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Warum kommt aus den neuen Aktivboxen kaum ein Ton, obwohl der Plattenspieler läuft? Meist liegt es am Kabel, nicht am Gerät. Ein Spieler ohne eingebauten Vorverstärker liefert direkt an Aktivboxen fast nichts, und das Wenige klingt dünn. Wer ohne Verstärker auskommen möchte, greift deshalb zu einem Modell mit schaltbarer Phonovorstufe, etwa zum Audio-Technica AT-LP120XBT-USB mit Direktantrieb, Bluetooth und USB. Steht der Klang vor der Ausstattung und wird ohnehin Kabel gezogen, ist der Rega Planar 1 Plus unser Tipp.
Was hat es mit Phono und Line auf sich?
Ein Tonabnehmer liefert nur wenige Millivolt. Für den AT-LP3XBT im Phonobetrieb gibt Audio-Technica 4,0 mV an, Denon für den DP-450USB 2,5 mV. Ein Verstärker mit Phonoeingang hebt dieses Signal an und entzerrt es nach der RIAA-Kennlinie. Aktivboxen, Soundbars und die meisten Bluetooth-Lautsprecher besitzen so einen Eingang nicht. Sie erwarten Line-Pegel. Bei Denon liegt der mit eingeschalteter Vorstufe bei 150 mV, rund sechzigmal höher. Deshalb sitzt hinten an vielen Spielern ein kleiner Schalter mit „Phono“ und „Line“. Auf Line geht das Signal direkt in Aktivboxen; welche aktiven Boxen dafür taugen, beantwortet der Ratgeber zu Studiomonitoren. Auf Phono übernimmt ein vorhandener Hi-Fi-Verstärker die Arbeit. Und wenn die Vorstufe ganz fehlt, wie beim Pro-Ject Debut EVO 2? Dann gehört ein separates Gerät dazwischen. Ein Mangel ist das nicht. Nur ein weiteres Kästchen und ein weiterer Posten auf der Rechnung.
Riemen oder Direktantrieb, macht das einen Unterschied?
Beim Riemenantrieb sitzt der Motor seitlich und überträgt die Kraft über einen Gummiriemen, was Motorvibrationen vom Teller fernhält. Der Direktantrieb dreht den Teller ohne Umweg, läuft schneller an und kommt ohne Riemenwechsel nach Jahren aus. Fürs reine Musikhören sind beide Prinzipien gut genug. Direktantrieb spielt seine Stärken eher aus, wenn Sie oft Platten wechseln oder mit der Tonhöhe spielen.
Und was ist mit Tonabnehmer, 78 U/min und Automatik?
Fast alle Spieler hier tragen ein MM-System. Wichtiger als der Name ist, ob die Nadel später einzeln tauschbar ist und ein Wechselheadshell beiliegt, denn dann steht in ein paar Jahren der Aufstieg auf ein besseres System offen. 78 U/min braucht nur, wer Schellackplatten hat. Erben Sie Omas Schellacksammlung, gehört das auf die Liste. Sonst nicht. Ein Vollautomat wiederum setzt die Nadel selbst auf und hebt sie am Ende ab, was bei Einsteigern und in Haushalten mit Kindern Platten und Nadel schont.
Reicht Bluetooth?
Bequem ist es, aber ein Kompromiss. Das Signal wird digitalisiert, komprimiert und wieder gewandelt. Wer Vinyl wegen des analogen Wegs kauft, nimmt damit genau diesen Weg wieder heraus. Für Kopfhörer am Abend oder einen Bluetooth-Lautsprecher in der Küche geht das völlig in Ordnung. An der Hauptanlage im Wohnzimmer würden wir trotzdem zum Kabel greifen.
Sechs Plattenspieler nebeneinander
| Modell | Antrieb und Drehzahlen | Vorstufe, Funk, USB | Tonabnehmer | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Audio-Technica AT-LP120XBT-USB | Direktantrieb, 33/45/78 | Phonovorstufe schaltbar, Bluetooth, USB | AT-VM95E (MM) | Alle, die viel anschließen und digitalisieren wollen | ansehen |
| Audio-Technica AT-LP3XBT | Riemen, vollautomatisch, 33/45 | Phonovorstufe schaltbar, Bluetooth | AT-VM95C (MM) | Einsteiger, die nichts einstellen wollen | ansehen |
| Teac TN-400BT-X | Riemen, 33/45/78 | Phonovorstufe mit Thru-Schalter, Bluetooth | AT95E (MM) | Wohnzimmer mit Holzoptik und Funkkopfhörern | ansehen |
| Denon DP-450USB | Riemen, 33/45/78, Endabschaltung | Phonovorstufe schaltbar, USB-Aufnahme auf Stick | MM-System vormontiert | Sammler, die Platten ohne Rechner sichern | ansehen |
| Rega Planar 1 Plus | Riemen, 24-V-Synchronmotor | Phonovorstufe eingebaut, kein Funk | Rega Carbon (MM) | Klangorientierte Käufer mit Aktivboxen | ansehen |
| Pro-Ject Debut EVO 2 | Riemen, 33/45 elektronisch | keine Vorstufe | Pick it MM EVO | Besitzer eines Verstärkers mit Phonoeingang | ansehen |
Audio-Technica AT-LP120XBT-USB
Mit 33, 45 und 78 Umdrehungen dreht der Direktantrieb laut Hersteller, die Tonhöhe passt ein Schieberegler an. Neben der schaltbaren Phonovorstufe gibt es Bluetooth und einen USB-Ausgang, über den der Rechner das Signal mit 16 Bit aufnimmt. Ohne Haube wiegt das Gerät laut Anleitung 8 kg. Für einen Spieler dieser Preisklasse steckt da reichlich Ausstattung drin. Auf Bluetooth zu verzichten kostet hier nichts.
Audio-Technica AT-LP3XBT
Ein Vollautomat mit Riemenantrieb. Start drücken, der Arm setzt auf und kehrt am Ende zurück. Audio-Technica nennt Bluetooth 5.2 mit aptX Adaptive, aptX und SBC sowie eine schaltbare Vorstufe. Das AT-VM95C steckt auf einem Wechselheadshell und nimmt nach Herstellerangabe die Nadeln der VM95-Reihe auf. Bequem für Einsteiger. Wer 78er abspielen oder später viel justieren möchte, sucht besser weiter.
Teac TN-400BT-X
Teac verbindet einen Teller aus Aluminiumdruckguss, drei Drehzahlen und ein S-förmiges Tonarmrohr mit Wechselheadshell. Die eingebaute Vorstufe besitzt laut Hersteller ein Subsonicfilter unter 18 Hz; über „Thru“ kann man sie umgehen. Beim Bluetooth-Codec widersprechen sich Teacs eigene Angaben; prüfen Sie deshalb vor dem Bestellen, ob Ihr Kopfhörer zum Spieler passt. Im Teac-Shop war die Walnussversion zuletzt knapp.
Denon DP-450USB
Platten direkt auf einen USB-Stick, als MP3 mit 192 kbit/s oder als WAV in CD-Qualität, und das ganz ohne Rechner: Das ist die Spezialität dieses Riemenspielers. Am Plattenende hebt der Arm laut Hersteller automatisch ab. Bluetooth führt Denon für dieses Modell nicht auf, und unter den Riemenspielern hier ist er nicht der günstigste. Spannend wird er für Sammler mit vielen Platten, die eine digitale Kopie wollen.
Rega Planar 1 Plus
Klassische Rega-Konstruktion mit dem handmontierten Arm RB110 und dem Tonabnehmer Rega Carbon, ergänzt um eine eingebaute MM-Vorstufe. So geht er direkt in Aktivboxen oder in den Line-Eingang eines Verstärkers. Kein Bluetooth, kein USB. Genau darin liegt sein Reiz, wenn Sie einen schlichten Spieler suchen, bei dem sich alles um Arm, Antrieb und Tonabnehmer dreht statt um Schnittstellen.
Pro-Ject Debut EVO 2
Einteiliger Carbon-Arm, elektronische Drehzahlumschaltung, der Riemen bleibt also auf dem Pulley. Vormontiert ist das Pick it MM EVO, das Pro-Ject gemeinsam mit Ortofon entwickelt hat. Eine Vorstufe nennt Pro-Ject im Lieferumfang nicht. An Aktivboxen braucht er deshalb ein zusätzliches Gerät. Wer einen Verstärker mit Phonoeingang besitzt, muss sich darum nicht kümmern; alle anderen sehen sich zuerst die Spieler weiter oben an.
Welcher Spieler passt zu meiner Anlage?
Hängen nur Aktivboxen dran und soll das Gerät möglichst viel können, liegt der Audio-Technica AT-LP120XBT-USB nahe, mit Vorstufe, Bluetooth und USB in einem Gehäuse. Ebenfalls an Aktivboxen, aber mit Klang vor Ausstattung, steht der Rega Planar 1 Plus: weniger Anschlüsse, dafür die schlichteste Signalkette. Bequem und ohne Einstellen? Der Vollautomat AT-LP3XBT. Soll eine Plattensammlung gesichert werden und ist der Weg auf den Stick ohne Rechner wichtig, kommt der Denon DP-450USB in Frage. Steht schon ein Verstärker mit Phonoeingang da, passt der Pro-Ject Debut EVO 2.
Und falls im Wohnzimmer bereits eine Soundbar steht? Mit analogem Eingang genügt jeder Spieler mit Line-Ausgang. Fehlt der Eingang, bleibt nur Bluetooth, und dann sollten beide Seiten denselben Codec beherrschen.
Quellen
- Audio-Technica: Bedienungsanleitung AT-LP3XBT
- Audio-Technica: Bedienungsanleitung AT-LP120XBT-USB
- Audio-Technica: AT-LP120XBT-USB
- Teac: TN-400BT-X
- Teac: Mitteilung zum TN-400BT-X
- Denon: DP-450USB
- Rega: Planar 1 Plus
- Pro-Ject: Debut EVO 2
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