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Eine Leinwand wird fast immer nach der Größe gekauft. Entscheidend ist aber, wo der Beamer steht. Wer einen Ultrakurzdistanz-Beamer auf dem Lowboard betreibt, braucht ein Kontrasttuch für genau diese Bauart, etwa die Elite Screens Aeon CLR 3 oder die celexon CLR HomeCinema UST V2.0. Hängt ein klassischer Beamer an der Decke, sind diese Tücher dagegen nutzlos. Dann gehört eine weiße oder graue Rahmenleinwand an die Wand.
Warum der Beamer die Leinwand aussucht
Ein Kurzdistanzgerät steht nur wenige Zentimeter vor der Wand und wirft sein Licht steil von unten nach oben. Die Kontrasttücher dafür heißen CLR, das steht für „Ceiling Light Rejecting“. Ihre Oberfläche trägt eine feine, sägezahnartige Struktur. Licht, das schräg von unten kommt, lenkt sie zum Sofa. Licht von oben, also von Deckenleuchten, schluckt sie zum größten Teil. Elite Screens beziffert das für die Aeon CLR 3 auf rund 90 Prozent des Deckenlichts.
Daraus folgt eine harte Regel. Ein solches Tuch funktioniert nur in eine Richtung. celexon schreibt in der Anleitung seiner CLR-Rahmenleinwand ausdrücklich, dass der Projektor stets unter der Leinwand stehen muss. Elite rät davon ab, das Tuch für einen Deckenbeamer einfach kopfüber aufzuhängen. Das Deckenlicht würde dann zurückgeworfen statt geschluckt.
Umgekehrt gilt dasselbe. Wer ein weißes Tuch vor einen Laser-TV stellt, bekommt bei Tageslicht ein blasses Bild mit grauem Schwarz. Und ein normaler Beamer an der Decke trifft auf einer CLR-Leinwand die falsche Seite der Mikrostruktur. Fragen Sie sich also zuerst: Wo steht mein Gerät? Erst danach geht es um Zoll. Welche Beamer es mit kurzer Distanz gibt, steht in unserem Beamer-Ratgeber zu 4K, Laser und Kurzdistanz.
Gain, Grau und Format: die drei Zahlen auf dem Datenblatt
Gain beschreibt, wie hell ein Tuch das Licht zurückwirft, gemessen an einer matt weißen Referenzfläche mit dem Wert 1,0. Höhere Werte wirken in der Bildmitte heller, können aber den Bereich verengen, in dem das Bild gleichmäßig aussieht. Ob das so ist, zeigt der Blickwinkel im Datenblatt. Die graue Elite CineGrey 3D etwa kommt laut Hersteller auf Gain 1,2 bei nur 90 Grad Blickwinkel. Wer schräg von der Seite schaut, sieht dort ein dunkleres Bild.
Kontrasttücher für Kurzdistanz liegen fast immer unter 1. Das klingt nach Verlust. Ist es auch, in absoluten Zahlen. Weil aber das störende Raumlicht viel stärker gedämpft wird als das Bild, wirkt das Ergebnis im hellen Wohnzimmer trotzdem klarer. Elite nennt für die Aeon CLR 3 bei Umgebungslicht bis zu 75-fachen Kontrast gegenüber einem matt weißen Tuch, eine Herstellerangabe aus eigener Messung.
Beim Format ist die Sache einfacher: 16:9 für Filme, Serien und Sport. Das breite Kinoformat 2,35:1 lohnt nur, wer fast ausschließlich Kinofilme schaut und mit schwarzen Balken bei allem anderen leben kann. 4:3 und 1:1 sind Bürowerkzeuge.
Dann die Größe, nachgerechnet. Eine 100-Zoll-Fläche im 16:9-Format misst etwa 221 mal 125 Zentimeter, eine 120-Zoll-Fläche 266 mal 149 Zentimeter. Elite empfiehlt, die Wandhalter ihrer Rahmen mindestens 10 bis 15 Zentimeter unter der Decke zu setzen, damit sich der Rahmen einhängen lässt. Im Altbau mit 2,40 Meter Deckenhöhe beginnt ein 120-Zoll-Bild damit nur noch 70 bis 75 Zentimeter über dem Boden. Knapp. Ob ein Kurzdistanzbeamer auf dem Lowboard dazu passt, verrät seine Anleitung: Sie nennt, wie weit über der Geräteoberkante das Bild anfängt.
Rahmen, Rollo oder Stativ?
Ein Rahmen spannt das Tuch dauerhaft glatt. Das ist bei Kontrasttüchern Pflicht, denn jede Welle verzerrt die Lichtlenkung. Ein Rollo verschwindet, wenn der Fernseher gebraucht wird. Ein Stativ ist für Garten, Gemeindesaal und gelegentliche Filmabende gedacht. Für Kurzdistanzbeamer scheiden Rollo und Stativ praktisch aus: Elite gibt die beiden Rollo- und Stativmodelle in diesem Vergleich nur für Beamer mit normalem Projektionsabstand frei.
Sechs Leinwände im Vergleich
| Modell | Bauform | Gain / Blickwinkel | Passender Beamer | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Elite Screens Aeon CLR 3 | Rahmen, fast randlos | 0,8 / 170° | nur Ultrakurzdistanz, unten stehend | Wohnzimmer mit Laser-TV und Licht von oben | ansehen |
| celexon CLR HomeCinema UST V2.0 | Rahmen, 15 mm Rand | 0,5 / bis 170° | nur Ultrakurzdistanz | Laser-TV, wenn Kinder oder Haustiere in der Nähe sind | ansehen |
| Elite Screens Sable Frame 2 | Rahmen mit Samtrand | 1,3 / 180° | alle Bauarten | abgedunkeltes Heimkino | ansehen |
| Elite Screens Sable Frame CineGrey 3D | Rahmen mit Samtrand | 1,2 / 90° | nur normaler Abstand | Deckenbeamer im Raum mit etwas Restlicht | ansehen |
| Elite Screens Manual | Rollo, Wand oder Decke | 1,1 / 180° | nur normaler Abstand | Wohnzimmer, in dem der Fernseher bleibt | ansehen |
| Elite Screens Tripod | Stativ mit Tasche | 1,1 / 180° | nur normaler Abstand | Garten, Verein, Büro | ansehen |
Alle Werte laut Hersteller, bei celexon laut Produktbeschreibung im Handel. Nicht jede Größe ist bei jedem Händler zu haben.
Elite Screens Aeon CLR 3
Die Aeon CLR 3 ist auf Laser-TVs im Wohnzimmer zugeschnitten. Gain 0,8 und 170 Grad Blickwinkel bedeuten, dass auch die Plätze am Rand des Sofas ein gleichmäßiges Bild sehen. Der Rahmen sitzt hinter dem Tuch, sichtbar bleibt nur ein Rand von etwa einem Zentimeter. Elite weist selbst darauf hin, dass der steile Strahl eines Kurzdistanzbeamers einen hellen Schein um den Rahmen erzeugen kann. Eine dunklere Wand oder ein Samtband mildert das. Ganz weg geht er nicht. Die Oberfläche verlangt laut Hersteller beim Reinigen besondere Vorsicht.
celexon CLR HomeCinema UST V2.0
celexon geht mit Gain 0,5 einen Schritt weiter in Richtung Kontrast. Zum Rand hin fällt der Wert laut Produktbeschreibung auf höchstens 0,4. Das Tuch braucht also einen hellen Beamer. Dafür ist es laut Produktbeschreibung wasserfest, feucht abwischbar und gegen Schimmel beschichtet, ein echtes Argument in Haushalten mit Kindern. Der Rand misst 15 Millimeter, die 92-Zoll-Fassung wiegt 15 Kilogramm. Die Anleitung verlangt zwei Personen für den Aufbau, verbietet Alkohol und lösungsmittelhaltige Reiniger und rät von Plätzen neben Heizung oder Klimaanlage ab.
Elite Screens Sable Frame 2
Klassisches Heimkino, Rollläden zu, Beamer an der Decke: Dafür ist die Sable Frame 2 gebaut. Das weiße Tuch CineWhite UHD-B hat laut Elite Gain 1,3, 180 Grad Blickwinkel und eine schwarze Rückseite gegen durchscheinendes Licht. Der rund sechs Zentimeter breite Samtrand schluckt Licht, das über die Bildfläche hinausfällt. Die Wandhalter lassen sich seitlich verschieben, was das Ausrichten erleichtert. Im hellen Wohnzimmer ist dieses Tuch die falsche Wahl.
Elite Screens Sable Frame CineGrey 3D
Die graue Variante ist ein Kompromiss für Räume, die nie ganz dunkel werden. Laut Hersteller weist sie rund 65 Prozent des Deckenlichts ab und kommt auf Gain 1,2. Dafür nimmt man den engen Blickwinkel von 90 Grad in Kauf. Bei einem breiten Ecksofa sehen die äußeren Plätze ein dunkleres Bild. Für Kurzdistanzbeamer ist sie nicht freigegeben. Das Tuch gilt laut Elite als leicht zu reinigen.
Elite Screens Manual
Das Rollo hängt an Wand oder Decke und rastet beim Herausziehen alle zwei Zentimeter ein. Das Tuch MaxWhite 2 hat Gain 1,1 und 180 Grad Blickwinkel, rundum schwarz eingefasst. Elite rät, die Leinwand nach dem Film wieder einzurollen. Wer sie wochenlang ausgezogen hängen lässt, riskiert, dass sich das Tuch von der Walze löst, und das fällt laut Hersteller nicht unter die Garantie. Als Sonnenschutz vor dem Fenster taugt sie ebenfalls nicht.
Elite Screens Tripod
Ein Stativ mit Tasche, ausziehbar, mit demselben Tuch wie das Rollo. Eine eingebaute Vorrichtung gegen Trapezverzerrung hilft, wenn der Beamer tiefer steht als die Bildmitte. Gedacht ist das für den Sommerabend im Garten oder den Vortrag im Vereinsheim, nicht für das feste Heimkino. Wer dafür erst ein kleines Gerät sucht, findet Vorschläge im Ratgeber zu Mini-Beamern.
So würden wir entscheiden
- Laser-TV im Wohnzimmer, Deckenleuchten an: Elite Screens Aeon CLR 3, bei sehr hellem Beamer und Kindern im Haus die celexon CLR V2.0.
- Heimkino mit verdunkeltem Raum: Elite Screens Sable Frame 2.
- Deckenbeamer, aber nie ganz dunkel: Sable Frame CineGrey 3D, sofern alle eng vor der Leinwand sitzen.
- Der Fernseher bleibt, der Beamer kommt am Wochenende: das Rollo Elite Screens Manual.
- Draußen oder wechselnde Orte: das Stativ.
Ein Tipp zum Schluss. Bei Kurzdistanzbeamern steht der Projektor genau dort, wo sonst die Soundbar liegt. Planen Sie beides zusammen, Hinweise dazu im Soundbar-Ratgeber.
Quellen
- Elite Screens: Aeon CLR 3
- Elite Screens: Vergleich der CLR- und ALR-Rahmenleinwände (PDF)
- Elite Screens: Sable Frame 2
- Elite Screens: Manual
- Elite Screens: Tripod, Datenblatt (PDF)
- celexon: Bedienungsanleitung CLR HomeCinema UST Rahmenleinwand V2.0
- visunext: celexon CLR HomeCinema UST V2.0, Produktbeschreibung (Händlerangabe)
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