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Wer sein erstes Schweißgerät kauft, entscheidet sich zuerst für ein Verfahren und erst danach für eine Marke. Für Garage und Hobbywerkstatt mit Blech, Rohr und Winkelstahl halten wir ein MIG/MAG-Inverter mit Schutzgas wie das STAHLWERK MIG MAG 200 Spot Puls Pro Digital für die vielseitigste Wahl, weil es zusätzlich Elektrode und Lift-WIG beherrscht. Für Reparaturen an dicken Teilen im Freien ist man mit einem kleinen Elektrodengerät von Lorch oder Fronius besser bedient. Ein Fülldrahtgerät ohne Gas ist günstig, raucht aber am stärksten.
Eine Schweißanleitung finden Sie hier nicht. Das Handwerk lernt man an einem Kursplatz mit Aufsicht, nicht aus einem Text.
Elektrode, WIG, MIG/MAG, Fülldraht: was hinter den Kürzeln steckt
Beim Elektrodenschweißen (E-Hand, MMA) brennt ein Lichtbogen zwischen Werkstück und einer umhüllten Stabelektrode. Die Umhüllung schützt das Schmelzbad, Gas braucht es nicht. Dafür muss man die Elektrode laufend nachführen, und auf jeder Naht bleibt Schlacke. Das Verfahren verzeiht Wind und Rost eher und eignet sich für den Zaun, den Anhänger, die Baustelle.
Beim MIG/MAG-Schweißen schiebt das Gerät einen Draht von der Spule durch den Brenner, Schutzgas aus der Flasche umspült die Naht. Die Hand muss nur führen, nicht nachschieben. Für dünnes Blech, etwa an einer Karosserie, ist das angenehmer. Ohne Gas geht es mit Fülldraht, in dessen Kern ein Flussmittel steckt. Den Preis zahlt die Luft: Die DGUV ordnet Fülldrahtschweißen bei der Rauchmenge als „sehr hoch“ ein, MIG, MAG und Stabelektroden als „hoch“.
WIG ist das feinste Verfahren und raucht laut derselben Übersicht am wenigsten. Es verlangt allerdings zwei Hände, Gas, einen eigenen Brenner und viel Übung. Viele Einsteigergeräte bieten „Lift-WIG“ oder Kontaktzündung: Der Lichtbogen entsteht durch kurzes Antippen. Für den Anfang reicht das.
Inverter und Einschaltdauer: die Zahl, die über Pausen entscheidet
Alle Geräte hier sind Inverter. Statt eines schweren Transformators arbeitet eine Elektronik, deshalb wiegen die beiden Elektrodengeräte hier mit 150 bis 160 A nur 4,9 und 6,3 kg. Lorch gibt für das MicorStick 160 genau 4,9 kg an.
Wichtiger als der Höchststrom ist die Einschaltdauer, kurz ED. Fronius erklärt sie in der Anleitung zum TransPocket über einen Zyklus von zehn Minuten: 60 Prozent ED bedeuten sechs Minuten Schweißen und vier Minuten Abkühlen. Der Wert gilt immer bei einer bestimmten Stromstärke und meist bei 40 °C Umgebung. Beim TransPocket 150 sind es 35 Prozent bei 150 A, 60 Prozent bei 110 A und Dauerbetrieb bei 90 A. Güde nennt für das SG 131 A-SYN 10 Prozent beim Höchststrom von 120 A. Eine Minute schweißen, neun Minuten warten. Für Heftpunkte genügt das, für eine lange Kehlnaht an einem Torrahmen eher nicht.
Unser Rat: Schauen Sie auf den Strom bei 60 oder 100 Prozent ED. Steht nur ein einziger Wert beim Maximum im Datenblatt, rechnen Sie mit Pausen.
Was eine 16-A-Steckdose hergibt
Alle fünf Geräte laufen an 230 Volt und haben einen Schukostecker. Lorch und Güde nennen 16 A als Netzabsicherung, Güde ausdrücklich träge. Fronius geht einen Schritt weiter: Im Menü des TransPocket 150 lässt sich die vorhandene Sicherung einstellen. Bei 16 A liefert das Gerät beim Elektrodenschweißen bis 150 A, bei 13 A bis 130 A, bei 10 A noch 110 A. So passt sich das Gerät an einen schwachen Stromkreis an, statt den Automaten auszulösen.
STAHLWERK nennt keine Absicherung, aber die Netzströme. Der größte effektive Netzstrom liegt beim MIG-Schweißen bei 12,4 A, beim Elektrodenschweißen bei 14,7 A. Kurzzeitig können es laut Datenblatt bis 38 A sein. Läuft am selben Stromkreis noch ein Kompressor oder Heizlüfter, wird es eng. Ein eigener Stromkreis in der Garage ist deshalb eine gute Investition, die Prüfung übernimmt eine Elektrofachkraft.
Am Generator gilt eine Faustformel aus der Fronius-Anleitung: maximale Scheinleistung des Schweißgeräts mal 1,35. Mehr zur Auswahl steht im Ratgeber zu Stromerzeugern.
Helm, Handschuhe, Absaugung, Feuerlöscher
Die Ausrüstung kostet oft so viel wie ein günstiges Gerät. Sie ist nicht verhandelbar.
Augen und Gesicht: Die DGUV Information 209-010 „Lichtbogenschweißen“ gibt nach DIN EN 169 je nach Verfahren und Stromstärke Schutzstufen zwischen 8 und 14 vor. Wer oft zündet, etwa beim Heften kurzer Nähte, dem empfiehlt sie Schutzschirme mit Filtern nach DIN EN 379, die sich beim Zünden selbsttätig abdunkeln. Das ist der Automatik-Schweißhelm. Achten Sie auf die Norm und den einstellbaren Schutzstufenbereich, nicht auf die Farbe der Schale.
Hände und Körper: Schweißerhandschuhe aus Leder nach DIN EN 12477, ohne Nieten oder Metallklammern, dazu trockene, schwer entflammbare Kleidung und Schuhe mit isolierender Sohle. Stabelektroden nur mit trockenen Handschuhen wechseln, denn im Leerlauf liegt die höchste Spannung an. Auch das steht in der DGUV-Schrift.
Rauch: Fronius weist in der Anleitung darauf hin, dass Schweißrauch Stoffe enthält, die nach der IARC-Monographie 118 Krebs auslösen können. Die DGUV-Broschüre „Schweißrauche – geeignete Lüftungsmaßnahmen“ ist deutlich: Am wirksamsten ist die Absaugung direkt an der Entstehungsstelle, am wenigsten wirksam die bloße Raumlüftung. Ein offenes Garagentor ersetzt keine Absaugung. Verzinkte und lackierte Teile vorher blank machen, die DGUV rät zu sauberen, unbeschichteten Oberflächen. Dafür eignet sich ein Akku-Winkelschleifer mit Fächerscheibe.
Funken: Die DGUV nennt für manuelles Lichtbogenschweißen einen gefährdeten Bereich von bis zu 7,5 m zur Seite, 4 m nach oben und 20 m nach unten. Brennbares wird entfernt oder abgedeckt, ein Feuerlöscher steht bereit. Besonders tückisch: Brände können sich laut DGUV noch viele Stunden nach der Arbeit entwickeln. Nach dem Schweißen also nicht sofort das Licht ausmachen, sondern den Raum später noch einmal kontrollieren.
Fünf Einsteigergeräte nebeneinander
| Gerät | Verfahren | Strom und Einschaltdauer laut Hersteller | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|
| STAHLWERK MIG MAG 200 Spot Puls Pro Digital | MIG/MAG mit Gas, Fülldraht, Elektrode, Lift-WIG, MIG-Puls | 20–200 A; 15 % bei 200 A, 100 % bei 77,5 A (40 °C); 10,6 kg | Hobbywerkstatt mit Gasflasche, auch Aluminium | ansehen |
| Güde Uni-Mig 125 SYN | MIG/MAG, Fülldraht, Elektrode, WIG (Brenner optional) | 20–120 A; 15 % bei 120 A; 7 kg | Kleiner Einstieg in alle Verfahren | ansehen |
| Güde SG 131 A-SYN | Fülldraht ohne Gas | 20–120 A; 10 % bei 120 A; 6,2 kg | Gelegentliche Reparaturen im Freien | ansehen |
| Lorch MicorStick 160 BasicPlus | Elektrode, WIG mit Kontaktzündung | bis 160 A; 60 % bei 120 A, 100 % bei 110 A; 4,9 kg | Elektrode auf Dauer, auch unterwegs | ansehen |
| Fronius TransPocket 150 | Elektrode, WIG mit Brenner | 10–150 A; 35 % bei 150 A, 100 % bei 90 A; 6,3 kg | Schwache Stromkreise, lange Zuleitungen | ansehen |
STAHLWERK MIG MAG 200 Spot Puls Pro Digital
Das Gerät deckt laut Hersteller MIG/MAG mit Gas, Fülldraht, Elektrode und Lift-WIG ab, dazu eine Pulsfunktion für Aluminium und eine Punktfunktion für dünnes Karosserieblech. Der Drahtvorschub ist synergisch: Man wählt Material und Draht, das Gerät schlägt die Geschwindigkeit vor. Spulen von 0,5 bis 5 kg passen hinein. Gasflasche und Draht gehören nicht zum Lieferumfang. Mit 10,6 kg ist es kein Koffer für die Leiter, sondern ein Werkstattgerät.
Güde Uni-Mig 125 SYN
Vier Verfahren in einem kleinen Gehäuse, ebenfalls mit synergischem Drahtvorschub. Güde nennt 20 bis 120 A für MIG/MAG und 20 bis 100 A für Elektroden bis 3,2 mm. Die Einschaltdauer von 15 Prozent beim Höchststrom ist knapp. Es nimmt nur Kunststoffspulen bis 1 kg auf, einen Druckminderer listet Güde nicht im Lieferumfang, der WIG-Brenner ist Zubehör. Für den ersten Kontakt mit allen Verfahren reicht es, für größere Projekte nicht.
Güde SG 131 A-SYN
Ein reines Fülldrahtgerät für 0,9 mm Draht, ohne Gasflasche. Laut Güde regelt es den Drahtvorschub selbst und ist für 1,5 bis 8 mm Material gedacht, im Karton liegt eine Kleinspule mit 0,45 kg. Das Gerät ist leicht und schnell aufgebaut. Wegen der sehr hohen Rauchmenge des Verfahrens würden wir es nur im Freien oder mit Absaugung einsetzen.
Lorch MicorStick 160 BasicPlus
Lorch baut Profigeräte, und die Zahlen zeigen es: 110 A im Dauerbetrieb, 120 A bei 60 Prozent ED. Bedient wird mit einem Knopf, eine Elektrodenvorwahl unterscheidet Standard- und Zelluloseelektroden, WIG gelingt mit Kontaktzündung. Elektroden von 1,5 bis 4,0 mm sind vorgesehen. Für Einsteiger, die mehr als ein Wochenende im Jahr schweißen, ist es eine Anschaffung für viele Jahre.
Fronius TransPocket 150
Der Nachfolger des TransPocket 1500 ist vor allem ein Elektrodengerät für Stäbe bis 4,0 mm, mit eigenem Modus für Zelluloseelektroden. Fronius hebt die Leistungsfaktorkorrektur hervor, die lange Netzzuleitungen erlaubt. Die einstellbare Netzsicherung macht es zum Gerät für Altbau, Gartenhaus und Baustrom. Für WIG braucht es einen passenden Brenner.
So würden wir entscheiden
- Garage mit Blech, Rohr, Anhänger und Platz für eine Gasflasche: STAHLWERK MIG MAG 200 Spot Puls Pro Digital.
- Erst einmal alle Verfahren kennenlernen, wenig ausgeben: Güde Uni-Mig 125 SYN, mit Blick auf die kurze Einschaltdauer.
- Nur gelegentlich draußen etwas heften, ohne Gas: Güde SG 131 A-SYN, aber nicht in geschlossenen Räumen ohne Absaugung.
- Elektrode als Hauptverfahren, oft unterwegs: Lorch MicorStick 160 BasicPlus oder Fronius TransPocket 150, Letzteres bei schwach abgesicherten Stromkreisen.
Vor dem Kauf steht ein Kurs. DVS-Bildungseinrichtungen und manche Volkshochschulen bieten Einsteigerkurse an, oft abends. Dort lernen Sie an Profigeräten, welches Verfahren Ihnen liegt. Danach kaufen Sie gezielter.
Quellen
- STAHLWERK: MIG MAG 200 Spot Puls Pro Digital
- Güde: Uni-Mig 125 SYN
- Güde: SG 131 A-SYN
- Lorch: Datenblatt MicorStick-Serie (PDF)
- Fronius: Bedienungsanleitung TransPocket 150/180
- Fronius: TransPocket 150 und 180
- DGUV Information 209-010 „Lichtbogenschweißen“ (BGHM)
- DGUV Information 209-077 „Schweißrauche – geeignete Lüftungsmaßnahmen“
- BGHM: Arbeitsschutz kompakt 033 „Lichtbogenhandschweißen“
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