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Ein Hochentaster ersetzt nicht die Leiter. Er ersetzt das Hinaufsteigen. Für einen Hausgarten mit Obstbäumen bis etwa vier Metern reicht ein Akku-Gerät mit Teleskopstiel und 20 bis 25 cm Schwert, etwa der Husqvarna 120iTK4-P; wer schon Akkus einer Marke besitzt, bleibt bei ihr. Benzin brauchen nur Betriebe, die täglich Kronen pflegen.
Wie hoch kommen Sie damit wirklich?
Die Gerätelänge auf dem Karton ist nicht die Höhe, in der Sie sägen. Stihl schreibt in der Anleitung des HTA 50 einen Arbeitswinkel von höchstens 60 Grad zur Horizontalen vor. Steiler soll der Schaft nicht stehen, weil Sie sonst unter dem fallenden Ast landen. Rechnen Sie grob nach: Bei 60 Grad gewinnt ein drei Meter langes Gerät rund 2,6 m an Höhe. Dazu kommt die Höhe, in der Ihre Hände den Schaft halten. Bei einem Erwachsenen landet die Schnittstelle so bei etwa vier Metern, nicht bei fünf.
Wenn Husqvarna und Gardena von einer Reichweite bis 4 m sprechen, ist der Mensch am Gerät eingerechnet. Der Husqvarna selbst misst laut Datenblatt 3,04 m. Einhell nennt es Arbeitshöhe. Bosch spricht von einem Höhenbereich zwischen 2,10 und 2,60 m. Messen Sie vor dem Kauf den höchsten Ast, den Sie regelmäßig schneiden. Für einen Halbstamm im Reihenhausgarten genügt ein kurzes Gerät. Ein alter Kirschbaum auf der Wiese verlangt Teleskop.
Was verlangen Anleitung und Gesetz?
Die Anleitung zum Stihl HTA 50 ist in einem Punkt drastisch: 15 m Abstand zu spannungsführenden Leitungen. Das gilt auch für eine Freileitung, die zum Haus führt. Außerdem verlangt Stihl Schutzbrille nach EN 166 oder EN ISO 16321, Schutzhelm, Schutzstiefel und Arbeitshandschuhe, dazu eng anliegende Kleidung. Gehörschutz empfiehlt der Hersteller. Unbeteiligte, Kinder und Tiere sollen 15 m Abstand halten. Gearbeitet wird vom Boden aus, nicht von der Leiter; in der Höhe nur von Hubarbeitsbühne oder sicherem Gerüst.
Dicke Äste schneidet man nicht in einem Zug. Stihl beschreibt zuerst einen Entlastungsschnitt auf der Druckseite, dann den Trennschnitt auf der Zugseite, etwas zum Stamm hin versetzt. Lange Äste werden zuerst etwa 20 cm vor der eigentlichen Schnittstelle gekürzt. So reißt keine Rinde ein, und das Schwert klemmt nicht. Zum Fällen ist ein Hochentaster ausdrücklich nicht gedacht. Dafür gibt es die Akku-Kettensäge.
Und die Jahreszeit? Paragraf 39 Absatz 5 des Bundesnaturschutzgesetzes verbietet vom 1. März bis zum 30. September, Hecken, Gebüsche und andere Gehölze abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen. Schonende Form- und Pflegeschnitte bleiben erlaubt, auch zur Gesunderhaltung von Bäumen. Bäume auf gärtnerisch genutzten Grundflächen nimmt das Gesetz von der Baum-Regel aus. Kräftige Rückschnitte gehören trotzdem in den Herbst und Winter. Hat Ihre Gemeinde eine Baumschutzsatzung, fragen Sie vor größeren Eingriffen dort nach.
Akku oder Benzin: Wer braucht noch einen Tank?
Wenige. Stihl listet als Benzin-Hochentaster derzeit nur den HT 135, gedacht für Profis im Obstbau und in Kommunalbetrieben. Er hat 36,3 cm³ Hubraum, 1,4 kW und einen Teleskopschaft von 2,70 bis 3,90 m. Unbetankt und ohne Schiene wiegt er 7,9 kg. Das ist das Werkzeug für ganze Alleen, nicht für drei Apfelbäume. Im Garten sind die Akku-Geräte leiser, springen per Schalter an und brauchen kein Gemisch, das über den Winter im Vergaser verharzt. Stihl gibt für den HTA 50 einen Schalldruck von 78 dB(A) an, Husqvarna für den 120iTK4-P 80,6 dB(A).
Wie lang muss das Schwert sein, und was wiegt das Ganze?
20 cm genügen für die typischen Pflegeschnitte an Obst- und Zierbäumen. 25 cm geben Reserve für Äste in Unterarmstärke. 30 cm wie beim Makita DUA301 sind für Leute, die regelmäßig dicke Kronenäste abnehmen. Mehr Schwert heißt aber auch mehr Gewicht am Ende eines langen Hebels. Genau das spüren Sie nach zehn Minuten im Nacken.
Beim Gewicht hilft nur genaues Lesen. Stihl gibt 3,6 kg ohne Akku an, Husqvarna 3,55 kg ohne Schneidausrüstung, Bosch 3,6 kg mit Akku, Makita 7,8 bis 8,5 kg mit Akkus. Diese Zahlen sind nicht direkt vergleichbar. Ein schwerer Akku am unteren Ende stört übrigens weniger als ein schwerer Kopf oben, weil er nah an Ihren Händen sitzt.
Reicht nicht auch eine Teleskop-Astsäge?
Oft schon. Wer zweimal im Jahr ein paar Äste kappt, braucht weder Kettenöl noch Akku. Eine Handsäge am Teleskopstiel ist leise und kommt ohne Öl und Ladegerät aus. Sie kostet aber Kraft über Kopf, und bei Ästen dicker als ein Handgelenk wird es mühsam. Für Zweige bis Daumenstärke ist eine Baum- oder Gartenschere schneller. Und was am Boden liegt, zerlegt eine Säbelsäge bequemer als jeder Hochentaster.
Sieben Geräte, ihre Eckdaten laut Hersteller
| Modell | Antrieb, Schwert | Länge oder Reichweite | Gewicht | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Husqvarna 120iTK4-P | 36 V, 25 cm | Reichweite bis 4 m, Teleskop | 3,55 kg ohne Schneidausrüstung | Hausgarten mit höheren Obstbäumen | ansehen |
| Stihl HTA 50 | 36 V, 25 cm | 2,80 m, mit Verlängerung 3,30 m | 3,6 kg ohne Akku | Besitzer von Stihl-AK-Akkus | ansehen |
| Makita DUA301 | 2 × 18 V, 30 cm | 2,83 bis 4,06 m, Teleskop | 7,8 bis 8,5 kg mit Akkus | Große Obstwiese, dicke Äste | ansehen |
| Gardena TCS 20/18V P4A | 18 V, 20 cm | Reichweite bis 4 m, Teleskop | k. A. | Power-for-All-Akku vorhanden, hohe Bäume | ansehen |
| Bosch UniversalChainPole 18 | 18 V, 20 cm | 2,10 bis 2,60 m | 3,6 kg mit Akku | Niedrige Bäume, Hecken am Haus | ansehen |
| Einhell GC-LC 18/20 Li T | 18 V, 20 cm | Arbeitshöhe 2,03 bis 2,87 m | 2,8 kg | Power-X-Change-Nutzer | ansehen |
| Gardena combisystem 300 PP mit Teleskopstiel | Handsäge, 30 cm Blatt | Stiel 1,60 bis 2,90 m, bis etwa 5 m Arbeitshöhe | k. A. | Wenige Schnitte im Jahr | ansehen |
Husqvarna 120iTK4-P
Der Husqvarna läuft am 36-V-System BLi-X, hat ein 25-cm-Schwert und lässt sich laut Hersteller auch mit 30 cm bestücken. Das Teleskoprohr bringt Sie auf bis zu 4 m, und die Welle lässt sich für Kofferraum und Schuppen teilen. Mit 10 m/s läuft die Kette deutlich schneller als bei den 18-V-Geräten von Bosch, Gardena und Einhell. Im Garten mit älteren Obstbäumen halten wir das für die stimmigste Mischung aus Reichweite, Tempo und Gewicht. Ohne vorhandenen Husqvarna-Akku müssen Sie das Set mit Akku und Ladegerät nehmen.
Stihl HTA 50
Ein Gerät ohne Teleskop. Der Schaft ist 2,80 m lang, teilbar und mit einer Verlängerung von Stihl auf 3,30 m zu bringen. Dazu kommen 25 cm Schiene, ein Asthaken zum Herunterziehen von Schnittgut und eine seitliche Kettenspannung. Wer bereits Stihl-Geräte mit AK-Akku hat, bekommt hier ein solides Werkzeug. Für Bäume über vier Meter reicht die Länge nicht.
Makita DUA301
Zwei 18-V-Akkus, bürstenloser Motor, 30-cm-Schwert und 20 m/s Kettengeschwindigkeit. Das sind Werte für kräftige Äste. Der Teleskopschaft reicht von 2,83 bis 4,06 m, der Öltank fasst 160 ml. Schwer ist er trotzdem. Mit Akkus nennt Makita 7,8 bis 8,5 kg, also mehr als doppelt so viel wie die 18-V-Geräte. Ohne Tragegurt und etwas Übung wird das schnell anstrengend.
Gardena TCS 20/18V P4A
Gardena nennt eine Reichweite bis 4 m, ein 20-cm-Schwert und einen Kopf, der sich per Knopfdruck um bis zu 90 Grad verstellen lässt. Mit 3,8 m/s arbeitet die Kette gemächlich, dicke Äste brauchen also Geduld. Der Akku stammt aus der Power-for-All-Allianz, derselben 18-V-Familie wie bei den grünen Bosch-Gartengeräten. Wer davon schon Akkus hat, kauft die Solo-Version.
Bosch UniversalChainPole 18
Kurz, leicht, unkompliziert. Bosch gibt 3,6 kg mit Akku an, einen Höhenbereich von 2,10 bis 2,60 m und einen Schwenkkopf mit 120 Grad. Pro Akkuladung schafft er laut Hersteller rund 55 Schnitte durch 75 mm starkes Holz. Für Hecken am Haus und niedrige Bäume reicht das; an der Krone eines alten Walnussbaums ist es zu kurz.
Einhell GC-LC 18/20 Li T
Einhell gibt 2,8 kg Produktgewicht an, 20 cm Schwert und 5,5 m/s. Der Motorkopf ist um 30 Grad geneigt, die Arbeitshöhe liegt bei 2,03 m oder mit Verlängerung bei 2,87 m. Er läuft mit den 18-V-Akkus aus Power X-Change. Sinnvoll vor allem für Haushalte, in denen diese Akkus ohnehin im Regal liegen.
Gardena combisystem 300 PP mit Teleskopstiel
Die Säge hat 300 mm nutzbare Blattlänge und schneidet auf Zug und Stoß. Gesteckt auf den Teleskopstiel 160 bis 290 cm aus Aluminium, der in 26-cm-Schritten einrastet, kommen Sie laut Gardena auf etwa 5 m Arbeitshöhe. Auf Säge und Stiel gibt Gardena 25 Jahre Garantie, wenn Sie sie innerhalb von drei Monaten registrieren. Für gelegentliche Schnitte ist das die vernünftigste Lösung. Kein Akku altert, kein Öl tropft.
Welcher Hochentaster passt zu welchem Garten?
- Obstbäume bis vier Meter, noch kein Akkusystem: Husqvarna 120iTK4-P.
- Grüne Bosch- oder Gardena-Akkus im Schuppen: Gardena TCS 20/18V P4A für hohe Bäume, Bosch UniversalChainPole 18 für niedrige.
- Stihl-AK-Akkus vorhanden und Bäume unter vier Metern: Stihl HTA 50.
- Streuobstwiese mit kräftigen Ästen: Makita DUA301, mit Tragegurt.
- Einhell-Akkus vorhanden: GC-LC 18/20 Li T.
- Nur ein paar Schnitte pro Winter: Gardena-Säge am Teleskopstiel.
Ein Benzin-Hochentaster ist für Privatleute nur dann eine Überlegung, wenn mehrere Hektar Obstwiese dranhängen.
Quellen
- Husqvarna: 120iTK4-P
- Stihl: HTA 50
- Stihl: Gebrauchsanleitung HTA 50 (PDF)
- Stihl: HT 135
- Makita: DUA301
- Gardena: TCS 20/18V P4A
- Bosch: UniversalChainPole 18
- Einhell: GC-LC 18/20 Li T
- Gardena: combisystem-Gartensäge 300 PP
- Gardena: combisystem-Teleskopstiel 160 bis 290 cm
- Bundesnaturschutzgesetz, § 39
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