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Viele kaufen für den Flur einen Radar-Präsenzmelder und zahlen damit für eine Fähigkeit, die dort niemand braucht. Ein batteriebetriebener Infrarotmelder schaltet das Licht in Sekunden ein und kommt nach Herstellerangaben jahrelang ohne Kabel aus. Radar mit Millimeterwellen hat seinen Platz dort, wo Menschen lange stillsitzen: im Büro, am Esstisch, im Bad.
Damit ist die erste Weiche gestellt. Alles Weitere hängt am System, das schon im Haus läuft.
Erste Frage: Bewegen Sie sich im Raum, oder sitzen Sie dort?
Ein Passiv-Infrarotmelder (PIR) reagiert auf Wärme, die durch sein Sichtfeld wandert. Am Schreibtisch tippt man, rührt sich aber kaum. Nach ein paar Minuten geht das Licht aus. Ein mmWave-Radar erkennt dagegen schon Atmung und kleinste Bewegungen. Das hat zwei Folgen: Radar braucht Dauerstrom, meist aus einem USB-C-Netzteil. Und es kostet meistens spürbar mehr.
Zweite Frage: Welche Zentrale steht schon im Haus?
Hue funkt über Zigbee und Bluetooth, Eve über Thread mit Matter, Homematic IP über ein eigenes Funkprotokoll, Aqara FP2 und Shelly über WLAN. Ein Sensor, der nicht zur vorhandenen Zentrale passt, bleibt ein Fremdkörper. Wer hier noch schwankt, schaut am besten zuerst in unseren Überblick zur Steuerzentrale fürs vernetzte Zuhause.
Drei Details entscheiden danach über Freude oder Ärger. Ohne Helligkeitsmessung springt das Licht auch mittags an; fast alle Modelle unten haben eine Dämmerungs- oder Tageslichtfunktion, ein Blick ins Datenblatt klärt das. Für draußen gilt: IP20 heißt nur innen, an der Hauswand sollte es mindestens Spritzwasserschutz sein (IPX3, IP44, IP54). Und Reichweite ist nicht gleich Breite. Ein langer Flur verlangt Reichweite, ein quadratischer Raum eher einen weiten Winkel. Herstellerangaben gelten meist für eine Montagehöhe um zwei Meter.
Noch ein Punkt zur Abgrenzung. Bewegungsmelder ergänzen Kontakte an Türen und Fenstern gut, ersetzen sie aber nicht. Ob ein Fenster offen steht, meldet nur ein Tür- und Fenstersensor.
Sechs Melder nebeneinander
| Modell | Technik und Strom | Erfassung laut Hersteller | Einsatz | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Philips Hue Motion Sensor | Infrarot, 2 × AAA, Zigbee/Bluetooth | bis 5 m | innen (IP20) | Hue-Haushalte mit Bridge | ansehen |
| Philips Hue Outdoor Sensor | Infrarot, 2 × AA, Zigbee/Bluetooth | bis 10 m | außen (IP54), −20 bis 45 °C | Hue-Licht an Einfahrt und Garten | ansehen |
| Eve Motion (Matter) | Infrarot, 2 × AAA, Thread | 120°, bis 9 m | innen und außen (IPX3) | Matter-Haushalte, Apple, Google, Alexa | ansehen |
| Homematic IP Bewegungsmelder außen (HmIP-SMO-2) | Infrarot, 2 × AA, Homematic IP | 90°, 8 m | außen (IP44) | Homematic-Anlagen, lange Batterielaufzeit | ansehen |
| Aqara Presence Sensor FP2 | mmWave-Radar, USB-C-Netzteil, WLAN | Raum bis 40 m², bis 30 Zonen | innen, Bad (IPX5) | Präsenz am Platz, Zonen im Wohnraum | ansehen |
| Shelly Presence Gen4 | mmWave-Radar, USB-C, WLAN/Zigbee/Matter | Räume bis 8 × 8 m | innen | Shelly-Nutzer, Home Assistant | ansehen |
Philips Hue Motion Sensor
Der Klassiker für Hue-Haushalte. Philips nennt einen Erfassungsbereich bis fünf Meter, zwei AAA-Batterien und einen eingebauten Tageslichtsensor. Eine Hue Bridge setzt Philips voraus. Im Flur oder Abstellraum genügt das. Im großen Wohnzimmer eher nicht.
Philips Hue Outdoor Sensor
Das Gegenstück für die Hauswand hat IP54, reicht bis zehn Meter weit und arbeitet laut Datenblatt von −20 bis 45 °C. Zwei AA-Zellen versorgen ihn. Seinen Sinn entfaltet er mit Hue-Außenleuchten, wie sie unser Beitrag zur smarten Außenbeleuchtung vorstellt. Wir würden ihn mit Bridge planen, auch wenn Hue inzwischen einiges per Bluetooth erlaubt.
Eve Motion (Matter)
Eve setzt auf Thread und Matter. Steht ein Thread-Border-Router im Haus, arbeitet der Melder mit Apple Home, Google Home, Alexa, SmartThings und Home Assistant zusammen. Das Sichtfeld beträgt nach Herstellerangaben 120 Grad, die Reichweite neun Meter, und der Lichtsensor lässt sich von 0 bis 15.000 Lux einstellen. Mit IPX3 darf er auch unter das Vordach. Draußen klagen manche Käufer über Fehlauslösungen durch direkte Sonne. Ein schattiger Platz ist daher klüger.
Homematic IP Bewegungsmelder außen
Beim HmIP-SMO-2 wirbt Homematic IP mit einer typischen Batterielebensdauer von sechs Jahren; keiner der anderen Hersteller hier nennt einen höheren Wert. Die Linse lässt sich drehen und neigen, der Erfassungswinkel liegt bei 90 Grad. Bei der Reichweite widersprechen sich die Herstellerangaben (8 m im Datenblatt, bis 12 m im Fließtext). Wir gehen von acht Metern aus. Interessant ist der Melder nur für Haushalte, die bereits ein Homematic-IP-System betreiben.
Aqara Presence Sensor FP2
Jetzt wird es ernsthaft. Per Millimeterwellen-Radar erkennt der FP2 laut Aqara bis zu fünf Personen gleichzeitig und teilt einen Raum bis 40 Quadratmeter in bis zu 30 Zonen. So schaltet etwa das Leselicht am Sofa nur, wenn dort jemand sitzt. Er braucht ein USB-C-Netzteil an der Steckdose, funkt per WLAN und kommt ohne Aqara-Hub aus. Die Sturzerkennung bei Deckenmontage ist laut Hersteller ausdrücklich kein Medizinprodukt.
Im Flur wäre das reine Verschwendung.
Shelly Presence Gen4
Shellys Präsenzmelder arbeitet nach Herstellerangaben mit 60-GHz-Radar, erkennt auch still sitzende Personen und ist für Innenräume bis acht mal acht Meter gedacht. Er spricht WLAN, Zigbee und Matter, hat einen Lichtsensor und hängt an einem USB-C-Kabel. Zur Zahl der gleichzeitig erkannten Personen finden sich unterschiedliche Angaben. Sitzen bereits Shelly-Relais in den Unterputzdosen, bleibt mit ihm alles bei einem Anbieter.
Bei Amazon.de finden sich außerdem die Homematic-IP-Innenmelder und der kabelgebundene Außenmelder mit Schaltaktor. Soll das Licht direkt am Wandschalter geschaltet werden, sind diese Varianten einen Blick wert.
Draußen: Melder ja, Kamera nur mit Augenmaß
Ein reiner Infrarot- oder Radarmelder nimmt keine Bilder auf. Anders sieht es aus, sobald eine Kamera am Haus hängt, die per Bewegung startet. Die Verbraucherzentrale fasst die Lage so zusammen: Filmen darf man nur das eigene Grundstück. Gehweg, Straße, gemeinsame Zufahrt und Nachbargrundstück gehören grundsätzlich nicht ins Bild, und auch auf dem eigenen Gelände sollte ein Hinweisschild hängen. Fest ausgerichtete Kameras machen es leichter, das einzuhalten. Den Erfassungsbereich eines Außenmelders sollten Sie ebenfalls so ausrichten, dass vorbeigehende Passanten nicht ständig das Licht auslösen; das ist schlicht eine Frage der Rücksicht.
Welcher Melder in welchen Raum?
Flur, Treppe und Abstellraum mit Hue-Licht bekommen den Hue Motion Sensor. Fertig.
In einem gemischten Smart Home mit Matter ist Eve Motion der flexibelste Weg, innen wie unter dem Vordach, sofern ein Thread-Border-Router vorhanden ist. Einfahrt und Garten mit Hue-Außenleuchten gehören zum Hue Outdoor Sensor. Läuft schon eine Homematic-IP-Anlage, spricht die lange Batterielaufzeit für den HmIP-SMO-2.
Bleiben Arbeitszimmer, Wohnzimmer und Bad, also die Räume, in denen man still sitzt. Dort gehört ein Radar hin: der Aqara FP2 oder, im Shelly-Umfeld, der Shelly Presence Gen4.
Quellen
- Philips Hue: Hue Motion Sensor
- Philips Hue: Hue Outdoor Motion Sensor
- Eve: Eve Motion
- Homematic IP: Bewegungsmelder mit Dämmerungssensor außen
- Aqara: Presence Sensor FP2
- Shelly: Presence Gen4
- Verbraucherzentrale: Mit Überwachungskameras nur das eigene Grundstück filmen
Wo Sie die Produkte bekommen
- Eve Motion (Matter)Bei Amazon ansehen
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