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Digitaler Türspion kaufen 2026: Display, Miete, Datenschutz

Digitaler Türspion 2026: Display oder App, Aufnahme bei Bewegung, was in der Mietwohnung erlaubt ist. Fünf Modelle von Burg-Wächter bis Ring.

Redaktion handgetestet · Zuletzt aktualisiert: 01.11.2026
Unsere Wahl für die meistenBurg-Wächter Door eGuard DG 8100Mietwohnung im MehrfamilienhausBei Amazon ansehenPartnerlink
Auch im VergleichABUS DTS3214recwer gelegentlich ein Foto brauchtBei Amazon ansehenPartnerlink

Redaktionelle Auswahl nach Recherche, nicht selbst getestet. Gründe und Einschränkungen stehen im Text.

Inhalt12 Abschnitte

Wer in einem Mehrfamilienhaus wohnt, sollte einen digitalen Türspion kaufen, der nur auf Knopfdruck ein Bild zeigt und nichts speichert. Das klingt altmodisch. Es ist aber genau die Funktion, die Datenschutzbehörden und Gerichte Ihnen ohne Bauchschmerzen zugestehen: sehen, wer vor der Tür steht. Modelle mit Bewegungsmelder, Speicherkarte und App sind technisch reizvoller, gehören nach den geltenden Maßstäben aber eher an die Haustür eines Einfamilienhauses als in ein Treppenhaus mit acht Parteien.

Display an der Tür oder Bild aufs Handy?

Das ist die erste Weiche. Ein klassischer digitaler Türspion besteht aus einer kleinen Kamera, die von außen im vorhandenen Spionloch sitzt, und einem Bildschirm innen an der Tür. Sie drücken eine Taste, das Bild erscheint, nach ein paar Sekunden geht es wieder aus. Kein WLAN, kein Konto, keine Cloud.

Die zweite Gruppe hängt am Heimnetz. EZVIZ kombiniert Bildschirm und App, Ring verzichtet ganz auf ein Display und schickt das Bild aufs Smartphone oder auf einen Echo Show. Damit sehen Sie die Tür auch aus dem Büro. Dafür brauchen Sie stabiles 2,4-GHz-WLAN bis in den Flur, und das ist in Altbauten mit dicken Wänden keine Selbstverständlichkeit.

Für ältere Menschen, die schlecht durch die Linse des alten Spions schauen können, ist ein großes Display ohne Technikballast oft die klügere Wahl. Ein 3,2-Zoll-Bildschirm in Augenhöhe ersetzt das Bücken und Blinzeln.

Passt das Gerät überhaupt in meine Tür?

Zwei Maße entscheiden über den Kauf, die Türblattstärke und der Durchmesser des vorhandenen Spionlochs. Die Spannweiten unterscheiden sich deutlich. Burg-Wächter und ABUS geben 38 bis 110 mm Türstärke und 14 bis 22 mm Bohrung an. EZVIZ nennt 35 bis 105 mm, nimmt aber Löcher bis 50 mm auf. Ring baut die Peephole Camera 2K in zwei Fassungen, für 32,5 bis 60 mm und für 60 bis 90 mm Türstärke, und verlangt ein Standardloch mit 12 bis 14 mm.

Eine Wohnungstür aus dem Neubau mit 68 mm passt also fast überall. Bei einer schweren Sicherheitstür mit 100 mm wird es bei Ring eng.

Darf ich das in der Mietwohnung?

Den Einbau selbst halten wir für unproblematisch, solange Sie das vorhandene Spionloch nutzen und nichts neu bohren. Der Glasspion wandert in die Schublade und kommt beim Auszug zurück. Wer trotzdem neu bohren müsste, fragt vorher schriftlich beim Vermieter.

Heikler ist der Betrieb. Das Amtsgericht München hat einer Mieterin den Video-Türspion untersagt, der tagsüber ein Livebild zeigte und nachts bei Bewegung den Hausflur aufzeichnete (Urteil vom 4.12.2013, Az. 413 C 26749/13). Die Vermieterin durfte die Entfernung verlangen. Das Gericht stellte fest, dass die Überwachung von Hausflur, Eingangstür und anderen Gemeinschaftsflächen grundsätzlich unzulässig ist, weil diese Bereiche nicht dem alleinigen Hausrecht einer Mietpartei unterliegen. Nachbarn müssten unbeobachtet kommen, gehen und Besuch empfangen können. Auch ein Streit mit den Nachbarn rechtfertigte die Kamera nicht.

Ob ein reiner Knopfdruck-Spion ohne Speicher genauso streng zu sehen ist, hat das Gericht nicht entschieden. Er tut aber nichts anderes als die Glaslinse, nur größer. Eine Garantie, dass jeder Vermieter das genauso sieht, gibt es nicht.

Und was sagt der Datenschutz zur Aufnahme bei Bewegung?

Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht hat im Juli 2026 aufgeschrieben, wann eine Kamera an der Tür mit der DSGVO vereinbar ist. Die Liste ist streng. Zulässig ist sie grundsätzlich nur, wenn sie allein dazu dient, zu sehen, wer geklingelt hat. Sie darf sich nur durch das Klingeln einschalten, höchstens zwei Minuten laufen und muss sich dann selbst abschalten. Bilder aufzeichnen darf sie nicht, Gesichtserkennung und andere Bildanalysen sind ausgeschlossen. Ein Hinweisschild mit den Angaben nach Art. 13 DSGVO gehört dazu, und eine Übertragung übers Internet muss sicher sein.

Legt man diese Maßstäbe an, fällt die Aufnahme bei Bewegung im Treppenhaus durch. Ein PIR-Sensor, der jeden Nachbarn auf dem Weg zum Briefkasten filmt, ist das Gegenteil von anlassbezogen. Wer so einen Spion im Mehrfamilienhaus betreibt, sollte Bewegungsaufnahme, Personenerkennung und Speicherkarte konsequent abschalten, sofern die Einstellungen das zulassen. Was bleibt, ist dann ein teurer Spion mit Klingel.

Anders liegt der Fall am eigenen Haus, wenn die Kamera nur den eigenen Eingang erfasst. Doch auch dort zieht die Behörde eine Grenze, sobald Gehweg oder Nachbargrundstück mehr als unvermeidbar im Bild sind. Für eine klingelnde Kamera an der Haustür gibt es einen eigenen Ratgeber zur Video-Türklingel. In Mehrparteienhäusern mit Klingeltableau unten am Eingang passt oft eher eine Türsprechanlage mit Video.

Fünf digitale Türspione, die derzeit angeboten werden

ModellBild und AnzeigeAufnahmeTürstärke / LochFür wenAngebot (Partnerlink)
Burg-Wächter Door eGuard DG 81003,2-Zoll-Display, 105°, Bild 10 Sekunden auf Knopfdruckkeine38–110 mm / 14–22 mmMietwohnung im Mehrfamilienhausansehen
ABUS DTS3214rec3,2-Zoll-Display, 105°, Infrarot für den NahbereichFotos auf microSD38–110 mm / 14–22 mmwer gelegentlich ein Foto brauchtansehen
EZVIZ DP2C4,3-Zoll-Display, 1080p, 155°, AppVideo bei Bewegung, microSD bis 256 GB35–105 mm / 16,5–50 mmEinfamilienhaus, großes Spionlochansehen
EZVIZ DP2 2K4,3-Zoll-Touchscreen, 2K, 166°, AppVideo bei Bewegung, microSD bis 512 GB, Cloud gegen Abo35–105 mm / 14–50 mmeigenes Haus, Fernzugriff gewünschtansehen

Burg-Wächter Door eGuard DG 8100: Reicht so wenig Technik?

Für die Mietwohnung ja. Taste drücken, zehn Sekunden Bild auf dem 3,2-Zoll-Display, dann schaltet der Spion ab. Zwei AAA-Batterien, kein Netzwerk, nichts wird gespeichert. Die Kamera hat nur 0,3 Megapixel. Scharfe Details liefert sie nicht, ein Gesicht vor der Tür schon eher. Burg-Wächter sieht das Gerät ausschließlich für den Innenbereich vor, an Haustüren mit Wetterseite gehört es also nicht.

ABUS DTS3214rec: Wann ist die Fotofunktion sinnvoll?

Der ABUS ähnelt dem Burg-Wächter in Display, Blickwinkel und Einbaumaßen, kann aber auf Wunsch ein Foto auf eine microSD-Karte schreiben. Eine Infrarotfunktion soll Personen in rund 60 cm Abstand auch im dunklen Flur erkennbar machen. Betrieben wird er mit vier Batterien. Das Foto entsteht nur, wenn Sie es auslösen. Damit bleibt der ABUS deutlich näher an der Linie der Datenschützer als jeder Spion mit Bewegungsmelder.

EZVIZ DP2C: Lohnt der Aufpreis gegenüber dem einfachen Spion?

Nur, sofern die Zusatzfunktionen bei Ihnen erlaubt sind. Der DP2C bringt einen 4,3-Zoll-Bildschirm, 1080p, 155 Grad Blickwinkel, Nachtsicht bis 5 m, Klingeltaste und Gegensprechen. Der eingebaute Akku hat 4.600 mAh. EZVIZ verspricht bis zu 90 Tage Laufzeit, gerechnet mit fünf Minuten Nutzung pro Tag. Der PIR-Sensor erfasst Bewegungen bis 6 m. Im eigenen Hauseingang ist das praktisch. Im Treppenhaus ist es genau die Funktion, die Ärger macht.

EZVIZ DP2 2K: Wer braucht Touchscreen und 2K?

Gegenüber dem DP2C bekommen Sie einen Touchscreen, höhere Auflösung, 166 Grad Blickwinkel und eine Personenerkennung, die nach EZVIZ-Angabe Fehlalarme durch vorbeiziehende Schatten verringern soll. Speicherkarten bis 512 GB werden unterstützt, ein Cloud-Abo ist optional. Akku und Einbaumaße entsprechen dem kleineren Modell. Mieter brauchen so viel Kamera nicht.

Ring Peephole Camera 2K: Warum ohne Bildschirm?

Ring setzt ganz aufs Smartphone. Die Kamera ersetzt den vorhandenen Spion ohne Bohren und ohne Kabel, liefert 2K bei 140 Grad und läuft mit einem Wechselakku. Livebild, Gegensprechen und Bewegungsmeldungen funktionieren ohne Abo. Wer Clips speichern will, braucht Ring Protect. Über ring.com ist es derzeit nicht bestellbar, Ring verweist auf Amazon. Ohne Echo Show oder Handy sehen Sie hier gar nichts. Wer das Telefon gerade lädt, steht dann ratlos an der Tür.

Gibt es auch etwas von Eufy?

Einen eigenständigen Türspion mit Display führt Eufy hierzulande nicht. Den Blick durch die Tür gibt es bei Eufy als Bildschirm auf der Innenseite des Türschlosses FamiLock S3 Max, das Eufy für den amerikanischen Markt entwickelt hat und im deutschen Amazon-Sortiment nicht auftaucht. Smarte Schlösser für hiesige Türen stellt unser Smart-Lock-Ratgeber vor.

Welcher Spion passt zu welcher Wohnung?

  • Mietwohnung im Mehrfamilienhaus: Burg-Wächter Door eGuard DG 8100. Kein Speicher, kein Netz, nichts, was ein Nachbar beanstanden könnte.
  • Gleiche Lage, aber Sie wollen im Ernstfall ein Beweisfoto: ABUS DTS3214rec, Aufnahme nur von Hand.
  • Einfamilienhaus mit großem Spionloch und Klingelwunsch: EZVIZ DP2C.
  • Eigenes Haus, Fernzugriff und Touchscreen: EZVIZ DP2 2K.
  • Schon Echo Show im Flur und keine Lust auf ein Display an der Tür: Ring Peephole Camera 2K, Maße vorher prüfen.

Quellen

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