Inhalt10 Abschnitte
Ein Ortungsgerät zeigt Ihnen, wo in der Wand etwas liegt. Es sagt Ihnen nicht, wo nichts liegt. Für Regale, Lampen und eine TV-Wandhalterung in Mauerwerk oder Gipskarton empfehlen wir ein solides Metall- und Leitungssuchgerät wie das Bosch Professional GMS 120-27; wer Fußbodenheizung, Kunststoffrohre oder dicken Beton im Spiel hat, braucht ein Radargerät wie den Bosch D-tect 200 C.
Dazwischen liegt eine Menge Technik, die auf der Verpackung gleich aussieht. Darum zuerst das Prinzip.
Spule, Sensor oder Radar: was das Gerät überhaupt sehen kann
Fünf der sechs Geräte hier gehören zur klassischen Sorte. Ihre Datenblätter nennen drei Dinge, die sie finden: Metall, Leitungen unter Spannung und Holz- oder Metallständer hinter Gipskarton. Mehr versprechen die Hersteller nicht. Eine Wasserleitung aus Kunststoff taucht in keiner dieser Listen auf, und für spannungsfreie Kabel nennt nur Laserliner überhaupt einen Wert.
Radar arbeitet anders. Bosch setzt beim D-tect 200 C auf diese Technik und nennt ausdrücklich Kunststoffrohre, leer und wassergefüllt, sowie Holz als ortbar, dazu spannungsfreie Leitungen. Von den sechs Geräten in diesem Ratgeber ist er das einzige mit dieser Technik.
Achten Sie beim Vergleich auf die Tiefenangabe je Material, nicht auf die größte Zahl auf der Schachtel. Beim GMS 120-27 stehen 120 mm für Kupfer, aber nur 50 mm für eine stromführende Leitung und 30 mm für Holzbalken. Für die Sicherheit beim Bohren zählt der kleinste dieser Werte.
Warum ein grünes Licht keine Freigabe ist
Die Hersteller sagen es in ihren Anleitungen selbst. Bosch schreibt in der Anleitung zum D-tect 200 C, das Gerät könne technisch bedingt keine vollständige Sicherheit bieten; vor dem Bohren sollen Sie zusätzlich Baupläne oder Fotos aus der Bauphase heranziehen und Strom, Gas und Wasser abstellen. Zircon formuliert in der Anleitung zum A250c noch deutlicher: Gehen Sie nie davon aus, dass keine stromführende Leitung in der Wand liegt.
Die Gründe stehen gleich daneben. Laut Bosch werden Leitungen ohne Spannung entweder als Metall angezeigt oder gar nicht, und mehrdrähtige Kupferlitzen erkennt der D-tect 200 C nicht. Drehstromleitungen erscheinen womöglich nicht als „spannungsführend“. Über 50 % Luftfeuchte ist die Spannungserkennung eingeschränkt. Zircon nennt für sein Gerät Leitungen in Beton, in Metallrohren, hinter Sperrholz oder Metallverkleidungen und feuchte Wände als Fälle, in denen Strom nicht erkannt werden kann.
Was heißt das konkret? Eine Steckdosenleitung, an der gerade nichts hängt, führt zwar Spannung. Das Stück zwischen Schalter und ausgeschalteter Deckenlampe dagegen nicht. Bosch rät, Verbraucher an der gesuchten Leitung einzuschalten, weil sie sich dann leichter orten lässt.
Die zweite Absicherung ist der Blick auf die Wand selbst. Die Norm DIN 18015-3 legt für Unterputzleitungen in Wohnungen Installationszonen fest. Nach der Beschreibung in der Fachzeitschrift „de“ liegen die waagerechten Zonen 15 bis 45 cm unter der Decke und 15 bis 45 cm über dem fertigen Fußboden, in Räumen mit Arbeitsflächen zusätzlich 100 bis 130 cm hoch. Senkrechte Zonen verlaufen 10 bis 30 cm neben Türen, Fenstern und Wandecken. Sitzt eine Steckdose oder ein Schalter außerhalb dieser Bänder, darf die Leitung senkrecht aus der nächsten waagerechten Zone dorthin laufen. Direkt über und unter jeder Dose ist also tabu.
Ein Haken bleibt. Die Norm beschreibt, wie Leitungen liegen sollen, nicht, wie sie in einem Haus von 1965 nach drei Renovierungen tatsächlich liegen. Genau dort hilft ein Ortungsgerät, als zweite Meinung.
Sechs Ortungsgeräte im Vergleich
| Modell | Prinzip | Tiefe laut Hersteller | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Bosch Professional GMS 120-27 | Metall, Spannung, Holz | Kupfer 120 mm, Stahl 100 mm, Strom 50 mm, Holz 30 mm | Mauerwerk und Trockenbau im Alltag | ansehen |
| Bosch Professional D-tect 200 C | Radar | bis 200 mm in trockenem Beton, sonst 60 bis 80 mm, Holz 38 mm | Fußbodenheizung, Kunststoffrohre, Beton | ansehen |
| Laserliner MultiScanner Plus | Metall, Spannung, Ständer | Stahl 120 mm, NE-Metall 100 mm, Strom 40 mm, Ständer 20 mm | Bohrtiefe über Bewehrung prüfen | ansehen |
| Bosch UniversalDetect | Metall, Spannung, Holz | Metall 100 mm, Strom 50 mm, Holz 25 mm | Gelegentliches Bohren mit geführter Bedienung | ansehen |
| Zircon MultiScanner A250c | Ständer, Metall, Spannung | Ständer 19/38 mm, Stahl 75 mm, Kupfer 38 mm, Strom 50 mm | Trockenbauwände mit Holz- oder Metallprofilen | ansehen |
| Stanley FatMax S300 | Ständer, Metall, Spannung | Ständer 38 mm, Metall 76 mm, Strom 51 mm | Einfache Ständersuche im Trockenbau | ansehen |
Bosch Professional GMS 120-27
Das kompakte Gerät aus der blauen Profi-Reihe arbeitet ohne Radar und findet nach Herstellerangabe Kupfer bis 120 mm, Stahl bis 100 mm, stromführende Leitungen bis 50 mm und Holzbalken im Trockenbau bis 30 mm. Das Gehäuse ist nach IP54 gegen Staub und Spritzwasser geschützt, das Gewicht liegt bei rund 0,29 kg. Es läuft mit zwei AA-Batterien oder in einer Variante mit Lithium-Akku und USB-C. Ein Markierungsloch zeigt die Fundstelle. Für Dübellöcher in Mauerwerk und Gipskarton halten wir das für die vernünftige Grundausstattung.
Bosch Professional D-tect 200 C
Ein Wandscanner mit Radar. Laut Bosch sieht er bis 200 mm tief in trockenen Beton, in anderen Wandarten bis 80 mm, in jungem Beton bis 60 mm, und er unterscheidet magnetisches und nichtmagnetisches Metall, Leitungen, Kunststoffrohre und Holz. Für Beton, Lochziegel, Trockenbau und Flächenheizung gibt es eigene Wandprogramme; Fundbilder lassen sich per USB-C oder microSD speichern.
Die Grenzen nennt Bosch offen. Im Trockenbau-Modus erkennt er leere Kunststoffrohre nicht, und gefüllte Rohre sehen dort aus wie Holzbalken. Frischer Beton braucht Monate, bis er trocken genug für eine saubere Messung ist. Mit rund 0,7 kg ist der D-tect 200 C ein Werkzeug für Sanierer und Handwerker, die regelmäßig in Böden mit Heizschleifen oder in Betondecken bohren. Für das Bild im Wohnzimmer ist er überdimensioniert.
Laserliner MultiScanner Plus
Seine Stärke ist Metall in massiven Wänden. Nach dem Datenblatt ortet er magnetisches Metall bis 12 cm und nichtmagnetisches bis 10 cm unter Stein, Beton, Estrich, Holz und Keramik, zeigt im Metall-Modus die Tiefe an und sagt, ob das Metall magnetisch ist. Wer in eine Betondecke bohrt und wissen will, wie viel Luft bis zur Bewehrung bleibt, bekommt hier eine Zahl. Leitungen findet er dagegen nur bis 4 cm, Ständer bis 2 cm. Der fest eingebaute Akku hält laut Laserliner etwa drei Stunden.
Bosch UniversalDetect
Das Gerät aus der grünen Heimwerker-Reihe führt mit einer animierten Schritt-für-Schritt-Anleitung durch die Messung und zeigt Funde über ein Ampelsystem aus LEDs. Bosch nennt 100 mm für Metall, 50 mm für stromführende Leitungen und 25 mm für Holz, es kalibriert sich selbst und läuft mit vier AAA-Batterien. Passt zu allen, die zwei Mal im Jahr bohren und keine Lust auf Menüs haben.
Zircon MultiScanner A250c
Der Schwerpunkt liegt auf Ständerwänden. Der A250c findet Mitte und Kanten von Holz- und Metallständern bis 19 mm, im DeepScan-Modus bis 38 mm. Eisen ortet er laut Datenblatt bis 75 mm, Kupfer bis 38 mm, Strom bis 50 mm. Das Display wechselt die Farbe je Modus und blinkt rot, sobald es in einem anderen Modus eine Spannung bemerkt. Für Massivwände ist er nicht gedacht: In Beton kann er laut Anleitung stromführende Leitungen womöglich nicht erkennen.
Stanley FatMax S300
Ein einfacher Ständersucher mit beleuchtetem Display. Stanley gibt 38 mm für Holz- und Metallständer an, 76 mm im tiefen Metall-Modus und 51 mm für stromführende Leitungen. Eine Tiefenanzeige oder Materialunterscheidung nennt der Hersteller nicht. Für Gipskartonwände im Neubau reicht das, für den Altbau mit dickem Putz würden wir zu einem der Bosch-Geräte greifen.
Welches Gerät zu welcher Wand passt
- Mauerwerk oder Gipskarton, gelegentlich Dübel setzen: Bosch Professional GMS 120-27, mit guter Metallreichweite und spritzwassergeschütztem Gehäuse.
- Fußbodenheizung, Kunststoffrohre, Betondecken: Bosch Professional D-tect 200 C, weil nur das Radar nichtmetallische Rohre überhaupt sieht.
- Bohrtiefe über Bewehrung oder Kupferrohr wissen: Laserliner MultiScanner Plus mit Tiefenanzeige im Metall-Modus.
- Leichte Trockenbauwände mit Ständerwerk: Zircon MultiScanner A250c oder Stanley FatMax S300.
- Möglichst einfache Bedienung: Bosch UniversalDetect.
Unabhängig vom Gerät gilt dieselbe Reihenfolge. Erst die Installationszonen anschauen, dann scannen, an mehreren Höhen und quer zur vermuteten Leitung, dann markieren. Und im Zweifel die Sicherung raus. Welcher Bohrer und welche Maschine zum Untergrund passen, steht in unserem Ratgeber zum Bohrhammer; den passenden Halt liefert ein gutes Dübel-Set für Beton, Ziegel und Gipskarton.
Quellen
- Bosch Professional: GMS 120-27, technische Daten
- Bosch Professional: D-tect 200 C, technische Daten
- Bosch: Bedienungsanleitung D-tect 200 C (PDF, englisch)
- Bosch: UniversalDetect, technische Daten
- Laserliner: Datenblatt MultiScanner Plus 080.967A (PDF)
- Zircon: Datenblatt MultiScanner A250c (PDF)
- Zircon: Anleitung MultiScanner A250c (PDF)
- Stanley: FatMax Stud Sensor FMHT0-77407
- Fachzeitschrift „de“: DIN 18015-3, Leitungsführung und Installationszonen (PDF)
Wo Sie die Produkte bekommen
- Bosch Professional GMS 120-27Bei Amazon ansehen
- Bosch Professional D-tect 200 CBei Amazon ansehen
- Laserliner MultiScanner PlusBei Amazon ansehen
- Bosch UniversalDetectBei Amazon ansehen
- Zircon MultiScanner A250cBei Amazon ansehen
- Stanley FatMax S300Bei Amazon ansehen
Unabhängige Tests brauchen Ihre Unterstützung
Ein gründlicher Test kostet Zeit, Technik und oft das Produkt selbst. Hersteller bezahlen uns nicht für gute Urteile – darum kann die Qualität unserer Tests nur durch Ihre Unterstützung über unsere Partnerlinks gesichert werden. Kaufen Sie über einen dieser Links ein, erhalten wir eine kleine Provision. Für Sie ändert sich am Preis nichts, unser Urteil bleibt unabhängig. Danke, dass Sie so auch in Zukunft hochwertige, unabhängige Tests möglich machen.
Noch nicht entschieden?
Vergleichen Sie in Ruhe weiter – alle Beiträge dieser Rubrik werden monatlich auf neue und ausgelaufene Modelle geprüft.
