Inhalt13 Abschnitte
Wer einen Exzenterschleifer kauft, schaut meist auf die Wattzahl. Viel wichtiger ist eine Zahl, die oft klein im Datenblatt steht: der Hub. Für Möbel, Türen und Fensterläden im Heimwerkeralltag reicht ein Gerät mit 125-mm-Teller und rund 3 mm Hub, etwa der Makita BO5041. Ecken erledigt ein zweites, kleines Werkzeug.
Warum das so ist, erklärt sich aus der Mechanik. Deshalb steht sie hier am Anfang.
Zwei Bewegungen, zwei Schleifbilder
Ein Schwingschleifer bewegt eine rechteckige Platte in kleinen Kreisen hin und her. Die Platte selbst dreht sich dabei nicht. Jedes Schleifkorn zieht also immer wieder dieselbe winzige Schleife. Das Ergebnis ist gleichmäßig, aber bei grober Körnung sieht man diese Schleifen später unter dem Lack. Einhell beschreibt in seinem Ratgeber genau das: Wer den Schwingschleifer nicht ständig bewegt, bekommt kreisförmige Riefen. Dafür kommt die eckige Platte bis an Kanten und in Winkel.
Beim Exzenterschleifer sitzt der runde Teller außermittig auf der Antriebswelle. Er kreist um diese Achse und dreht sich zugleich frei um sich selbst. Kein Korn läuft zweimal dieselbe Bahn. Deshalb entsteht kein regelmäßiges Muster, und deshalb trägt das Gerät bei gleicher Körnung deutlich mehr ab. Der Preis ist die Form. Ein runder Teller erreicht keine Innenecke.
Der Deltaschleifer ist im Grunde ein Schwingschleifer mit dreieckiger Spitze. Er ist für Fensterrahmen, Sprossen und Schubladenecken gebaut. Große Flächen sind nicht seine Aufgabe.
Was der Hub wirklich bedeutet
Hub, Schwingkreis, Schwingkreisdurchmesser oder Orbit: Die Hersteller meinen damit dasselbe. Gemeint ist der Durchmesser des Kreises, den der Teller bei jeder Umdrehung beschreibt. Je größer er ist, desto weiter fährt jedes Korn pro Umlauf, desto schneller geht Material herunter. Und desto gröber wird das Schleifbild. Einhell formuliert die Regel knapp: Je kleiner der Schwingkreis, desto feiner das Ergebnis.
In der Praxis teilen sich die Geräte in drei Gruppen. Mit 2 mm Hub, wie beim Festool ETS 125 REQ-Plus, arbeitet man vor allem den Zwischenschliff zwischen zwei Lackschichten und den letzten Feinschliff vor dem Ölen. Alte Farbe von einer Kiefernkommode bekommt man damit auch herunter, nur dauert es spürbar länger. Bei 5 mm, wie beim Metabo SXE 150-5.0 BL und beim Mirka DEROS II, ist es umgekehrt. Diese Maschinen sind für Abtrag gebaut: Lackreste, Spachtel an der Trockenbauwand, eine angegraute Tischplatte. Wer danach lackieren will, schleift mit feinerer Körnung nach.
Dazwischen liegen 2,5 bis 4 mm. Das ist der Bereich, in dem die meisten Heimwerkergeräte arbeiten. Makita gibt für den BO5041 2,8 mm an, Einhell für den Akku-Schleifer TP-RS 18/32 Li BL 3,2 mm, Bosch für den PEX 300 AE 4 mm. Wer nur ein Gerät besitzen möchte, landet hier richtig. Ein reiner Feinschleifer mit 2 mm ist für Gelegenheitsnutzer eher eine Geduldsprobe.
125 oder 150 mm Teller?
Rechnen hilft. Ein 150er-Teller hat etwa 44 Prozent mehr Fläche als ein 125er. Auf einer Esstischplatte oder einer Zimmertür macht das einen Unterschied, der sich in Minuten bemerkbar macht. Bei schmalen Leisten, Stuhlbeinen oder Kanten wird der große Teller dagegen unhandlich und kippt leichter.
Bevor Sie sich festlegen, sollten Sie im Baumarkt oder online nachsehen, welche Schleifscheiben Sie bekommen. 125 mm ist im Handel am weitesten verbreitet. Bei 150 mm gibt es mehr unterschiedliche Lochbilder, und die Löcher der Scheibe müssen zu denen im Teller passen, sonst zieht die Absaugung kaum Staub. Mirka löst die Frage beim DEROS II 5650 mit zwei Tellern im Lieferumfang, 125 und 150 mm.
Staub: Box, Beutel oder Sauger
Schleifstaub ist feiner, als man denkt. Er setzt sich in Regale, Teppiche und Lungen. Fast jedes Gerät hat eine eigene Staubbox oder einen Beutel. Bosch setzt beim PEX 300 AE auf eine Microfilter-Box, Einhell auf eine Box mit Faltenfilter, Makita auf einen Papiersack. Das genügt für ein Regalbrett. Bei einer ganzen Tür ist die Box schnell voll, und die Saugleistung lässt nach.
Wirklich sauber wird es erst mit einem angeschlossenen Werkstattsauger. Achten Sie auf den Durchmesser des Anschlusses. Festool nennt 27 mm, Makita 25 mm innen und 31 mm außen, Einhell 35 mm. Nicht jeder Saugerschlauch passt ohne Adapter. Beim Schleifen von alten Lacken empfehlen wir zusätzlich eine passende Atemschutzmaske; was die Filterklassen bedeuten, steht in unserem Ratgeber zu Staubmasken.
Sieben Schleifer, nach Hub sortiert
| Modell | Teller | Hub | Antrieb | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| Bosch PDA 180 | Dreieck, 92 mm über Eck | 1,5 mm | Netz, 180 W | Ecken, Sprossen, Fensterrahmen | ansehen |
| Festool ETS 125 REQ-Plus | 125 mm | 2 mm | Netz, 250 W | Feinschliff, Lackzwischenschliff | ansehen |
| Makita BO5041 | 125 mm | 2,8 mm | Netz, 300 W | Ein Gerät für fast alles | ansehen |
| Einhell TP-RS 18/32 Li BL | 125 mm | 3,2 mm | Akku 18 V (Power X-Change) | Einhell-Akkunutzer, Arbeiten ohne Steckdose | ansehen |
| Bosch PEX 300 AE | 125 mm | 4 mm | Netz, 270 W | Kleines Budget, gelegentliche Projekte | ansehen |
| Metabo SXE 150-5.0 BL | 150 mm | 5 mm | Netz, 350 W, bürstenlos | Große Flächen, viel Abtrag | ansehen |
| Mirka DEROS II 5650 | 125 und 150 mm | 5 mm | Netz | Renovierer, Trockenbau, Lackvorarbeit | ansehen |
Bosch PDA 180
Der Deltaschleifer ergänzt einen Exzenter, ersetzt ihn aber nicht. Bosch nennt 180 W, 1,5 mm Schwingkreis und 18.400 Schwingungen pro Minute. Die Platte misst 92 mm über Eck, das Gerät wiegt laut Hersteller 1,1 kg. Für Fensterflügel mit Sprossen ist so ein Dreieck unverzichtbar. Wer häufiger in engen Fugen arbeitet, sollte sich auch ein oszillierendes Multitool ansehen, das mit Schleifaufsatz ähnlich arbeitet und zusätzlich sägt; mehr dazu in unserem Ratgeber zum oszillierenden Multitool.
Festool ETS 125 REQ-Plus
Ein kompakter Feinschleifer mit 2 mm Hub, 250 W und 6.000 bis 12.000 Umdrehungen. Festool gibt 1,5 kg ohne Zubehör an und nennt eine Regelelektronik, die die Drehzahl unter Last halten soll, dazu einen Kantenschutz am Teller. Für Möbelbauer, die Oberflächen lackieren oder ölen, ergibt das Sinn. Als einziges Gerät für Renovierungsarbeiten ist der Hub zu klein und der Preis zu hoch.
Makita BO5041
Bei Makita steht der BO5041 seit Jahren im Programm, und das aus gutem Grund. 300 W, 2,8 mm Schwingkreis, 4.000 bis 12.000 Umdrehungen und 1,4 kg laut Hersteller. Makita nennt außerdem eine Motorbremse, die den Teller nach dem Ausschalten stoppt. Der Hub liegt genau in der Mitte zwischen Abtrag und Finish. Wer nur einen Schleifer in den Schrank stellen will, kommt mit diesem Gerät am weitesten.
Einhell TP-RS 18/32 Li BL
Der Akku-Exzenter arbeitet mit bürstenlosem Motor, 3,2 mm Schwingkreis und 125-mm-Teller. Einhell nennt 1,11 kg ohne Akku. Interessant ist er vor allem für alle, die bereits Akkus aus dem Power-X-Change-System haben, denn als Solo-Gerät kommt er ohne Akku und Ladegerät. Beim Schleifen hält ein Akku je nach Kapazität begrenzt durch; für eine ganze Terrassentür ist ein zweiter sinnvoll. Wie man ein Akkusystem klug wählt, zeigt unser Ratgeber zu Akkusystemen.
Bosch PEX 300 AE
Das grüne Einstiegsgerät hat 270 W, 4 mm Schwingkreis und eine einstellbare Drehzahl. Bosch gibt 1,5 kg an. Die Microfilter-Box ist dabei. Für gelegentliche Projekte, etwa einen Gartenstuhl im Frühjahr, reicht das. Wer regelmäßig schleift, wird mit der Box und der einfacheren Mechanik weniger zufrieden sein als mit dem Makita.
Metabo SXE 150-5.0 BL
Ein großer Teller, 5 mm Hub, 350 W und ein bürstenloser Motor. Metabo nennt nur 1 kg Gewicht ohne Kabel, ein 4,3 m langes, austauschbares Kabel, eine Tellerbremse und einen Totmannschalter. Für Dielen, Tischplatten und Türen geht hier viel weg. An Nachttisch und Schemel ist der große Teller dagegen eher im Weg.
Mirka DEROS II 5650
Mirka kommt aus dem Schleifmittelbereich und baut seine Maschinen für staubarmes Arbeiten mit Absauger. Der DEROS II 5650 hat 5 mm Hub und kommt mit 125er- und 150er-Teller. Er ist eher etwas für Maler, Lackierer und ambitionierte Renovierer, die ganze Wohnungen spachteln und schleifen. Für ein Wochenendprojekt ist er überdimensioniert.
Wie wir uns entscheiden würden
- Ein Gerät für Möbel, Türen und Fensterläden: Makita BO5041 mit 2,8 mm Hub.
- Kleines Budget und seltene Projekte: Bosch PEX 300 AE.
- Bereits Einhell-Akkus im Keller: TP-RS 18/32 Li BL als Solo-Gerät.
- Viel Fläche, viel alter Lack: Metabo SXE 150-5.0 BL oder Mirka DEROS II mit Werkstattsauger.
- Feine Oberflächen vor Lack oder Öl: Festool ETS 125 REQ-Plus.
- Ecken und Sprossen: zusätzlich der Bosch PDA 180.
Ein letzter Rat aus der Werkstattpraxis: Den Exzenter erst auf das Holz setzen, dann einschalten, und nicht drücken. Das Eigengewicht reicht. Mehr Druck bremst den Teller, und dann schleift auch ein Exzenter Kringel.
Quellen
- Makita: BO5041 Exzenterschleifer
- Festool: ETS 125 REQ-Plus
- Metabo: SXE 150-5.0 BL
- Mirka: DEROS II 5650
- Einhell: TP-RS 18/32 Li BL Solo
- Bosch: PEX 300 AE
- Bosch: PDA 180
- Einhell: Schwingschleifer und Exzenterschleifer einfach erklärt
Wo Sie die Produkte bekommen
- Makita BO5041Bei Amazon ansehen
- Bosch PEX 300 AEBei Amazon ansehen
- Festool ETS 125 REQ-PlusBei Amazon ansehen
- Einhell TP-RS 18/32 Li BLBei Amazon ansehen
- Metabo SXE 150-5.0 BLBei Amazon ansehen
- Mirka DEROS II 5650Bei Amazon ansehen
- Bosch PDA 180Bei Amazon ansehen
Unabhängige Tests brauchen Ihre Unterstützung
Ein gründlicher Test kostet Zeit, Technik und oft das Produkt selbst. Hersteller bezahlen uns nicht für gute Urteile – darum kann die Qualität unserer Tests nur durch Ihre Unterstützung über unsere Partnerlinks gesichert werden. Kaufen Sie über einen dieser Links ein, erhalten wir eine kleine Provision. Für Sie ändert sich am Preis nichts, unser Urteil bleibt unabhängig. Danke, dass Sie so auch in Zukunft hochwertige, unabhängige Tests möglich machen.
Noch nicht entschieden?
Vergleichen Sie in Ruhe weiter – alle Beiträge dieser Rubrik werden monatlich auf neue und ausgelaufene Modelle geprüft.
