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Am Klang scheitern Aufsteckmikrofone selten. Am Kabel schon. Das Mikrofon sitzt auf dem Blitzschuh, der Stecker passt in die Buchse, und trotzdem bleibt die Tonspur stumm, weil Kamera und Smartphone unterschiedlich verdrahtete Klinken erwarten. Wer mit Systemkamera und Handy filmt, startet aus unserer Sicht am vernünftigsten mit einem leichten Richtmikrofon ohne eigene Batterie wie dem Røde VideoMic GO II. Für Außendrehs oder lange Drehtage lohnt dagegen ein Modell mit Akku, Pegelregler und Kopfhörerausgang.
Drei Kontakte oder vier: warum die Klinke entscheidet
Kameras haben fast immer eine 3,5-mm-Buchse für TRS-Stecker mit drei Kontakten. Smartphones mit Klinkenbuchse erwarten dagegen TRRS mit vier Kontakten. Fehlt das passende Kabel, bleibt das Mikrofon dort stumm oder brummt. Gute Hersteller legen beide Kabel bei. Und neuere Telefone? Haben gar keine Klinke mehr. Dann läuft es auf USB-C hinaus, entweder mit einem Mikrofon, das selbst digital ausgibt, oder über einen Adapter.
Was ein Richtrohr kann und was nicht
Meist stecken in Aufsteckmikrofonen Supernieren mit Interferenzrohr, landläufig Shotgun genannt. Sie nehmen bevorzugt auf, was vor dem Objektiv passiert, und dämpfen die Seiten. Ein Wunder sind sie nicht. Je weiter der Sprecher von der Kamera entfernt steht, desto mehr Raum und Umgebung hört man mit. Für Interviews gehört dann ein Funkmikrofon-Set für Video in die Tasche.
Strom, Pegel, Wind und Gewicht
Kleine Modelle laufen über die Tonaderspannung der Kamera, Plug-in-Power genannt, und brauchen nichts weiter. Größere haben AA- oder AAA-Batterien oder einen Akku, der über USB-C lädt. Batterien lassen sich unterwegs tauschen. Ein leerer Akku nicht.
Beim Pegel geht es um das Rauschen der Kamera. Viele Kameras rauschen hörbar, wenn ihr Vorverstärker weit aufgedreht wird. Hat das Mikrofon eine eigene Verstärkungsstufe, liefert es mehr Signal, und die Kamera kann leiser bleiben.
Drinnen genügt Schaumstoff als Windschutz. Draußen reicht schon eine leichte Brise für tieffrequentes Rumpeln, und dagegen hilft nur ein Fellwindschutz. Bleibt das Gewicht: Auf einer kleinen Kamera oder einem Gimbal zählt jedes Gramm, und ein langes Rohr ragt schnell ins Bild eines Weitwinkels.
Sechs Aufsteckmikrofone mit ihren Eckdaten
| Modell | Strom | Anschluss | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Røde VideoMic GO II | keine Batterie, Strom vom Gerät | 3,5 mm TRS, USB | Einstieg mit Kamera und Smartphone | ansehen |
| Røde VideoMic NTG | Akku, laut Hersteller über 30 Std. | 3,5 mm mit Geräteerkennung, USB | Anspruchsvolle, auch am Rechner | ansehen |
| Sennheiser MKE 400 (2. Generation) | 2 × AAA, laut Hersteller über 100 Std. | 3,5 mm, TRS- und TRRS-Kabel | Wer draußen filmt und Batterien tauschen will | |
| Deity V-Mic D4 Mini | Plug-in-Power | 3,5 mm, TRS- und TRRS-Kabel | Kleines Budget, kleine Kameras | ansehen |
| Saramonic Vmic5 | Akku 2000 mAh, laut Hersteller bis 150 Std. | 3,5 mm TRS | Lange Drehtage mit Kopfhörerkontrolle | ansehen |
| Shure VP83 LensHopper | 1 × AA, laut Hersteller bis 130 Std. | 3,5 mm Spiralkabel | Wer robuste Technik mit AA-Zelle sucht | ansehen |
Røde VideoMic GO II
Nur 33 Gramm wiegt das Mikrofon selbst laut Røde, eine Batterie braucht es nicht. Neben der 3,5-mm-Buchse für die Kamera hat es einen USB-C-Ausgang für Smartphone, Tablet und Computer. Im Karton liegen ein TRS-Kabel und ein Schaumstoff-Windschutz; das USB-C-Kabel muss laut Datenblatt separat gekauft werden. Ein Pegelregler fehlt, die Lautstärke stellen Sie also an der Kamera ein. Für Vlogs und Aufnahmen in Räumen halten wir das für einen sinnvollen Kompromiss.
Røde VideoMic NTG
Deutlich mehr Technik, verpackt in ein Aluminiumgehäuse von 94 Gramm. Røde nennt eine stufenlose Verstärkung, ein wählbares Hochpassfilter (75 oder 150 Hz), eine Dämpfung um 20 dB und einen Sicherheitskanal, der eine leisere Zweitspur mitschreibt. Ob eine Kamera oder ein Mobilgerät dranhängt, erkennt der Ausgang nach Angaben von Røde selbst. Am USB-Ausgang wird die Klinke zum Kopfhörerausgang. Gelegenheitsfilmer bezahlen hier allerdings viel Technik, die sie kaum nutzen.
Sennheiser MKE 400 (2. Generation)
Windschutz und Schwinghalterung hat Sennheiser direkt ins Gehäuse gebaut. Dazu kommen eine dreistufige Empfindlichkeit, ein Low-Cut-Filter und ein Kopfhörerausgang mit eigenem Lautstärkeregler. Zwei AAA-Zellen reichen nach Herstellerangabe für mehr als 100 Stunden. Beide Spiralkabel, TRS und TRRS, liegen bei. Das Mikrofon schaltet sich mit der Kamera ein und aus, was jedem hilft, der das Ausschalten gern vergisst.
Deity V-Mic D4 Mini
Mit 28 Gramm laut Hersteller das leichteste Modell hier, gespeist über die Plug-in-Power der Kamera. Deity legt TRS- und TRRS-Kabel sowie einen Fellwindschutz bei. Besonders ist der zusätzliche 3,5-mm-Eingang. Ein Ansteckmikrofon oder Funkempfänger landet so auf dem zweiten Kamerakanal, ganz ohne Y-Kabel. Pegel, Filter und Akku fehlen. In dieser Preisklasse geht das in Ordnung.
Saramonic Vmic5
Ein Richtrohr in voller Länge mit Superniere und eingebautem 2000-mAh-Akku, der laut Saramonic bis zu 150 Stunden hält und über USB-C lädt. Verstärkung in zwei Stufen (0 und +10 dB), ein 150-Hz-Filter und ein Kopfhörerausgang gehören zur Ausstattung, Schaumstoff- und Fellwindschutz zum Lieferumfang. Auf Weitwinkel und Gimbal stört das längere Rohr eher.
Shure VP83 LensHopper
Eine einzelne AA-Zelle. Sie reicht nach Angaben von Shure bis zu 130 Stunden, und Ersatz gibt es an jeder Tankstelle. Die Verstärkung schaltet in drei Stufen (−10, 0 und +20 dB), ein Low-Cut-Filter ist zuschaltbar. Einen Fellwindschutz bietet Shure separat an. Gedacht ist das Mikrofon laut Beschreibung für Kameras und mobile Recorder, am Smartphone wäre ein TRRS-Adapter nötig.
Welches Mikrofon für welchen Dreh?
- Vlog mit Kamera und gelegentlich Handy: Røde VideoMic GO II, dazu bei Bedarf das USB-C-Kabel. Kameras mit Klinkeneingang stellt unser Ratgeber zur Vlog-Kamera vor.
- Wenig Budget, kleine Kamera: Deity V-Mic D4 Mini. Kommt später ein Funkmikrofon dazu, nutzen Sie den zweiten Eingang.
- Draußen und auf Reisen: Sennheiser MKE 400 wegen eingebautem Windschutz und tauschbarer Batterien.
- Lange Drehtage, Kontrolle per Kopfhörer: Saramonic Vmic5 oder Shure VP83, je nachdem, ob Ihnen Akku oder AA-Zelle lieber ist.
- Kamera, Rechner und Sicherheitsspur in einem: Røde VideoMic NTG.
Ein Blick auf die eigene Kamera gehört trotzdem dazu. Nicht jedes Modell hat eine Mikrofonbuchse, und manche Einsteigergeräte regeln den Pegel nur automatisch. Welche Systemkamera einen sauberen Toneingang mitbringt, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Quellen
- Røde: VideoMic GO II
- Røde: Datenblatt VideoMic GO II
- Røde: VideoMic NTG
- Sennheiser: MKE 400
- Deity: V-Mic D4 Mini
- Saramonic: Vmic5
- Shure: VP83 LensHopper
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