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Nach dem Umstieg auf eine Nikon Z kaufen viele als Nächstes ein zweites Kit-Zoom. Das ist selten klug. Wer ein Standardzoom für viele Jahre sucht, landet bei Nikon fast immer beim Nikkor Z 24-120 mm f/4 S; wer es leicht und günstig will, beginnt mit dem Nikkor Z 40 mm f/2 und ergänzt später gezielt.
Zwischen diesen beiden Polen hat sich der Markt in den letzten Jahren stark geöffnet. Tamron, Sigma und Viltrox bauen inzwischen Autofokus-Objektive mit Z-Bajonett, und alte F-Objektive laufen über Nikons Adapter weiter. Wir sortieren deshalb nach dem, was Sie fotografieren wollen. Das Datenblatt kommt danach.
Vor jeder Wahl: Vollformat oder DX?
Nikon Z gibt es mit Vollformatsensor (FX, etwa Z5II, Z6III, Zf) und mit kleinerem DX-Sensor (Z50II, Zfc, Z30). Beide nutzen dasselbe Bajonett. Ein FX-Objektiv passt also an jede Z, ein DX-Objektiv an der Vollformatkamera dagegen nur mit Bildbeschnitt. Wer heute DX fotografiert und den Wechsel zum Vollformat schon plant, kauft besser gleich FX-Glas.
Drei weitere Fragen entscheiden mit. Das „S“ im Namen steht bei Nikon für die höherwertige Linie; bei den hier genannten Modellen gehört eine Abdichtung gegen Staub und Spritzwasser dazu, die Nikon allerdings nicht für jede Situation zusagt. Bei der Lichtstärke hilft Ehrlichkeit: f/4 reicht für Reise und Familie, für Innenräume ohne Blitz und freigestellte Porträts sind f/2 oder lichtstärker spürbar angenehmer.
Und das Gewicht. Ein Objektiv, das zu Hause bleibt, macht keine Bilder, und zwischen 170 Gramm und knapp zwei Kilo ist unten alles vertreten. Bei Drittanbietern kommt die Firmware hinzu: Das Zusammenspiel mit neuen Kamerafunktionen hängt an Updates des Objektivherstellers. Vor dem Kauf also dessen Kompatibilitätsliste prüfen.
Wer noch zwischen Systemen schwankt, findet die Gegenstücke bei den Objektiven für Sony E-Mount und den Objektiven für Canon RF. Um die Kamera selbst geht es in unserem Systemkamera-Ratgeber.
Sechs Objektive und ein Adapter für Nikon Z
| Modell | Bauart | Eckdaten laut Hersteller | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Nikon Nikkor Z 24-120 mm f/4 S | Standardzoom, FX, S-Line | ca. 630 g, Filter 77 mm, Nahgrenze 0,35 m | Ein Objektiv für fast alles | |
| Nikon Nikkor Z 40 mm f/2 | Festbrennweite, FX | ca. 170 g, Filter 52 mm, Nahgrenze 0,29 m | Leichtes Immer-dabei-Objektiv | |
| Nikon Nikkor Z 180-600 mm f/5.6-6.3 VR | Telezoom, FX | ca. 1.955 g, Innenzoom, VR 5,5 Stufen (CIPA) | Vögel, Wildtiere, Sport | ansehen |
| Nikon FTZ II | Bajonettadapter F auf Z | ca. 125 g, kein Stativfuß, AF mit AF-S/AF-P/AF-I | Wer F-Objektive weiter nutzt | |
| Tamron 28-75 mm F/2.8 Di III VXD G2 | Standardzoom, FX | durchgehend f/2.8, Filter 67 mm, Nahgrenze 0,18 m | Mehr Licht als f/4, weniger Reichweite | |
| Sigma 56 mm F1.4 DC DN Contemporary | Festbrennweite, DX | 295 g, Filter 55 mm, Nahgrenze 0,5 m | Porträts an Z50II, Zfc, Z30 | |
| Viltrox AF 28 mm F1.8 Z | Festbrennweite, FX | ca. 367 g, Filter 55 mm, Nahgrenze 0,37 m | Weitwinkel mit viel Licht im kleinen Budget |
Ein Objektiv für Jahre: Nikkor Z 24-120 mm f/4 S
Fünffacher Zoom, durchgehend f/4, rund 630 Gramm. Laut Nikon fokussiert es über den ganzen Zoombereich bis 0,35 Meter heran und erreicht dabei einen Abbildungsmaßstab von 1:2,6. Landschaft, Stadt, Familienfest und Details gehen damit ohne Objektivwechsel. Nur in schummrigen Räumen wird f/4 knapp. Wer dort oft fotografiert, legt sich zusätzlich eine lichtstarke Festbrennweite zu.
Wenig Gewicht, wenig Geld: Nikkor Z 40 mm f/2
Rund 170 Gramm, laut Nikon nur etwa 45 Millimeter lang. Trotzdem ist es gegen Staub und Tropfen abgedichtet und stellt ab 29 Zentimetern scharf. Im Nikon-Shop liegt sein Preis weit unter dem des 24-120 S, und als „SE“ gibt es eine Variante im Retro-Look. S-Line fehlt ebenso wie ein Stabilisator im Objektiv. Ein bewusst schlichtes Werkzeug also. Gerade das macht es sympathisch.
Vögel und Sport: Nikkor Z 180-600 mm f/5.6-6.3 VR
Knapp zwei Kilo sind eine Ansage. Im Gegenzug gibt es 600 Millimeter, einen Innenzoom, der die Baulänge beim Zoomen nicht verändert, und einen Stabilisator, den Nikon mit 5,5 Blendenstufen nach CIPA angibt; mit den Telekonvertern TC-1.4x und TC-2.0x ist das Objektiv laut Hersteller kompatibel. Ernsthafte Vogelfotografie verlangt fast immer diese Klasse. Wer nur gelegentlich im Zoo steht, schleppt sich damit unnötig ab.
F-Objektive im Schrank: FTZ II
Der Adapter verbindet F-Objektive aus der Spiegelreflexzeit mit dem Z-Bajonett. Nach Nikons Angaben arbeiten etwa 360 F-Objektive ab AI-Typ mit Belichtungsautomatik. Autofokus bieten aber nur 94 Typen mit eigenem Motor (AF-S, AF-P, AF-I), ältere AF- und AF-D-Objektive mit Stangenantrieb stellen nur manuell scharf. Den Stativfuß des ersten FTZ hat Nikon gestrichen. Dafür ist der FTZ II mit rund 125 Gramm schlanker.
Innenräume, Hochzeiten: Tamron 28-75 mm F/2.8 G2
Durchgehend f/2.8 bedeutet eine volle Blendenstufe mehr Licht als beim Nikon-Zoom, am langen Ende fehlt dafür Brennweite. Tamron nennt 0,18 Meter Nahgrenze am Weitwinkel und einen Maßstab von 1:2,7. Für Speisen oder Pflanzen aus der Nähe genügt das. Den Fokus treibt ein VXD-Linearmotor an. Bei Amazon.de schwankte die Verfügbarkeit der Z-Version zuletzt, deshalb vor der Bestellung auf Anbieter und Lieferzeit achten.
DX-Kamera und Porträts: Sigma 56 mm F1.4 DC DN
Gerechnet ist dieses Objektiv für den kleineren DX-Sensor, wo es grob einem 84-Millimeter-Porträtobjektiv entspricht. Mit 295 Gramm und f/1.4 bleibt die Kamera handlich, und der Hintergrund lässt sich deutlich unscharf stellen. An Vollformat? Fehl am Platz, denn den größeren Sensor leuchtet es nicht aus.
Lichtstärke mit kleinem Budget: Viltrox AF 28 mm F1.8 Z
Gebaut für Vollformat, nach Viltrox-Angaben rund 367 Gramm schwer, Filtergewinde 55 Millimeter. Für Straßenfotografie und Innenräume ist es ein günstiger Einstieg in die Lichtstärke. Die Firmware liefert hier der Objektivhersteller, nicht Nikon. Wer jede neue Kamera-Firmware sofort einspielt, behält das besser im Blick.
Und Samyang?
Bei Amazon.de bietet Samyang für Nikon Z nur Objektive mit manuellem Fokus an, etwa das MF 14 mm F2.8 Z. Für Astro- und Architekturfotografie kann das reizvoll sein. Vorsicht bei der Bezeichnung, wenn Sie Autofokus erwarten: „AF“-Modelle von Samyang im Handel tragen teils noch das F-Bajonett.
Welches Objektiv zu welchem Fotografen?
- Ein Objektiv für Jahre an FX: Nikkor Z 24-120 mm f/4 S.
- Kleines Budget, wenig Gewicht: Nikkor Z 40 mm f/2, später um ein Zoom ergänzen.
- Innenräume und Hochzeiten: Tamron 28-75 mm G2 oder eine lichtstarke Festbrennweite wie das Viltrox 28 mm.
- DX-Kamera und Porträts: Sigma 56 mm F1.4.
- Tiere und Sport: Nikkor Z 180-600 mm, aber nur, wenn das Gewicht kein Hindernis ist.
- Alte F-Objektive vorhanden: erst den FTZ II, dann prüfen, welche Linsen wirklich Ersatz brauchen. Meist bringt ein neues Standardzoom mehr als ein Satz alter Festbrennweiten mit Adapter.
Quellen
- Nikon: NIKKOR Z 24-120 mm 1:4 S
- Nikon Imaging: NIKKOR Z 24-120mm f/4 S, Spezifikationen
- Nikon: NIKKOR Z 40 mm 1:2
- Nikon Imaging: NIKKOR Z 40mm f/2, Spezifikationen
- Nikon: NIKKOR Z 180-600 mm 1:5,6-6,3 VR
- Nikon Imaging: Mount Adapter FTZ II
- Nikon: Bajonettadapter FTZ II
- Tamron: 28-75mm F/2.8 Di III VXD G2 (A063)
- Sigma: 56mm F1.4 DC DN Contemporary
- Viltrox: AF 28mm F1.8 für Nikon Z
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