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Januar. Fenster zu, Heizung an, vier Leute im Wohnzimmer. Nach einer Stunde fühlt sich die Luft schwer an, aber niemand weiß, ob es schon Zeit zum Lüften ist. Genau diese Frage beantwortet ein gutes CO2-Messgerät, vorausgesetzt, es steckt ein echter NDIR-Sensor darin. Im Normalfall passt das Aranet4 Home. Soll es nur eine Ampel auf dem Schreibtisch sein, reicht der kleine AIRCO2NTROL MINI von TFA Dostmann.
Vorsicht bei Geräten, die als „Luftqualitätsmonitor“ verkauft werden. Manche messen gar kein CO2.
Erst den Sensor prüfen, dann die App
Ein nichtdispersiver Infrarotsensor misst, wie viel Infrarotlicht das CO2 in einer kleinen Kammer schluckt. Das ist eine echte Messung. Günstige Geräte mit „eCO2“ schätzen den Wert dagegen aus flüchtigen organischen Stoffen (VOC). Steht NDIR nicht im Datenblatt, lassen Sie das Gerät liegen.
Ein Beispiel ist der Eve Room. Nach Angaben von Eve misst er VOC, Temperatur und Luftfeuchte. Kein CO2. Als Raumklimasensor für Apple Home hat er seinen Platz. Als Lüftungsampel taugt er nicht, deshalb fehlt er hier.
Beim Messbereich reichen 0 bis 3.000 ppm für Wohnräume. Werkstatt, Gewächshaus oder Gärkeller? Dann sollten es 5.000 ppm oder mehr sein. Eine Ampel mit fest verdrahteten Farben ist bequem, aber nicht jede Voreinstellung folgt den Werten des Umweltbundesamts. Einstellbare Grenzen sind deshalb ein Vorteil.
Batteriegeräte stehen überall, auch im Schlafzimmer ohne Steckdose am Bett. USB-Geräte brauchen ein Kabel und meist ein eigenes Netzteil.
Spannend wird es erst mit Verlauf in einer App. Dann sieht man, dass das Kinderzimmer nachts regelmäßig über die Grenze rutscht. Und weil NDIR-Sensoren mit der Zeit driften, gleichen gute Geräte das automatisch ab oder lassen sich an frischer Luft von Hand nachstellen.
Ab wann ist CO2 zu viel? Die Werte des Umweltbundesamts
Der Ausschuss für Innenraumrichtwerte beim Umweltbundesamt hat 2008 drei Stufen festgelegt, die bis heute in der Liste der hygienischen Leitwerte stehen. Unter 1.000 ppm gilt die Luft als hygienisch unbedenklich. Zwischen 1.000 und 2.000 ppm ist sie hygienisch auffällig, empfohlen wird dann mehr Luftwechsel und ein besseres Lüftungsverhalten. Über 2.000 ppm gilt sie als hygienisch inakzeptabel, dann soll geprüft werden, ob sich der Raum überhaupt ausreichend belüften lässt.
Für die Ampel heißt das: Gelb sollte spätestens bei 1.000 ppm aufleuchten. Das Aranet4 springt in der Grundeinstellung laut Hersteller erst bei 1.400 ppm auf Rot. Das ist strenger als die Grenze von 2.000 ppm. Per App kann man die Schwelle ohnehin verschieben.
Lüften im Winter: kurz, weit und mehrmals
Das Umweltbundesamt rät im Winter, zwei- bis dreimal am Tag etwa fünf Minuten je Raum mit weit geöffnetem Fenster zu lüften. Dauerhaft gekippte Fenster treiben laut UBA den Energieverbrauch und die Heizkosten drastisch nach oben. Die relative Luftfeuchte sollte zwischen 40 und 60 Prozent liegen.
Hier zeigt das Messgerät seinen eigentlichen Nutzen. Statt Faustregel eine Zahl. Steigt der Wert im Schlafzimmer jede Nacht auf 1.800 ppm, reicht das Stoßlüften vor dem Schlafen offenbar nicht.
Ist die Luft dagegen dauerhaft zu trocken, helfen Luftbefeuchter weiter. Bei feuchten Wänden und Schimmelgefahr ist der Überblick über Luftentfeuchter der bessere Startpunkt. Ein Luftreiniger wiederum filtert Partikel, senkt aber kein CO2. Was er leisten kann, beschreibt unser Text über Luftreiniger.
Sechs CO2-Messgeräte mit ihren Eckdaten
| Modell | Sensor und Messwerte | Anzeige und Verbindung | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Aranet4 Home | NDIR, 0–9.999 ppm, Temperatur, Feuchte, Luftdruck | E-Ink, Bluetooth-App, Batterie bis 4 Jahre | Die meisten Haushalte | ansehen |
| Airthings View Plus | NDIR, 400–5.000 ppm, Radon, PM2,5, VOC, Klima | E-Ink, WLAN, Batterie oder USB-C | Wer alles in einem Gerät will | ansehen |
| Airthings Wave Enhance | NDIR, 400–5.000 ppm, VOC, Klima, Lärm, Licht | Leuchtring, Bluetooth, Batterie | Schlafzimmer, Airthings-Nutzer | ansehen |
| Netatmo Smarter Raumluftsensor | CO2, Temperatur, Feuchte, Lärm | Kein Display, WLAN, Netzbetrieb | Smart-Home mit Apple Home | ansehen |
| TFA Dostmann AIRCO2NTROL MINI | NDIR Dual Beam, 0–3.000 ppm, Temperatur | LCD mit LED-Ampel, USB | Schreibtisch, kleines Budget | ansehen |
| TFA Dostmann AIRCO2NTROL 5000 | NDIR Dual Beam, 0–5.000 ppm, Temperatur, Feuchte | Display mit Ampel, Alarm, SD-Datenlogger | Büro, Werkstatt, Auswertung | ansehen |
Aranet4 Home
Ein echter NDIR-Sensor, ein E-Ink-Display und, so Aranet, maximal vier Jahre Laufzeit mit zwei AA-Batterien. Und die Genauigkeit? Aranet gibt sie mit ±(30 ppm + 3 % des Messwerts) an. Über Bluetooth zeigt die kostenlose App den Verlauf, ein Summer warnt auf Wunsch beim roten Bereich. Zwei Einschränkungen. Ohne Hub ist keine Fernabfrage möglich, und das Gerät gehört zur oberen Preisklasse.
Airthings View Plus
Sieben Sensoren in einem Gehäuse, darunter Radon und Feinstaub. Das CO2 misst ein NDIR-Sensor, der laut Datenblatt seine Basislinie wöchentlich selbst abgleicht. Sechs AA-Batterien halten laut Airthings bis zu zwei Jahre, alternativ läuft das Gerät an USB-C. Als reine Lüftungsampel ist das übertrieben, technisch wie preislich. Sinnvoll wird es, wenn Sie Radon im Keller oder Feinstaub vom Kaminofen ohnehin im Blick haben wollen.
Airthings Wave Enhance
Rund, unauffällig. Neben dem NDIR-Sensor misst sie Lärm und Licht, was Airthings in einem Bericht über Schlafstörer auswertet. Mit zwei AA-Batterien kommt sie laut Airthings bis zu 14 Monate aus. Ein Display fehlt. Nach Berührung leuchtet nur ein Ring. Per Bluetooth wandern die Daten aufs Handy, ins Internet kommt das Gerät nur über einen View-Monitor als Hub.
Netatmo Smarter Raumluftsensor
CO2, Temperatur, Feuchte und Lautstärke misst der Sensor und schickt die Werte per WLAN in die Netatmo-App, die bei hohem CO2 Benachrichtigungen sendet. Er hängt am Netzteil. Eine Einbindung in Apple Home ist nach Herstellerangabe möglich. Welcher Sensortyp verbaut ist, verrät Netatmo auf seiner Produktseite nicht. Wer gern auf einen Blick abliest, vermisst ein Display.
TFA Dostmann AIRCO2NTROL MINI
Klein und schlicht. Ein NDIR-Dual-Beam-Sensor, daneben eine dreifarbige LED-Ampel am Display. Messbereich 0 bis 3.000 ppm, Strom kommt per Micro-USB, ein Netzteil gehört nicht zum Lieferumfang. App, Alarm und Verlauf fehlen. Für einen Arbeitsplatz am Rechner reicht genau das, zumal das Gerät zur günstigen Preisklasse zählt.
TFA Dostmann AIRCO2NTROL 5000
Dieses Gerät ist für Daten gebaut. Laut TFA speichert es über eine Million Datensätze als CSV auf einer Micro-SD-Karte, die Ampelgrenzen sind einstellbar, ein Signalton warnt bei Überschreitung. Im Wohnzimmer wirkt es eher wie ein Bürogerät.
Welches Gerät für welchen Raum?
- Wohnung, Schlafzimmer, Homeoffice: Aranet4 Home. Es läuft ohne Kabel, misst nach NDIR-Verfahren und zeigt den Verlauf per App.
- Nur eine Ampel am Schreibtisch: TFA AIRCO2NTROL MINI. Ohne App, dafür in der günstigen Preisklasse.
- Smart Home mit Automationen: Netatmo Smarter Raumluftsensor, wenn ein Netzteil in Reichweite ist und kein Display nötig ist.
- Haus mit Keller oder Kaminofen: Airthings View Plus, wenn Radon und Feinstaub ohnehin Thema sind.
- Büro, Klassenzimmer, Werkstatt: TFA AIRCO2NTROL 5000 mit Datenlogger und Alarm.
Steht schon ein Airthings-System mit View-Monitor im Haus, ergänzt die Wave Enhance das Schlafzimmer am einfachsten. Allein gekauft bleibt sie ohne Hub ein Bluetooth-Gerät.
Quellen
- Umweltbundesamt: Hygienische Leitwerte für die Innenraumluft (CO2, 2008)
- Umweltbundesamt: Wie lüfte ich richtig?
- Aranet: Aranet4 Home
- Airthings: View Plus
- Airthings: Datenblatt View Plus
- Airthings: Wave Enhance
- Netatmo: Smarter Raumluftsensor
- TFA Dostmann: AIRCO2NTROL MINI
- TFA Dostmann: AIRCO2NTROL 5000
- Eve: Eve Room (Support)
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