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Was die Verpackung an Reichweite verspricht, sagt bei Funk-Grillthermometern wenig. Entscheidend ist etwas anderes: ob Sie die Temperatur auch ohne Smartphone ablesen können und ob genug Fühler für Ihre Art zu grillen dabei sind. Im normalen Haushalt genügt ein kabelloses Modell mit zwei Fühlern und einer Ladestation mit eigenem Display, etwa der ThermoPro Twin TempSpike. Große Stücke im Smoker oder mehrere Bratenteile auf einmal? Dann vier Fühler und WLAN.
Reicht die App, oder braucht es eine Station?
Ein kabelloser Fühler steckt komplett im Fleisch und funkt per Bluetooth. Das Signal muss aber aus einem Grill aus Metall heraus, und das gelingt nur über kurze Strecken. Darum arbeiten fast alle Modelle mit einer Ladestation, die neben dem Grill liegt und das Signal weiterreicht. Beim Twin TempSpike gibt ThermoPro bei offenem Deckel bis zu 120 Meter zwischen Fühler und Station, bei geschlossenem Deckel nur zwei bis zehn Meter an. Diese Spanne erklärt die meisten Klagen über Verbindungsabbrüche.
Hat die Station ein Display, sehen Sie die Temperatur auch dann, wenn das Telefon gerade lädt oder jemand anderes am Grill steht. Reine App-Modelle setzen voraus, dass Ihr Smartphone in Reichweite bleibt. Stationen mit WLAN schicken die Werte über Ihr Heimnetz, dann reicht die Verbindung so weit wie Ihr Router, auch ins Obergeschoss. Viele Geräte funken allerdings nur im 2,4-GHz-Band.
Wie viele Fühler, wie viel Hitze?
Ein Fühler genügt für ein Steak oder ein Hähnchen. Pulled Pork und Rinderbrust gleichzeitig, oder zwei unterschiedlich dicke Stücke: Dann brauchen Sie zwei. Im Smoker oft vier.
Kabellose Fühler messen am Griffende die Garraumtemperatur. Direkt über der Glut zählt deshalb die Obergrenze, und die liegt modellabhängig zwischen 300 und 550 °C. Klassische Funkthermometer mit Kabelfühlern sind unempfindlicher gegen Funklöcher. Nur muss das Kabel unter dem Deckel durch.
Wann ist das Fleisch durch? Nur mit Quelle
Gartabellen in Apps und auf Verpackungen gehen weit auseinander. Für die Lebensmittelsicherheit gibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine klare Linie vor: Rohe tierische Lebensmittel sollen an allen Stellen mindestens 70 °C für mindestens zwei Minuten erreichen. Das gilt nach dem Merkblatt des BfR besonders für Geflügel und Hackfleisch, und es nennt ausdrücklich das Fleischthermometer als Prüfmittel. Kleine Kinder, Schwangere, ältere und abwehrgeschwächte Menschen sind laut BfR besonders gefährdet. Rosa Garstufen bei Rindersteak sind eine Geschmacksfrage. Für Geflügel und Hack sind sie es nicht.
Daraus folgt eine praktische Regel: Der Fühler sollte in der dicksten Stelle sitzen. Mehrere Sensoren entlang der Spitze helfen, die kälteste Stelle zu finden.
Welche Modelle kommen in Frage?
| Modell | Fühler | Verbindung und Anzeige | Reichweite laut Hersteller | Für wen | Angebot (Partnerlink) |
|---|---|---|---|---|---|
| ThermoPro Twin TempSpike (TP962) | 2, kabellos | Bluetooth, Station mit beleuchtetem Display | bis 150 m im Freien | Gelegenheitsgriller mit zwei Stücken | ansehen |
| MEATER Pro | 1, kabellos | Bluetooth, nur App | zu Hause meist bis 75 m | Steak, Hähnchen, Backofen | ansehen |
| MEATER Pro Duo | 2, kabellos | WLAN in der Ladestation, App | so weit wie das WLAN | App-Nutzer mit großem Garten | ansehen |
| MEATER Pro XL | 4, kabellos | WLAN, Station mit OLED-Display | so weit wie das WLAN | Smoker und lange Garzeiten | ansehen |
| Inkbird INT-14-BW | 4, kabellos | WLAN 2,4 GHz und Bluetooth, Station mit Display | Bluetooth bis 91 m | Vier Fühler mit kleinerem Budget | ansehen |
| Weber Connect Smart Grilling Hub | 2 Kabelfühler, Platz für 4 | WLAN und Bluetooth, LED-Anzeige | so weit wie das WLAN | Wer Kabel nicht stört | ansehen |
ThermoPro Twin TempSpike (TP962)
Zwei kabellose Fühler und eine Ladestation mit beleuchtetem Display, die zugleich als Signalverstärker arbeitet. Die App brauchen Sie für Voreinstellungen und Verlaufskurven, ablesen können Sie auch ohne. Laut ThermoPro misst der Fühler die Kerntemperatur von −10 bis 100 °C und den Garraum bis 300 °C. Eine Akkuladung reicht nach Herstellerangabe über 36 Stunden. Nah an der Glut wird die 300-Grad-Grenze knapp. Beim indirekten Grillen genügt sie.
MEATER Pro
Das frühere MEATER 2 Plus heißt inzwischen MEATER Pro. Im Fleisch misst der Fühler nach Angaben von MEATER bis 105 °C, am Griff bis 550 °C. Heißes Angrillen verträgt er also. Die Ladestation verstärkt das Bluetooth-Signal, WLAN ist nicht eingebaut. Zu Hause sind nach MEATERs eigener Angabe meist etwa 75 Meter drin. Ein einzelner Fühler ist für viele zu wenig, sobald zwei Stücke auf dem Rost liegen.
MEATER Pro Duo
Zwei Fühler mit denselben Hitzegrenzen wie beim Pro, dazu eine Ladestation mit WLAN. Damit hängt die Reichweite an Ihrem Heimnetz und nicht am Abstand zum Telefon. Eine Einschränkung nennt der MEATER-Support: Die Station verbindet sich nur mit 2,4-GHz-Netzen. Ein Display zum Ablesen ohne App geht aus den Herstellerseiten nicht eindeutig hervor, deshalb führen wir es nicht als Merkmal.
MEATER Pro XL
Vier Fühler, eine WLAN-Station mit OLED-Bildschirm und Tasten, die nach Angaben von MEATER auch ohne App funktioniert. Die Fühler halten nach Herstellerangabe über 24 Stunden, fünf Minuten Laden reichen für etwa zwei Stunden Garzeit. Wer am Freitagabend ein Steak grillt, braucht das nicht. Wer regelmäßig über Nacht räuchert, bekommt dafür vier Fühler und eine Anzeige, die auch ohne Telefon funktioniert.
Inkbird INT-14-BW
Ebenfalls vier kabellose Fühler und eine Station mit Display. Inkbird nennt drei Betriebsarten: WLAN im 2,4-GHz-Band, Bluetooth 5.4 mit bis zu 91 Metern und reine Bedienung an der Station. Laut Inkbird sollte die Station bei seinen WLAN-Modellen während des Garens nur wenige Meter vom Grill entfernt stehen. Die beworbene Bluetooth-Reichweite gilt für die Strecke von der Station zum Telefon, nicht vom Fühler zur Station.
Weber Connect Smart Grilling Hub
Der Gegenentwurf mit Kabel. Im Karton liegen ein Fleischfühler und ein Umgebungsfühler mit Rostklammer, Platz ist für vier. Der Hub hat WLAN, Bluetooth, eine LED-Anzeige, einen Magneten und einen Akku. Laut Anleitung dürfen die Kabel nicht über 380 °C kommen, Werte über 300 °C zeigt die App nicht an. Der Hub selbst ist laut Weber nur bis 65 °C ausgelegt und gehört darum neben, nicht auf den Grill.
Und Combustion? Das Predictive Thermometer des US-Herstellers arbeitet laut Combustion mit acht Sensoren und verträgt bis 482 °C. Bei Amazon.de haben wir es nicht gefunden, darum fehlt es in der Tabelle.
So würden wir entscheiden
- Der übliche Gasgrill: ThermoPro Twin TempSpike. Zwei Fühler, ablesbar ohne Handy. Zum Grill selbst: unser Überblick über Gasgrills.
- Smoker und lange Nächte: MEATER Pro XL oder Inkbird INT-14-BW. Vier Fühler und WLAN. Grills für niedrige Temperaturen stehen unter Pelletgrill und Smoker.
- Ein Stück, auch im Backofen: MEATER Pro. Die hohe Hitzegrenze passt zum scharfen Anbraten.
- Wenn Funklöcher nerven: Weber Connect Smart Grilling Hub mit Kabelfühlern.
- Exakte Kerntemperaturen ohne Grill: Hier ist oft ein Sous-vide-Garer sinnvoller, siehe Sous-vide-Garer im Überblick.
Quellen
- BfR: Verbrauchertipps zum Schutz vor Lebensmittelinfektionen im Privathaushalt
- ThermoPro: Twin TempSpike TP962
- MEATER: MEATER Pro
- MEATER-Support: Reichweite der Geräte
- MEATER: MEATER Pro Duo
- MEATER: MEATER Pro XL
- Inkbird: INT-14-BW
- Weber: Connect Smart Grilling Hub
- Weber: Bedienungsanleitung Smart Grilling Hub
- Combustion: Predictive Thermometer
Wo Sie die Produkte bekommen
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