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Bei Fliegeruhren geht die falsche Wahl selten aufs Konto des Uhrwerks. Sie fällt beim Zifferblatt. Wer die Uhrzeit vor allem anderen schnell ablesen möchte, nimmt Baumuster A mit den Stunden 1 bis 11 am Rand, wie bei der Laco Augsburg 42. Baumuster B wirkt markanter. Es verlangt aber ein paar Tage Gewöhnung.
Erst danach kommen Gehäusegröße, Werk und Budget ins Spiel. Dazu die Frage, ob die Uhr mit ins Schwimmbad soll.
Woher das Dreieck kommt
Die heutigen Fliegeruhren stammen von den Beobachtungsuhren (B-Uhren) des Zweiten Weltkriegs ab. Nach Angaben des Fachmagazins Watchtime belieferten fünf Hersteller damit die Luftwaffe: A. Lange & Söhne, Laco, Stowa, Wempe und IWC. Ein Taschenuhrwerk musste hineinpassen, deshalb maßen die Originale 55 Millimeter. Aus dieser Zeit stammen auch das Dreieck mit zwei Punkten bei zwölf Uhr und die große Krone, die sich mit Handschuhen bedienen ließ.
Beim Baumuster A laufen die Stundenziffern 1 bis 11 außen um das Blatt, an der Stelle der 12 sitzt das Dreieck. Man liest es wie jede klassische Uhr. Ganz anders Baumuster B. Außen steht eine Minuteneinteilung von 5 bis 55, die Stunden wandern in einen kleinen Innenkreis, und der Minutenzeiger wird zum Hauptinstrument. Für die schnelle Uhrzeit im Alltag braucht das Auge so einen Moment länger. Gut zu wissen, bevor man bestellt.
Glas, Größe, Krone: die Technik hinter dem Look
Ablesbarkeit ist der Kern des Genres. Weiße Ziffern auf mattschwarzem Grund, Leuchtmasse auf Ziffern und Zeigern. Bei Sonne hilft ein entspiegeltes Saphirglas; Laco verlangt für die beidseitige Entspiegelung einen Aufpreis.
Die historischen 55 Millimeter trägt heute kaum noch jemand im Alltag. An die meisten Handgelenke passen 39 bis 42 Millimeter. Achten Sie auch auf den Abstand von Bandanstoß zu Bandanstoß. Bei der Laco Augsburg 42 misst er nach Herstellerangabe 50 Millimeter. Die große Zwiebel- oder Kegelkrone ist Stilmittel und Bedienhilfe in einem. An schmalen Handgelenken kann sie allerdings am Handrücken drücken.
Automatik oder Quarz? Ein Automatikwerk zieht sich beim Tragen auf und bleibt nach einiger Zeit im Schrank stehen. Quarz läuft genauer, baut flacher und kostet weniger. Wer sich tiefer mit mechanischen Werken beschäftigen will, liest unseren Beitrag über die Herrenuhr mit Automatik.
Bleibt das Wasser. Die Angaben reichen von 5 bis 10 bar, und eine Fliegeruhr ist keine Taucheruhr. Regelmäßige Schwimmer sollten auf 10 bar achten oder gleich zur Taucheruhr wechseln.
Fünf Fliegeruhren bei Amazon.de im Vergleich
| Modell | Zifferblatt und Größe | Werk und Wasserdichtigkeit (Herstellerangabe) | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Laco Augsburg 42 | Baumuster A, 42 mm (auch 39 mm) | Automatik Laco 2S, 5 bar | Klassische Fliegeruhr für den Alltag | ansehen |
| Laco Aachen 42 | Baumuster B, 42 mm (auch 39 mm) | Automatik Laco 2S, 5 bar | Wer das typische B-Uhr-Bild will | ansehen |
| Laco Zürich.2.D 40 | Baumuster B mit Datum, 40 mm | Quarz Ronda 505, 5 bar | Flach, wartungsarm, kleineres Budget | ansehen |
| Hamilton Khaki Aviation Pilot Day Date Auto | Fliegerstil mit Tag und Datum, 42 mm | Automatik H-40, 80 Std. Gangreserve, 10 bar | Wer Wochentag und mehr Wasserschutz will | ansehen |
| Junghans Pilot Automatic | Cockpit-Stil, Drehlünette, 43,3 mm | Automatik J800.1.6, 38 Std., 10 bar | Liebhaber deutscher Uhrengeschichte mit größerem Budget |
Laco Augsburg 42
Laco aus Pforzheim gehörte zu den historischen Lieferanten und baut die Form bis heute. In der günstigeren Basis-Reihe ist die Augsburg die Uhr mit Baumuster A: satiniertes Stahlgehäuse, flaches Saphirglas, Glasboden, Leuchtmasse Superluminova C3. Angetrieben wird sie nach Herstellerangabe vom Laco 2S auf Basis des Miyota 82S0 mit Sekundenstopp. Bei 11,75 Millimetern Höhe passt sie noch unter eine Manschette. Wir halten sie für den vernünftigen Einstieg in die Mittelklasse.
Laco Aachen 42
Technisch ist sie die Zwillingsschwester der Augsburg, nur eben mit Baumuster B. Gleiche Maße. Gleiches Werk, gleiche 5 bar. Wer bei Fliegeruhren an den Minutenring mit Innenkreis denkt, landet hier. An schmalen Handgelenken greift man besser zur 39-Millimeter-Fassung, sonst wirkt der Innenkreis sehr klein.
Laco Zürich.2.D 40
Das ist die Quarz-Variante. Baumuster B mit Datum bei sechs Uhr, Schweizer Werk Ronda 505, 40 Millimeter, nur 9 Millimeter hoch, dazu nach Herstellerangabe Saphirglas und Leuchtmasse. Wer die Uhr bloß am Wochenende trägt, muss keine stehengebliebene Automatik nachstellen. Etwas weniger Romantik.
Hamilton Khaki Aviation Pilot Day Date Auto
Streng genommen keine B-Uhr. Eher eine Fliegeruhr mit amerikanischem Einschlag und Tag-Datum-Anzeige. Hamilton gibt 42 Millimeter, 11,85 Millimeter Höhe, Saphirglas und 10 bar an. Im Kaliber H-40 stecken laut Hersteller 80 Stunden Gangreserve und eine Unruhspirale aus Nivachron, hinten sitzt ein Glasboden. So läuft die Uhr ein ganzes Wochenende ohne Tragen durch.
Junghans Pilot Automatic
Junghans nimmt sich Bordinstrumente zum Vorbild statt der Beobachtungsuhr. Großes Datum bei zwölf Uhr, kleine Sekunde, eine beidseitig drehbare Lünette mit Leuchtpunkt. Junghans gibt 43,3 Millimeter, gewölbtes entspiegeltes Saphirglas, verschraubten Boden und 10 bar an. Mit bis zu 38 Stunden Gangreserve ist das J800.1.6 für diese Preisklasse eher knapp bemessen. Wem das Design aus Schramberg am wichtigsten ist, wird damit leben können. Eine Variante mit Stoppfunktion heißt bei Junghans Pilot Chronoscope; was bei solchen Uhren zählt, erklärt unser Chronographen-Ratgeber.
Stowa, Steinhart, IWC: nur direkt oder beim Fachhändler
Drei bekannte Namen fehlen in der Tabelle, weil wir sie bei Amazon.de nicht aus einer verlässlichen Quelle gefunden haben. Stowa verkauft direkt über die eigene Seite. Dort steht die Flieger Classic 40 mit Baumuster A oder B, Sellita SW 200 und, nach Angabe von Stowa, 10 bar in der Top-Ausführung, manche Varianten sind allerdings nur bis 5 bar angegeben. Auch Steinhart verkauft seine Nav-B-Modelle über den eigenen Onlineshop. Eckdaten vom Hersteller lagen uns nicht vor. Deshalb nennen wir keine.
Die IWC Pilot’s Watch Mark XX spielt in der Luxusklasse. IWC nennt 40 Millimeter, das eigene Kaliber 32111 mit 120 Stunden Gangreserve und 10 bar. Kaufen Sie eine solche Uhr nur bei IWC selbst oder bei einem von IWC autorisierten Händler. Ehrlich gesagt: eine Menge Geld für eine Uhr, die die Zeit nicht besser anzeigt als eine Laco.
So würden wir entscheiden
Für die erste Fliegeruhr im Alltag nehmen wir die Laco Augsburg 42, bei schmalem Handgelenk in 39 Millimetern. Soll es das typische B-Uhr-Gesicht sein, passt die Laco Aachen 42; mit Schweizer Werk und direkt beim Hersteller bietet Stowa die Flieger Classic 40 Baumuster B an.
Wenig Pflege und eine flache Bauform bietet die Laco Zürich.2.D 40 mit Quarzwerk. Wer schwimmen geht und lange Gangreserve will, schaut zur Hamilton Khaki Aviation Pilot Day Date Auto mit 10 bar und 80 Stunden. Design statt Historie? Dann die Junghans Pilot Automatic.
Das Lederband mit Nieten gehört zum Bild, ist im Sommer aber nicht jedermanns Sache. Wie der Wechsel klappt, zeigt unser Uhrenarmband-Ratgeber. Für Kauf, Lieferung und Gewährleistung sind Händler und Hersteller zuständig.
Quellen
- Laco: Fliegeruhr Basis Augsburg 42
- Laco: Fliegeruhr Basis Aachen 42
- Laco: Fliegeruhr Basis Zürich.2.D 40
- Hamilton: Khaki Aviation Pilot Day Date Auto H64615135
- Junghans: Pilot Automatic
- Stowa: Flieger Classic 40 Baumuster B
- Stowa: Flieger Classic 40
- IWC: Pressemitteilung zur Pilot’s Watch Mark XX
- Watchtime: 5 Fakten über Laco (Baumuster A und B)
- Watchtime: Wie die IWC Große Fliegeruhr zur Ikone wurde
Wo Sie die Produkte bekommen
- Laco Augsburg 42Bei Amazon ansehen
- Laco Aachen 42Bei Amazon ansehen
- Laco Zürich.2.D 40Bei Amazon ansehen
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