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Bevor Sie Datenblätter vergleichen, klären Sie eine Frage: Bleibt der Router an einem Ort, oder reist er mit? Für die feste Wohnung ohne brauchbaren Festnetzanschluss halten wir die FRITZ!Box 6860 5G für den vernünftigsten Kauf, weil sie auch außen an der Hauswand hängen darf. Im Wohnmobil gehört ein Router mit Antennenbuchsen und 12-Volt-Versorgung an Bord, in der Ferienwohnung reicht ein Taschen-Hotspot mit Akku. Umgekehrt geht es selten gut.
Der Empfang entscheidet, nicht das Datenblatt
Mobilfunk-Internet hängt am Signal des Aufstellorts. Zwei Meter können reichen. Ein Router im Erdgeschoss hinter Stahlbeton bekommt oft deutlich weniger Netz als dasselbe Gerät auf der Fensterbank im ersten Stock, und die Gigabit-Werte auf dem Karton sind theoretische Spitzen, die im Alltag kaum jemand sieht. Darum sortieren wir nach Einsatzort. Jeder der drei Fälle verlangt eine andere Bauart:
- Zuhause: stationäres Gerät mit Netzteil, LAN-Buchsen und kräftigem WLAN, möglichst so gebaut, dass es auch draußen oder am Fenster hängen kann.
- Wohnmobil: Strom aus dem Bordnetz, Anschlüsse für eine Dachantenne und zwei SIM-Steckplätze, falls ein Netz an der Grenze schwächelt.
- Ferienwohnung: klein, mit Akku, in fünf Minuten eingerichtet. Eine Ethernet-Buchse hilft, wenn der Fernseher vor Ort lieber am Kabel hängt.
SIM, Antenne und Tarif vor dem Kauf klären
Alle Geräte in unserer Tabelle nehmen eine Nano-SIM auf, der Vertrag kommt getrennt dazu. Und genau beim Vertrag passieren die teuren Fehler. Telekom, Vodafone und o2 verkaufen eigene Zuhause-Tarife für Mobilfunk-Router, häufig mit Leihgerät. Bei o2 dürfen die my-Home-Tarife nur an der vertraglich vereinbarten Nutzungsadresse laufen, wie der Anbieter in seinem Hilfeforum erklärt. Für das Wohnmobil ist so ein Vertrag damit wertlos. Dort brauchen Sie einen normalen Datentarif ohne Ortsbindung, den alle drei Netzbetreiber und viele Discounter in ihren Netzen anbieten.
Im Produktinformationsblatt stehen drei Dinge, die Sie vor der Unterschrift lesen sollten: der erlaubte Nutzungsort, das Datenvolumen im EU-Ausland und ob überhaupt eine Mindestgeschwindigkeit zugesagt wird. Welches Netz? Darüber entscheidet die Netzkarte des Anbieters für Ihre Adresse oder Ihren Stellplatz.
Bei Außenantennen gibt es zwei Steckerwelten. Netgear verbaut TS-9-Buchsen, GL.iNet setzt auf SMA. Passen Stecker und Frequenzbereich nicht, verliert jeder Adapter etwas Signal. An einem schlecht versorgten Campingplatz bringt eine gute Dachantenne meist mehr als der nächstteurere Router.
Sechs 5G-Router und Hotspots im Vergleich
| Modell | Bauart und Strom | Mobilfunk und WLAN (Herstellerangaben) | Antennen und Anschlüsse | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| AVM FRITZ!Box 6860 5G | stationär, Strom per PoE+ über das LAN-Kabel, Gehäuse IP54 | 5G bis 1,3 Gbit/s im Download, Wi-Fi 6 bis 3 Gbit/s | innen liegende Antennen, Adapter für die Außenmontage im Lieferumfang | Zuhause, auch an der Hauswand | ansehen |
| GL.iNet GL-X3000 Spitz AX | stationär, Eingang 9 bis 36 V Gleichstrom | 5G-Modem Qualcomm X62, Wi-Fi 6 bis 3 Gbit/s | 6 × SMA (4 Mobilfunk, 2 WLAN), 2 Nano-SIM, 2,5-Gbit-WAN | Wohnmobil mit Dachantenne | ansehen |
| GL.iNet GL-XE3000 Puli AX | tragbar, Akku 6.400 mAh | 5G und Wi-Fi 6, zwei SIM-Steckplätze | 4 Mobilfunk- und 2 WLAN-Antennen, abnehmbar | Camping und Wohnmobil ohne festen Einbau | ansehen |
| Netgear Nighthawk M6 Pro (MR6450) | Hotspot, wechselbarer Akku 5.040 mAh | 5G Sub-6, Wi-Fi 6E (AXE3600) | 2 × TS-9, 2,5-Gbit-Ethernet, 2,8-Zoll-Touchscreen | Ferienwohnung, Reisen mit Antenne | ansehen |
| ZTE U60 Pro (MU5250) | Hotspot, Akku 10.000 mAh, lädt auch das Handy | 5G, Wi-Fi 7 bis 3,6 Gbit/s, bis 64 Geräte | 3,5-Zoll-Touchscreen, NFC | Ferienwohnung mit wenig Steckdosen | ansehen |
Zuhause, fest montiert: AVM FRITZ!Box 6860 5G
Die 6860 ist für einen Platz gebaut, an dem sie bleibt. Laut AVM erreicht sie per 5G bis zu 1,3 Gbit/s im Download, das Gehäuse erfüllt Schutzart IP54 gegen Staub und Spritzwasser und darf in den geschützten Außenbereich, etwa unter den Dachüberstand. Strom kommt per PoE+ über ein einziges Netzwerkkabel. Damit hängt der Router dort, wo das Signal stark ist, und das WLAN verteilen Sie drinnen mit Repeatern oder einem Mesh-System. AVM nennt eine Betriebstemperatur von minus 10 bis plus 40 Grad; für ein offenes Süddach im Hochsommer würden wir einen schattigen Platz suchen.
Zuhause ohne Bohren: Huawei 5G CPE 5s
Ein klassisches Tischgerät. Laut Händlerangabe schafft das Modem bis 3,6 Gbit/s im Download und 500 Mbit/s im Upload, dazu kommen Wi-Fi 6 und ein Gigabit-Port, der wahlweise als LAN oder WAN arbeitet. Eine deutsche Produktseite mit Datenblatt führt Huawei für dieses Modell nicht. Wer Garantiefragen lieber mit einem Hersteller in Deutschland klärt, liegt bei AVM näher dran.
Fürs Wohnmobil: GL.iNet GL-X3000 Spitz AX
Laut Datenblatt verträgt der Spitz AX Eingangsspannungen von 9 bis 36 Volt und passt damit direkt ans 12-Volt-Bordnetz, ohne Wechselrichter. Sechs SMA-Buchsen nehmen Dach- oder Fensterantennen auf, zwei SIM-Steckplätze erlauben den Wechsel zwischen Netzen, und bei Bedarf schaltet das Gerät automatisch auf die zweite Verbindung um. Die Oberfläche basiert auf OpenWrt. Das gibt Bastlern viel Spielraum und verlangt beim Einrichten etwas mehr Geduld als eine FRITZ!Box.
Mobil ohne Einbau: GL.iNet GL-XE3000 Puli AX
Der Puli AX ist die Akkufassung derselben Idee: 6.400 mAh laut Händlerangabe, zwei SIM-Plätze, abnehmbare Antennen. Wer das Wohnmobil nur ein paar Wochen im Jahr nutzt und kein Loch ins Dach bohren will, nimmt ihn abends mit ins Vorzelt. Kleiner als ein Taschen-Hotspot ist er nicht.
Für die Ferienwohnung: Netgear Nighthawk M6 Pro
Ein Hotspot mit Akku, Touchscreen und echter 2,5-Gbit-Ethernet-Buchse, an die sich ein Fernseher oder ein Router anschließen lässt. Zwei TS-9-Buchsen machen ihn antennentauglich. Netgear nennt 5.040 mAh, der Akku lässt sich tauschen. Netgears Handbuch schränkt ein: Das 6-GHz-WLAN funkt nur in Innenräumen und nur mit eingestecktem Netzteil. Kaufen Sie die Europa-Variante MR6450, denn die Fassung MR6550 ist auf nordamerikanische Netze zugeschnitten.
Wenig Steckdosen, viele Geräte: ZTE U60 Pro
ZTE baut 10.000 mAh Akkukapazität in den U60 Pro ein, der nebenbei als Powerbank fürs Handy dient. Wi-Fi 7 mit bis zu 3,6 Gbit/s und Platz für 64 Geräte verspricht ZTE. Bei der Laufzeit widersprechen sich ZTEs eigene Angaben (16 Stunden in der Pressemitteilung, bis 29 Stunden laut Produktbeschreibung). Planen Sie lieber mit dem kleineren Wert. Antennenbuchsen nennt ZTE nicht. Für das Ferienhaus im Funkloch ist das ein Nachteil.
Nicht in der Tabelle: Einen aktuellen 5G-Taschen-Hotspot von Huawei bietet Amazon.de derzeit nicht an, dort stehen nur ältere LTE-Modelle. Für die stationären ZTE-Router der G5-Serie fehlen uns verlässliche Herstellerangaben auf Deutsch, deshalb bleiben sie draußen.
Welcher Router für welchen Ort?
- Haus mit schwachem DSL und gutem 5G an der Fassade: FRITZ!Box 6860 5G außen montieren, drinnen per Mesh verteilen. Gibt es doch Glasfaser, werfen Sie vorher einen Blick in den Vergleich von DSL- und Glasfaser-Routern.
- Mietwohnung, angeschraubt wird nichts: Huawei 5G CPE 5s ans hellste Fenster stellen.
- Wohnmobil mit festem Ausbau: GL.iNet GL-X3000 ans Bordnetz, Antenne aufs Dach.
- Gelegentlich campen: GL.iNet GL-XE3000 Puli AX mit Akku.
- Ferienwohnung mit Fernseher am Kabel: Netgear Nighthawk M6 Pro.
- Ein langer Tag ohne Steckdose: ZTE U60 Pro.
Und der Tarif? Erst die Netzkarte, dann die Vertragsbedingungen, dann das Gerät. In dieser Reihenfolge erspart man sich die meisten Rücksendungen.
Quellen
- AVM: FRITZ!Box 6860 5G, technische Daten
- AVM: Presseinformation zur FRITZ!Box 6860 5G
- GL.iNet: Datenblatt GL-X3000 Spitz AX
- GL.iNet: Antennen anschließen und tauschen
- Netgear: Spezifikationen der Nighthawk-Hotspots
- Netgear: Nighthawk M6 Pro (MR6450)
- ZTE: U60 Pro
- o2 Hilfeforum: Standort-Nutzung bei o2 my Home
Wo Sie die Produkte bekommen
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