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Kontoauszüge, Lohnzettel, Arztbriefe: Für solche Papiere ist ein Streifenschneider die falsche Wahl. Wer persönliche Daten vernichtet, sollte zu einem Partikelschnitt der Sicherheitsstufe P-4 greifen. Im typischen Haushalt genügen dafür rund zehn Blatt pro Durchgang und ein Behälter mit gut 20 Litern. Mehr Geld? Das gehört erst dann in den Aktenvernichter, wenn regelmäßig ganze Ordner auf einmal weg müssen.
Was die Norm wirklich sagt: P-1 bis P-7
Die Sicherheitsstufen stammen aus der DIN 66399, international als ISO/IEC 21964 geführt. Für Papier tragen sie ein „P“. Nach der Übersicht des Herstellers HSM erlauben P-1 und P-2 noch Streifen von höchstens 12 beziehungsweise 6 Millimetern Breite. Ab P-3 zählt die Fläche jedes Schnipsels: höchstens 320 mm² bei P-3, 160 mm² bei P-4, 30 mm² bei P-5, 10 mm² bei P-6 und 5 mm² bei P-7.
Rechnen Sie einmal nach. Ein Partikel von 4 x 28 Millimetern hat 112 mm² und liegt damit sicher in P-4. Ein DIN-A4-Blatt zerfällt so rechnerisch in gut 550 Teile. Ein Streifenschnitt mit 6 Millimetern macht daraus 35 lange Bänder, die sich mit etwas Geduld wieder zusammenlegen lassen.
HSM ordnet Stufe 4 Unterlagen wie Gehaltsabrechnungen, Personalakten, Arbeitsverträge und Steuerunterlagen von Personen zu und empfiehlt für personenbezogene Daten P-4 und höher. Das ist eine Herstellerempfehlung, keine gesetzliche Vorgabe. Die Übersicht geht deshalb in Schritten vor: erst die Schutzklasse der Unterlagen bestimmen, dann die Stufe ableiten. Medizinische Berichte und Patentunterlagen stehen in derselben Übersicht bei Stufe 5.
Und die DSGVO?
Eine Pflicht zu einer bestimmten Stufe für Privatleute ist uns nicht bekannt. Klar ist dagegen, was das Serviceportal Baden-Württemberg in einem vom Landesbeauftragten für den Datenschutz freigegebenen Text festhält: Das Vernichten personenbezogener Daten ist eine Verarbeitung im Sinne der DSGVO. Wer selbst vernichtet, muss die nötigen technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen umsetzen. Wer einen Dienstleister beauftragt, bleibt bis zum Ende der Vernichtung verantwortlich. Für Selbstständige und kleine Büros heißt das: Die Stufe des Geräts sollte zum Schutzbedarf der Unterlagen passen, und das sollte man begründen können.
Wie viel Papier, wie lange am Stück?
Die Stufe ist geklärt. Jetzt geht es um Menge und Ausdauer.
Die Blattangaben der Hersteller gelten meist für 70 oder 80 g/m². Gefaltete Briefe oder dickeres Papier senken den Wert spürbar. Beim Auffangvolumen hilft eine Faustgröße von HSM: 20 Liter fassen etwa 250 Blatt. Weil sich Partikelschnitt schlechter verdichtet als Streifen, ist der Korb schneller voll, als man denkt.
Kleine Geräte laufen wenige Minuten und brauchen dann eine lange Pause. Leeren Sie einmal im Jahr den Steuerordner, merken Sie das sofort. Ein Autofeed-Gerät zieht dagegen einen ganzen Stapel selbst ein. Das kostet deutlich mehr. Es spart aber die eigentliche Arbeit.
Heftklammern und kleine Büroklammern verarbeiten alle Modelle unten laut Hersteller. Ölen sollten Sie Partikelschneider trotzdem regelmäßig; Fellowes und HSM empfehlen das etwa bei jedem Leeren des Behälters.
Fünf Aktenvernichter mit Partikelschnitt
| Modell | Stufe und Schnitt | Blatt / Behälter | Dauerbetrieb laut Hersteller | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Leitz IQ Home Office P-4 | P-4, 4 x 28 mm | 10 Blatt (80 g) / 23 l | 6 Min., dann 60 Min. Pause | Haushalt, Homeoffice | ansehen |
| HSM shredstar X10 | P-4, 4,5 x 30 mm | 10 Blatt (80 g) / 20 l | nicht angegeben | Haushalt mit CDs und Karten | ansehen |
| HSM shredstar X6pro | P-5, 2 x 15 mm | 6 Blatt (80 g) / 20 l | nicht angegeben | sehr vertrauliche Papiere | ansehen |
| Fellowes Powershred 79Ci | P-4, 4 x 38 mm | 16 Blatt (70 g) / Volumen siehe Text | 20 Min., dann 30 Min. Pause | kleines Büro, größere Mengen | ansehen |
| Rexel Optimum AutoFeed+ 150X | P-4, 4 x 28 mm | 150 Blatt Autofeed (80 g) / 44 l | 30 Min. mit Lüfter | Büro mit Stapeln | ansehen |
Leitz IQ Home Office P-4
Leitz nennt für dieses Modell (Artikel 80090000) einen Partikelschnitt von 4 x 28 Millimetern, zehn Blatt bei 80 g/m² und einen 23-Liter-Korb, in den nach Leitz-Angabe rund 225 Blatt passen. Nach sechs Minuten Dauerbetrieb verlangt das Gerät eine Stunde Abkühlzeit. Post und Belege schafft das Gerät. Beim großen Jahresputz wird es eher knapp. Leitz gibt zwei Jahre Garantie, nach Registrierung drei.
HSM shredstar X10
Das kleine HSM-Gerät schneidet 4,5 x 30 Millimeter und erreicht damit P-4. Es nimmt zehn Blatt, Kredit- und Kundenkarten und hat ein getrenntes Schneidwerk für CDs und DVDs. Der Behälter fasst 20 Liter. Eine Laufzeit im Dauerbetrieb nennt HSM auf der Produktseite nicht; laut FAQ braucht die shredstar-X-Reihe nach einer Überhitzung etwa 60 Minuten Pause.
HSM shredstar X6pro
Gleiches Gehäuse, feinerer Schnitt: 2 x 15 Millimeter ergeben 30 mm² und damit P-5. Dafür schluckt es nur sechs Blatt. Wer Patientenunterlagen, Verträge mit Geschäftsgeheimnissen oder Unterlagen anderer Leute vernichtet, bekommt hier eine Stufe mehr Reserve. Bei normaler Haushaltspost ist das mehr Aufwand als nötig.
Fellowes Powershred 79Ci
Laut Bedienungsanleitung schneidet der 79Ci 4 x 38 Millimeter, also 152 mm² und knapp innerhalb von P-4. Er verarbeitet 16 Blatt bei 70 g/m² und läuft höchstens 20 Minuten am Stück, danach folgen 30 Minuten Abkühlzeit. Fellowes nennt als Richtwert 500 Blatt am Tag. Das Behältervolumen steht nicht in der Anleitung; der Handel nennt 23 Liter. Die Anleitung stammt von 2017. Das Modell ist also schon länger im Handel.
Rexel Optimum AutoFeed+ 150X
Bis zu 150 Blatt (80 g/m²) legen Sie hier ein. Den Rest übernimmt der Einzug. Rexel gibt P-4 mit 4 x 28 Millimetern an, dazu einen 44-Liter-Auszug und 30 Minuten Dauerbetrieb mit Lüfterkühlung. Für einzelne Blätter gibt es einen Handeinzug mit acht Blatt. Gerät und Schneidwerk haben laut Hersteller zwei Jahre Garantie. Ein Privathaushalt hat schlicht nicht genug Papier für so viel Maschine.
Noch eine Nummer größer baut IDEAL: Der Bürovernichter 2445 CC schneidet laut Hersteller 4 x 40 Millimeter in P-4, schafft 11 bis 13 Blatt, hat einen 35-Liter-Behälter und wird in Deutschland gefertigt. Bei Amazon.de war er nicht verlässlich zu finden, er ist eher etwas für den Fachhandel. Sollen die eigenen Unterlagen erst digitalisiert und dann vernichtet werden, zeigt der Dokumentenscanner-Ratgeber passende Geräte.
Vom Küchentisch bis zur Kanzlei: der Weg zum passenden Gerät
- Privater Haushalt, Post und Kontoauszüge: Leitz IQ Home Office P-4. P-4, 23-Liter-Korb und eine offen angegebene Laufzeit.
- Haushalt, der auch alte CDs und Karten loswerden will: HSM shredstar X10 mit eigenem CD-Schneidwerk.
- Arztpraxis, Kanzlei, sehr vertrauliche Unterlagen: HSM shredstar X6pro mit P-5, wenn sechs Blatt pro Durchgang reichen. Sonst lieber ein größeres P-5-Gerät oder einen zertifizierten Vernichtungsdienst.
- Kleines Büro mit mehreren Leuten: Fellowes Powershred 79Ci wegen der 20 Minuten Laufzeit.
- Wer regelmäßig ganze Ordner leert: Rexel Optimum AutoFeed+ 150X. Der Einzug spart Zeit, die man sonst am Gerät steht.
Ein Gerät mit Streifenschnitt würden wir für Papiere mit Namen, Kontonummern oder Gesundheitsdaten nicht mehr kaufen. Der Unterschied im Ergebnis ist zu groß. Steht auch ein neuer Drucker an, hilft der Laserdrucker-Ratgeber.
Quellen
- HSM: Sicherheitsstufen nach ISO/IEC 21964 (DIN 66399), PDF
- Serviceportal Baden-Württemberg: Datenschutz bei der Datenträgervernichtung (freigegeben vom Landesbeauftragten für den Datenschutz)
- Leitz: IQ Aktenvernichter Home Office P4
- HSM: shredstar X10
- HSM: shredstar X6pro
- HSM: FAQ zur shredstar-Reihe
- Fellowes: Bedienungsanleitung Powershred 79Ci, PDF
- Rexel: Optimum AutoFeed+ 150X
- IDEAL: 2445 CC P-4
Wo Sie die Produkte bekommen
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