Inhalt14 Abschnitte
Gutes Videolicht ist weniger eine Frage der Watt als der Fläche. Für Interviews und kleine Studios halten wir eine COB-Leuchte mit Bowens-Anschluss und Softbox für die vielseitigste Lösung, etwa die amaran 200x S für weißes Licht oder die amaran 150c, wenn auch Farbe gefragt ist. Mobil mit Akku kommen die Godox ML60II Bi und die Nanlite Forza 60C infrage.
Und am Schreibtisch? Da genügt oft ein flaches Panel wie das Elgato Key Light Air MK.2 oder ein Neewer-Set. Eine große COB-Leuchte neben dem Monitor wäre schlicht übertrieben.
COB oder Panel, was ist der Unterschied?
COB-Leuchten bündeln viel Licht auf einer kleinen Fläche. Hell, aber ohne Lichtformer hart. Erst eine Softbox oder Laterne macht das Licht weich. Panels geben schon ab Werk flächigeres Licht ab und bleiben dafür meist schwächer. Wer eine COB-Leuchte kauft, kauft also fast immer Zubehör mit.
Beim Zubehör hat sich der Bowens-Anschluss für Softboxen, Laternen und Spotvorsätze breit durchgesetzt. Kleinere Leuchten haben oft ein eigenes Bajonett und brauchen einen Adapter. Kein Drama, nur sollte es vor dem Kauf klar sein.
Welche Zahlen im Datenblatt zählen?
Zuerst CRI und TLCI. Beide beschreiben, wie natürlich Hauttöne und Farben unter dem Licht wirken, der TLCI wurde eigens für Videokameras entwickelt. Ab etwa 95 gilt ein Wert als sehr gut. Fehlt die Angabe ganz, fragen Sie nach. Mit Lux-Angaben ist es heikler. Vergleichbar sind sie nur bei gleichem Abstand und gleichem Zubehör, und Hersteller nennen gern den Wert mit Reflektor, der weit über dem ohne liegt. Hinter einer Softbox bleibt davon nur ein Teil übrig.
Reicht Weiß, oder brauche ich Farbe?
Bi-Color mischt warmes und kaltes Weiß. Für ein normales Interview genügt das. RGB kann zusätzlich jede Farbe, etwa für Akzente im Hintergrund.
Hört das Mikrofon den Lüfter?
Bei starken COB-Leuchten durchaus, denn ohne Lüfter kommen sie nicht aus. Ein leiser Modus oder ein Betrieb ganz ohne Lüfter hilft, kostet aber oft Leistung. Wer mit dem Mikrofon nah an der Leuchte dreht, greift zu Modellen mit abschaltbarem Lüfter oder zu Panels und arbeitet nicht mit voller Leistung.
Akku, Netzteil, App?
Manche Leuchten nehmen NP-F- oder V-Mount-Akkus über einen Griff auf, größere laufen nur am Netzteil oder an einer separaten Akkustation, und Schreibtischpanels hängen teils an USB-C. Eine App spart den Gang zum Stativ. Planen Sie mehrere Leuchten, bleiben Sie besser bei einer Marke. Dann laufen alle in derselben App.
Wie viele Leuchten braucht ein Interview?
Oft zwei. Ein weiches Hauptlicht steht schräg vor der Person, ein schwächeres Licht übernimmt Hintergrund oder Kante. Die passende Kamera dazu finden Sie über unsere Kaufberatung für Systemkameras. Filmen Sie hauptsächlich sich selbst, hilft der Beitrag über die passende Vlog-Kamera.
Sechs Leuchten vom Schreibtisch bis zum Studio
| Modell | Bauform und Licht | Farbe und Werte laut Hersteller | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| amaran 200x S | COB, 200 W, Bowens | Bi-Color 2.700–6.500 K, CRI 95+, TLCI 98+ | Hauptlicht für Interview und Studio | ansehen |
| amaran 150c | COB, 150 W, Bowens | RGBWW, 2.500–7.500 K, CRI 95+, TLCI 95+ | Studio mit Farbakzenten | ansehen |
| Nanlite Forza 60C | COB, 88 W, FM-Anschluss, Bowens-Adapter | RGBLAC, 1.800–20.000 K, CRI 96, TLCI 95 | Mobil mit Akku und Farbe | ansehen |
| Godox ML60II Bi | COB, rund 70 W, Godox-Anschluss | Bi-Color 2.800–6.500 K, CRI 96+, TLCI 97+ | Kompakt und mobil, schmales Budget | ansehen |
| Elgato Key Light Air MK.2 | Panel, bis 2.100 lm, USB-C | 2.900–7.000 K, CRI über 94 | Schreibtisch, Streaming, Videocalls | ansehen |
| Neewer 660 PRO II (2er-Set) | Panel, je 50 W, mit Stativen | RGB, 3.200–5.600 K, CRI 97+ | Einsteiger-Set für zwei Lichter | ansehen |
amaran 200x S: Reserven für die große Softbox
amaran ist die Einsteigermarke von Aputure, und diese Bi-Color-Leuchte leistet laut Hersteller 200 W. Mit dem mitgelieferten Reflektor gibt amaran 45.400 Lux in einem Meter an, ohne Zubehör 6.400 Lux. Wie wenig Reflektorwerte über den Alltag hinter Stoff sagen, zeigt schon dieser Abstand. Trotzdem bleibt auch hinter einer großen Softbox genug Licht übrig. Bedient wird sie am Gerät oder per Sidus-Link-App. Für Akkubetrieb braucht es eine separat erhältliche Akkustation für zwei Akkus.
amaran 150c: weniger Licht, dafür Farbe
Das Farbmodell in ähnlicher Bauform. Die 150c mischt RGB mit warmem und kaltem Weiß und deckt 2.500 bis 7.500 K ab. Mit Reflektor kommt sie laut amaran auf über 15.000 Lux in einem Meter, deutlich weniger als die 200x S. Als alleiniges Hauptlicht wird das knapp. Als Ergänzung für einen farbigen Hintergrund oder Effekte passt es gut, am besten neben einem hellen Bi-Color-Hauptlicht. Bowens-Anschluss, Netzteil oder separate Akkustation wie beim großen Bruder.
Nanlite Forza 60C: klein, farbig, akkutauglich
Sechs Farbkanäle und ein ungewöhnlich weiter Bereich von 1.800 bis 20.000 K stecken in einem kompakten Gehäuse. Nanlite nennt rund 12.800 Lux in einem Meter mit Reflektor. Im leisen Modus soll der Lüfter etwa 22 dB(A) erreichen; schalten Sie ihn ganz ab, drosselt sie sich nach Herstellerangabe auf 25 Prozent Leistung. NP-F- oder V-Mount-Akkus sitzen in Griffen, ein Bowens-Adapter liegt im Kit.
Godox ML60II Bi: leicht und genügsam
Rund 500 g ohne Zubehör, maximal etwa 70 W Leistungsaufnahme. Godox gibt CRI 96+ und TLCI 97+ an. Für das schmale Budget sind das sehr ordentliche Werte. Strom kommt vom Netzteil, von einem NP-F-Akku oder über passendes Zubehör von einem V-Mount-Akku, gesteuert wird auch per Godox-App. Bowens-Softboxen brauchen einen Adapter, weil Godox hier einen eigenen Anschluss verbaut.
Elgato Key Light Air MK.2: auf das Netzteil kommt es an
Ein flaches Panel für den Schreibtisch, versorgt über ein USB-C-Kabel. Die volle Helligkeit, maximal 2.100 Lumen, erreicht es laut Elgato aber erst mit einer Quelle ab etwa 30 W. Schwächere Netzteile oder eine Powerbank machen es deutlich dunkler. Ein Netzteil gehört nicht zum Lieferumfang. Wer das übersieht, ärgert sich später über ein mattes Bild. Gesteuert wird per App am Rechner oder Handy.
Neewer 660 PRO II (2er-Set): zwei Lichter zum Einstieg
Zwei RGB-Panels mit je 50 W und zwei Stative, ausziehbar zwischen 92 und 200 cm. Neewer gibt etwa 2.200 Lux in einem Meter ohne Diffusor und CRI 97+ an, ein TLCI-Wert fehlt. Die Panels laufen am Netzteil oder mit NP-F-Akkus, die separat zu kaufen sind. Als erster Schritt zur Zwei-Licht-Ausleuchtung ist das ein günstiger Weg.
Also: welches Licht für welchen Dreh?
Für Interview und Studio mit Softbox nehmen wir die amaran 200x S als Hauptlicht samt Bowens-Softbox. Kommt ein farbiger Hintergrund dazu, ergänzt die amaran 150c, gern neben einem hellen Bi-Color-Hauptlicht. Unterwegs mit Akku spricht die Nanlite Forza 60C für sich, wenn Farbe gebraucht wird. Sonst reicht die leichtere Godox ML60II Bi. Bei leisen Drehs mit Mikrofon dicht an der Leuchte gilt, was oben zum Lüfter steht. Schreibtisch, Stream und Videocall? Elgato Key Light Air MK.2. Und für zwei Lichter mit knapper Kasse bleibt das Neewer 660 PRO II mit Stativen.
Quellen
- amaran: 200x S
- amaran: 150c
- Nanlite: Forza 60C/CR
- Nanlite: NP-F-Akkugriff für Forza 60
- Godox: ML60II Bi
- Elgato: Key Light Air MK.2, technische Daten
- Neewer: 660 PRO II, 2er-Set
Wo Sie die Produkte bekommen
- amaran 200x SBei Amazon ansehen
- amaran 150cBei Amazon ansehen
- Nanlite Forza 60CBei Amazon ansehen
- Godox ML60II BiBei Amazon ansehen
- Elgato Key Light Air MK.2Bei Amazon ansehen
- Neewer 660 PRO II RGB 2er-SetBei Amazon ansehen
Unabhängige Tests brauchen Ihre Unterstützung
Ein gründlicher Test kostet Zeit, Technik und oft das Produkt selbst. Hersteller bezahlen uns nicht für gute Urteile – darum kann die Qualität unserer Tests nur durch Ihre Unterstützung über unsere Partnerlinks gesichert werden. Kaufen Sie über einen dieser Links ein, erhalten wir eine kleine Provision. Für Sie ändert sich am Preis nichts, unser Urteil bleibt unabhängig. Danke, dass Sie so auch in Zukunft hochwertige, unabhängige Tests möglich machen.
Noch nicht entschieden?
Vergleichen Sie in Ruhe weiter – alle Beiträge dieser Rubrik werden monatlich auf neue und ausgelaufene Modelle geprüft.
