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Acht-Zoll-Monitore in einem Zimmer mit zwölf Quadratmetern: Das klingt nach Klarheit und endet meist im Dröhnen. In kleinen Räumen bringt mehr Bass vor allem Probleme. An den meisten Schreibtischen reichen fünf Zoll, und wer im unbehandelten Raum arbeitet, steckt sein Geld besser in eine Raumeinmessung als in größere Tieftöner. Genau dort setzen Modelle wie die iLoud MTM MKII von IK Multimedia an.
Was der Raum mit dem Klang macht
Schön klingen soll ein Studiomonitor nicht. Ehrlich soll er sein. Nur mischt der Raum bei allem, was er zeigt, kräftig mit, und Genelec nennt dazu eine Zahl, die man kennen sollte: Steht ein Lautsprecher direkt an einer festen Wand, kann der Bass um bis zu 6 dB anschwellen, in einer Ecke um bis zu 12 dB. Ein großer Tieftöner verschärft das Problem, statt es zu lösen.
Fünf Zoll (rund 13 cm) passen deshalb zu den meisten Arbeitszimmern. Sieben oder acht Zoll bringen erst dann etwas, wenn Raum und Abstand mitspielen und der Raum akustisch behandelt ist.
Aufstellen, bevor Sie an Schaltern drehen
Laut Genelec bilden beide Boxen mit dem Kopf ein gleichseitiges Dreieck. Das heißt 60 Grad zwischen links und rechts, jede Box zum Hörplatz gedreht, die akustische Achse auf Ohrhöhe, typisch 1,2 bis 1,4 Meter über dem Boden. Zwei-Wege-Monitore gehören nach Genelec aufrecht hingestellt. Quer liegend verliert der Klang rund um die Übergangsfrequenz an Pegel, sobald Sie den Kopf seitlich bewegen.
Zur Rück- und zur Seitenwand sollten beide Boxen gleich weit entfernt stehen. Sitzt ein Bassreflexrohr auf der Rückseite, braucht es nach Herstellerangabe mindestens 5 cm Luft.
Beim Anschluss sind XLR oder symmetrische Klinke (TRS) die sichere Wahl, weil sie Brummen auf langen Kabeln unterdrücken. Cinch (RCA) ist unsymmetrisch und eher für Mischpulte ohne Profiausgänge gedacht. Und die Raumanpassung? Einfache Schalter für Bass und Höhen helfen grob. Gezielter korrigiert eine Einmessung mit Mikrofon.
Angeschlossen werden die Boxen am Ausgang Ihres Audio-Interfaces. Welche Geräte symmetrische Line-Ausgänge mitbringen, klärt unser Audio-Interface-Ratgeber fürs Homestudio. Für spätes Abmischen ohne Lautstärke hilft ein geschlossener Kopfhörer, Modelle dafür stellen wir bei den Studiokopfhörern vor. Nehmen Sie überwiegend Sprache auf, finden Sie passende Mikrofone in der Kaufberatung für Podcast-Mikrofone.
Sieben Nahfeldmonitore, nüchtern verglichen
| Modell | Tieftöner | Eingänge | Raumanpassung | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Yamaha HS5 | 5 Zoll | XLR, TRS | Schalter Bass (unter 500 Hz) und Höhen | Einstieg, Bewährtes | ansehen |
| KRK Rokit 5 G5 | 5 Zoll | XLR/TRS-Kombibuchse | DSP, 25 EQ-Kombinationen, App | Beat-Produktion, Einsteiger mit App | ansehen |
| ADAM Audio T5V | 5 Zoll | XLR, Cinch | Schalter Bass und Höhen (±2 dB) | Kleines Budget, kleiner Raum | ansehen |
| IK Multimedia iLoud MTM MKII | 2 × 3,5 Zoll | XLR/TRS-Kombibuchse, USB | Automatische Einmessung (ARC) | Unbehandelte Räume, Schreibtisch | ansehen |
| ADAM Audio A7V | 7 Zoll | XLR, Cinch, Ethernet | DSP, Profile aus Sonarworks SoundID | Größere Räume, Feintuning | ansehen |
| Genelec 8030C | 130 mm | XLR | Schalter für Raumanpassung | Kompakte Profiklasse | ansehen |
| Neumann KH 120 II | 130 mm | XLR, S/PDIF | DSP, Einmessung mit MA 1 (separat) | Anspruchsvolle Mischungen | ansehen |
Yamaha HS5: der Klassiker ohne Schnickschnack
5-Zoll-Tieftöner, 1-Zoll-Kalotte und laut Yamaha 45 plus 25 Watt Verstärkerleistung. Hinten sitzen XLR- und Klinkeneingang, ein Schalter senkt den Bereich unter 500 Hz um 2 oder 4 dB. Tiefbass ist nicht ihre Stärke, Yamaha gibt 54 Hz als untere Grenze bei −10 dB an. Mehr bieten die HS7 mit 6,5 Zoll oder die HS8 mit 8 Zoll. Aber bitte nur bei passendem Raum.
KRK Rokit 5 G5: Einstellen per App
In der fünften Rokit-Generation arbeiten ein 5-Zoll-Tieftöner aus Kevlar und ein Klangprozessor. KRK zufolge stehen 25 Kombinationen aus Wand- und Klangentzerrung bereit, dazu die Modi Mix, Create und Focus. Die kostenlose App analysiert den Raum und schlägt Einstellungen vor. Linear abgestimmt ist nach KRK-Angabe nur der Mix-Modus, und zum Abmischen sollten Sie bei ihm bleiben. Die größere Rokit 7 G5 kommt laut KRK hinunter bis 45 Hz.
ADAM Audio T5V: wenig Geld, Bändchen-Hochtöner
Selbst im günstigen T5V verbaut ADAM seinen U-ART-Bändchenhochtöner. Laut Hersteller reicht der Frequenzgang von 45 Hz bis 25 kHz (−6 dB). Neben XLR ist ein Cinch-Eingang vorhanden, praktisch für ältere Mischpulte. Bass und Höhen lassen sich in zwei Stufen um 2 dB anheben oder absenken. Weil das Bassrohr hinten sitzt, gehört die Box nicht direkt vor die Wand.
IK Multimedia iLoud MTM MKII: klein, aber eingemessen
Zwei 3,5-Zoll-Tieftöner umrahmen einen Seidenhochtöner. IK nennt 48 Hz bis 28 kHz (±2 dB) und 100 Watt je Box. Gekauft wird dieses Modell wegen der eingebauten ARC-Korrektur. Ein Messmikrofon wird an die Box gesteckt, dann läuft die Einmessung automatisch, laut IK auch als schnelle Einpunktmessung ohne Rechner. Im Paket gehört das Mikrofon nach IK-Angaben dazu, zur Einzelbox nicht. In vielen Homestudios ist das sinnvoller angelegtes Geld als ein größerer Tieftöner.
ADAM Audio A7V: viel Einstellraum für größere Zimmer
7-Zoll-Tieftöner, X-ART-Hochtöner, laut ADAM bis 44 Hz (−3 dB). Korrekturprofile aus Sonarworks SoundID Reference nimmt der Klangprozessor auf, gesteuert wird alles über die Software A Control vom Rechner aus. Hinzu kommen zwei Klangabstimmungen und ein Netzwerkanschluss. Ein kleiner Raum kann mit so viel Lautsprecher wenig anfangen.
Genelec 8030C: kompakt mit Metallgehäuse
Kaum größer als eine HS5, laut Genelec 5 kg schwer. Der 130-mm-Tieftöner reicht bis 47 Hz (−6 dB). Eingang? Nur XLR, Cinch fehlt. Mitgeliefert wird der Iso-Pod-Fuß, der die Box vom Tisch entkoppelt und nach Herstellerangabe rund 15 Grad Neigung erlaubt. Bezahlt wird hier deutlich mehr, hauptsächlich für Verarbeitung und Abstimmung.
Neumann KH 120 II: digital und genau
44 Hz bis 21 kHz (±3 dB) bei 145 plus 100 Watt, so Neumann. Zusätzlich zum analogen XLR-Eingang ist S/PDIF an Bord. Rückseitig lassen sich Bass, untere Mitten und Höhen absenken. Für die automatische Einmessung braucht es die separat erhältliche MA-1-Ausrüstung. Wer in dieser Klasse kauft, sollte auch in Akustikelemente investieren, sonst verschenkt er einen Teil der Genauigkeit.
Welche Boxen zu welchem Raum?
- Kleiner, unbehandelter Raum am Schreibtisch: iLoud MTM MKII. Hier wiegt die Einmessung schwerer als die Zollzahl.
- Schmales Budget: ADAM Audio T5V oder Yamaha HS5, sauber im Dreieck aufgestellt und mit Abstand zur Wand.
- Freude am Drehen an Kurven: KRK Rokit 5 G5 mit App, beim Mischen im Mix-Modus.
- Größerer Raum ab etwa 20 Quadratmetern: ADAM Audio A7V.
- Profianspruch auf kleinem Platz: Genelec 8030C oder Neumann KH 120 II, am besten zusammen mit Raumakustik.
Noch ein Rat zum Schluss. Kaufen Sie zuerst Ständer oder Entkopplungsfüße. Eine Box, die flach auf dem Schreibtisch liegt und gegen den Bildschirm spielt, klingt in jeder Preisklasse schlechter, als sie müsste.
Quellen
- Yamaha: HS-Serie, technische Daten
- KRK: Rokit 5 Generation Five
- ADAM Audio: T5V
- ADAM Audio: A7V
- IK Multimedia: iLoud MTM MKII
- Genelec: 8030C
- Neumann: KH 120 II
- Genelec: Studio Monitor Placement
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