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Boarding, Gang voll, der Rucksack soll in die Ablage. Er geht nicht hinein. Nicht weil er zu klein gekauft wäre, sondern zu tief. Wer Kamera, zwei Objektive und eine Faltdrohne in die Kabine mitnehmen will, schaut deshalb zuerst auf die Außenmaße und erst danach auf Volumen und Fächer. Den meisten Reisenden genügt ein Modell um 20 Liter mit Seitenzugriff und mitgelieferter Regenhülle, etwa der Lowepro ProTactic BP 350 AW III. Rucksäcke mit 30 Litern und mehr ergeben nur Sinn, wenn Sie wirklich zwei Gehäuse oder ein langes Tele tragen.
Vier Dinge, an denen sich ein Fotorucksack messen lassen muss
Er muss in die Gepäckablage passen. Er muss Sie an die Kamera lassen, ohne dass Sie ihn abstellen. Regen muss er aushalten, und die Drohne so lagern, dass ihre Arme nicht gequetscht werden. Wie Sie das gewichten, hängt an der Reise.
Zuerst die Maße. Lufthansa erlaubt in der Kabine ein Handgepäckstück bis 55 × 40 × 23 cm und 8 kg. Im Tarif Economy Basic auf der Kurzstrecke ist nur ein persönlicher Gegenstand bis 40 × 30 × 15 cm erlaubt, und dafür ist keiner der Rucksäcke hier gebaut. Auch das Leergewicht zählt mit: Ein Rucksack mit 2,3 kg lässt Ihnen bei 8 kg Grenze noch 5,7 kg für Kamera, Objektive, Drohne und Laptop. Das wird schneller knapp, als man denkt.
Eine seitliche Öffnung holt die Kamera heraus, während der Rucksack an einem Träger hängt. Reine Rückenöffnungen sind diebstahlsicherer, kosten aber jedes Mal das Abstellen. Wetterfester Stoff hält Schauer ab; bei Dauerregen hilft nur eine Regenhülle, und die liegt längst nicht jedem Modell bei.
Bleibt das Drohnenfach. Messen Sie die zusammengefaltete Drohne samt Fernsteuerung und vergleichen Sie mit dem Innenmaß. „Passt für Drohnen“ allein sagt wenig.
Drohnenakkus gehören in die Kabine
Mit Drohne im Gepäck erübrigt sich das Aufgeben des Rucksacks ohnehin. Laut den Gefahrgutregeln der Lufthansa sind lose Lithium-Akkus und Powerbanks im aufgegebenen Gepäck verboten und nur in der Kabine erlaubt, geschützt gegen Kurzschluss. Bis 100 Wh je Akku ist das ohne Genehmigung möglich, zwischen 100 und 160 Wh höchstens zwei Stück mit Zustimmung der Fluggesellschaft, darüber gar nicht. Ein Akkufach mit Abdeckung oder feuerfeste Akkutaschen im Rucksack sind deshalb kein Luxus. Andere Fluggesellschaften regeln das ähnlich, die genauen Grenzen stehen auf deren Seiten.
Sechs Kamerarucksäcke mit Maßen und Zugriff
| Modell | Volumen, Gewicht | Außenmaße | Zugriff, Regenschutz | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Lowepro ProTactic BP 350 AW III | 17 l, 2,3 kg | 47 × 31,5 × 19 cm | Seite (2), oben, Rücken; Regenhülle dabei | Reisende mit Kamera und kleiner Drohne | ansehen |
| Peak Design Everyday Backpack V2 20L | 20 l, 1,66 kg (ohne Fächer) | 46,5 × 30 × 21 cm | Seite (2), oben; wetterfester Stoff, keine Hülle genannt | Alltag und Städtereise | ansehen |
| WANDRD PRVKE 31 V3 | 31 l (Rolltop bis 36 l), etwa 1,5 kg | 48,3 × 30,5 × 17,8 cm | Seite, Rolltop | Reisende mit Kleidung und Kamera | ansehen |
| Shimoda Action X30 v2 | 30 l (Rolltop bis +7 l), 1,9 kg | 51 × 30 × 17 cm | Rücken, Rolltop | Berg, Ski, Wandern | ansehen |
| PGYTECH OneMo 2 35L | 35 l (bis 45 l), 1,96 kg ohne Einteilung | 54 × 33 × 23,5 cm | Rücken; Regenhülle dabei | Kamera und Drohne getrennt tragen | ansehen |
| Manfrotto PRO Light Backloader M | 22,5 l, 1,89 kg | 52 × 32 × 26 cm | Rücken, oben; Regen- und Sonnenhülle dabei | Kleineres Budget, Auto statt Flugzeug | ansehen |
Maße und Gewichte stammen von Herstellern und Fachhändlern. Je nach Einteilung und Ausstattung weichen sie um einige hundert Gramm ab.
Lowepro ProTactic BP 350 AW III
Vier Zugänge hat der ProTactic: zwei seitliche, einen breiten von oben und den vollen Rückenzugriff. Die All-Weather-Hülle liegt bei, ins Laptopfach passen Geräte bis 14 Zoll. Mit 47 × 31,5 × 19 cm bleibt er klar unter dem Lufthansa-Maß. Schwer ist er allerdings. 2,3 kg sind für 17 Liter viel. Reist ein 16-Zoll-Laptop mit, kommt eher die größere Schwester BP 450 AW III in Frage.
Peak Design Everyday Backpack V2 20L
Eher Alltagsrucksack als Fototasche, was den Everyday so beliebt macht. An den Inhalt kommen Sie von oben über den MagLatch-Verschluss und von beiden Seiten. Das 400D-Nylon ist laut Hersteller wetterfest, eine Regenhülle wird im Lieferumfang nicht genannt. Eine Systemkamera mit zwei Objektiven findet Platz. Mit Drohne dazu wird es eng.
WANDRD PRVKE 31 V3
Im Grunde ein Reiserucksack, in den man eine Kamerabox einsetzt. Die Seitenöffnung misst laut Händlerangaben rund 25 × 13 cm, der Rolltop schafft Platz für eine Jacke. Mit etwa 1,5 kg ist er der leichteste im Feld. Die Kamerabox gehört nur im „Photo Bundle“ dazu, die Bezeichnung im Angebot also genau lesen.
Shimoda Action X30 v2
Shimoda baut für draußen. Die Rückenlänge ist dreistufig um etwa 7 cm verstellbar, der Rolltop bringt bis zu 7 Liter Reserve, und ins Laptopfach passen Geräte bis 16 Zoll. Die Kameraeinsätze (Core Units) kommen separat oder im Starter Kit. Seitlich erreicht man die Ausrüstung laut Händlerangaben ebenfalls. Fotografieren Sie hauptsächlich in den Bergen, stehen die Kriterien für das Tragesystem beim Ratgeber zum Wanderrucksack. In der Stadt ist der Shimoda schlicht zu viel Rucksack.
PGYTECH OneMo 2 35L
Für die Drohne hat der OneMo 2 eine abnehmbare Schultertasche von 5 Litern. Laut PGYTECH fasst die erweiterte Tasche eine Mavic-3-Ausrüstung samt Zubehör, eine Regenhülle ist dabei. Der Rucksack selbst öffnet sich komplett über den Rücken. Schon im Grundzustand liegt er mit 23,5 cm Tiefe leicht über dem Lufthansa-Maß, voll ausgezogen erst recht. Ein Rucksack fürs Auto also, oder für den Flug mit großzügiger Airline.
Manfrotto PRO Light Backloader M
Preislich liegt der Backloader deutlich unter den übrigen Modellen. Manfrotto führt eine zusammenklappbare Drohne in der Packliste, ein 15-Zoll-Laptop passt ins Frontfach, und die DuoFace-Hülle schützt vor Regen und Sonne. Hinein geht es nur über Rücken und Deckel, nicht seitlich. Mit 26 cm Tiefe überschreitet er das Lufthansa-Maß um 3 cm. Wer meist mit dem Auto fährt, bekommt hier reichlich Rucksack zu einem kleinen Preis.
Welche Reise, welcher Rucksack?
Fliegen Sie mit Kamera und kleiner Drohne, vereint der Lowepro ProTactic BP 350 AW III Seitenzugriff, Regenhülle und Kabinenmaß, ist dafür aber schwer. Für Alltag, Büro und Städtereise passt der Peak Design Everyday 20L, sofern Sie auf eine mitgelieferte Regenhülle verzichten können. Längere Reisen mit Kleidung sprechen für den WANDRD PRVKE 31 im Photo Bundle, Berge und Ski für den Shimoda Action X30 v2 mit passender Core Unit.
Drohne getrennt tragen und mit dem Auto anreisen? Dann der PGYTECH OneMo 2 35L. Bei kleinerem Budget bleibt der Manfrotto PRO Light Backloader M, nur nicht als Kabinengepäck einplanen.
Vor dem Rucksack kommt die Ausrüstung selbst. Welche Faltdrohne in welches Fach passt, beschreibt der Ratgeber zum Drohnenkauf. Steht die Kamera noch nicht fest, klärt der Ratgeber zur Systemkamera Gehäusegrößen und Objektivfragen.
Quellen
- Calumet: Lowepro ProTactic BP 350 AW III, technische Daten
- Calumet: Peak Design Everyday Backpack V2 20L, technische Daten
- Calumet: Shimoda Action X30 v2, technische Daten
- B&H: WANDRD PRVKE V3
- PGYTECH: OneMo 2 Backpack 35L mit Schultertasche
- Manfrotto: PRO Light Backloader Rucksack M
- Lufthansa: Handgepäck
- Lufthansa: Transport von Geräten und Lithium-Batterien (PDF)
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