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Leitungswasser in Deutschland braucht keinen Filter. So sehen es Umweltbundesamt und Verbraucherzentrale, und wir auch. Wer trotzdem filtern möchte, etwa wegen Kalk im Tee, fährt mit einer kleinen Kanne aus dem Kühlschrank am vernünftigsten. Untertischanlage und Umkehrosmose kosten mehr und wollen gewartet werden.
Brauche ich überhaupt einen Filter?
Meistens nicht. Das Umweltbundesamt schreibt in seinem Ratgeber „Trinkwasser aus dem Hahn“, dass eine zusätzliche Reinigung oder Behandlung von Wasser aus der öffentlichen Versorgung im Gebäude im Normalfall nicht notwendig ist. Die Behörde geht noch weiter und rät von solchen Geräten ab. Ihre Begründung: In Filtern, die nicht rechtzeitig getauscht werden, können sich Bakterien vermehren, und überladene Filter können zurückgehaltene Stoffe wieder abgeben, im ungünstigen Fall sogar konzentrierter.
Die Verbraucherzentrale hält Filter aus gesundheitlicher Sicht ebenfalls für unnötig, auch für Kleinkinder und Kranke. Hartes Wasser ist dabei kein Gegenargument. Calcium und Magnesium bewertet das Umweltbundesamt als positiv, nicht als Belastung. Stiftung Warentest fasste einen Test von acht Filtern im Juli 2022 laut Verbraucherzentrale mit „überflüssig bis schädlich“ zusammen.
Ein Sonderfall sind alte Bleirohre. Hier hilft kein Filter. Das Umweltbundesamt verlangt den vollständigen Austausch der Leitungen, bis dahin sollen Schwangere, Säuglinge und Kinder bis sechs Jahre abgepacktes Wasser trinken. In Häusern, die nach 1973 gebaut wurden, liegen laut Verbraucherzentrale keine Bleirohre mehr. Wer unsicher ist, fragt den Vermieter oder lässt das Wasser untersuchen.
Warum filtern dann so viele trotzdem?
Aus Komfort. Bei 20 Grad deutscher Härte setzt sich im Wasserkocher schnell eine weiße Schicht ab, und Tee bekommt einen Film auf der Oberfläche. Gesundheitlich spielt das keine Rolle, es nervt nur. Eine Kartusche mit Ionenaustauscher senkt die Härte, Aktivkohle bindet Chlorgeschmack. Wer Wasser „energetisieren“ oder „harmonisieren“ will, verkauft Esoterik. Solche Begriffe sind laut Verbraucherzentrale wissenschaftlich nicht belegt.
Geht es Ihnen um die Kaffeemaschine, prüfen Sie zuerst, ob sie eine eigene Filterpatrone im Tank vorsieht. Viele haben das, siehe unseren Überblick zu Kaffeevollautomaten. Und wer nur Sprudel will, braucht keinen Filter, sondern einen Wassersprudler für die Arbeitsplatte.
Kanne, Untertischfilter oder Umkehrosmose: Wo liegt der Unterschied?
Die Kanne ist der einfachste Weg. Wasser oben rein, es läuft durch die Kartusche, fertig. Keine Montage, kein Installateur, nach vier Wochen kommt eine neue Kartusche hinein.
Ein Untertischfilter sitzt im Spülenschrank am Kaltwasser-Eckventil und arbeitet mit größeren Kartuschen, die mehrere Monate halten. Dafür greift man in die Trinkwasserinstallation ein. Wesentliche Eingriffe dürfen nach der AVBWasserV nur der Wasserversorger oder eingetragene Installationsfirmen vornehmen, erinnert die Verbraucherzentrale. Sie rät außerdem zu Geräten mit DVGW- oder DIN-Prüfzeichen.
Umkehrosmose ist die gründlichste und zugleich umstrittenste Variante. Eine Membran trennt gelöste Stoffe ab, darunter auch die Mineralien. Deshalb bieten Hersteller wie Waterdrop eigene Modelle mit Remineralisierung an. Dazu fällt Abwasser an. Für normales Leitungswasser halten wir das für überdimensioniert.
Wie schnell verkeimt eine Kartusche?
Schneller, als viele glauben. Trinkwasser ist ein verderbliches Lebensmittel, schreibt die Verbraucherzentrale. Es kann verkeimen, wenn es lange im Behälter steht oder mit alten Filtern in Berührung kommt. Ihr Rat für Kannen lautet: Anleitung befolgen, Kartusche regelmäßig wechseln, Kanne regelmäßig reinigen und im Kühlschrank aufbewahren. Eine Kanne auf der sonnigen Fensterbank ist genau das Gegenteil davon.
Noch ein Punkt aus dem Ratgeber des Umweltbundesamts, der auch ohne Filter gilt. Wasser, das länger als vier Stunden in der Leitung stand, soll man nicht trinken oder zum Kochen nehmen, sondern ablaufen lassen, bis es spürbar kühler kommt. Das gilt morgens auch für die Kanne.
Was kosten die Filter auf Dauer?
Der Kaufpreis täuscht. Rechnen Sie zwei Jahre durch. Bei einer Kanne mit Vier-Wochen-Kartusche sind das rund 26 Kartuschen. Ein Untertischfilter mit Wechsel alle vier Monate braucht sechs. Bei der Umkehrosmose von Waterdrop kommen nach Herstellerangabe drei Filtertypen mit Standzeiten von sechs, zwölf und 24 Monaten zusammen. Und bei Grohe Blue Home gehören neben dem Filter CO₂-Flaschen zum Verbrauch, eine 425-Gramm-Flasche reicht laut Grohe für maximal 60 Liter Sprudel. Kannen kosten wenig. Untertischfilter liegen preislich im Mittelfeld, Osmoseanlagen und Filterarmaturen mit Kühler spielen in einer anderen Liga.
Welche Geräte gibt es gerade zu kaufen?
| Modell | Bauart | Eckdaten (Herstellerangaben) | Filterwechsel | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| BRITA Style Essential | Kanne | 2,4 l gesamt, 1,4 l gefiltert, LED-Wechselanzeige | ca. 4 Wochen oder 150 l | Single und Paare, passt in die Kühlschranktür | ansehen |
| BRITA Style Essential XL | Kanne | 3,6 l gesamt, 2,3 l gefiltert | ca. 4 Wochen oder 150 l | Familien mit Platz im Kühlschrank | ansehen |
| Dafi Filterkanne mit Unimax-Kartusche | Kanne | Kartusche mit Aktivkohle aus Kokosschalen | monatlich oder 150–200 l | Wer eine Alternative zu Brita sucht | ansehen |
| Alb Filter Active Plus Untertisch | Untertischfilter | Edelstahlgehäuse, Keimsperre bis 0,7 µm, ca. 6 l/min | 4 Monate, 3.000–5.000 l | Viel Trinkwasser, kein Kannenschleppen | ansehen |
| Waterdrop G3P600 | Umkehrosmose, tanklos | 600 Gallonen pro Tag, Reinwasser zu Abwasser 2:1 | 6, 12 und 24 Monate je Filterstufe | Wer bewusst mineralarmes Wasser möchte | ansehen |
| GROHE Blue Home Starter Kit | Filterarmatur mit Kühler und CO₂ | still, medium und sprudelnd, gekühlt | S-Filter 600 l, mind. alle 12 Monate | Wer ohnehin die Küchenarmatur tauscht | ansehen |
BRITA Style Essential
Die kleinere Kanne hat einen Vorteil, der mit Hygiene zu tun hat. Mit 23,9 mal 27,3 Zentimetern passt sie laut Brita in eine übliche Kühlschranktür und wandert dadurch tatsächlich in die Kälte. Die mitgelieferte Maxtra Pro Pure Performance ist nach Herstellerangabe für weiches bis mittelhartes Wasser gedacht. Für hartes Wasser verkauft Brita eine Variante mit Extra-Kalkschutz. Die LED im Deckel muss vor der Spülmaschine raus.
BRITA Style Essential XL
Gleiche Kartusche, mehr Volumen. 2,3 Liter gefiltertes Wasser reichen eher für vier Personen. In die Tür passt sie nach Händlerangabe nicht mehr, sie braucht einen Platz im Fach.
Dafi Filterkanne mit Unimax-Kartusche
Der polnische Hersteller Dafi baut Kannen in mehreren Größen, die alle die Unimax-Kartusche nutzen. Dafi nennt 150 bis 200 Liter je Kartusche und einen monatlichen Wechsel, als Filtermaterial Aktivkohle aus Kokosnussschalen. Dafi führt zusätzlich eine Magnesium-Kartusche. Deren Nutzen sehen wir skeptisch.
Alb Filter Active Plus Untertisch
Der Filter aus Baden-Württemberg kommt im Edelstahlgehäuse und wird unter der Spüle ans Kaltwasser angeschlossen. Die Active-Plus-Kartusche hat laut Alb eine Keimsperre bis 0,7 Mikrometer und hält 3.000 bis 5.000 Liter. Getauscht wird trotzdem nach vier Monaten, nach Angabe des Herstellers vor allem aus hygienischen Gründen. Diese Ehrlichkeit gefällt uns. Ein Käufer berichtet allerdings von nachlassendem Durchfluss schon nach drei Monaten.
Waterdrop G3P600
Eine tanklose Osmoseanlage für den Unterschrank. Waterdrop nennt zwei Teile Reinwasser auf einen Teil Abwasser, je nach Druck und Temperatur auch weniger. Nach Händlerangabe senkt sie den Anteil gelöster Stoffe deutlich. Wer die Mineralien behalten will, nimmt die Variante mit Remineralisierung.
GROHE Blue Home Starter Kit
Eigentlich eine Küchenarmatur mit zweitem Wasserweg. Der Kühler steht im Spülenschrank oder bis 2,5 Meter entfernt, laut Grohe reicht sogar ein 40 Zentimeter breiter Unterschrank. Der S-Filter schafft 600 Liter und soll mindestens alle zwölf Monate getauscht werden. Spannend wird das nur, wenn ohnehin eine neue Armatur fällig ist. Für bloßen Sprudel genügt ein Tischgerät.
So würden wir entscheiden
- Leitungswasser schmeckt Ihnen und der Kalk stört nicht: kein Filter.
- Kalk im Wasserkocher, Geschmack im Tee, Single oder Paar: BRITA Style Essential, aufbewahrt in der Kühlschranktür.
- Größerer Haushalt mit viel Platz im Kühlschrank: die XL-Version.
- Schon jetzt drei Kannen am Tag: ein Untertischfilter wie der von Alb Filter, eingebaut vom Installateur.
- Neue Küche, Wunsch nach gekühltem Sprudel aus dem Hahn: Grohe Blue Home.
- Umkehrosmose nur mit einem konkreten Grund, nicht aus Sorge um das Leitungswasser.
Quellen
- Umweltbundesamt: Trinkwasser aus dem Hahn (Ratgeber)
- Verbraucherzentrale: Wasserfilter – sind sie aus hygienischer Sicht notwendig?
- Verbraucherzentrale: Wasserbehandlung im Haushalt
- BRITA: Style Essential
- BRITA: Style Essential XL
- BRITA: Maxtra Pro Pure Performance
- Dafi: Unimax-Kartusche
- Alb Filter: Active Plus
- Waterdrop: G3P600
- GROHE: Blue Austauschfilter S-Size
- GROHE: Broschüre Blue Home
Wo Sie die Produkte bekommen
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- Dafi Filterkanne mit Unimax-KartuscheBei Amazon ansehen
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