oder ein Installationsunternehmen ausführen, das im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. Vaillant schreibt in der Anleitung zum electronicVED ausdrücklich, dass Montage, Installation und Inbetriebnahme nur qualifizierte Fachhandwerker übernehmen dürfen.
Auch der Netzbetreiber muss Bescheid wissen. § 19 NAV verlangt eine Mitteilung, wenn zusätzliche Verbrauchsgeräte die vorzuhaltende Leistung erhöhen. AEG und Stiebel Eltron weisen in ihren Datenblättern darauf hin, dass für Geräte ohne Stecker die Zustimmung des Netzbetreibers einzuholen ist und der eingetragene Fachbetrieb dabei hilft. Ab welcher Leistung Ihr Netzbetreiber zustimmen muss, regeln seine technischen Anschlussbedingungen. Fragen Sie das vor dem Kauf ab.
Und in der Mietwohnung? Verantwortlich für die Elektroanlage ist nach NAV der Anschlussnehmer, bei einem bestehenden Hausanschluss also der Eigentümer. Ein Tausch oder gar ein neuer Drehstromanschluss gehört deshalb vorher mit dem Vermieter abgesprochen.
Kleinspeicher: Bequem, aber mit Bereitschaftsverlust
Der Untertischspeicher hat einen klaren Vorzug. Das Wasser ist sofort warm, auch wenn nur ein Becher gespült wird. Dafür kostet das Warmhalten Strom. Stiebel Eltron nennt für den SNU 5 Plus 0,19 kWh in 24 Stunden bei 65 °C und 0,07 kWh bei 38 °C. Das Umweltbundesamt beziffert die Ersparnis durch eine Thermo-Stop-Funktion oder eine Zeitschaltuhr bei Untertischgeräten mit 5 bis 15 Litern auf rund 135 kWh im Jahr.
Niedriger drehen ist trotzdem nicht der richtige Reflex. Die Verbraucherzentrale beschreibt das Untertischgerät als hygienisches Risiko, wenn es selten benutzt wird oder die Temperatur zu niedrig ist. Das Umweltbundesamt empfiehlt am Austritt eines Trinkwassererwärmers mindestens 60 °C und im Leitungssystem nicht unter 55 °C, damit sich Legionellen nicht vermehren. Stiebel Eltron empfiehlt in der Anleitung zum SNU 5 Plus die Energiesparstellung ECO mit etwa 60 °C. Wir würden den Knopf dort lassen. Im Ferienhaus oder Gästebad, wo das Becken wochenlang ruht, nehmen wir lieber einen Klein-Durchlauferhitzer ohne Vorrat.
Noch ein Stolperstein. Laut Anleitung darf der drucklose SNU 5 Plus nur mit einer drucklosen Armatur installiert und betrieben werden. Prüfen Sie also vor dem Kauf, ob die vorhandene Armatur dazu passt. Was eine Küchenarmatur sonst können sollte, steht in unserem Ratgeber zu Küchenarmaturen.
Sechs Geräte für Bad, Küche und Waschbecken
| Modell | Bauart und Leistung | Temperatur | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Clage DEX Next S | vollelektronisch, 18/21/24/27 kW, 400 V | 20 bis 60 °C gradgenau | Bad mit Dusche und Wanne | ansehen |
| Stiebel Eltron HDB-E 18/21/24 Trend | elektronisch gesteuert, 18/21/24 kW, 400 V | Stufen 35, 43, 50, 55 °C | Bad, feste Wunschtemperatur | ansehen |
| Vaillant electronicVED (VED E ../8) | elektronisch, 18 bis 27 kW, 400 V | 30 bis 55 °C stufenlos | Bad mit einer Dusche | |
| AEG DDLE Kompakt 11/13 | elektronisch, 11,2 oder 13,5 kW, 400 V, Untertisch | 20 bis 60 °C, intern einstellbar | Küchenspüle, ein bis zwei Zapfstellen | ansehen |
| Clage MCX Blue | Klein-Durchlauferhitzer mit Armatur, 3,5 kW, Stecker | 35, 38 oder 45 °C | Handwaschbecken, Gäste-WC | ansehen |
| Stiebel Eltron SNU 5 Plus | Untertischspeicher, 5 l, 2 kW, drucklos, Stecker | 35 bis 85 °C | Küche ohne Drehstrom | ansehen |
Clage DEX Next S
Der Fachbetrieb legt die Leistung bei der Installation auf 18, 21, 24 oder 27 kW fest. Laut Clage schaltet das Gerät schon ab 1,5 Litern pro Minute ein, was zu Sparduschköpfen passt. Eine Bluetooth-Fernbedienung liegt bei, die Steuerung per App ist möglich, und eine Funktion zur thermischen Behandlung mit 70 °C ist eingebaut. Für ein Familienbad ist das die Klasse, die wir zuerst ansehen würden.
Stiebel Eltron HDB-E 18/21/24 Trend
Hier gibt es keine gradgenaue Wahl. Der HDB-E bietet vier feste Stufen von 35 bis 55 °C, die Stiebel Eltron mit zwei Sensoren elektronisch hält. Den Verbrühschutz stellt der Fachhandwerker intern ein. Wer ohnehin immer mit derselben Temperatur duscht, verliert damit wenig.
Vaillant electronicVED
Die Grundausführung VED E ../8 regelt stufenlos zwischen 30 und 55 °C. Laut Anleitung liegt der maximale Durchfluss bei 8 Litern pro Minute, beim 27-kW-Gerät bei 10 Litern. Das genügt für eine Dusche, für zwei gleichzeitige Zapfstellen wird es knapp. Vaillant gibt bis zu 30 Prozent Energieersparnis gegenüber hydraulischen Geräten an.
AEG DDLE Kompakt 11/13
Mit 29,3 mal 17,4 Zentimetern passt der Kompakt unter die Spüle. AEG sieht ihn für eine oder zwei nahe Zapfstellen vor und lässt den Fachbetrieb zwischen 11,2 und 13,5 kW wählen. Er braucht trotzdem Drehstrom und den Fachbetrieb, das mitgelieferte Netzanschlusskabel ändert daran nichts. Gemessen an den rund 21 kW, die die Verbraucherzentrale fürs Duschen nennt, ist er dafür zu schwach.
Clage MCX Blue
Ein Set aus Klein-Durchlauferhitzer und eigener Waschtischarmatur. Mit 3,5 kW am Schukostecker liefert es laut Clage 2,0 Liter pro Minute bei 25 Grad Temperaturerhöhung. Per Sensortaste begrenzen Sie die Auslauftemperatur auf 35, 38 oder 45 °C. Fürs Händewaschen im Gäste-WC reicht das, zum Spülen von Töpfen nicht.
Stiebel Eltron SNU 5 Plus
Fünf Liter, 2 kW, Stecker. Laut Datenblatt ergibt das 9,3 Liter Mischwasser mit 40 °C. Die Vakuumdämmung soll den Bereitschaftsverbrauch senken, eine Thermostop-Funktion verhindert, dass die Armatur mitheizt. Für eine Küche ohne Drehstrom in der Wand ist das die einfachste Lösung. Mit drucklosem Hahn.
So würden wir entscheiden
- Bad mit Dusche und Wanne: vollelektronisch mit 21 bis 24 kW, etwa der Clage DEX Next S. Leitungsquerschnitt vorher prüfen lassen.
- Bad mit einer Dusche und fester Gewohnheit: Stiebel Eltron HDB-E oder Vaillant electronicVED.
- Küchenspüle mit Drehstromanschluss: AEG DDLE Kompakt 11/13.
- Küche ohne Drehstrom: Stiebel Eltron SNU 5 Plus mit druckloser Armatur, Temperatur um 60 °C.
- Selten genutztes Handwaschbecken: Clage MCX Blue, weil kein Wasser im Vorrat steht.
Ein letzter Gedanke zur Stromrechnung. Laut Umweltbundesamt entfallen in einem Zwei-Personen-Haushalt mit elektrischer Warmwasserbereitung rund 25 Prozent des gesamten Stromverbrauchs aufs warme Wasser. Das Amt rechnet auch einer Wassersparbrause eine deutliche Ersparnis zu, und elektronische Geräte vertragen solche Brausen besser als hydraulische. Passende Modelle finden Sie im Ratgeber zu Duschsystemen.
Quellen
- Verbraucherzentrale: Durchlauferhitzer kaufen
- Umweltbundesamt: Bewusster Umgang mit Warmwasser
- NAV § 13: Elektrische Anlage
- NAV § 19: Betrieb von elektrischen Anlagen und Verbrauchsgeräten
- NAV § 1: Anschlussnehmer
- Clage: DEX Next S und Produktinformation (PDF)
- Clage: MCX Blue
- Stiebel Eltron: HDB-E 18/21/24 Trend
- Stiebel Eltron: SNU 5 Plus, Datenblatt (PDF) und Bedienung und Installation (PDF)
- Vaillant: electronicVED und Betriebs- und Installationsanleitung (PDF)
- AEG Haustechnik: DDLE Kompakt 11/13 und Datenblatt (PDF)
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