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Ob ein neues Uhrenarmband gut aussieht, entscheidet sich selten am Leder oder an der Farbe. Es entscheidet sich am Lineal. Wer die Anstoßbreite seiner Uhr nicht kennt, bestellt 20 Millimeter für eine Uhr mit 21 und wundert sich über Spiel am Gehäuse. Unsere Grundempfehlung für fast jeden Uhrenträger: ein sauber verarbeitetes Lederband mit Schnellwechsel-Federsteg, etwa das Hirsch Duke. Wer schwitzt, schwimmt oder Sport treibt, legt sich zusätzlich Kautschuk oder Textil zu.
Wie messe ich die richtige Breite?
Gemeint ist der lichte Abstand zwischen den beiden Hörnern des Gehäuses, also genau dort, wo der Federsteg sitzt. Gemessen wird innen. Nicht außen. Ein Messschieber ist dafür am bequemsten, aber auch mit einem einfachen Lineal aus der Schreibtischschublade klappt es ordentlich, solange Sie dabei wirklich genau hinsehen. Verbreitet sind 18, 20 und 22 Millimeter, daneben kommen ungerade Maße wie 19 oder 21 vor. Hirsch führt laut eigener Seite Ansatzbreiten von 9 bis 30 Millimetern.
Ein Millimeter zu schmal, und das Band sitzt locker und wirkt billig. Ein Millimeter zu breit, und es geht schlicht nicht hinein.
Welche Maße stehen sonst noch im Datenblatt?
Fast alle Bänder werden zur Schließe hin um zwei Millimeter schmaler, bei Rios1931 zum Beispiel von 20 auf 18 Millimeter. Soll eine vorhandene Faltschließe weiter dienen, brauchen Sie dieses zweite Maß ebenfalls. Die Länge erscheint als Zahlenpaar, etwa 104/72 Millimeter für Loch- und Schließenteil. Bei kräftigen Handgelenken helfen XL-Längen weiter; das Arizona von Rios1931 ist zum Beispiel auch in 124/92 Millimetern zu haben.
Dann die Stärke. An einer flachen Dresswatch sieht ein dick gepolstertes Band klobig aus, und Hirsch gibt für das Duke 2,7 bis 5,7 Millimeter am Ansatz an. Bleibt der Federsteg: Schnellwechsel-Stege tragen einen kleinen Hebel auf der Unterseite und lösen sich ohne Werkzeug, für klassische Stege brauchen Sie eine Federstegzange.
So bequem der Schnellwechsel ist, Sorgfalt nimmt er Ihnen nicht ab. Der Steg muss hörbar und sichtbar in beiden Bohrungen einrasten, sonst baumelt die Uhr an einem Ende in der Luft. Nach dem Einsetzen einmal kurz am Band ziehen. Zwei Sekunden, mehr kostet das nicht.
Leder, Nato, Kautschuk oder Stahl?
Für Büro und Abend bleibt Leder der Klassiker. Wasser und Schweiß bekommen ihm schlecht, ins Schwimmbad gehört ein normales Lederband deshalb nicht. Durchzugsbänder aus Nylon oder Perlon laufen unter dem Gehäuse durch beide Federstege, und bricht einmal ein Steg, hängt die Uhr noch am anderen. Im Gegenzug liegt sie etwas höher auf dem Handgelenk.
Gegen Wasser und für den Sport sind Kautschuk und Silikon gemacht. An einer feinen Uhr wirken sie allerdings schnell deplatziert. Ein Milanaise-Band aus Edelstahl hält mehr aus als Leder und sieht trotzdem fein aus.
Viele Automatikuhren kommen ab Werk am Stahlband. Ein zweites Band aus Leder verändert den Charakter stärker als jede andere Anschaffung. Welche Uhr sich als Ausgangspunkt eignet, erklärt der Ratgeber zur Herrenuhr mit Automatikwerk. Bei Taucheruhren mit 22 Millimetern Anstoß greift man meist zu Kautschuk; die Hintergründe stehen in unserem Text über Taucheruhren und ihre Eigenheiten.
Sechs Armbänder, sechs Einsatzzwecke
| Modell | Material laut Hersteller | Befestigung und Maße | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| Hirsch Duke | Italienisches Kalbsleder, Alligatorprägung, Futter Softglove | Schnellwechsel-Steg, Dornschließe, Stärke 2,7 bis 5,7 mm | Alltag und Büro | ansehen |
| Hirsch Arne | Recyceltes PET oben, Kautschuk unten, vegan | Schnellwechsel-Steg, Stärke 5,4 mm, wasserresistent | Sport und Sommer | ansehen |
| Rios1931 Arizona Mod. 46 | Sattelleder aus Augsburger Fertigung | Klassischer Federsteg, 10 bis 22 mm, Längen bis 124/92 mm | Leder-Puristen, große Handgelenke | ansehen |
| Barton Elite Silicone | Silikon, Schließe aus Edelstahl | Schnellwechsel-Steg, 18 bis 24 mm, zwei Längen im Paket | Wasser, Werkstatt, Garten | ansehen |
| Eulit Panama Perlon | Geflochtenes Perlon mit Oberflächenversiegelung | Durchzugsband, Länge stufenlos über Spezialschließe | Wenig Budget, Vintage-Uhren | ansehen |
| Morellato Easy Click Estia | Milanaise-Geflecht aus Edelstahl | Easy-Click-Federmechanismus, verstellbar | Wer Metall statt Leder will | ansehen |
Hirsch Duke
Der Hersteller aus Klagenfurt bezeichnet das Duke selbst als Evergreen. Nach Angaben von Hirsch ist es aus italienischem Kalbsleder mit Alligatorprägung und halbmatter Oberfläche gefertigt, das Futter trägt den Namen Softglove. Wie jedes Hirsch-Band hat es den hauseigenen Schnellwechsel-Steg. Über die Prägung kann man streiten. Farben und Breiten gibt es reichlich, preislich bewegt es sich im Mittelfeld.
Hirsch Arne
Arne stammt aus der Performance-Linie. Oben sitzt nach Herstellerangabe recyceltes PET in Segeltuch-Optik, darunter ein Kern aus Kautschuk. Das Band gilt als wasserresistent und kommt ohne tierische Materialien aus. Mit 5,4 Millimetern trägt es spürbar dicker auf als ein Lederband. An einer flachen Uhr sieht das wuchtig aus. An einer Sportuhr passt es.
Rios1931 Arizona Mod. 46
Seit 1931 fertigt Rios1931 in Augsburg. Das Arizona ist ein schlichtes Band aus Sattelleder mit Ton-in-Ton-Naht und runder Spitze, lieferbar in Breiten von 10 bis 22 Millimetern und vier Längen. Von einem Schnellwechsel-Steg schreibt der Hersteller nichts, Sie brauchen also Werkzeug oder den Uhrmacher. Wem die Prägung des Duke zu viel ist, bekommt hier das ruhigere Leder.
Barton Elite Silicone
Bartons Silikonbänder werden auch bei Amazon.de angeboten. Das Elite-Band führt Barton nach eigenen Angaben in 18 bis 24 Millimetern, jeweils mit zwei Längen im Paket. Die Stege sind eingebaut und lassen sich ohne Werkzeug tauschen. Manche Käufer schreiben, die mitgelieferten Stege seien für schwere Taucheruhren eher dünn. Bei großen Gehäusen also genau hinsehen.
Eulit Panama Perlon
Geflochten werden die Perlonbänder von Eulit nach eigener Angabe in Peiting in Oberbayern. Das Panama ist ein Durchzugsband, eine Spezialschließe stellt die Länge stufenlos ein. Gegen Schmutz und Nässe ist die Oberfläche laut Hersteller versiegelt. Es kostet deutlich weniger als ein Markenlederband, preislich unteres Regal. Zu Uhren aus den Sechzigern passt Perlon ohnehin, es ist der Look jener Zeit.
Morellato Easy Click Estia
Easy Click heißt das Schnellwechselsystem des italienischen Herstellers. Das Estia ist ein Milanaise-Band aus Edelstahl mit verstellbarer Länge. Laut Händlerangabe liegt kein Werkzeug bei. Braucht es bei Easy Click aber auch nicht. Eine Uhr mit Stahlgehäuse wirkt daran eleganter als am Gliederband.
Welches Band passt zu mir?
Ein Band für fast alles? Das Hirsch Duke in der Farbe Ihrer Schuhe.
Mit Braun liegt man selten daneben. Für Schweiß, Sport und Urlaub kommt das Hirsch Arne in Frage, sofern es optisch zur Uhr passt, und wenn nicht, ist das Barton Elite Silicone die Alternative für alle, die ihre Uhr auch im Wasser, im Garten oder in der Werkstatt am Handgelenk behalten wollen.
Leder ohne Prägung für große Handgelenke? Dann das Rios1931 Arizona in XL-Länge. Bei knappem Geld oder einer Vintage-Uhr ist das Eulit Panama Perlon die naheliegende Lösung, und für den Preis eines Lederbands bekommen Sie zwei Farben. Metall statt Leder liefert das Morellato Estia, vorausgesetzt, es wird in Ihrer Anstoßbreite angeboten.
Wer oft wechselt, hat bald fünf oder sechs Bänder beisammen. In einer Uhrenbox mit Ablagefach sind sie besser aufgehoben als lose im Nachttisch. Welche Boxen dafür taugen, haben wir bei den Uhrenboxen und Uhrenrollen zusammengetragen.
Quellen
- Hirsch: Duke
- Hirsch: Arne
- Rios1931: Mod. 46 Arizona
- Barton: Elite Silicone
- Eulit: 303 Panama Perlon
- Hirsch: Impressum (Firmensitz Klagenfurt)
- Eulit: Impressum (Firmensitz Peiting)
Wo Sie die Produkte bekommen
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