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Bei Kamera-Slidern geht selten der Hersteller schief. Meist ist es die Länge. Wer Produktaufnahmen, Interviews oder kurze Zeitraffer dreht, ist mit einem kompakten motorisierten Slider wie dem Zeapon Micro4 E500 besser bedient als mit einer Ein-Meter-Schiene, die auf dem Stativ wackelt. Eine lange Schiene ergibt nur Sinn, wenn Sie den Platz auch tatsächlich ausspielen.
Warum überhaupt ein Slider? Weil er Bewegung in Einstellungen bringt, die sonst statisch wirken. Die Kamera gleitet ein paar Dezimeter zur Seite, Vorder- und Hintergrund verschieben sich unterschiedlich schnell, und das Bild bekommt Tiefe. Ruhig sieht das allerdings nur aus, wenn Antrieb, Tragkraft und Befestigung zur Kamera passen.
Kurbel oder Motor? Eine Frage des Vorhabens
Für Videofahrten, die Sie selbst führen, genügt ein manueller Slider. Gleichmäßig wird es aber erst mit Übung. Bei sehr langsamen Fahrten zittert die Hand fast immer sichtbar mit, Kurbel und Schwungrad mildern das.
Anders sieht es aus, sobald mehrere Takes mit identischer Bewegung gefragt sind oder die Kamera minutenlang kriechen soll. Dann gehört ein Motor dazu. Bei Bewegungs-Zeitraffern führt an ihm kaum ein Weg vorbei, und selbst der Motor allein reicht dort nicht: Der Slider sollte Intervalle und Belichtungszeiten kennen und die Kamera auslösen können, sonst verwischt die Fahrt einzelne Bilder.
Zwei Angaben im Datenblatt verdienen einen zweiten Blick.
- Länge sagt wenig ohne den Fahrweg. Sogenannte Doppelweg-Slider bewegen die Kamera etwa doppelt so weit, wie die Schiene lang ist. Das spart Gewicht im Rucksack.
- Tragkraft immer mit Reserve rechnen. Die Herstellerangaben gelten meist für waagerechten Betrieb. Geneigt oder senkrecht sinkt der Wert stark, oft auf die Hälfte oder weniger.
Was unter dem Slider steht, zählt mit
Ein Slider ist nur so ruhig wie seine Unterlage. Wie groß der Unterschied ausfällt, zeigen die Angaben von edelkrone zum Vorgänger SliderPLUS v5 Long: Auf dem Boden durfte die Last bis zu 18 kg betragen, auf dem Stativ nur noch 4,5 kg. Hängt die Kamera am Ende einer langen Schiene, wirkt der Hebel voll auf Stativkopf und Beine.
Lange Schienen gehören deshalb auf zwei Stützen oder mit eigenen Füßen auf den Boden. Und das Stativ muss mehr tragen, als Kamera und Slider zusammen wiegen. Worauf es bei einem stabilen Dreibein ankommt, steht in unserem Text über Video-Stative mit Fluidkopf. Unten haben die meisten Slider ein 3/8-Zoll-Gewinde, viele zusätzlich 1/4 Zoll. Welches davon Ihr Stativkopf mitbringt, klären Sie besser vorher.
Sechs Slider nebeneinander
| Modell | Antrieb | Länge und Fahrweg (laut Hersteller/Handel) | Tragkraft waagerecht | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| NEEWER CS85CM | manuell, Kurbel mit Schwungrad | 80 cm Schiene | bis 8 kg | Einstieg, geführte Videofahrten | ansehen |
| Zeapon Micro4 M1000 | manuell, Doppelweg | rund 62 cm Baulänge, 107 cm Fahrweg | bis 12 kg | lange Fahrten ohne Motor, später nachrüstbar | ansehen |
| NEEWER ER1-80 | Motor, App | 80 cm Schiene | bis 5 kg | Zeitraffer und Motorfahrten mit kleinem Budget | ansehen |
| Zeapon EVO D40 | Motor | 47 cm Baulänge, 24 cm Fahrweg | bis 5 kg | Tisch, Produktvideo, kleines Gepäck | ansehen |
| Zeapon Micro4 E500 | Motor, Doppelweg, Touchscreen | knapp 48 cm Baulänge, rund 55 bis 59 cm Fahrweg | bis 12 kg | die meisten Video-Filmer mit Systemkamera | ansehen |
| edelkrone SliderPLUS v6 | Motor, Doppelweg, App | je nach Modell | laut Händler bis 22,5 kg auf dem Boden | Profis mit edelkrone-Köpfen | ansehen |
NEEWER CS85CM: Kurbel statt Motor
Achtzig Zentimeter Schiene, Kohlefaserrohre, laut NEEWER bis 8 kg Last im waagerechten Betrieb. Den Schlitten bewegt eine Kurbel mit Schwungrad, die gleichmäßige Fahrten leichter macht als bloßes Schieben. Mit den verstellbaren Füßen steht der CS85CM auch direkt am Boden. Zeitraffer kann er nicht. Dafür fehlt jede Elektronik.
Zeapon Micro4 M1000: viel Weg, kein Motor
Die manuelle Micro4-Fassung nutzt das Doppelweg-Prinzip. Aus rund 62 Zentimetern Baulänge werden laut Zeapon 107 Zentimeter Fahrweg. Motor und Steuerung fehlen, lassen sich nach Händlerangabe aber später mit einem Modul nachrüsten. Wer heute noch nicht weiß, ob er den Motor braucht, hält sich damit beide Wege offen.
NEEWER ER1-80: Motor und Zeitraffer zum Einstiegspreis
Auf 80 Zentimetern bringt der ER1-80 einen Motor mit. Gesteuert wird per App oder mit der optionalen Funkfernbedienung RT-08. Für Zeitraffer stellen Sie laut NEEWER Intervall, Bulb-Zeit, Start- und Endpunkt sowie Videolänge ein. Die Tragkraft liegt bei 5 kg waagerecht und 2,5 kg bei 45 Grad Neigung, und das ist die Schwachstelle: Eine schwere Kamera mit großem Objektiv bringt ihn schnell an die Grenze.
Zeapon EVO D40: klein für den Tisch
Kürzer als der EVO D40 ist hier keiner, mit 47 Zentimetern Länge und 24 Zentimetern Fahrweg. Nach Händlerangaben fährt der Motor zwischen 0,5 und 57 mm pro Sekunde. Senkrecht oder hängend geht es auch, dann mit 2,5 statt 5 kg. Für Food- und Produktvideos am Tisch kommt man damit gut aus, für Landschaftsfahrten ist der Weg zu kurz.
Zeapon Micro4 E500: der vernünftige Mittelweg
Der E500 ist die motorisierte Micro4-Fassung, bedient über einen Touchscreen am Gerät. Knapp 48 Zentimeter misst er, und trotzdem kommt die Kamera dank Doppelweg gut einen halben Meter weit. Nach Herstellerangaben trägt die Micro4-Reihe bis 12 kg waagerecht und 4,5 kg in anderen Lagen, der Motor soll leise arbeiten. So passen die meisten Systemkameras samt Zoomobjektiv drauf. Zum Gepäckproblem wird der Slider dabei nicht.
edelkrone SliderPLUS v6: für ein ganzes System
Beim Nachfolger des SliderPLUS v5 sitzt der Motor fest im Gehäuse. Laut edelkrone steuern Sie ihn per App, direkt am Gerät oder führen ihn von Hand, ein Auslöseanschluss synchronisiert Bewegungs-Zeitraffer mit der Kamera. Senkrechte Fahrten gelingen erst mit dem separaten Vertical Module v2, dann bis 5 kg. Seinen Preis rechtfertigt der v6 vor allem im Verbund mit Motorköpfen von edelkrone. Als einzelner Slider kostet er viel und bringt dafür wenig Zusätzliches.
Vom Vorhaben zum passenden Slider
Mit einer Systemkamera und dem Plan, regelmäßig zu filmen, landen wir beim Zeapon Micro4 E500: kompakt, genug Tragkraft, ein Motor für gleichmäßige Fahrten. Wollen Sie erst herausfinden, ob Slider-Aufnahmen überhaupt Ihr Ding sind, genügt der NEEWER CS85CM mit seiner Kurbel. Stehen Zeitraffer im Vordergrund und ist die Kamera leicht, passt der NEEWER ER1-80. Am Tisch bei Produkten und Essen spielt der Zeapon EVO D40 seine Stärke aus. Lange Fahrten, Motor vielleicht später? Dann der Zeapon Micro4 M1000. Den SliderPLUS v6 sehen wir nur bei denen, die bereits mit edelkrone-Köpfen arbeiten.
Bleibt der Transport. Ein Slider mit knapp einem halben Meter passt in viele Fototaschen, eine 80-Zentimeter-Schiene nicht, also vorher mit dem eigenen Kamerarucksack abgleichen. SmallRig führt derzeit Stative und Rig-Zubehör, einen klassischen Kamera-Slider konnten wir im aktuellen Angebot nicht finden.
Quellen
- Zeapon: Micro4 Motorized Camera Slider
- Zeapon: FAQ
- CineD: Zeapon Micro4
- NEEWER: ER1 Motorized Camera Slider
- NEEWER: CS85CM Camera Slider
- edelkrone: SliderPLUS v6
- edelkrone: Vertical Module v2
- edelkrone: SliderPLUS v5 (Vorgänger)
- Hot Rod Cameras: Zeapon EVO D40
Wo Sie die Produkte bekommen
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