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Die meisten Wetterstationen messen nicht falsch. Sie hängen falsch. An der sonnigen Hauswand zeigt ein Außensensor im Sommer schnell einige Grad zu viel, und daran ändert auch das teuerste Display nichts. Wer Wind, Regen und App will, bekommt mit der Bresser WLAN ClearView mit 7-in-1-Sensor nach Herstellerangaben das ausgewogenste Paket: Farbdisplay im Haus, ein Kombisensor draußen und Upload zu Weather Underground, Weathercloud und AWEKAS.
Vom Funkthermometer bis zur Messanlage
Ein Einheitsgerät gibt es nicht. Am einen Ende steht das Funkthermometer mit Wettersymbol, am anderen die Anlage, die alle paar Sekunden Windböen ins Netz schickt.
Die erste Weiche ist die Verbindung. Eine reine Funk-Wetterstation zeigt alles am Display im Haus und braucht kein Internet; eine WLAN-Station schickt die Werte zusätzlich in eine App, auch wenn Sie unterwegs sind. Dann der Umfang. Für Frostwarnung und Lüften genügen Temperatur und Feuchte. Wind und Regen dagegen brauchen einen Sensor, der frei auf einem Mast steht, und das ist mehr Aufwand, als viele beim Kauf einplanen.
Wer seine Daten mit anderen teilen will, prüft vorher, wohin die Station hochladen kann. Bresser nennt Weather Underground, Weathercloud und AWEKAS, Ecowitt zusätzlich WOW des britischen Met Office und eigene Server. Netatmo setzt auf seine eigene Wetterkarte.
Bleibt der Strom draußen. Batterien im Sensor bedeuten Leitertermine. Solarzellen mit Pufferspeicher, wie bei Davis und Ecowitt, sparen das weitgehend.
Was der Deutsche Wetterdienst unter einem guten Standort versteht
Wie gemessen wird, beschreibt der Deutsche Wetterdienst in seiner Richtlinie für automatische Wetterstationen genau. Für den Garten sind das Richtwerte, keine Pflicht. Sie erklären aber, warum zwei Stationen in derselben Straße oft verschiedene Werte melden.
Temperatur und Feuchte misst der DWD in 2 m Höhe über Grund, in einer strahlungs- und witterungsgeschützten Hütte, möglichst über Rasen. Der Messpunkt soll außerhalb jeglicher Schattenwürfe liegen, sobald die Sonne höher als 7 Grad steht. Mauern und Hauswände sollen wegen Reflexion und Wärmeabgabe mindestens 10 m entfernt sein; Dach, Terrasse und Betonplatte sind laut DWD nur Ausnahmen.
Für den Regen gilt eine waagerechte Auffangfläche in 1 m Höhe (bis 500 m über Normalhöhennull). Der Abstand zu Hindernissen beträgt mindestens das Doppelte ihrer Höhe, besser das Vierfache, der Untergrund ist Rasen oder Kies, kein Beton wegen Spritzwasser. Wind schließlich wird in 10 m Höhe gemessen, mit mindestens der zehnfachen Hindernishöhe als Abstand.
Im Reihenhausgarten schafft das niemand vollständig. Also pragmatisch: Sensor nicht an die Südwand, nicht über Pflaster, nicht unter das Vordach. Ein Pfahl über Rasen mit etwas Abstand zum Haus bringt mehr als jedes Software-Update. Und ein Windmesser auf 2 m Höhe zwischen Hecken zeigt zwangsläufig weniger Wind als die nächste DWD-Station. Kein Defekt. Standort.
Sechs Wetterstationen, die heute erhältlich sind
| Modell | Verbindung | Messwerte draußen | Wetterdienste laut Hersteller | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Bresser WLAN ClearView 7-in-1 | 868 MHz, WLAN, App | Temperatur, Feuchte, Wind, Regen, UV, Licht | Weather Underground, Weathercloud, AWEKAS | Display im Haus plus App | ansehen |
| Ecowitt Wittboy GW2001 | WLAN oder LAN-Kabel, App | Temperatur, Feuchte, Wind (Ultraschall), Regen, UV, Licht | Ecowitt, Weather Underground, Weathercloud, WOW, eigener Server | Datenfans und Smart-Home-Bastler | ansehen |
| Netatmo Smarte Wetterstation | Funk zum Innenmodul, WLAN, App | Temperatur, Feuchte; Wind und Regen als Zubehör | eigene Netatmo-Wetterkarte | App-Nutzer ohne Bastelaufwand | ansehen |
| Davis Vantage Vue mit WeatherLink Console | Funk bis 300 m Sichtlinie, WLAN | Temperatur, Feuchte, Wind, Regen | WeatherLink, Weather Underground, CWOP | Langzeitmessung auf hohem Niveau | ansehen |
| Technoline WS 1700 | Funk, DCF77-Uhr | Temperatur, Feuchte, Wind, Regen (drei Sensoren) | keine Internetanbindung genannt | Wind und Regen ohne Internet | ansehen |
| Technoline WS 6767 | Funk, DCF77-Uhr | Temperatur, Feuchte | keine | Einsteiger, Küche und Flur | ansehen |
Bresser WLAN ClearView mit 7-in-1-Sensor
Windgeschwindigkeit, Windrichtung, Temperatur, Luftfeuchte, Niederschlag, UV-Wert und Lichtstärke misst der Kombisensor laut Bresser, und er funkt auf 868 MHz bis 150 m weit zur Basis mit ihrem 8,3-Zoll-Farbdisplay. Über WLAN gehen die Daten zu Weather Underground, Weathercloud und AWEKAS, eingerichtet wird per App. Batterien für den Sensor fehlen im Karton. Weil Wind und Regen an einem Punkt sitzen, ist das bequem, gegenüber getrennten Sensoren aber ein Kompromiss.
Ecowitt Wittboy GW2001
Zum Paket gehören das Gateway GW2000 und der Außensensor WS90 mit Ultraschall-Windmessung, piezoelektrischem Regenmesser und Solarversorgung. Laut Handbuch funkt das Gateway per WLAN oder LAN-Kabel und lädt zu ecowitt.net, Weather Underground, Weathercloud, WOW und einem frei wählbaren Server hoch. Ein Display fehlt, alles läuft über App und Weboberfläche. Aufschlussreich ist ein Rat des Herstellers selbst: Kommt es auf genaue Regenmengen an, empfiehlt Ecowitt den zusätzlichen Kippwaagen-Regenmesser WH40. Das sagt viel über die Grenzen der Piezo-Messung.
Netatmo Smarte Wetterstation
Innen- und Außenmodul sind bei Netatmo getrennt. Das Innenmodul misst neben Temperatur, Feuchte und Luftdruck auch die Luftqualität und zeigt den CO2-Gehalt per Farbleuchte. Geht es Ihnen eher ums Raumklima, lohnt der Beitrag zu CO2-Messgeräten. Wind- und Regenmesser kommen einzeln dazu, was das System deutlich teurer macht. Die Daten erscheinen in der App und auf der Netatmo-Wetterkarte; einen direkten Upload zu Weather Underground nennt Netatmo nicht.
Davis Vantage Vue mit WeatherLink Console
Unter Hobbymeteorologen gilt Davis als Referenz. Nach Herstellerangaben läuft die Sensoreinheit mit Solarstrom, Superkondensator und Lithium-Reserve, funkt bis 300 m auf Sicht und aktualisiert den Wind alle 2,5 Sekunden. Farb-Touchdisplay und WLAN hat die neue WeatherLink Console, sie teilt Daten mit Weather Underground und dem Netzwerk CWOP. In vielen Gärten gibt der Standort weniger her, als diese Station kann. Die ältere Ausführung 6250EU war bei Amazon.de zuletzt als nicht verfügbar gelistet.
Technoline WS 1700
Drei getrennte Funksensoren: Thermo-Hygro-Sender, Regen- und Windmesser. Die Basis zeigt Windchill, Taupunkt, Luftdruckverlauf der letzten 12 Stunden und Regen pro Stunde, Tag und gesamt, dazu kommt eine DCF77-Funkuhr. Von App oder Upload spricht Technoline nicht. Wer Wind und Regen nur am Küchentisch ablesen will, vermisst das auch nicht.
Technoline WS 6767
Außensender, Innen- und Außentemperatur, Luftfeuchte, Wettertendenz aus dem Luftdruckverlauf, Funkuhr. Mehr hat die klassische Funk-Wetterstation nicht. Für die Frage, ob morgens die Scheibe vereist ist, kommt man damit locker hin.
So würden wir entscheiden
Display im Haus und App, Wind und Regen inklusive: Dafür steht die Bresser WLAN ClearView 7-in-1. Wer Daten weiterverarbeiten, das Smart Home anbinden und viele Dienste beliefern will, nimmt den Ecowitt Wittboy; zur Gartenbewässerung passende Geräte finden Sie unter Bewässerungscomputer.
Ist das Raumklima wichtiger als Sturmböen und soll die App schön sein, dann Netatmo, Wind und Regen nur bei Bedarf nachrüsten. Die Davis Vantage Vue gehört an einen freien Standort mit Messreihen über Jahre. Auf einem Balkon lohnt ihr Aufwand nicht.
Ohne WLAN? Technoline WS 1700 mit Wind und Regen, sonst die schlichte WS 6767.
Soll die Station Rollläden, Heizung oder Licht steuern, klären Sie vorher, welche Zentrale die Daten überhaupt lesen kann. Bei dieser Vorentscheidung hilft der Beitrag zur Smart-Home-Zentrale.
Quellen
- Deutscher Wetterdienst: Richtlinie für automatische nebenamtliche Wetterstationen (LP DG1110, September 2020)
- Deutscher Wetterdienst: Wetter- und Niederschlagsstation mit automatischer Messsensorik
- Bresser: WLAN ClearView Wetterstation mit 7-in-1-Profi-Sensor
- Ecowitt: Handbuch Gateway GW2000
- Netatmo: Smarte Wetterstation
- Davis Instruments: Vantage Vue
- Davis Instruments: WeatherLink Console
- Technoline: WS 1700
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