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Aufsteckblitz kaufen 2026: Leitzahl, TTL und Funk erklärt

Aufsteckblitz kaufen 2026: was Leitzahl, TTL und Funk bedeuten, wann ein Lithium-Akku besser ist als AA und welche Blitze zu Ihrer Kamera passen.

Redaktion handgetestet · Zuletzt aktualisiert: 01.11.2026
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Redaktionelle Auswahl nach Recherche, nicht selbst getestet. Gründe und Einschränkungen stehen im Text.

Inhalt12 Abschnitte

Viele Aufsteckblitze werden nach der Leitzahl gekauft, und genau diese Zahl verrät am wenigsten darüber, ob ein Gerät zu Ihrer Kamera passt. Wichtiger sind der richtige Anschluss für Ihr System, ein eingebauter Funkempfänger und ein Lithium-Akku. Wer heute einsteigt, fährt mit dem Godox V860III in der passenden Kameravariante gut bedient, weil er alle drei Punkte erfüllt und später ohne Umbau entfesselt arbeiten kann. Mehr Geld braucht nur, wer auf das Originalsystem seines Kameraherstellers Wert legt.

Bevor es um einzelne Geräte geht, lohnt etwas Technik. Drei Begriffe tauchen auf jedem Karton auf. Wer sie versteht, kauft nicht doppelt.

Leitzahl: eine Rechenhilfe, kein Leistungsversprechen

Die Leitzahl beschreibt, wie weit ein Blitz bei voller Leistung reicht. Die Formel ist alt und simpel: Leitzahl geteilt durch Blende ergibt die Entfernung in Metern, gerechnet bei ISO 100. Mit Leitzahl 60 leuchtet ein Blitz bei Blende 4 also ein Motiv in 15 Metern aus, bei Blende 8 noch in 7,5 Metern. Verdoppeln Sie die ISO-Zahl auf 200, wächst die Reichweite um den Faktor 1,4, bei ISO 400 verdoppelt sie sich.

So weit die Theorie. Hersteller messen die Leitzahl allerdings gern bei der längsten Zoomstellung des Reflektors, meist 200 mm. Dann bündelt der Blitz sein Licht wie ein Spot. Bei 24 mm Weitwinkel verteilt sich dieselbe Energie auf eine viel größere Fläche, und die tatsächliche Leitzahl fällt deutlich. Canon gibt für den Speedlite EL-5 zum Beispiel Leitzahl 60 bei 200 mm an, mit vorgeklappter Streuscheibe für 14 mm aber nur noch 14.

Rundkopfblitze wie der Godox V1 Pro oder der Profoto A10 werden deshalb oft in Wattsekunden angegeben. Beide nennen 76 Ws. Der Vergleich mit einer Leitzahl hinkt, weil die Lichtform eine andere ist: weicher, breiter, ohne harten Spot. Wer indirekt über eine weiße Decke blitzt, verliert auf dem Umweg viel Licht. Dort zählt Reserve.

TTL: Der Blitz vor dem Blitz

TTL steht für „through the lens“. Kurz vor der eigentlichen Aufnahme feuert der Blitz einen schwachen Messblitz, die Kamera wertet das zurückgeworfene Licht durch das Objektiv aus und legt die nötige Leistung fest. Das passiert in Millisekunden. Sie sehen nur einen Blitz.

Jeder Kamerahersteller spricht dabei seine eigene Sprache. Canon nennt sein Verfahren E-TTL II, Nikon i-TTL, Sony und Fujifilm haben eigene Protokolle. Darum gibt es fast jeden Fremdblitz in mehreren Fassungen, erkennbar am Buchstaben hinter dem Modellnamen: C für Canon, N für Nikon, S für Sony, F für Fujifilm, O für OM System und Panasonic. Ein V860III-C an einer Sony-Kamera löst bestenfalls manuell aus. Diese Verwechslung ist bei Rücksendungen der Klassiker.

Eng verwandt ist die Kurzzeitsynchronisation, kurz HSS. Normalerweise darf die Verschlusszeit mit Blitz nicht kürzer sein als etwa 1/200 bis 1/250 Sekunde. Mit HSS gibt der Blitz statt eines Lichtstoßes eine schnelle Folge ab, und Sie können bei Sonne mit offener Blende und 1/2000 Sekunde aufhellen. Das kostet viel Leistung. Hier zahlt sich ein kräftiger Akku aus.

Funk erklärt: warum der Blitz von der Kamera weg will

Licht direkt aus dem Blitzschuh wirkt flach. Schon ein Blitz, der einen Meter seitlich auf einem Lichtstativ steht und durch einen Schirm feuert, gibt einem Gesicht Form und Schatten. Dafür muss das Gerät aus der Ferne auslösen, und das geht heute fast nur noch per Funk im 2,4-GHz-Band. Ältere optische Verfahren brauchen Sichtkontakt zum Sensor und versagen bei Sonnenlicht oder hinter Ecken. Funk geht durch Softboxen, um Säulen herum und über 30 Meter und mehr.

Schwierig wird es beim System. Godox funkt im eigenen X-System, Canon im RT-Funk, Sony und Profoto ebenfalls mit eigenen Protokollen. Untereinander verstehen sich diese Welten nicht. Wer mit einem Godox-Blitz anfängt, bleibt deshalb sinnvollerweise bei Godox, kann dann aber Blitze für Canon, Nikon und Sony mit demselben Auslöser mischen. Ein Sender wie der Godox X3 auf der Kamera steuert die Leistung jedes Blitzes einzeln, nach Gruppen sortiert, ohne dass Sie zum Stativ laufen müssen.

Wer hauptsächlich filmt, wird mit Blitzen nicht glücklich. Für Video braucht es Licht, das dauerhaft brennt; was Dauerlicht und Videoleuchten leisten, haben wir getrennt aufgeschrieben.

Lithium-Akku oder vier Mignonzellen?

Hier hat sich der Markt in zwei Lager geteilt. Godox V860III, V1 Pro, Canon EL-5 und Profoto A10 laufen mit einem eigenen Lithium-Ionen-Akku. Der V860III schafft nach Godox-Angabe rund 480 Blitze mit voller Leistung, der V1 Pro etwa 500; Canon nennt beim EL-5 etwa 350, Profoto beim A10 bis zu 450. Die Ladezeit zwischen zwei vollen Blitzen sinkt dabei auf gut eine Sekunde oder darunter.

Mignonzellen haben einen Vorteil, den man erst auf Reisen schätzt. Es gibt sie an jeder Tankstelle. Der Sony HVL-F60RM2 und der Godox TT685II setzen auf vier AA-Zellen, am besten aufladbare NiMH-Akkus. Dafür dauert das Nachladen länger, und auf einer Hochzeit wechseln Sie die Zellen öfter. Unser Rat: Wer regelmäßig blitzt, nimmt Lithium. Wer zweimal im Jahr auf Familienfeiern fotografiert, kommt mit AA gut aus.

Fünf Geräte, nach Bauart sortiert

ModellLeitzahl / LeistungStromFunkFür wenAngebot (Partnerlink)
Godox V860IIILZ 60 (200 mm), 76 WsLithium-Akku 2.600 mAh, ca. 480 volle BlitzeGodox X, Sender und EmpfängerEinsteiger und Fortgeschrittene mit Systemwechsel im Blickansehen
Godox V1 Pro76 Ws, RundkopfLithium-Akku 2.980 mAh, ca. 500 volle Blitze, USB-CGodox X, ca. 100 mPorträt und Reportage mit weicherem Lichtansehen
Godox TT685IILZ 60 laut Händlerangabe4 × AAGodox X eingebautGelegenheitsfotografen, Zweitblitzansehen
Sony HVL-F60RM2LZ 60 (200 mm)4 × AASony-Funk, bis 15 Geräte, ca. 30 mSony-Profis, die im Originalsystem bleibenansehen
Godox X3 (Auslöser)kein BlitzAkku 850 mAh, USB-CGodox X, 32 Kanäle, ca. 100 mAlle, die mit Godox entfesselt blitzenansehen

Godox V860III: der Normalfall

Ein klassischer Stabblitz mit Zoomreflektor für 20–200 mm, schwenkbar um 330 Grad und bis 120 Grad nach oben. Godox nennt 76 Ws, Leitzahl 60 und eine Nachladezeit von etwa 1,5 Sekunden. Der Funk ist eingebaut, das Gerät kann also selbst Sender sein oder ferngesteuert werden. An dieser Kombination aus Preisklasse, Akku und Systemoffenheit messen wir alle anderen.

Godox V1 Pro: rundes Licht

Der runde Kopf streut breiter und weicher als ein rechteckiger Reflektor, der Zoombereich reicht laut Godox über 28–105 mm. Neu gegenüber dem Vorgänger ist ein abnehmbares Zusatzteil namens SU-1, das als kleiner Aufhellblitz nach vorn dient, während der Hauptkopf an die Decke zielt. Den Akku lädt man direkt im Blitz an einer USB-C-Buchse. Für Hochzeiten und Events ist das unsere Wahl. Für Sportfotos mit langer Brennweite nicht.

Godox TT685II: AA-Zellen, gleiches Funksystem

Technisch der ältere Bruder des V860III, nur mit Mignonzellen. Nach Händlerangaben sind Leitzahl 60, HSS bis 1/8000 Sekunde und der X-Funk an Bord. Als zweiter oder dritter Blitz im Set, der nur gelegentlich auf dem Stativ steht, reicht er völlig.

Sony HVL-F60RM2: das Original für Alpha-Kameras

Sony nennt Leitzahl 60, eine Funkreichweite von etwa 30 Metern und bis zu 15 steuerbare Geräte in fünf Gruppen. Bemerkenswert ist die Serienfähigkeit: Nach Sony-Angabe hält der Blitz 200 Auslösungen bei zehn Bildern pro Sekunde durch. Gespeist wird er aus vier AA-Zellen, das Gewicht liegt bei rund 439 Gramm ohne Zellen. Der Preis liegt weit über Godox. Für Sportfotografen mit Sony-Body kann sich das rechnen, für Gelegenheitsnutzer kaum.

Godox X3: der Auslöser, der alles zusammenhält

Kein Blitz, sondern die Fernbedienung dafür. Der X3 wiegt laut Godox etwa 48 Gramm, hat einen Touchscreen und steuert Gruppen von A bis F. Sein eingebauter Akku hält im Bereitschaftsbetrieb etwa sieben Tage. Wer zwei Blitze entfesselt nutzt, braucht ihn nicht zwingend, weil ein V860III auch selbst senden kann. Komfortabler ist es trotzdem.

Canon, Profoto, Nissin: was es sonst noch gibt

Canons Speedlite EL-5 ist für den Multifunktionsschuh neuerer EOS-R-Modelle gebaut, nach Canon-Angabe mit Leitzahl 60 und Lithium-Akku. Canon führt ihn auf einigen Länderseiten bereits als nicht mehr erhältlich, inzwischen gibt es eine Version 2. Ob und in welcher Fassung er hierzulande dauerhaft lieferbar ist, bleibt offen. Wir nehmen ihn deshalb nicht in die Tabelle auf. Wer ihn kauft, gleicht vorher Canons Kompatibilitätsliste mit der eigenen Kamera ab.

Der Profoto A10 ist ein Rundkopfblitz der Oberklasse mit 76 Ws, eingebautem AirTTL-Funk und Bluetooth für die Profoto-App. Laut Bedienungsanleitung reicht der Funk zum Auslösen bis 300 Meter, für TTL bis 100 Meter. Bei Amazon.de ist er derzeit nur lückenhaft und nicht in allen Kameravarianten als Neuware zu haben, deshalb fehlt er in der Tabelle. Interessant bleibt er für Besitzer von Profoto-Studioblitzen. Nissin führt mit dem i60A einen kompakten AA-Blitz mit eigenem Funksystem; auch hier schwankt das Angebot, und mit Godox oder Canon funkt er nicht.

Welcher Blitz zu welcher Fotografie?

  • Erster Blitz, egal welche Marke die Kamera trägt: Godox V860III in der richtigen Variante. Passt zu jeder gängigen Systemkamera mit Blitzschuh.
  • Hochzeit, Feier, Porträt in Innenräumen: Godox V1 Pro wegen des weicheren Lichts und des Zusatzblitzes.
  • Entfesseltes Licht mit zwei Geräten: ein V860III auf der Kamera oder ein X3, dazu ein TT685II auf dem Stativ.
  • Sony-Profis mit Serienbildern: HVL-F60RM2, sofern das Budget reicht.

Unterm Strich entscheidet nicht die Leitzahl. Es entscheidet das Funksystem, auf das Sie sich festlegen.

Quellen

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